Fehler in der Betriebsweise?

  • Moin Imkers,
    bei diesem Sch...wetter hat man wenigstens genügend Zeit um über seine Betriebsweise nachzudenken.
    Das ich mit meinen Zandermagazinen mehr einfüttern muss als die meisten Imker in meinem Verein in ihren HB-Beuten ist mir bewusst. Auch, dass meine Standimkerei schlechtere Trachtbedingungen hat als die meisten Wanderimkereien. Trotzdem finde ich, dass meine durchschnittlich, dieses Jahr gefütterten 30-35kg Invertsirup/Volk ne Menge Holz sind und dabei die meisten Völker ihr Einwinterungsgewicht nur schwerlich erreichten. Schon Ende Juni merkte ich bei einigen Völkern den Rückgang der Reserven im Honigraum.
    Da ich noch nicht über langjährige Erfahrungen verfüge meine Frage, gibt es von Jahr zu Jahr erhebliche Unterschiede in den benötigten Einfütterungsmengen oder sind Fehler in meiner Betriebsweise am hohen Futterverbrauch schuld.
    Beste Grüße Peter

  • Hallo Peter!
     
    30 kg Invertsirup ergeben mindestens 25 kg fertiges Winterfutter. Diese Menge reicht für jedes Volk und für jeden Standort. Ich füttere auch immer wesentlich mehr ein als das Volk im Winter verbraucht. Im Frühjahr entnehme ich dann die überschüssigen, bzw "checkere" damit. Es geht nichts verloren, schlimmstenfalls werden im Sommer die Ableger damit versorgt.
     
    Mit zu knapper Einfütterung wird der Grundstein für eine schlechte Auswinterung gelegt. Entweder verhungert ein Volk überhaupt oder es schränkt das Brutnest stark ein, was eine zögernde Entwicklung nach sich zieht. Wenn nur Frühtracht zu ernten ist, ist die Misere schon perfekt.
     
    Durch starke Einschränkung des Raumes (Bienen haben einen Raumsinn) im Herbst kann man die Bienen dazu veranlassen eine sehr kleine Winterkugel zu bilden, was sicherlich den Futterverbrauch im Winter stark einschränkt, aber ob das überhaupt gewünscht ist. Wenn starke Völker die Frühtracht ernten, müssen sich die schwachen Völker erst entwickeln und verpassen die Tracht. Wenn allerding Waldtracht zu erwarten ist, so kann sich diese Betriebsweise positiv auswirken, da die Völker erst zur Waldtracht den Höhepunkt erreichen und vorher nicht so leicht auf Schwarmgedanken kommen.
     
    MfG
    Honigmaul

  • Moin Peter,
    Hier bei mir ist es auch so,dieses Jahr.
    Ich habe auch fast 40 kg geben müssen.
    Die erste Hälfte haben sie zu Sommerentwickelung gebraucht,und die Honigkränze im Brutraum.
    die zweite Hälfte war dann erst das Winterfutter.
    Hätte ich keine Fenster in den Warre's gehabt,wären die alle verhungert.
    Anstatt 15 kg zu ernten habe ich 15 kg zugefüttert.
    Ob es nur am Wetter lag,weiß ich noch nicht.
    Sicherheitshalber habe ich die Völkermenge fast halbiert.
    Möglicherweise ist es aber schon die landwirtschaftliche Industriealisierung mit allen ihren Folgen.
    Nächstes Jahr weiß ich mehr.
    Gruß
    Helmut

  • Hallo Peter,
     
    im hohen Norden sagt man: "Die Bienen ziehen dem Imker im einen Jahr die Jacke an und im nächsten Jahr aus. Diese Jahr haben sie in der Regel nicht nur die Jacke, sondern auch noch Hemd und Unterhemd mitgenommen. Wohl dem, welcher sich an die andere Regel hält. da haben wir doch mal diskutiert, dass 500 kg Honig auf Lager kein Fehler ist. Jetzt geht es an die 500 kg.
     
    Tröste dich, vielen ging es so wie dir.
     
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Peter,


    das mit dem zufüttern ist dieses Jahr normal, habe auch eine ganze Zarge mit Futterwaben (vom vergangenen Jahr) zuhängen müssen. Die Spätsommertracht und die Linde sind bei mir ganz ausgefallen. Kein Grund zum sich unnötige Gedanken zu machen.


    Gruß Reinhard

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Danke für eure Antworten.
    Gerold , ich war im Juni im Chiemgau und habe Reiner und Simmerl besucht. Beide hatten bis dahin kaum Tracht und von einer Schleuderung abgesehen.
    Helmut , habe übrigens Pflanzen bestellt. Zu den vorwiegend ausgesuchten Spättrachtpflanzen durfte auch eine Kleeulme nicht fehlen.
    Gruß Peter