2 Völker, 2 völlig unterschiedliche Bienensitze

  • Gestern habe ich meine zweite Bienenwohl-Behandlung durchgeführt und dafür musste ich natürlich die Völker öffnen.
    Dabei fiel mir auf, dass beide Völker einen völlig unterschiedlichen Wintersitz haben.
     
    Volk A sitzt zu 95 % in der unteren Zarge - allerdings sehr am Rand
    Volk B sitzt fast gleichmäßig und zentriert auf beide Zargen Verteilt in einer "langen" Wintertraube.
     
    Wie kommt so etwas?
    Hat das etwas mit der größe des Volkes zu tun - kann ich also z. B. davon ausgehen, dass Volk A mehr Platz braucht als B und sich deshalb auf beiden Zargen ausbreitet?
     
    Danke vorab für die Antworten!
    Gruß
    Wartenix

    ...schon zwei Minuten gespielt und noch immer enorm hohes Tempo...!

  • .....
    Dabei fiel mir auf, dass beide Völker einen völlig unterschiedlichen Wintersitz haben.
    Wie kommt so etwas?


     
    Der freie Wille des Volkes. Jedenfals ist das völlig normal. Und hat auch nix mit der Größe des Volkes zu tun und läßt auch keine Schlußfolgerungen für die Überwinterung zu. Vielleicht hängt's mit der Futterverteilung oder der Luftzirkulation in der Beute zusammen ......
    Bei Hinterbehandlungsbeuten, die im Block stehen, kann man beobachten, dass häufig die Wintertrauben so sitzen, dass sich benachbarte Völker "wärmen".

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Wartenix,


    den Wintersitz legt die Königin fest, und dann auch noch die Beschaffenheit der Waben. Wenn du bei dem einen Volk auf der einen Seite viel unbebrütete Waben hast, zieht sich die Königin auf die Seite zurück wo auch im Herbst ihr Brutnest war. Bei dem anderen Volk ist es eben die Mitte. Habe zufällig auch gestern von vorn in zwei Völker (Holzmagazine) geschaut, die hängen beide in der Mitte in den Unterboden durch, unmittelbar am Flugloch. Bei meinen Segebergern hängen sie aber auch auf einer Seite, aber das schon im Sommer, nur da fällt es nicht so auf.


    Gruß Reinhard

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Gestern habe ich meine zweite Bienenwohl-Behandlung durchgeführt .......


     
    Bienenwohl = Oxalsäure!!
     
    Ob deine Völker jetzt schon Brutfrei sind und die Oxalsäurebehandlung damit wirklich richtig wirkt, kann ich nicht beurteilen.
    Zwei Behandlungen sind auf jeden Fall eine zuviel, die erste war mit Sicherheit noch nicht brutfrei und damit weitgehend wirkungslos.
     
    Bleibt nur zu hoffen, dass du wenigstens einigermaßen sparsam mit dem Zeug umgegangen bist, sonst könnte es leicht sein, dass du ganz schnell zweimal den gleichen Bienensitz, nämlich den reglosen im Beutenboden hast.....:-(


  • Ich habe bei mir 12 Völker in der Reihe stehen.
    Auf der Windel läßt sich der Sitz des Volkes ablesen,durch abgenagtes Wachs,jedenfalls dann,wenn die Traube aus der Mitte sitzt.
    Die Völker sitzen sehr unterschiedlich.
    Ich meine,das hängt damit zusammen,wie der Wind in die Beute pfeift-durchs Flugloch.
    Ob ein Volk oben oder unten sitzt,hängt wohl damit zusammen,wie die Ablage während der Auffütterung war.
    Ich denke, Sorgen brauchen wir uns da eher nicht machen,wenngleich es immer wieder Aussagen gibt,ein Volk sei vom Futter abgerissen und somit verhungert,ich habe das noch nicht erlebt.

  • Bienenwohl = Oxalsäure!!
    Zwei Behandlungen sind auf jeden Fall eine zuviel, die erste war mit Sicherheit noch nicht brutfrei und damit weitgehend wirkungslos.


    Die Behandlungsstrategie bei Bienenwohl ist eine andere als bei Oxalsäure,Oxuvar;
    Menge und Anwendungshäufigkeit unterscheiden sich.

  • Die Behandlungsstrategie bei Bienenwohl ist eine andere als bei Oxalsäure,Oxuvar;
    Menge und Anwendungshäufigkeit unterscheiden sich.


     
     
    Bienenwohl ist nichts anderes als eine 3,5 % -Oxalsäurelösung mit ein paar Zusätzen.
    Oxalsäurebeträufelung schädigt die Bienen bei mehrfacher Anwendung deutlich, da ändert auch der Zusatz von Zitronensäure, Thymol und ein paar anderen ätherischen Ölen nichts.
    Oxalsäure wirkt nicht in die Brut, deshalb bringt eine Behandlung nur bei Brutfreiheit wirklich was.
    Man kann natürlich die normale Menge einer Oxalsäurebehandlung auf 3 Anwendungen verteilen. Ob das mehrfache Öffnen des Bienenstocks in der Winterruhe und das mehrmalige in Stress versetzen des Volkes zur Gesundheit des Biens beiträgt kann jeder selbst beurteilen.
    Ob die Behandlung davon effektiver wird, würde ich stark anzweifeln.

  • Hallo !
     
    Danke Wulle für diese Worte !
     
    Kann nicht verstehen das es Imker gibt die diese überteuerte und in Deutschland kaum noch erhältliche Bienenwohl verwenden.
     
    Der Bienensitz hat hoffentlich mit der zu häufigen Anwendung von Oxalsäure (oder wir Ihre es nennt: Bienenwohl) nichts zu tun.
    Wer mehr als eine Oxalsäurebehandlung durchführt gehört eigentlich bestraft ... aber der Bien wird es !
     
    Können alle die nicht wissen was sie da tun doch mal in die Broschüre "Varroa unter Kontrolle" schauen ?
     
    Gruß
    B.K. A.l.e.x.

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo!


    Wulle hat vollkommen recht - zweimal Oxalsäure ist einmal zuviel! Und die richtige Menge sollte man auf keinen Fall "verteilen", die richtige Menge ist nämlich deswegen "die richtige", weil sie die optimale Wirksamkeit bei EINER Behandlung verspricht.
    Nebenbei: Bienenwohl wäre uns zu unsicher. Unter den sauren Bedingungen der Oxalsäure wandelt sich der Zucker in der Lösung in HMF um. Nur durch Lagerung im Kühlschrank kann das unterbunden werden - und wir glauben nicht, daß Bienenwohl ständig gekühlt wird. Wenn mann da den Rest vom letzten Jahr bekommt, hat man ein Problem.


    Und eines gebe ich auch noch zu bedenken: Die Oxalsäurebehandlung ist auch für die Bienen nicht gerade leichtverdaulich, sie bedeutet eine Schwächung. Es ist also im Interesse des Imkers, die Bienen so spät wie möglich zu schwächen, am besten kurz vor Brutbeginn, wenn der härteste Teil des Winters schon vorbei ist.


    Viele Grüße,
    Effendi

  • Hallo,


    kann ich meinen Vorrednern nur zustimmen, 1 Mal OS Verdampfung ist völlig ausreichend und für die Bienen belastend genug. Da ich dieses Jahr nach Milben suche und kaum eine finde, kann ich mir das nur so erklären: Ich habe allen Völkern die Futterwaben meiner eingegangenen Völker aus dem vergangenem Jahr zum großen Teil als Winterfutter reingehangen, die waren alle mit OS Verdampfung behandelt. Ich kann sonst nicht verstehen, warum meine Völker keine bzw kaum Milben haben. Sehe auch keine Notwendigkeit eine Winterbehandlung durchzuführen. Bei 2 Völkern in 14 Tagen nur 1 Milbe gefunden, sonst keine.


    Gruß Reinhard

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)


  • Um es vorweg zu sagen ich favorisiere nicht Bienenwohl,ich benutze es auch nicht.
    Der Hinweis auf die Broschüre "Varroa unter Kontrolle",
    überrascht mich so sehr,dass ich mich veranlaßt fühle, etwas zu sagen;ich hab die Broschüre hier vor mir liegen.
    Für Leute die die Broschüre noch nicht gelesen haben,aber meinen zu wissen was drin steht,hier einige Punkte:
    S.12Chemische Verfahren für Völker mit Brut,Ameisensäure allgemein,desweiteren Nassenheider Verdunster(der Horizontal funktioniert wenigstens!)
    S.14 Medzinflasche mit Tropfauslauf; die funktioniert oder nicht (meistens nicht!)
    S.16 Schwammtuchmethode (funktioniert bei richtiger
    Handhabung,die wenigsten wenden es richtig an)
    S.18 Behandlung mit Bayvarol(tolle Empfehlung)
    S.19 Milchsäure (endlich mal was vernünftiges!)
    S.20 Träufeln Oxalsäure ( ???)
    S.21 Sprühen Oxalsäure ( ???)
    Worin ein Zusammenhang zwischen Varroa-Behandlungen und Bienenwintersitz bestehen soll,erschließt sich mir nicht.
    MfG
    Trachtquelle ( der auch garnicht so richtig weiß,womit er behandeln soll,er weiß aber,dass ein Jahreskonzept erforderlich ist,um Milbenentwicklung zu begrenzen und Biene zu schonen)

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