Warre' und Varroa

  • Hallo,
     
    ich bin habe erst seit kurzem Bienen und durchfroste dieses Forum daher mit großem Interesse. So bin ich auch auf die Bienenhaltung nach Warre' gekommen.
    Meine Frage: Wird bei Warre' nun eine Varroabehandlung durchgeführt oder nicht? Eine eindeutige Antwort habe ich hier noch nicht gefunden.
    In "Bienenhaltung für alle" von Bernhard Heuvel steht, dass nicht behandelt wird, oder habe ich das falsch verstanden? Gerade das Vermeiden der Behandlung (oder zumindest eine Verminderung) wäre nach meiner ersten selbst durchgeführten Spätsommerbehandlung erstrebenswert für Bienen und Imker. Ist Warre' da ein Ansatz, eine Lösung oder bislang nur ein Versuch ohne eindeutiges Ergebnis?
     
    Gruß
    Daniel

  • Hi



    Meine Frage: Wird bei Warre' nun eine Varroabehandlung durchgeführt oder nicht? Eine eindeutige Antwort habe ich hier noch nicht gefunden.


    Da gibt es auch keine eindeutige Antwort. Das macht jeder nach Vorliebe und Erfahrung. Die Warre Beute ist kein Silver Bullet gegen Varroa. Die einen sagen dass die Bienen in der Warre die besten Vorraussetzungen haben und andere meinen das die Bienen die Warre nicht mögen.
    Sieh es so - die Warre ist einfach eine weitere Art Bienen zu halten mit Vor und Nachteilen - sie soll wirtschaftlich sein laut Warre.
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"


  • Hallo Daniel,


    da die Varroatoleranz/resistenz von sehr viele Faktoren abhängt, ist die Warrebeute nur EIN Steinchen im Mosaik, sicher aber kein unbedeutender. Bei Warre ist es ja auch nicht nur die Kiste sondern das Gesamtkonzept, das sich positiv auswirkt. Bernhard kann dir sciher noch detailierte Auskunft geben.
    Allerdings möchte ich einräumen, dass ein Imkern ohne Varroabehandluing derzeit immer noch ein heisser Tanz ist mit großer Wahrscheinlichkeit sich die Fußsohlen zu versengen ...

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Moin Daniel,
    Das Wissen,das die Bienen in der Warre' ohne Behandlung überleben,ist leider noch nicht vorhanden..
    Hier in Deutschland werden sie keine 2 Jahre alt.
    In Frankreich gibt es Gegenden wo es Klappt.
    Ich habe deshalb einen anderen,offenen Boden.
    Sollte ein hoher Milbenfall eintreten,kann ich Ameisensäure von unten geben.
    Wunschziel ist es aber ohne Behandlung auszukommen.
    Da dieses Jahr in meinen Warre's keine Milben gefallen sind,habe ich nicht behandelt.
    sollten doch viele Varroen drin sein,erleben sie den nächsten Winter nicht.
    Ob ich aber nächsten Sommer behandele,weiß ich noch nicht.
    Wenn ich es aber tue,werde ich nie erfahren ob die Bienen in der Warre' mit der Varroa zurecht kommen.
    Möglicherweise sind hier meine Bienen durch PSM so geschwächt,das auch die Warre' nichts mehr retten kann.
    Gruß
    Helmut

  • Hallo Warreaner,
     
    ich habe mir dies Jahr auch eine TopBarHive gebaut, ansonsten habe ich Segeberger. Warre interessiert mich, die theoretischen Grundüberlegungen klingen ja sehr schlüssig. Ich werde mir dies Jahr im Winter drei Warre bauen, um sie auszuprobieren. Habt ihr schon mal aus einer Warre Honig geerntet? (Ich meine so richtig, mit was überbehalten, nach dem Einfüttern?) Alle die hier Warre machen, scheinen das ja noch nicht allzu lange zu betreiben, oder irre ich mich da?
    Für den Varroaschaden typisch wäre ja, das ein Volk, welches durch Schwarm oder KS entstand, im zweiten Jahr im Winter an Varroa draufgeht, weil dann die Schadschwelle erreicht ist. Hat jemand ein Warrevolk seit drei, vier Jahren ohne Behandlung stehen?
    Zur Behandlung:Ich behandle mit AS 85% über Tellerverdunster bzw. Medizinflasche mit Weichfaserplatte. Das müsste wunderbar auch in einer Warre funktionieren, ich bräuchte bloß eine Leerzarge zum aufstellen. Dann müsste ich auch keinen anderen als den von Warre empfohlenen Boden basteln.
    MFG,
    Simon

  • Hallo Daniel,


    bislang ist es nur ein Versuch - mit unterschiedlichsten Ergebnissen. Schreib mal David J. Heaf unter 101622.2773@compuserve.com an - der zählt die gefallenen Milben in Warrebeuten und führt darüber eine Statistik. Das sind die Zahlen, die am genauesten die Entwicklung der Varroen in einer Warre zeigen.


    Ein Allheilmittel ist die Beute nicht, da bitte keine falschen Erwartungen aufbauen. Ich finde den Stabilbau darin besonders faszinierend.


    Die Entscheidung, ob man gegen Varroa behandelt oder nicht, und das Wie ist unabhängig von der Beute. Diese Entscheidung liegt bei einem selbst und ist risikobehaftet. Lebhafte Diskussionen darum und ein weltweiter Erfahrungsaustausch findet hier statt: http://uk.groups.yahoo.com/group/warrebeekeeping
    Das ist eine Mailingliste über Warre und ganz praktisch ist es, wenn man sich die Nachrichten per E-Mail zusenden lässt. Einige behandeln, einige nicht. Der Versuch läuft.


    Honig kann man gut ernten aus einer Warre. Am besten wartet man bis in das zweite Jahr der Besiedlung mit der Ernte und dann vorzugsweise wird im Herbst geerntet. Ich habe bisher kein exta Boden (Bienenflucht) dafür gebaut, obwohl ich von einem Imker gehört habe, daß dies sehr gut funktioniert haben soll (er erntete bereits im Sommer).


    Ich halte es für mich so einfach wie möglich. Für die Besiedlung kann ich immer wieder nur wärmstens einen frühen Schwarm oder Kunstschwarm empfehlen, möglichst früh im Jahr (Anfang Mai) und möglichst stark.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Aaaallsooo:
     
    Ich habe die TBH, gebaut und mit einem KS Mitte Mai bestückt. Ich habe einen geschlossenen Boden verwendet, und statt Anfangsstreifen nur kleine Dreieckshölzer druntergenagelt. Hat super hingehauen: Die Bienen haben perfekt an den Dreieckshölzern angebaut, keine Verbauten zwischen den Oberträgern oder mit durchgehenden, schrägstehenden Waben zusammengebaute Oberträger.
    Ich wollte erst nicht füttern, wie in den englischen Foren empfohlen, und habe zuerst die TBHauf meinen Balkon in der Nähe einer Lindenallee gestellt. Ging aber zu langsam ab, nach einer Weile zuschauen habe ich dann angefangen zu füttern und so gerade rechtzeitig Einwintrungsstärke erreicht.
    Für besser als die Warre halte ich die TBH nicht,weil ich a.) keine Warre habe und b.) ich erst nach zwei Jahren und dem ersten Honig ein Fazit über die TBH zu ziehen bereit bin. Was allerdings stimmt ist, dass die Bienen in TBH sehr ruhig bleiben: Wenn ich meine Segeberger ohne Vollschutz nicht öffnen könnte, gehts bei der TBH noch problemlos.
    Die Warre will ich probieren, weil ich das Prinzip für noch bienengerechter halte, weil Stabilbau. (OK, bienengerecht ist eine schwer zu beurteilende Kategorie, so als Nicht-Biene...)
    Außerdem gefällt mir das Prinzip der nur zwei Eingriffe im Jahr. Wenn das noch mit einer Honigernte von so ca. 10-15 Kilo pro Volk zu verbinden wäre, ist das Prinzip genial.

  • @ Daniel
    die Warrebeute ersetzt keine Varroabehandlung, wenn man Behandler ist.


    @ Helmut
    und sie erspart nicht die Auslese, wenn man Nichtbehandler ist/werden will.


    MfG Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Hallo,
     
    danke für eure Antworten. Ich habe zwar erst begonnen zu imkern, aber ich werde Warre' ausprobieren. Die Vorteile sind trotz nötiger Varroabehandlung groß und Erfahrungen sammeln bei diesem Thema ja scheinbar alle noch. Meine aktuellen Beuten werde ich aber behalten.
    Bei sicher auftretenden Fragen wende ich mich wieder an euch.
     
    Gruß,
     
    Daniel

  • Hi
    Die Varroabehandlung im Warre-System, scheint ein bisschen problematischer zu sein. Man erntet ja die alten Waben, die auch mitbehandelt wurden. Da kommen wohl nur Ameisen oder Oxalsaeure in Frage. Ob da auch wirklich nix im Wax bleibt?


    gruss guenther

  • wenn,dann bleibt auch nicht mehr AS im Wachs als in jedem anderen Magazin. Da das Wabenwerk ja durchrutscht wird es mit Sicherheit nicht öfter mit Varroabehandlung in Kontakt kommen als der ein oder andere Magazinschinken....

  • Hi
    Die Varroabehandlung im Warre-System, scheint ein bisschen problematischer zu sein. Man erntet ja die alten Waben, die auch mitbehandelt wurden. Da kommen wohl nur Ameisen oder Oxalsaeure in Frage. Ob da auch wirklich nix im Wax bleibt?


    gruss guenther


    OS und AS findest du eher nicht im Wachs. Beide Mittel sind Säuren und reichern sich unmittelbar im Honig oder im Futter an. Über die Zeit bauen sie sich dann langsam wieder ab. Deshalb ist ja auch so wichtig, dass beide Mittel mit ausreichendem Abstand zu einer eventuellen Tracht angewendet werden, d.h. AS im Herbst nach Trachtschluss und OS vor dem 1. Januar.


    Gruß
    Heinrich

  • Alle Warrevölker wurden von mir mit Ameisensäure behandelt.
    ( Schwammtuch von oben im aufgelegten Verdunstungsraum, 15 ml / Zarge,
    drei mal im Abstand von sieben Tagen)
    Ich hoffe das wird reichen. Ohne Behandlung gebe ich ehrlich gesagt auch den Warrevölkern keine große Chance gegen die Milbe.

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.