Wiese zu nass für Streuobstwiese ?

  • Tach,


    wie Ihr wisst wollte ich eigentlich aus einer momentan ungenutzten Wiese eine Streuobstwiese machen.
    Wie der Zufall es so will, liegt diese Wiese genau in einem Natura 2000 Gebiet :p Der Staat hätte in diesem Fall die Anlage einer Streuobstwiese gefördert.


    Jetzt haben wir 6 Monate auf den Biologen warten müssen der sich das vor der Bewilligung der Förderung erst mal anschaut.
    Fazit: Für die Anlage einer Streuobstwiese ist diese Wiese zu nass.:-(


    Was jetzt ?
    Eigentlich wollte ich die Wiese Bienen & Menschenfreundlich gestalten.(hmm, lecker Obst)
    Die Wiese ist eigentlich hauptsächlich im hinteren linken Bereich, wegen eines bei starkem Regen über die Ufer tretenden Bachs nass.


    Gibt es denn keine Obstbäume die auch auf relativ nassen Böden wachsen und gedeihen ?
    Habt Ihr ne Idee ?


    Gruß Ralf


  • Als erstes kam mir der Gedanke,besser zu feucht als zu trocken ,für Obstbäume !
    Ich würde einen Obstbaumexperten hinzuziehen.
    Eine Bodenuntersuchung/probe kann sinnvoll sein.
    Eine Testpflanzung kann auch Aufschluß geben,sollte die gut ausgehen,ggf. Förderantrag entsprechend stellen.
    Beim Föderungsantrag nicht so schnell aufgeben.:wink:
    Ggf. Umweltverbände/Kommune,Ausschuß für Natur u. Umwelt, mit ins "Boot" ziehen.
    MfG
    Trachtquelle

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  • Hallo Ralf,


    wie sähe denn die Förderung aus, die da im Raum steht? Bei uns werden Streuobstwiesen auch gefördert. Das sieht aber so aus, dass man auch drauf verzichten kann. Wenn Du das machen willst, dann machs doch. Pfeif auf die Förderung und mach es so wie "Trachtquelle" es vorgeschlagen hat. Einfach zum Test einen oder zwei Bäumchen Pflanzen. Am besten dort, wo es am feuchtesten ist. In zwei bis drei Jahren siehst Du dann selbst, ob das klappt oder ob der "Fachmann" das richtig begutachtet hat. Wenns gut geht, kannst Du dann ja nochmal begutachten lassen :-) Jetzt ist gerade die Ideale Zeit, um so ein Pflanzung durchzuführen. Frag mal bei deiner nächstgelegenen NABU und/oder BUND Ortsgruppe nach. Bei uns kann man dort verbilligte Jungbäume bekommen.


    Aber bedenke: Streuobstbäume brauchen oft bis zu 10 Jahre, bis sie ordentlich blühen und tragen. Es ist deshalb eine langfristige Angelegenheit. Wie verwertest Du dann das Obst, wenn sich mal richtig Ertrag einstellt? Meine etwa 20 Bäume haben letztes Jahr eine Ernte vo über 3000 Kg ergeben. Das ist ortdentlich Arbeit, bis da alles aufgelesen und abgeliefert ist. Dieses Jahr hat es bei mir fast gar nichts gegeben. Also auch keine Arbeit :-)


    Packs an. Viel Erfolg wünscht Dir Emil

  • Hei,
    ich seh das wie Trachtquelle, für Obst ist etwas zuviel Wasser immer besser als zuwenig....
    Und normal kann dir jeder Obstgärtner sagen, welche Sorten keine Staunässe vertragen, die dann eben nicht in deinen nassen Teil setzen (da würden sich aber Weiden,Erlen, und auch Weißdorn ganz gut machen :wink:).
    Ich würde aber auf die Förderung pfeifen und Halbstämme setzen - die tragen schneller, du kannst mehr verschiedene Sorten pflanzen, und du mußt nicht so eine ganz hohe Leiter haben, außer du willst auch noch Schafe o.ä. drunter lassen.
    Wir hatten auf der Ponderosa zwei ausgewachsene Williams-Christ - 15 und 17m hoch und keine Chance, an die schönsten Birnen oben ranzukommen :-(

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,


    kann ich Sabine nur zustimmen, an die sehr feuchten Stellen verschiedene Sorten Weide, und dann Halbstämme aller Obstsorten und dann wo es hinpasst auch noch ein paar Sträucher wie Kornelkirsche, Weisdorn, Schneebeere und alle Beerensträucher.


    Gruß Reinhard

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo,
    bitte bedenken das Du auch unter den Bäumen mähen mußt. Bei einer Großen Fläche würde ich doch eher Hochstämme pflanzen. Die werden auch älter und sind robuster.
    Es gibt Obstbäume für feuchten, nicht nassen Boden.
    Frage mal einen Pomologen. Ich kann Dir diesen empfehlen.
    http://www.alte-obstsorten.de/
    Hier kann man auch verhandeln. Es geht Ihm um die Sache, nicht nur um das Geld.


    Gruß aus Schleswig-Holstein

  • Was jetzt genau für unsere Bienen gut ist... Weiden auf jeden Fall, grad wenns feucht ist. Wie wärs, einfach abzuwarten, was sich von selbst dort ansiedelt? Das passt dann sicher für den Untergrund und auch die Lebewesen, wenn es viellicht auch nicht grad die Honigbiene ist. Wär auch nicht teuer, abzuwarten. Normal besiedeln sich Flächen schnell kostenlos von selbst


    Grüße von Lisa

    Die Menschen sind wunderliche Säugetiere

  • Hallo Zusammen,
    im Alten Land stehen die Obstbäume doch auch auf feuchten Grund.
    Die Obstbäume bei meinem Elternhaus stehen auch auf sumpfigen Untergrund, aufgefüllt in Laufe mehrerer Generationen.
    Alles was Flachwurzler ist oder schwachwüchsige Unterlage hat, geht dort ganz gut.
    Notfalls, so habe ich das mal in einem alten Gartenbuch gelesen, kann man auch auf einen extra angelegten Hügel anpflanzen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Ich empfehle einen örtlichen Obst- und Gartenbauverein zu kontaktieren. Die haben Fachberater, die sich deines Problems annehmen und dich übergreifend informieren können.
    Da Streuobstwiesen regional anders sind, kannst du dir ein schönes Paradies einrichten, das in deine Region paßt.
    Ich kenn es nur von meiner Ecke, das man früher auf nassem Grund, künstliche Hügel angesetzt hat und darauf dann die Bäume gesetzt hat.
     
    Alle Kirschensorten vertragen keine Wurzelnässe, d.h. der Wasserspiegel muß ca. 1 m von der Wurzel entfernt bleiben.
     
    Gruß
    Andy

  • Zumindest einige Wildobstarten müssten es auf der Wiese tun, jedenfalls wenn sie nur gelegentlich überflutet wird:
    Kornelkirsche, Hasel, Weißdorn, Traubenkirsche (Prunus padus), Schlehe, Schwarzer Holunder, Vogelbeere, Schwarze Johannisbeere, Stachelbeere sowie die Vogelkirsche und (entgegen der Behauptung einiger Vorredner) auch andere Kirschen sofern auf Vogelkirsche (Prunus avium ) veredelt.
    Und in der Tat, die Hügelpflanzung kann das Problem lindern.

  • Hallo,


    erstmal vielen Dank Euch allen für die wertvollen Tipps.


    Also, extra Hügel aufkippen kommt mal nicht in Frage, da dies doch recht aufwändig ist und die Landschaft an sich nicht durch Erdbewegungen verschandelt werden soll.
    Die Wiese ist eigentlich schon an drei Seiten von Bäumen und allen Arten von Wildsträuchern eingegrenzt.
    Da besteht nur hier und dort noch Bedarf was dazu zu pflanzen.


    Auf ausprobieren, ob vielleicht nicht doch auch Obstbäume auf der Wiese gesund wachsen können, hab ich aus Zeitgründen keine rechte Lust.
    Das soll so schnell als möglich, ob mit oder ohne Subventionen über die Bühne gehen.
    Das Urteil des Biologen der ja vom Amt geschickt wurde, hat mich nur sehr verunsichert ob es überhaupt dort Sinn macht.


    Das beste wird sein, dass ich mal eine fachkundige Person vom z.b.Nabu anspreche und mir dessen Meinung dazu mal anhöre.


    Ich werde weiter berichten wenn ich was genaueres weiß.


    Gruß Ralf

  • Hallo Ralf,


    so pauschal laesst sich nicht "zu nass" definieren.
    Es stellt sich die Frage "wie nass".
    Generell ist Staunaesse unguenstig fuer Obstbaeume.
    Obst hat's auf jeden Fall lieber feuchter als trockener.
    Abhilfe kannst Du verschaffen indem Du Sand einarbeitest!
    Grossflaechig aufgetragen per LKW und vom Traktor einpfluegen lassen oder aber im Kleineren per Schubkarre heranschaffen und den Sand mit der Erde mischen die Du ais dem Pflanzloch aushebst und spaeter wieder in dieses schaufelst.
    Sand macht die Erde durchlaessiger und Wasser kann besser ablaufen. Wenn die Baeume groesser werden haben sie ohnehin einen hoeheren Wasserbedarf und ziehen daher, wenn sie aus dem von Dir mit Sand aufbearbeiteten Pflanzloch herauswurzeln, selbst Wasser aus dem Boden.
    Klage nicht dass das zu viel Arbeit ist. Was sind die paar Stunden im Vergleich zu einem Baumleben?!
    Grundsaetzlich solltest Du Hochstaemme pflanzen und kein Buchobst.
    Lasse Dir von der Fachbaumschule Hochbaumstaemme mit "starkwachsender Unterlage" verkaufen, am besten Saemlingsunterlagen. Die sind robuster, auch gegen Naesse.


    Von den paar Euro Foerderungsgeld solltest Du Dich von Deinem Vorhaben nicht abbringen lassen und evt. auc nicht von einem wenig praxiserfahrenen Biologen.
    Zeige im Zweifelsfall einem Baumschulgaertner das Anwesen!

  • Guten Tag zusammen :-)
    (ich habe den Vorstellungsthread noch nicht gefunden)


    Mit "Hügel" ist doch nur eine kleine Erhebung je Baum gemeint. Das dient nur dazu, daß die Pflanzen nicht gleich nasse Füße kriegen. Halb- oder Hochstämme packen das schon. Anders sieht es mit Busch - oder Viertelstämmen, womöglich noch auf M5 Unterlagen aus. Aber die pflanzt man ja nicht auf Streuobstwiesen.


    Für den Anfang würde ich mir von einer auf alte Sorten spezialisierten Gärtnerei einen Katalog schicken lassen. Den Sortenbeschreibungen läßt sich schon sehr viel entnehmen.


    Einen Versuch ist es allemal wert, schon wegen des Mostes.


    edit: oups, sorry, ich hatte nicht gesehen, wie alt der Thread schon ist.