Winterbienen/Tracht - steh grad auf der Leitung...

  • Hallo zusammen,
     
    wie schon aus dem Titel zu ersehen, krieg ich gerade einige Zusammenhänge nicht wirklich auf die Reihe: das allseits gefürchtete "sich abarbeiten" der Winterbienen bei andauernder später Tracht und gutem Flugwetter.
     
    Dies wird mein erster Bienenwinter und ich mache mir Sorgen, weil es hier in unmittelbarer Nähe zig ha Senf gibt, ein Feld nach dem anderen blüht auf...aber einsperren kann ich sie ja wohl kaum.
     
    Andererseits denke ich, wenn sie tatsächlich bis in den November/Dezember fliegen und auch was finden, werden sie doch auch brüten.
    Wenn sich beim Trachtflug und der Brutpflege ein Teil der bereits vorhandenen Winterbienen abarbeitet und somit das Frühjahr nicht erlebt (bzw. dann zu früh stirbt), sind doch immer noch die spät erbrüteten Bienen da. Könnte doch dann sooo schlimm nicht sein?!
     
    Da aber keiner erfreut über solche Wetter-/Trachtbedingungen ist, muß es wohl doch schlimm sein. Wo ist mein Denkfehler?:confused:
     
     
    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Sonnenblume44 () aus folgendem Grund: Ausdruck

  • Moin , Moin aus Hamburg,
     
    Es wird reduziert gebrütet.Es gibt ein Brutnest aber es ist nicht groß.
    Die Kiste ist aber voll mit flugfähigen Winterbienen die sich abarbeiten.
     
    Im Sommer schlüpfen bei einem guten Volk täglich bis zu 2000 Jungbienen die nach ca 20 Tagen zu Sammelbienen werden. Eine komplette Durchlenzung findet ohne abnehmende Volksstärke nach ca. 30- 35 Tagen statt.
     
    Spiel das jetzt mal für den Winter unter gegebenen Bedingungen durch.
     
    Problem erkannt ?
     
    Grüße aus dem Norden
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Daniel,
     
    ok, das heißt also - mal etwas platt ausgedrückt - das Verhältnis alt/neu kann im Winter nicht stimmen, richtig?
     
    Das hieße dann in der Konsequenz auch, egal wie stark das Volk ist, es kann nicht klappen?
     
    Und wat nu? Doch einsperren?
     
    Gruß, Heike

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    (Ambrose Redmoon)

  • Hallo, Heike,
    nein, einsperren würde nur klappen, wenn du sie gleichzeitig kalt und dunkel stellen würdest - Kühllager.
    Du kannst gar nichts tun außer beten und auf baldigen Frost hoffen....:-(

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,
     
    nee, ich sperr sie schon nicht ein. Na, dann hoffe ich mal...
     
    @all:
     
    Wenn ihr so an eure Anfänge zurückdenkt, habt ihr euch auch solche Sorgen vor dem ersten Winter gemacht?
     
     
    Gruß, Heike

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    (Ambrose Redmoon)

  • Heike, die Sorgen mach ich mir IMMER noch, wenn zu lange Tracht UND Flugwetter ist, und vorletztes Jahr endete das äußerst übel....ich hab jedesmal Angst.:-(
    (und wenn ich mal Geld haben sollte, gibt es ein Bienenkühlhaus - in Kanada wird ja auch am Stück in Hallen überwintert, damit die Bienen nicht durch die zu kalten Temperaturen zuviel zehren und am Ende verhungern - wenn das da funzt, sollte es das hier auch umgekehrt :wink:)

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    Bruce Springsteen

  • Liebe Sabinie,


    jetzt übertreib mal nicht. Ok ich bin auch anfänger. Nur wenn was reinkommt pollen etc.. dann brüten sie auch noch ein bischen und es schlupfen Bienen. früher im Baum gab es auch keine Probleme.

    Micha aus Leipzig, Fliegen lassen ist wie anschaffen lassen!!! :-)

  • Micha,
    ich übertreibe nicht.
    Das Problem hat nicht jetzt Auswirkungen, sondern im Frühjahr.
    Vom Ei bis zur Biene dauert es 21 Tage, währenddessen eine ziemlich konstante Temperatur gehalten werden muß.
    Wenn zu diesem Zeitpunkt deutlich mehr Bienen täglich sterben als schlüpfen können, bist du in sehr kurzer Zeit an einem Punkt mit großem Brutnest, aber täglich kleiner werdender Mannschaft, die es dann ab einem Punkt nicht mehr schafft, gegen nächtliche 0°C anzuheizen, geschweige denn genug Pollen und Nektar und Wasser zusätzlich reinzuholen.
    Drei Wochen sind elend lang, wenn du zusehen mußt, wie es täglich weniger Bienen werden statt mehr.:-(
    Das ist gemeint, wenn ich sage, sie schaffen den Massenwechsel nicht....
    Bonsai-Völker überstehen sowas manchmal besser als große, weil sie von vornherein kleinere Brutnester anlegen, die mickern zwar noch einen vollen Brutzyklus hinterher, können aber noch super werden.
    Ein dickes Volk mit abgearbeiteten Winterbienen kann so schnell eingehen, so schnell kannst du gar nicht gucken...:-( und das inmitten von Futter und sonstigen Vorräten - einfach durch Altersschwäche.


    edit: früher gab es keine blühenden Gründünger im Herbst!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,
     
    Ach, Sabine, Du weißt, ich schätze Deine Antworten. Ruhig schlafen lassen werden sie mich in dem Fall aber nicht.
     
    Mach trotzdem so weiter!
     
     
    Gruß, Heike

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    (Ambrose Redmoon)

  • Hallo Heike ,
    mach dir keine Sorgen meine Bienen stehen seit Jahren im Herbst im Senf geschadet hats noch nie.
    Erstens fliegen sie nur wenige Stunden.
    Zweitens sind es hauptsächlich Sommerbienen welche sammeln.
    Drittens das Verhätniss Stockbienen(Winterbienen) zu Sammelbienen(Sommerbienen)
    ein anderes als im Sommer (es fliegen verhältnissmäßig weniger Bienen)
    viertens wenn sie lange brüten erbrüten sie auch wieder neue Winterbienen.
    Vertraue deinen Bienen sie richten es schon.
    Gruß Uwe

  • Moin,


    sicher hängt es auch von der Aufstellung der Bienen und der frühesten Flugmöglichkeit im nächsten Frühjahr ab. Frühe Weiden, Frühe mittagsblühende Frühblüher, frühe Sonnentage, wenig Verklammungsverluste.


    Jetzt noch Pollentracht aus Senf ist bei mir alles andere als schädlich, weil der Pollen das Brutnest nahezu nicht einengt aber noch für dicke fettgepolsterte Bienen sorgt. Der wenige Senf-Nektar wird direkt verbraucht und entlastet den Wintervorrat bzw. ermöglich denen die Anpassung des Wintersitzes.


    Späte Phacelia wär was anderes. Deren massives Nektarangebot drückt die Völker regelrecht zu. Die sitzen dann - weil ja vorher eingefüttert - auf 22 Waben randvoll Futter/Phaceliahonig und haben keinerlei Brut mehr, trotz reizendem Nektarangebot. Nur sofortiges Unterstellen von Zargen mit braunen Leerwaben, also massives Erweitern oder herbstliches Abwandern kann die retten. Schlüpfen die verbrauchten Bienen nicht nach, dann war's das. Ne EWK-Besatzung kriegt man auch im Dreizarger voller Futter nicht durch, obwohl eine EWK-Besatzung (Wie's Sabi(e)ne schon schrieb) im Frühjahr ausreichen kann, weider ein Volk zu werden.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo zusammen,
     
    ähm, wie jetzt???
     
    Ich versuche mal zusammenzufassen, wie ich das aus den Antworten verstehe, bzw. nicht verstehe:
     
     
    von Drohne Daniel: "Die Kiste ist aber voll mit flugfähigen Winterbienen die sich abarbeiten."
    von uwe wüst: "...sind es hauptsächlich Sommerbienen welche sammeln."
    :confused::confused::confused:
     
     
    Es hängt auch davon ab, ob im nächsten Jahr früh ein Angebot an Pollen besteht? (Was hier gegeben ist - z.B. Weiden ohne Ende)
     
     
    Bisher bin ich davon ausgegangen, das die Bienen schon wissen, was sie zu tun und zu lassen haben. Wenn sie aber sammeln bis zum (Volks)Zusammenbruch, läuft doch da was ziemlich schief. Sind sie nun klug genug zu wissen, wann es reicht bzw. sogar gefährlich wird, oder ist das Motto doch eher "Denn sie wissen nicht, was sie tun"?
     
     
    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • :-D Hallo, Heike,
    die Bienen haben kein Limit für's Sammeln, weder bei Pollen noch bei Honig, bis die gesamte Kiste proppenvoll ist....biologisch eigentlich sinnvoll, aber eben nicht an moderne Landwirtschaft mit spätblühenden Gründüngern und Klimawandel mit wärmeren Wintern angepaßt.

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