Erfahrung mit Apilife

  • Hallo Leute,


    nachdem ich erst ein paar Jahre imkere und schon die ein oder andere Frage
    gepostet habe wollte jetzt mal meine Erfahrung mit o.g. Produkt schildern und so dem Forum etwas zurück geben.


    Ich imkere mit Alpentrogbeuten im Bienenhaus, Rasse Ca, Standort Südbayern, ca 500 m ü. N.N. - soviel dazu.
    Mein Pate benutzt seit Jahren Apilife. Er hat Bienen in der Nähe von Garmisch auf 1000 m ü N.N. und ein paar Beuten in Muc. Er ist mit Apilife immer gut gefahren - bis auf letzten "Winter"; da hat er in Muc 4/5 verloren. In den Bergen wars kein Problem.
    Ich habe noch keinen Verlust auf Grund der Varroa gehabt; deshalb habe ich dieses Jahr wieder Apilife benutzt. Ganz genau nach Anleitung; 2 mal im Abstand von 2 Wochen 2 Blättchen. OS hat mein Pate nie gemacht, ich auch nicht. Apilife hat immer gelangt.


    Nach der Behandlung habe ich immer die Diagnoseschlitten kontrolliert - nur wenige Milben sind gefallen - dachte es sei alles OK, Befall gering. Doch Wochen nach der letzten Apilife-Behandlung fielen immer noch fröhlich die Milben - Kategorie "10 am Tag" beim schlimmsten Volk.(Die Apilife Blättchen hatte ich auf den Waben belassen - die habe ich auch die letzten Jahre erst bei der ersten Durchsicht im Frühling entfernt) Ich weiß zwar, dass die Blättchen länger wirken, aber die Situation machte mich argwöhnisch.
    Daraufhin habe ich mich hier im Forum und mit einschlägiger Literatur informiert und mit 60% AS Schwammtuch behandelt - 2 mal über Gemüllschieber von unten und das letzte Mal von oben.


    Das Ergebnis: Es hat nur so Milben geregnet - es waren jetzt nicht tausende, aber im stärksten Volk mit Sicherheit einige hundert. Die letzte Behandlung erfolgte letzten Sa, da das Wetter bei uns super war - und beim stärksten Volk sind immer noch ein paar hundert Milben gefallen; bei den anderen schon deutlich weniger. Jetzt überlege ich mir, ob ich wenns mal wieder schön ist das stärkste Volk auf Brut hin checke und dann evt. mit Oxalsäure nachbehandle oder nochmal mit AS - was meinst ihr?


    Zu Apilife:
    Ich möchte auf keinen Fall behaupten, dass dieses Produkt keine Wirkung hat oder schlecht ist! Ich habe das Produkt exakt nacht Anleitung angewandt und bin über den Varroabefall meiner Völker trotz sachgerechter Behandlung sehr erstaunt gewesen. Vielleicht habe ich etwas falsch gemacht, was ich jedoch nicht glaube. Mich würde interessieren, wer ebenfalls Apilife benutzt und wie deren/dessen Erfahrungen sind???


    Grüße


    Norok

    10 Völker, 5 auf kl. Hoffmann im Bienenhaus, 5 auf Dadant im Garten

  • Hast eh schon gemerkt, Hucho, so richtig killen tut das Apilife die Milben nicht. Das Thymol macht sie nur kirre, kirre und vertreibt sie und verwirrt sie.
     
    War heuer bei einem Imker mit 160 Völkern, auch ein Thymolbehandler.
    Man hat es sogar im Schleuderraum gerochen. Brrrr......
     
    Wenn Du schon 3 Mal mit AS behandelt hast, würd ich jetzt nichts mehr machen, wird eh schwierig unter 20 Grad.
     
    Kontrollier den nat. Abfall eine Woche lang.
     
    Bei mehr als 3 Milben pro Tag, würd ich im Winter nochmals mit MS behandeln, das ist mit 8 Völkern in einer halben Stunde vorbei.


    Ansonsten, laß sie in Ruh.
     
    Gruß Simmerl

  • Danke für die Antwort;
    ja - der Killer ist Apilife echt nicht - was meinst du mit MS?


    Grüße


    Norok

    10 Völker, 5 auf kl. Hoffmann im Bienenhaus, 5 auf Dadant im Garten

  • Hallo Hucho,
    MS ist Milchsäure! Sprühbehandlung, bei OS = Oxalsäure wird getröpfelt als Lösung oder mit nem Verdampfer die Kristalle suplimiert.
    Thymol ist ein Langzeitprodukt, die Milben werden nicht verätzt wie bei Säure sondern, wie schon gesagt verwirrt und fallen. Das kann dauern, aber es hilft. Stinkt wie Sau, aber hilft.
    Knäcke

  • Morgen Hucho,
     
    wie knäcke schon beschrieb ist MS; Milchsäure 15%, zum Sprühen in der brutlosen Zeit, bei Außentemp. von um die 5 Grad, idealerweise.
    Flugwetter sollte keines sein. 2-3 Pumphübe mit einem guten Zerstäuber im 45 Grad Winkel auf die bienenbesetzte Wabe zu, je feiner, desto gut.
    Die Honigvögel dabei nicht triefend naß spritzen!
     
    Nach schweizer Studien, bei 2 maliger Behandlung im brutfreien Zustand des Volkes erreicht man eine Wirksamkeit von 96-98%.
     
    In meinen Augen, die bienenschonendste Winterbehandlung, auch wenn ich dazu evtl. Waben ziehen muß. Manche Imker ziehen auch 2 Waben und spritzen von oben in die Wabengassen und schieben dann die nächsten Waben so pö a pö rüber. Vom Wirkungsgrad her, dürfte diese Methode nicht rechtviel, der Klassischen hintanstehen.
     
    Bedenke immer: soviel wie nötig, sowenig, wie geht.
    Deshalb, den nat. Befall kontrollieren und dementsprechend handlen.
     
    Gruß Simmerl