Tagesform beim Bien?!

  • Hallo zusammen!
    Gibt es beim gesamten Bienenvolk, also quasi dem "Bien":wink: , eigentlich auch verschiedene Tagesformen was das Sammelverhalten und andere offensichtlich erkennbare Verhaltensweisen angeht?
    Bzgl. der Sanftmut / Verteidigungsbereitschaft kennen wir das ja schon, aber wie sieht es z.B. mit dem Pollensammeln aus?
    Meine Frage rührt daher, dass ich in den letzten beiden schönen (zumindest aber trockenen :roll: ) Tagen bei einzelnen Völkern festgestellt habe, dass diese an einem Tag zur Uhrzeit X massiv Pollen sammelten wohingegen sie am Tag zuvor zur selben Uhrzeit wenn überhaupt nur einen minimalen Polleneintrag zeigten. Wieso ist das so und nach welchen Kriterien entscheidet der Bien, dass heute Pollen eingetragen werden müssen und morgen z. B. nicht?


    Gespannte Grüße
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Patrick,


    ist es nicht vielmehr so, dass die Aktivitäten dem Volk vorgegeben sind?
    Also, sie sammeln dann Pollen, wenn sie eine ergiebige Quelle entdeckt haben.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bienen "planen".
    So nach dem Motto: "Heute machen wir ein Päuschen, aber morgen gehen wir dann vereint in die Brombeeren". :)

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Also, ich möchte eigentlich nur gerne an der Begriffsverwirrung mitwirken.


    Ich denke, der BIEN ist nicht einer Tagesform unterworfen, wohingegen das Bienenvolk als physische und lebendige Lebensäußerung des BIEN sehr wohl ggf. auch rhythmisch Schwankungen seiner Tätigkeiten unterliegen wird; diese Schwankungen können dann sowohl innere Ursachen haben als auch durch äußere Verhältnisse verändert werden.


    Ich wollte damit eigentlich nur dazu auffordern, mit dem Begriff "Der BIEN" etwas achtsamer umzugehen und ihn nicht so inflationär für alles und jedes zu verwenden, ohne sich Rechenschaft darüber abzulegen, was man jetzt eigentlich meint und wovon man schreibt.


    Ich wäre dankbar dafür


    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Ich bitte um eine Begriffseingrenzung für "der - die - oder das Bien".



    Danke schon mal
    aus der nächtlich dunklen Nordheide


    Holbee

  • Es sollte der Organismus Bien, also ein Volk, als Ganzes gesehen und auch
    so gehandelt, wie auch verstanden werden.
    Jedes Volk hat seinen eigenen Charakter, wie auch wir, demnach sollten wir als Imker
    uns danach verhalten.
    Schön finde ich, daß manche belächelte Imker ihren Völkern Namen geben.
    Das hat Sinn.
    Das Flug- und Sammelverhalten ist bei jedem unterschiedlich, der eine braucht Pollen,
    der andere Wasser, manche sind einfach nur bequem, da sie anscheindend alles
    haben.
    Daß die Bienen fleißig sind, halte ich für ein Gerücht.
    Die Kommunikation, (das Lausen), ist erst mal wichtiger und funktioniert weitaus besser
    bei frei schwingenden Waben.
    Kommunikation bei Insekten.
    Alles geht.
    Beste Grüße, Udo DER BIENudo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Das kann ich gut nachvollziehen.


    Meine Biens sind zunächst mal die Roten und die Blauen. Ich hab alle ihre Beuten-Bauteile mit Pins markiert, damit es keine Verwechslung bei denTeilen gibt. Obwohl der eine Deckel auch auf die andere Beute passt. Für die Bienen sind sie bestimmt nicht gleich, sie haben dran gebaut, geknabbert, sie riechen unterschiedlich.


    Gute Nacht!


    Holbee

  • Hallo zusammen!
    Danke erstmal für die Antworten.
    @ Bienenfreund:
    Worin liegt denn deiner geschätzten Meinung nach bitte der Unterschied zwischen dem Bien und dem Bienenvolk? Ich kann Bienudos Ausführungen ganz gut folgen, da ich den Bien auch als das Äquivalent zum "Bienenvolk", sprich zur Einheit aller Bienen und des Wabenbaus etc. sehe.
    Und ich möchte selbstverständlich nicht mittels falsch angewandter Fachbegriffe Verwirrung stiften :roll:.


    Gespannte Grüße aus dem sonnigen aber kalten Erkelenz
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • ich möchte hier im Augenblick nur auf eine frühere Diskussion verweisen:


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?p=116031&highlight=bien#post116031


    Vielleicht gibt dies schon Anregung zum Verständnis - in dem Bereich "Ökologische Imkerei" ist dazu schon mehr geäußert worden.


    Viele Grüße


    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • hallo Patrick,


    ich habe auch die Feststellung gemacht, dass Völker verschiedenartig agieren (sogar in der gleichen Umgebung) und würde, wenn mir auch mit Bienen die langjährige Erfahrung fehlt, der Argumentation von BIENUDO folgen (und ich gehöre tatsächlich auch zu denen die Ihren Königinnen/Völkern Namen geben). Bienen sind nicht "fleissig", sondern wie alle anderen Lebewesen darauf bedacht, möglichst effizient (und das heisst bei Tieren fast immer energiesparend) zu leben. Also werden, um bei Deinem Beispiel zu bleiben, Pollen dann gesammelt, wenn sie gebraucht werden und wenn es eben effizient erscheint (also lieber bei gutem als bei schlechten Wetter), wobei genau dieses Empfinden (also: ob etwas jetzt gebraucht wird und ob sich das aktuelle Wetter eignet)extrem subjektiv sein dürfte.
    Ich habe ein Jung- und ein Altvolk nebeneinder stehen gahabt und die haben komplett unterschiedlich agiert. Das Altvolk hatte alles und war entspannt und die "Jungen Wilden" waren sher agil, bis auch sie aus ihrer Sicht "alles" hatten. Ich habe dann vor etwa 3 Wochen eine zweite Zarge beim Jungvolk untergeschoben. Nach zwei Tagen hat die Königin, also im Prinzip der Bien, entschieden, dass Wetter, Jahreszeit und Futterangebot ausreichend sind um noch einmal richtig loszulegen. Daraufhin war bei mir im Garten ein Flugverkehr wie im ganzen Sommer mit zwei Völkern zusammen nicht (obwohl ich das Altvolk mittlerweile umgestellt hatte)...übrigens auch bei schlechtem Wetter, währen die anderen gepennt haben.

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Hallo, Michael,


    mit deinem Hinweis auf die Fähigkeits des BIENS, ein Wabenwerk zu schaffen, was
    an sich schon ein Wunder ist und hoffentlich bleiben wird,
    spiegelst du m.E. die Fähigkeiten eines Bienenvolkes wider, sich ohne großartige
    Strukturen zu einem Organismus, nämlich dem BIEN, wiederzufinden.
    Wobei die unterschiedlichen Tagesformen durchaus auch auf Kommunikationsmängel
    zurückzuführen sein können.
    Unten nicht aufsetzende Waben im Naturbau können dem entgegenwirken.


    Beste Grüße, BIENudo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Nein, das Verständnis ist falsch und das kann man m.E. schon bei Gerstung und Gleichgesinnten finden, die zum Ausdruck bringen, was auch vorher schon immer erlebt wurde (Der BIEN als "Einwesen"):


    Nicht der BIEN ist der Organismus sondern er schafft sich einen Organismus, durch den er sich in dieser Welt darleben und einbringen kann.


    Was wir mit unseren Sinnen erleben, sind die Lebensäußerungen dieses Organismus, der sich über Bienen, Königin und Drohnen mit seinen Waben, Brut und Vorräten physisch darlebt, das von Leben durchzogene Bienenvolk (schon dieses ist nicht mehr "sinnlich", da Du das Leben nicht "sehen" kannst.


    Der Organismus ist beseelt und könnte auch als "Bienenstock" benannt werden - der BIEN selbst ist aber der geistige Wesensgrund, den zu erfahren wir auf dem Weg sein wollen! - deshalb bitte ich darum, mit dem Begriff BIEN etwas achtsam umzugehen.


    Hilft das zur Klärung?


    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Hallo, Michael,
    ist das jetzt *deine* Definition oder steht das irgendwo als *absolute Definition*?
    Ich bin ja immer sehr dafür, Begriffsklärung zu betreiben, aber so, wie das jetzt grad bei mir ankommt, empfinde ich das als, ähm, sehr absolutistisch, weil sich im allgemeinen Sprachgebrauch über die letzten Jahre schon der Ausdruck "der Bien" als Bezeichnung für das Gesamt-Lebewesen inkl. Wabenwerk eingebürgert hat und eben nicht nur die spirituelle Form gemeint ist.
    Bitte versteh mich nicht falsch, aber vielleicht hat hier wirklich jeder einzelne eine andere Definition dafür....:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • weimaraner : nicht die Königin hat entschieden, die entscheidet gar nix, sondern es fand sich ein Konsens dafür, doch mal einiges an Energie zu investieren, um die Lage zu verbessern. Es ist immer, wirklich IMMER, eine Mehrheitsentscheidung, bei der sich dann gegen Ende auch die letzten Zweifler überzeugen lassen.
    Bei Lindauer findet sich ein schönes Beispiel, wo ein Schwarm geschlagene 13 Tage sitzt, und sich nicht zwischen zwei gleichwertigen neuen Behausungen entscheiden kann.
    Einmal, nach 9 Tagen, fliegt er sogar auf, um sich in der Luft zu trennen, aber nach wenigen Minuten sich doch wieder am alten Ort zu setzen (wo sich die Königin in dieser Flugphase befand, war nicht auszumachen, leider).
    Ich hatte mal eine ähnliche Situation, und da endete es leider nicht mit Konsens, sondern mit Tod durch Verhungern inmitten einer vollen Zarge - sie konnten sich nicht entscheiden, in welche Richtung nun...das System ist nicht immer perfekt.:-(

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Nabend, Michael,


    anscheinend scheitere ich hier an meinen intellektuellen Fähigkeiten.
    Gerade kann ich noch verstehen, was "beseelt" sein könnte, das geht noch.
    Aber wenn du dich auf solch einer höheren Ebene befindest,
    verstehen dich deine Bienen noch?
    Kannst du noch einzelne Regungen des Bienenvolkes "natürlich" empfinden?
    Oder mußt du alles abstrahieren?
    Ich will dich schon provozieren und nachfragen, aber ich meine es nicht böse.
    Ich will immer mehr wissen.


    Beste Grüße, Udo der BIENudo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo