Geruch war säulich

  • Verdorbener Honig!


    Ein Kunde brachte mir zwei Honiggläser, die zur hälfte leer waren von 2007 und 2008 zur Kontrolle.


    Meine Analyse: Der Geruch war säuerlich.


    Der Wassergehalt von den Honigernten 2007 / 2008 war bei 18 %.


    Nun meine Frage. Was kann die Ursache sein? Ich nehme an, dass der Honig Wasser gezogen hat. War der Deckel zu wenig fest geschlossen?


    Ich hoffe deine Antwort wird mir helfen den Kunden zu Beraten.


    Mit Imkergruss
    Edmond

    Schritt für Schritt hinterlasse ich Spuren, sie verwehen wieder so wichtig sind sie nicht. Aufgeschnappt in der Sahara.


  • Meine Analyse: Der Geruch war säuerlich.
    Der Wassergehalt von den Honigernten 2007 / 2008 war bei 18 %.


    Der Wassergehalt "bei" 18 % ist nicht gerade niedrig. Er ist für die Abfüllung gem. DIB grenzwertig / vermutlich zu hoch. Wie wurde der Wassergehalt bestimmt ? In welches Glas wurde abgefüllt ?
     


    Nun meine Frage. Was kann die Ursache sein? Ich nehme an, dass der Honig Wasser gezogen hat. War der Deckel zu wenig fest geschlossen?


     
    Da die Gläser halb leer waren, war offensichtlich der Deckel nicht zu fest verschlossen.:wink: Es könnte auf einen Lagerschaden hindeuten. Honig hat die Eigenart , Feuchtigkeit aus der Umgebung aufzunehmen (das macht man sich bei der Wundbehandlung zu nutze). Wenn der Deckel nach dem Öffnen also nicht richtig verschlossen wurde und der Honig falsch gelagert wurde, ist es kein Wunder das der Kunde jetzt Probleme hat.
    Lagerung sollte dunkel, kühl und trocken sein.
     
    Ich würde dem Kunden kostenfrei ein neues Glas Honig geben und Ihn auf die fachgerechte Lagerung hinweisen.
     
    Grüße aus dem Norden
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Die Angabe zum MHD bezieht sich auf das ungeöffnete Gebinde.
    Ich würde den Kunden darauf hinweisen, ihm aber trotzdem Ersatz geben.
    Im Wiederholungsfalle aber nicht.


    Dafür sind Rückstellproben gedacht, um zu belegen, daß der Honig ok ist...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Imkerfreund Daniel,


    Nun habe ich noch eine Interessante Frage. Wie schaffst du es, dass der Honig unter den Grenzwert von 18 % kommt? Ich Imkere mit Magazinen (offener Boden) mit CH Rahmen. Schleudere nur verdeckelte Waben. Gerne lasse ich mich Beraten um auch unter den Grenzwert zu kommen.


    Edmond

    Schritt für Schritt hinterlasse ich Spuren, sie verwehen wieder so wichtig sind sie nicht. Aufgeschnappt in der Sahara.

  • Moin , moin aus Hamburg ,
    nur mal auf die schnelle, da gerade keine Zeit:
    Art der Tracht , Zeitpunkt der Ernte, verweildauer im Volk, Wetterbedingungen,Volksstärke, Anzahl der Honigräume, Trachtdauer ...........


    geeichtes Refraktometer:wink:


    Art der Ernte : Mein Sommerblütenhonig "Lokstedter Immenstolz" ist ein Ernteprodukt einer von mir besonders geschulten femininen Honigbiene der Gattung Carnica.Die Sammlerinnen befliegen lediglich weibliche Blüten nach einem täglich von mir für jedes Bienenvolk individuell zusammengestellten Sammelplan.Dieser wird anhand des sich stündlichen ändernden Sonnenstandes und nach den strengen Richtlinen von Steiner und Gerstung sowie in Anlehnung an die Grundsätze des Feng Shui von den Bienen ermittelt und ausschließlich von erfahrenen Sammelbienen unter Einsatz ihres gar kurzen Daseins umgesetzt. Der unter diesen besonders strengen Sammelvorgaben selektierte Nektar wird in besonderen Zellen die aus 100 % biologisch abbaubaren Wachswerkstoff von speziell geschulten Jungbienen, die in keinem Fall älter als 35 Tage sind bei Vollmond erbaut wurden für den Zeitraum bis zu seiner Ernte eigelagert und nach einem Jahrmillonen alten, nur von Immen beherrschten Verfahren eingedickt und veredelt.
    Dieses Premiumprodukt wird bei Sonnenaufgang von der Hand eines erfahrenen Ritters der Zeidlerzunft unter Einsatz seines Lebens nach einem festgelegten Ritual entrissen und an ein edles Vollweib übergeben , welche im keuschen Gewande in trauter Zweisamkeit mit einer Junfrau den goldenen Schatz dem Wabenwerke abtrotzt.
    Das ganze geschieht in einem wohl feinen abgelegenen Raume, fern den bösen Blicken umherziehender Vagabunden, unter einem sonnengleichen strahlenden Lichte bei gar lieblicher Musik.
    Das gar liebliche, im Süßen gebundene Sonnenlicht wird als dann in funkelnde , brilliantengleich schimmernde transluzente Gefäße gefüllt, auf das sie im Auge des Betrachters erfurcht und Gier nach ihrem Besitze hervorrufen mögen.
    Dieses mit 6,50 € wohlfeile Gut hoher imkerlicher Kunst wird immer
    unter 18 % Wassergehalt aufweisen, weil wir unsere Kunden schätzen und nicht aus Wasser Wein sonder aus Blütenwasser Ambrosia machen.
    Zweifler mögen jedoch vortreten und den "schlagenden" Argumenten des Herren der Bienen für Ihr schändliches Verhalten standhalten.


    Ich habe fertig :wink:(Prost)


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • :roll: Daniel,
    so sehr ich dich mag, das war jetzt gemein!
    Erst googeln, dann lästern/witzig werden...
    Niedau/CH liegt am Bieler See = französisch-sprachige Schweiz.
    Und der Vorname Edmond läßt ebenso auf frankophone Wurzeln schließen.
    Oder kriegst du das 1:1 übersetzt?:cool:
    :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • .....och , damit habe ich kein Problem.:wink:Der erste Teil der Antwort war doch klar verständlich:roll: der zweite Teil ist in einem deutschsprachigen Forum durchaus zu verstehen und verzichte auch für Anhänger mit frankophonen Wurzeln auf die nicht so beliebten englischen Sprachelemente.Falls ich da versehentlich in einen Fettnapf getreten sein solle , so bitte ich dennoch um Entschuldigung, dieses war natürlich nicht meine Absicht.
    Dennoch liegt Niedau am Wasser. Ich kenne kaum jemanden der am Wasser lebt und am "Wasser gebaut hat".Das Leben ist nun mal eines der härtesten und da muß er halt duch.Ich habe eben einfach eine schlechte Kinderstube, da nimmt aber auch keiner Rücksicht drauf:wink:
    Trotzdem danke für den Tip.Wieder etwas gelernt ! Mit der Übersetzung bekomme ich das natürlich nicht hin. Eben nicht nur schlechte Kinderstube sonder auch noch schlechte Ausbbildung.:oops:Da müssen halt alle etwas Rücksicht nehmen:wink: 
     
    Liebe Grüße aus dem Norden
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Aber nach Deinem Bienenbriefing zu urteilen, haben die mindestens Abi... :daumen:


     
    :liebe002: Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Aber nach Deinem Bienenbriefing zu urteilen, haben die mindestens Abi...
    :daumen:


     
     
    Von wegen! Den ganzen Tag malochen, wo soll da noch Zeit für Bildung übrigbleiben? Oder die sind krass überqualifiziert...


    Also ich halte meine Bienen bewusst dumm und sorge für ständige Arbeit und für Brot, so lässts sich viel leichter regieren.

  • Hallo Edmont,


    habe auch ein Gebinde Honig das säuerlich riecht und ich nicht verkaufen kann. Aus einer 4-Zargigen Holzmagazinbeute mit offenem Unterboden, Waben alle verdeckelt. Der Honig war von Anfang an dünnflüssiger als der aus den HBB und den Segebergern. Habe noch kein Refaktometer, aber da ist eindeutig zuviel Wasser drin. Ich werde das Magazin in das Bienenhaus stellen, Unterboden zu oder isolieren, damit die Bienen höhere Temperaturen im Honigraum erzeugen können. Ich werde es nächstes Jahr testen.


    Gruß Reinhard

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Edmont,
     
    habe auch ein Gebinde Honig das säuerlich riecht und ich nicht verkaufen kann. Aus einer 4-Zargigen Holzmagazinbeute mit offenem Unterboden, Waben alle verdeckelt. Der Honig war von Anfang an dünnflüssiger als der aus den HBB und den Segebergern. Habe noch kein Refaktometer, aber da ist eindeutig zuviel Wasser drin. Ich werde das Magazin in das Bienenhaus stellen, Unterboden zu oder isolieren, damit die Bienen höhere Temperaturen im Honigraum erzeugen können. Ich werde es nächstes Jahr testen.
     
    Gruß Reinhard


     
    Hallo Drobi,
     
    ich will Dir ja nicht alle Hoffnung nehmen, aber ich glaube nicht, dass es so sehr an der Beute liegt, wenn ein Honig trotz vollständiger Verdeckelung zu feucht ist.
    Ich denke viel entscheidender sind die äußeren Gegebenheiten und die Menge der Tracht.
    Wenn es wochenlang regnet und die Umgebungsluft feucht ist, wie sollen da die Bienen den Honig trocken bekommen? Ähnlich sieht es wohl bei Massentrachten aus. Wenn mehr Wasser in Form von Nektar reinkommt, als die Bienen als Wasserdampf wieder aus der Beute schaffen können, dann werden irgendwann die vollen Waben verdeckelt, auch wenn der Honig noch zu feucht ist.
    Die Waben meiner ersten Schleuderung in diesem Jahr waren nur zu einem sehr kleinen Teil verdeckelt, wohl weil die Zellen nicht alle voll waren. Der Honig hatte trotzdem einen Wassergehalt zwischen 16 und 17 % ich denke, dass die Bienen in einer warmen trachtarmen Woche nach der Haupt-Obstblüte den Honig schön verarbeiten konnten.
    Die zweite Schleuderung war aus fast vollständig verdeckelten Rapshonig-Waben. Die Bienen standen direkt im Rapsfeld und haben trotz nasskalter Witterung ordentlich eingetragen.
    Der Honig hatte 19 % Wasser. Ob er bei ungünstiger Lagerung gärig geworden wäre weiß ich nicht, es ist bis auf eine kleine bei mir kühl gelagerte Restmenge von 3 Gläsern nichts mehr da :lol:, Beschwerden kamen bis jetzt (mal abgesehen von einem scherzhaften "der Honig ist nicht gut, das Glas war so schnell leer") keine. Der Abschäumhonig dieser Charge, den ich für die Fütterung von Ablegern oder für Notfütterung im Frühjahr aufbewahrt habe, riecht auch leicht säuerlich, deshalb hab ich ihn jetzt in den Gefrierschrank gestellt.