Steuerfragen für Imker

  • Hallo !
     
    In Vorbereitung auf ein Thema / Vortrag bin ich über diesen für mich neuen Link gestoßen:
     
    Steuerfragen für Imker auf der Seite des Landesverband hessischer Imker
     
    Interessiert bestimmt nicht nur mich !
     
    Gruß
    B.K. A.l.e.x.

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Die Folien sind aber mit Vorsicht zu genießen !
    So z.B. auf der Folie 8 "Der Imker und die Rechnungsschreibung" dort wird unter Punkt 7 und 8 die USt ausgewiesen.
    Wenn man die USt auf seiner Ausgangsrechnung ausweist (auch als Privatperson z.B. beim Autoverkauf!!!!) MUSS man die USt auch ans Finanzamt abführen.
    Daher bitte als Hobbyimker nie die USt auf einer Rechnung ausweisen.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hallo
    Es stimmt nicht!
    Wenn ich den Honig verkaufe weise ich immer 10,6% Umsatzsteuer aus.
    Die Wiederverkeufer nehmen nur die Rechnungen mit ausgewisenem Mehrwertsteuer.
    Das entlastet sie noch um die Mehrwertsteuer an der Kasse.
    Das gilt NUR für eine Honigrechnung.
    MFG
    Stevo

  • Hallo Zusammen,
    nachdem mich meine Steuerberaterin darauf hingewiesen hat, dass auf Rechnungen ausgewiesen Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer auch tatsächlich an das Finanzamt abgeführt werden muss, unabhängig davon, ob ein Jahresumsatz von 17.500 Euro erzielt wird oder nicht versehe ich meine Rechnungen mit folgendem erläuternden Text:


    Erläuterungen wg. nicht ausgewiesener Umsatzsteuer:


    Als Hobbyimker betreibe ich die Imkerei nicht gewerbsmäßig, sondern als Kleinunternehmer, für die sich faktisch eine Steuerbefreiung ergibt. Obwohl für Kleinunternehmer die Vorschriften über Umsatzsteuerbefreiungen des § 4 ff. UStG nicht zur Anwendung kommen, müssen sie im Regelfall keine Umsatzsteuer an das Finanzamt entrichtet. Denn die für Umsätze i.S.d. § 1 Abs. 1 Nr. 1 UstG (z.B. Lieferung von Honig an einen Einzelhändler) geschuldete Umsatzsteuer wird von Kleinunternehmern nicht erhoben (sofern der maßgebliche Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 EUR nicht überstiegen hat und im lfd. Kalenderjahr 50.000 EUR voraussichtlich nicht übersteigen wird. Dies ist bei mir der Fall. Rechnungen dürfen deshalb keine Umsatzsteuer gesondert ausweisen und sind darüber hinaus vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen.


    Viele Grüße,
    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)


  • Doch, es stimmt ... lies Dir mal bitte den §14c Abs. 2 UStG durch.
    §14c (2)
    Solltest Du Deine Rechnung wirklich mit 10,6% ausweisen, hast Du zusätzlich noch einen falschen Steuerbetrag ausgewiesen. Denn 10,6% gibt es gar nicht, sondern 10,7%.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hallo Ihr Steuerfachimker,
    das auf den Folien dargestellte Wissen ist korrekt. Der gemeine Steuerberater kennt oft nicht die Sonderregelungen für Landwirte. Die Diskussion bezüglich der USt hatten wir glaube ich schon.



    Gruesse
    seb

  • Nein, seb,
    auch der gemeine kleinstunternehmerische Landwirt darf, ohne die Optierung aufzugeben, keine MwSt ausweisen.
    Er darf schreiben, "im Rechungsbetrag sind 10,7% MwSt enthalten", aber sie NICHT explizit numerisch ausweisen - damit gibst du die Optierung auf und wirst buchführungspflichtig und mußt USt-Voranmeldungen machen, auch weit unter den 17.500€ Umsatz.
    Böse Falle.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Nein, seb,
    auch der gemeine kleinstunternehmerische Landwirt darf, ohne die Optierung aufzugeben, keine MwSt ausweisen.
    Er darf schreiben, "im Rechungsbetrag sind 10,7% MwSt enthalten", aber sie NICHT explizit numerisch ausweisen - damit gibst du die Optierung auf und wirst buchführungspflichtig und mußt USt-Voranmeldungen machen, auch weit unter den 17.500€ Umsatz.
    Böse Falle.


    Ich habe vor kurzem einen landwirtschaftlichen Wirtschaftprüfungs- und Steuerberatungsverein mit eben jener Frage fast einen halben Tag beschäftigt. Deren Antwort:
    Wenn man unter 150.- € / pro Rechnung bleibt, ist das "Betrag enthält 10,7 % Umsatzsteuer" völlig o.k.. Wenn die Rechnung höher wird, wird's kompliziert..... und ich habe beschlossen, niemals Rechnungen über 150.-€ auszustellen.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo,
     
    die Thematik hatten wir schon, damals gab es auch schon sehr unterschiedliche Meinungen.
     
    In der Zeitschrift "Die Biene" wurde das Thema ausführlich behandelt.
    Man ist reiner Hobbyimker bei einer Völkerzahl von 25-30 Völker(Definition etwas variabel, abhängig vom Finanzamt) und kauft nicht über 25% dazu.
     
    Auf den Rechnungen muß die Umsatzsteuer (10,7%) ausgewiesen werden.
    Hat man Rechnungen unter 100 EUR gelten auch noch weitere Vereinfachungen, wie Weglassen der Steuernummer usw.
     
    Da ich nun reiner Hobbyimker bin, kann ich die Umsatzsteuer ausweisen, muß diese aber nicht abführen.
    Und gerade wenn ich meinen Honig über einen Wiederverkäufer, wie Supermarkt o.ä. verkaufe, muß ich die Umsatzsteuer ausweisen.
     
    Wie schon o.g. gibt es auch unterschiedliche Aussagen der Steuerberater.:lol:
    Ich habe mir dies nochmals vom Autor des Artikel bestätigen lassen und von einem weiteren Steuerberater, der auf Landwirte spezialisiert ist.
     
    Viele Grüße,
    Helge

  • Moin, Helge,

    Zitat

    und kauft nicht über 25% dazu.


    Sorry, falsch: der UMSATZ mit Fremdprodukten MUSS unter 30% bleiben, ansonsten bist du automatisch gewerblicher Händler.
    Umsatz, nicht Einkauf!

    Zitat

    Auf den Rechnungen muß die Umsatzsteuer (10,7%) ausgewiesen werden.


    Hier gibt es grad eine Begriffsverwirrung.
    "Ausweisen" bedeutet nach FA-Definition, daß du den Rechnungsbetrag in Brutto- und Netto-Anteile unterteilst - genau das darfst du aber nicht, sondern eben nur "Rechnungsbetrag enthält 10,7% MwSt" schreiben.
    Das ist kein "Ausweisen" im "normalen" Sinn, denn dann müßtest du es auch abführen.:wink:
    Und ja, ich bin mir im klaren darüber, daß es woanders lockerer gesehen werden mag, aber ich hab eine 40minütige Aufklärung/Belehrung vom FA darüber bekommen, mit dem Extra-Hinweis, das und nur das sei eigentlich die korrekte Definition, die bundesweit gelten würde..:roll:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • um zu beurteilen, was richtig oder falsch ist, dazu müßten wir uns mit dem Steuerrecht befassen. Ich denke das ist ein klein wenig zuviel verlangt.
    Jeder sollte, bevor er etwas schreibt, überlegen was er da schreibt und letztendlich auch zu dem geschriebenen stehen.


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Ergänzend kann man dazu auch sagen, dass, wer sich unsicher ist wegen der vielen verschiednen Aussagen, am besten den Grundsatz anwendet "Lieber auf Nummer sicher gegangen". In dem Falle würde das heißen, Regelungen, die einem wie ein "heißes Eisen" erscheinen nicht zu machen. Gegebenen Falls bezahlt man da zwar etwas mehr an mancher Stelle hat aber die Sicherheit, dass man dem FA nix unterschlägt.
    Grüßle
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Nein, seb,
    auch der gemeine kleinstunternehmerische Landwirt darf, ohne die Optierung aufzugeben, keine MwSt ausweisen.
    Er darf schreiben, "im Rechungsbetrag sind 10,7% MwSt enthalten", aber sie NICHT explizit numerisch ausweisen - damit gibst du die Optierung auf und wirst buchführungspflichtig und mußt USt-Voranmeldungen machen, auch weit unter den 17.500€ Umsatz.
    Böse Falle.


    Sorry, Sabine, der Sinn erschließt sich mir nicht.
    Zu der Tatsache, dass wir Landwirte 10,7% Umsatzsteuer ausweisen dürfen, diese jedoch nicht abführen müssen sind wir uns scheinbar einig.
    Streiten wir gerade, ob der Rechnungsbetrag in € oder in % angegeben werden darf/soll ?


    @ Gerold
    Was ist das denn für ein Verein? Habe noch nie einen StB oder WP gesehen, der sein Wissen für lau in einem Verein weitergibt. Oder handelt es sich um eine Art Lohnsteuerhilfeverein für Landwirte, bei dem gar kein echter Steuerberater zugegen ist?


    Gruesse
    seb