Umstellung von Zander auf Zadant

  • Hallo zusammen,
    ich spiele mit dem Gedanken meine Völker von Zander auf Zadant umzustellen.Da ich "nur" sehr gut erhaltene Zandermagazine für 20 Völker habe,wäre Zadant für mich eine Möglichkeit.Der Grund dafür ist,dass ich gerne die Brut in einem Raum hätte.
    Nun zu meinen Fragen:
    Ist ein Zadant-Raum für die Brut ausreichend? (Habe Buckfast-und Carnicavölker)
    Wird bei Zadant mit Absperrgitter und Trennschied gearbeitet?
    Ist ein 32mm Wabenabstand bei kleinen Zellen empfehlenswert? (möglich?)
    Wie funktioniert die Bauerneuerung?
    Mir ist klar,dass ich dann 2 verschiedene Maße habe und die Betriebsweise etwas umstellen muß.Das wäre es mir wert,wenn ich dadurch eine preisgünstige Umstellung zu nur einem Brutraum hätte,da ich meine Beuten selber baue.Ich beabsichtige auch nicht,gleich alle Völker auf Zadant umzustellen,selbst wenn Eure Meinung positiv wäre.
    Über Ratschläge,welche auch die Erfahrungen mit der Betriebsweise enthalten,würde ich mich freuen.

  • Nabend, Dieter,
    ich halte dein Anliegen für sehr gut.
    Vorab möchte ich sichergehen, daß wir die gleichen Maße meinen, Zadant wäre
    also eine Zander plus eine halbe = 330 mm Höhe.
    Das entspricht fast dem Kuntzsch-Hochmaß von 350 Höhe, was ich für sehr erstrebens-
    wert halte.
    Ich selbst arbeite mit 4/3 Zander = 420 x 300 als Brutraumzarge. Und dieser eine
    Brutraum reicht völlig aus. Honigzargen 420 x 150.
    >Trennschied und Apsperrgitter<
    Nach meiner Erfahrung mit dem großen Brutraum und unter Berücksichtigung des Bienen-
    jahres mit den natürlichen Schwankungen der Bienenanzahl, habe ich anfangs mit Trennschieden gearbeitet. Dafür habe ich einen Rahmen mit Stroh gebunden.
    Später habe ich die älteren Rahmen nach außen gehängt, die ich im Frühjahr aussortiere,
    die dienten dann als Isolation.
    Das Absperrgitter ist eine Glaubensfrage., für mich.
    Normal ist bei der hohen Wabe der oben angebrachte Honig- und Pollenkranz eine
    natürliche Sperre für die Königin. Aber sie geht manchmal doch darüber und wenn darüber
    auch Naturbau ist, wie ich es halte, baut sie bevorzugt Drohnenbau im Honigraum.
    Auch ein unergründliches Phänomen.
    Daher nehme ich Absperrgitter mit dem guten Gewissen, daß der Bien einen sehr großen
    Brutraum hat, wo ich ihn lasse. Was er mir in die Flachzargen gibt, danke ich ihm durch
    Pflege und Aufmerksamkeit.
    >32 mm und kleine Zellen<
    Wenn du Naturbau machst, regelt sich das von alleine. Nur, die Bienen müssen das erst
    wieder lernen, habe ich bei mir festgestellt.
    Also, die Zellengröße regelt sich im Naturbau von alleine, da würde ich nichts vorgeben.
    Den 32 iger Abstand schaffe ich durch Abstandshalter (Pilzköpfe) automatisch.
    >Wie funktioniert die Bauerneuerung?<
    Diese Frage habe ich auch mal berühmten Demeter-Imkern gestellt.
    Aber ich kann nur von mir reden, bei möglichst wenigen Eingriffen im Brutraum die
    älteren Waben mit der Zeit nach aussen rücken.
    Wenn du keinen Draht benutzt, kannst du die schnell ausschneiden.
    Aber bitte nicht WANDERN ohne Draht und alles mit Wasserwaage ausrichten, dann
    geht es.


    Ansonsten kann ich nur gutes berichten, aber man muß sich auch mit dem Bien ein-
    lassen wollen. Sie dankt es dir.
    Beste Grüße BIENudo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hab ich doch gesagt, oder?
    Mach mich schlau, bevor ich doof sterbe. Liebe Grüße, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Ich hab vor, genau so, wie Udo es gerade beschrieben hat, nächstes Jahr 2 oder 3 Völker zu versuchen.
     
    Ich hab meine Rähmchen von Bienenweber gekauft, da kein anderer Anbieter aufzutreiben war.
    Das dort angebotene Maß hat den Vorteil, das man einfach eine Halbzarge untersetzt, die ich ohnehin als Honigraum benutze.

  • Nabend zusammen,
    bei mir drängt sich mehr und mehr die Erkenntnis auf, daß die fortschrittlichsten
    Imker in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz leben.
    Haben die mehr Gefühl für die Bienen, oder ist es das Wetter, das sehr lebensbedrohlich
    sein kann.
    Werden dort die Sinne für jede Kreatur, etwas mehr geschärft?
    Das fragt sich BIENudo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo,
    die fortschrittlichen Imker leben sicher nur im Süden. :-D


    Das harte Wetter im Norden, dass ist sicher lebensbedrohlich. Für Immen und Imker.
    Geschärfte Sinne für Kreaturen, nur im Süden zu finden!


    Keine Frage!


    Viele nachdenkliche Grüße
    Stefan

  • Stefan,


    feine Ironie, gepaart mit Ostsee-Romantik.
    Hab ich dich vergessen?
    In den Süden kann ich dich nicht einordnen, ich selber bin mehr Mittig. (Köln)
    Kann mich also nicht dem "fortschrittlichen" Süden anschließen.
    Bitte widersprich mir in allem.
    Beste Grüße, BIENudo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo bienudo,
    danke für die ausführliche Beantwortung meiner Fragen.
    Ich werde die ganze Sache im nächsten Jahr mal mit 2-3 Völkern ausprobieren.
    Hätte mich aber trotzdem gefreut,wenn sich mehr Imker zu dem Thema geäusert hätten.
    Schade!
    Also,Danke noch einmal und eine Gute Zeit.

  • Hallo Bienudo!


    Ich bin mit der Zander 330mm hoch überhaupt nicht zufrieden.
    Unteres Drittel wird Drohnenbau ausgeführt.
    Sehr unhandlich (groß u. schwer, erste Wabe lässt sich sehr schlecht ziehen).
    Zwei Wabenmaße und umständliche Bauerneuerung.
    Hohe Honigkränze im Brutraum.


    Mit freundlichen Grüßen
    IMME

  • Hallo, Imme,
    hier muß ich gleich meine Betriebsweise korrigieren.
    Ich arbeite mit 4/3 Zander, das ist Höhe 300 mm. Der Honigraum ist 150 mm, also
    Flachzarge.
    Inzwischen mußte ich lernen, daß es noch viele Mißverständnisse zwischen den
    Bezeichnungen und den Maßen gibt.
    Mein Fehler, wenn ich da was Falsches geschrieben habe. Tut mir leid.
    Wie du deine Waben beschreibst, finde ich das optimal, oben ein sehr hoher Futter-
    kranz und unten der Drohnenbau.
    Hast du auch Naturwabenbau? Eigentlich denkbar.
    Vielleicht können wir das ja mal klären? Imkerliche Grüße, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • @ Imme:
     
    Was spricht dagengen, wenn unten Dronenbau gemacht wird, was gegen große Futterkränze?
     
    Wenn die Bienen das so wollen, ist das doch O.K.
     
    Nur weil uns etwas nicht gefällt, heißt das nicht das es schlecht ist, die Bienen werden schon wissen, was sie tun.
    Bei der herkömmlichen Betriebsweise, die als die "Normale" bezeichnet wird, ist alles vorgegeben. Nur weil jeder es so macht, heißt das nicht, das es ideal für die Bienen ist.
     
    Was die Größe und das Gewicht angeht, ist vorhersehbar, das ein großes Rähmchen schwerer ist als ein kleines, das hätte man auch im Vorhinein wissen können.
     
    Ich weis, ich lehne mich weit aus dem Fenster als Anfänger aber ist halt meine Meinung.