Propolis: Geruch und äußere Erscheinung

  • Hallo Liebe Bienenkenner,


    ich habe mal eine Frage zur Propolis. Könnt Ihr mir mal sagen was gemahlene, pure Propolis für einen Geruch hat und welche Konsistens es ausweisen sollte um als Qualitativ gut gelten zu können?


    wäre super, vielen Dank :daumen:
    liebe Grüße

  • Hallo !
     
    Für mich ist es einfach der Bienengeruch ... vergleichbar mit dem Duft des Bienenstocks.
    Propolis ist bei Normaltemperatur klebrig wie nur was.
    Die Farben varrieren von Karamell - Rot - Braun - fast Schwarz.
     
    Propolis 10 Min auf Tockeneis und die Mühle ins Gefrierfach. Und Du kannst Propolis auf das Schönste mahlen.
     
    Gruß
    Bienen.Knecht
    A.l.e.x.

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo nochmals und vielen Dank für eure Antworten!



    Ich möchte euch kurz erklären warum ich diesen Thread erstellt habe:


    Ich habe mir letztes Wochenende auf dem Markt gemahlene Propolis gekauft. Als ich das Gläschen aufgemacht habe und dran gerochen habe war mein erster Gedanke: Sägemehl. Es Roch so wie es riecht wenn man mit der Kreissäge ne dicke Latte Tanne/Fichte durchsägt.


    Ich hatte sofort den Gedanken, dass die Propolis mit Sägemehl gestreckt worden ist. Da ich aber keine Ahnung habe und mit Propolis noch nicht vorher in Kontakt gekommen bin dachte ich mich mal hier bei Wissenden zu informieren, wollte auch nicht gleich den Imker darauf anhauen, weil ich ihn ja nicht gleich beschuldigen will.


    Zweite Frage: Wie viel unlösliche Anteile sind denn so im Schnitt in Propolis enthalten. Ich hab mal ein paar Löslichkeitsversuche gemacht in Wasser und Alkohol. Der Färbung nach zu urteilen gibt es Lösliche Bestandteile, jedoch verbleibt in beiden Proben dieses Holzzeugs.


    Also, was meint ihr denn dazu? :Biene:


    liebe Grüße

  • Aloha,
    wenn ich sehen könnte, woher du kommst, könnte man eher was dazu sagen.
    In reinen Nadelwaldgegenden kommen die Bienen eher selten an Baumharz nicht-nadelbaum-ähnlicher Herkunft, von daher wäre mitten im Schwarzwald das wahrscheinlich ziemlich normal.
    Ich hab mein Propolis noch nie vorm Auflösen großartig gereinigt, ergo ist bei mir auch Holzabschabebrösel drin (Späne sortier ich natürlich aus).
    Und ich löse alles entweder in Spiritus (für äußerliche und technische Awendungen) oder mittlerweile in Apothekenalkohol mit 96% (teuer...*quiek*).
    Das bedeutet, ich kippe den Eimer voll mit im Jahreslauf abgeschabten Propolis in ein 5-Literglas, fülle bis zum Rand mit dem entsprechendem Alk auf, schüttel jeden Tag einmal kräftig und lasse nach einer Woche noch 4 Wochen stehen.
    Bei meinem "schmutzigen" Propolis habe ich im Glas etwa 20% Müll oben, 20% Müll unten und 60% saubere Tinktur dazwischen, so vom Volumen.
    Dann ziehe ich per Schlauch alles zwischen oben schwimmenden Holzresten/gelöstem Wachs und unten abgesetztem Müll gaaaanz vorsichtig ab; wenn man das gut kann, wirbelt man auch nix auf.
    Das ist dann reinste Propolistinktur, als Zutat für Cremes etc fülle ich das wieder in große flache Gefäße und lasse den Alkohol bis zu einem dicken Gel verdampfen.
    Propolis ist in Wasser ziemlich unlöslich, ebenso gibt es Flocken, wenn ich meine hochprozentige Tinktur verdünne auf Wodkastärke, das ist normal.


    Gemahlenes Propolis würde ich nie kaufen, eher Rohpropolis in Bröseln, da sieht man eher, was alles noch so dabei ist. Und ich würde fragen, ob es per Propolisgitter (hohe Reinheit!) oder durch Abschaben von Beutenteilen (Holzanteile garantiert) gewonnen wurde.


    Ich weiß nicht, was du bezahlt hast, aber der Kilopreis für russisches Propolis, grob gereinigt, liegt aktuell bei knapp unter 100€, chinesisches ist aktuell nicht zugelassen, soweit ich weiß.
    Da ein Volk noch viel weniger Propolis (100g sind schon extrem viel, da klebt die ganze Kiste) als Wachs (300g/Volk und Jahr) produziert, würde ich meins keinesfalls zu solchen Schleuderpreisen hergeben.
    Plus die Kosten für den versteuerten Alkohol sind die 5€ pro 20ml Fläschchen Tinktur voll gerechtfertigt (Nagellack für die Damen kostet noch viel mehr...:lol:).


    Wie gesagt, wenn das Propolis durch Abschaben gewonnen wurde, sind Holzanteile unvermeidlich, ohne Betrugsabsicht.
    Und die Löslichkeit hängt halt vom Alkoholgehalt ab, und es ist immer auch Wachs mit dabei, was sich absetzt.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabiene,
    Du läßt den teuren Alkohol für Cremeherstellung verdampfen? Geht das nicht anders?.
    In Italien gibt`s angeblich 96%igen Al. in jedem Supermercato wesentl. billiger als bei uns. Noch nicht selber probiert. In der Tschechei zahl ich so 24 € in der Apoth./ ltr.
    Uli

  • Hallo, uli,
    Cremes sind äußerliche Anwendung und mit in Spiritus gelöstem Propolis - das Vergällungsmittel ist absolut unschädlich auf der Haut (ich bin der hypersensible Typ, und nicht mal mir macht das was).
    Wenn es trotzdem Probleme gäbe, müßte man als erstes an eine Propolisallergie denken, als an was anderes.:wink:

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    Bruce Springsteen


  • In Italien gibt`s angeblich 96%igen Al. in jedem Supermercato wesentl. billiger als bei uns.


    Zufällig befinde ich mich gerade in Italien und könnte mal nachschauen. Ich frage mich nur, was zuerst die Schweizer und dann die deutschen Zöllner mit mir machen, wenn sie einige Flaschen 96%igen Alkohol bei mir finden...?


    Kann mir jemand erklären, wann man für Propolis 96%igen Alkohol braucht, bzw. welche Nachteile z.B. 80%iger hätte?


    Grüße,
    Robert

  • Ahoj,
    der Nachteil des 80% ist halt der 16% niedrigere Alk-Gehalt.
    Mehr Wasser, weniger Propolis-Löslichkeit.
    In Wasser ist nur extrem wenig löslich, eine 100% Löslichkeit würdest du allerdings nur mit einer Alk/Wasser/Äther-Mischung kriegen.
    Spiritus (mit Vergällungsmittel) reicht aber für äußerliche Anwendungen und hat auch 96%.
    Wir haben grad zwei Pferde mit Hautpilzen und ein Schaf mit Mauke mit Propolislösung behandelt, völlig experimentell - klappt aber. Ist nur teuer, man braucht das Zeug echt literweise (der Katzenpilz einer der Besitzerinnen verschwand ebenfalls innerhalb von 3 Tagen komplett :lol:)

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    Bruce Springsteen

  • Ahoj,
    der Nachteil des 80% ist halt der 16% niedrigere Alk-Gehalt.
    Mehr Wasser, weniger Propolis-Löslichkeit.


    Das ist klar. Soweit ich weiß verwendet man oft Propolistropfen mit einem Propolisgehalt von 10 oder 20%. Wenn man das auch mit 60 oder 80% Alkohol erreichen könnte und die 96% nur bräuchte, um z.B. 40 oder 50%ige Propolislösung herzustellen, dann wäre es vielleicht nicht so wichtig, den schwerer erhältlichen 96er Alkohol zu besorgen.


    Mich würde mal eine Grafik oder Tabelle interessieren, aus der die Löslichkeit in Abhängigkeit des Alkoholgehaltes ersichtlich ist.


    Andererseits ist Propolis ein Gemisch unterschiedlicher Stoffe mit unterschiedlichen Löslichkeiten. Könnte ja sein, dass daher die Zusammensetzung des in 96% Alk. gelösten Propolis eine ganz andere ist als die Zusammensetzung von in 70% Alk. gelöstem Propolis?



    Grüße,
    Robert

  • Hallo, Mark,
    das klappt nicht. Sobald du einer 96% Lösung Wasser zusetzt, kriegst du Flocken drin - logisch, weil dann eben die Löslichkeit geringer wird.
    Und ich finde es zu schade, die dann abzusieben und wegzuschmeißen.
    Versuch es mal selber: nimm eine Portion Propolis, teil sie in drei Teile: eine setzt du mit Wasser an, eine mit 56%igem Wodka, und eine mit Spiritus, dann fleißig schütteln, und selbst gucken, was passiert.:wink:
    (wobei ich ein 5-Liter Glas habe und erst auffülle, wenn das voll ist mit Propolis - gesättigte Lösung, in jedem Fall)

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    Bruce Springsteen


  • das klappt nicht. Sobald du einer 96% Lösung Wasser zusetzt, kriegst du Flocken drin - logisch, weil dann eben die Löslichkeit geringer wird.


    Logisch, dann wenn es sich um eine gesättigte Lösung handelt. Bei einer geringeren Propolis-Konzentration käme es darauf an, bei welchem Alkoholgehalt diese Propolis-Konzentration die Sättigung darstellt. Leider habe ich nach wie vor keine Ahnung von der Löslichkeit in Abhängigkeit von der Alkoholkonzentration. Gibt dazu vielleicht in irgendeinem Imker-Buch eine Grafik?


    Zitat

    Versuch es mal selber: nimm eine Portion Propolis, teil sie in drei Teile: eine setzt du mit Wasser an, eine mit 56%igem Wodka, und eine mit Spiritus, dann fleißig schütteln, und selbst gucken, was passiert.:wink:


    Dass Propolis sich in Spritus besser löst als in Wodka bezweifle ich nicht, ich wüsste nur gerne wieviel besser.


    Ich kann selber noch keine Tests machen, weil ich noch gar kein Propolis habe (will nächstes Jahr anfangen). Deshalb das große Interesse an der Theorie... :wink:


    Danke auf jeden Fall schonmal an Sam und Uli, Italien als Bezugsquelle für den Alkohol war ein guter Tipp.