Honig verbrannt

  • Hab grad nen Newsletter von mellifera.de bekommen, der Folgendes meldet:


    Gentechnik im Honig gefunden
    Gesamte Jahresernte in Müllverbrennung entsorgt


    Das Verwaltungsgericht Augsburg stellte am 30. Mai fest, dass Honig mit
    Blütenpollen des gentechnisch veränderten Mais MON 810 nicht verkehrsfähig
    ist. Nun wurde dieser Pollen trotz der vom Gericht vorgegebenen
    Vorsichtsmaßnahmen im Honig des Imkers Karl Heinz Bablok gefunden. Seine
    gesamte Jahreshonigernte war betroffen und wurde am 23.September in der
    Müllverbrennung Augsburg entsorgt.


    Mehr Informationen in der Anlage und unter www.bienen-gentechnik.de


    Zitat Ende..


    Grüße


    Marcus

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Da gibt's nur zwei Möglichkeiten:
     
    1. Man sollte nicht alles glauben, was irgendwo veröffentlicht wird
     
    2. Dieser Imker sollte auf Kartoffelanbau umstellen, die Teile wären einem alten Sprichwort nach riesig!

  • Da gibt's nur zwei Möglichkeiten:
     
    1. Man sollte nicht alles glauben, was irgendwo veröffentlicht wird
     
    2. Dieser Imker sollte auf Kartoffelanbau umstellen, die Teile wären einem alten Sprichwort nach riesig!



    Schon spannend zu lesen, dass hier inzwischen recht pauschal an allen Ecken und Kanten alles in Frage gestellt wird. Die in der Pressemitteilung dazu veröffentlichten Bilder waren dann sicherlich auch gestellt, oder? Kann schon verstehen, dass sich der Arme nicht hinstellt und seine Gläser einzeln leerkratzt, um den Inhalt dann besser verheizen oder sonstwas zu können.


    Marcus

    Viele Grüße
    Marcus


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  • "Es wird festgestellt, dass die Imkereiprodukte des Klägers, soweit sie nachweisbar Bestandteile von Pollen des Maises der Linie MON 810 enthalten, wesentlich beeinträchtigt sind."
     
    Zum zweiten Mal nach dem 04.05.2007 hat das Verwaltungsgericht Augsburg über eine Klage des Imkers entschieden.
    Schon vor einem Jahr vertrat das Gericht die Ansicht, dass Honig, der Pollen von genverändertem Mais enthält nicht verkehrsfähig ist. Beim ersten Mal wurde die Entscheidung nur 4 Wochen später vom Oberverwaltungsgericht München wieder aufgehoben. Eine Endgültige Entscheidung über diese grundsätzliche Frage ist wohl dem Bundesverwaltungsgericht vorbehalten.
    Der oben zitierte Urteilstenor stellt auf Basis der Annahme, dass dieser Honig nicht verkehrsfähig ist fest, dass der Imker durch diese Verunreinigung wesentlich beeinträchtigt ist, mit der Folge, dass der Imker zum einen, wie auch im Urteil ausgeführt den Ersatz seiner Aufwendungen vom Maisanbauer fordern kann, wenn er mit seinen Bienen für die Zeit der Maisblüte in sichere Entfernung abwandert, zum Anderen ist diese Entscheidung Grundlage für Schadensersatzforderungen des Imkers, das heißt der Imker kann Verkaufswert des Honigs und die Kosten der Entsorgung zurückverlangen.


    Ich fürchte, die Entsorgung des Honigs war etwas vorschnell, sofern diese Meldung wirklich stimmt. Das letzte Wort ist in dieser Sache sicherlich noch nicht gesprochen, es geht hier schließlich nicht um einen einzelnen Imker, deshalb ist wohl davon auszugehen, dass das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Ein Urteil des selben Gerichts in dieser Richtung wurde ja wie erwähnt schon einmal von der nächsten Instanz aufgehoben, letztlich wird diese Entscheidung wohl beim Europäischen Gerichtshof landen.
    Wenn die ganze Honigernte des Imkers belastet ist, stellt sich die Frage, ob der Imker nicht durch eine veränderte Betriebsweise einen großen Teil des Schadens hätte verhindern können.
    Mais blüht zwischen Juli und September. Maispollen können also nur in den Honig gelangen, wenn die Honigernte deutlich nach Beginn der Maisblüte stattgefunden hat.

  • wo gibt' s diese Pressemeldung mit Bildern zu sehen? Dein Link führt nicht dahin.
     
     
    Damit wir uns nicht falsch verstehen:
     
    Aktionen wie diese sind meiner Ansicht nach durchaus wichtig und das Wachrütteln im Interesse der Imker und letztendlich aller, die nicht jeden Sch... auf dem Teller haben wollen.
     
    Auf der anderen Seite ist es auch gefährlich, vorschnell so etwas zu veranstalten. Wenn wie zuvor schon einmal geschehen das Urteil aufgehoben wird, steht der Imker zumindest mit Schadensersatzforderungen ziemlich dumm da. Wenn er nicht wirklich nachweisen kann, dass der gesamte Honig belastet war erst recht.
    Ich halte das nicht für besonders clever.

  • Moin Wulle,

    Mais blüht zwischen Juli und September. Maispollen können also nur in den Honig gelangen, wenn die Honigernte deutlich nach Beginn der Maisblüte stattgefunden hat.

    Das stimmt nicht. Auch im Rapshonig wird Maispollen gefunden, der zu der Zeit nicht eingetragen wird, sondern bereits eingetragen war.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Wulle,Das stimmt nicht. Auch im Rapshonig wird Maispollen gefunden, der zu der Zeit nicht eingetragen wird, sondern bereits eingetragen war.


     
    Bestimmt kannst Du diese Aussage irgendwie belegen, oder?
     
    Ich konnte bisher nur Ergebnisse finden, nach denen Selbst bei Bienenvölkern die direkt am Genmaisfeld aufgestellt waren kaum nachweisbare Spuren der genveränderten Maispollen im Honig zu finden waren:
     
    http://www.lwg.bayern.de/analy…gie/24315/linkurl_0_1.pdf
     
    Vielleicht macht ja der Imker Bablok seine Analyseergebnisse öffentlich zugänglich.

  • wo gibt' s diese Pressemeldung mit Bildern zu sehen? Dein Link führt nicht dahin.


    Die wurde über den Newsletter-Verteiler gesandt. Ich mail Dir gerne den Anhang.


    Grüße


    Marcus

    Viele Grüße
    Marcus


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    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter


  • Vielleicht macht ja der Imker Bablok seine Analyseergebnisse öffentlich zugänglich.


    Kann ich mir gut vorstellen. Zumindest die Analysekosten hat er schon veröffentlicht, wenn vielleicht auch ohne Rechnungskopie: 746,73 €.

    Viele Grüße
    Marcus


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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Wentorfer () aus folgendem Grund: Währung ergänzt

  • Moin,

    Bestimmt kannst Du diese Aussage irgendwie belegen, oder?

    na wie kann ich das? :confused:


    Es gibt sogar Begriffe dafür:
    Sekundäre Einstäubung = Pollen fällt durch Bienen die über Waben oder Blüten laufen oder durch Wind auf Nektar andere Pflanzen.
    Tertiäre Einstäubung = Bei der Honigentnahme wird Bienenbrot oder überfüllter Pollen mitgeschleudert.


    Nachvollziehbar ist das doch, aber an die Pollenanalysen aus unserem Verein komme ich nicht. Dort war Lindenpollen in Raps gefunden worden.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder


  •  
    Nachvollziehbar ist es schon, aber nicht alles was erklärbar ist, lässt sich auch belegen.
     
    Warten wir ab, was sich in Sachen Bablok gegen Bayern ergibt, das VG Augsburg ist dem Imker ja offensichtlich bisher wohlgesonnen.

  • Nachvollziehbar ist es schon, aber nicht alles was erklärbar ist, lässt sich auch belegen.

    Dann sollten wir das bisweilen als Gerücht ansehen. :lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Anbei die Pressemitteilung als PDF


    viele Grüße


    Der Bienenfreund

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    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21