Was trennt uns? Traditionelle Imkerei-Artgerechte Bienenhaltung

  • Moin Binudo,
    lange habe ich mich aus dem Thema hier rausgehalten.

    ... aber nicht, weil es mir um Selbstdarstellung geht, das machen andere weitaus besser.
    ...
    Es geht mir um die BIENEN - und ich überlasse gerne anderen die Diskussion.

    Bei aller Mühe und allen Drum-Rum-Reden und -Dichten zur artgerechten Bienenhaltung, wär's vielleicht angebracht mal wieder etwas Praxisbezug herzustellen. Wer sie Mäusegitter ganz liebevoll doch gänzlich artungerecht eingelegt hat, für den hat das große imkerliche Winterloch mit all seiner Härte begonnen. Jemand, der im Sommer viele Völker und viel Honig zu versorgen hatte, bei dem tritt nun auch Bißchen Ruhe ein. Wer sommers nicht ausgelastete war dreht immer noch frei bzw. auf Touren und wird nun die Energie nicht los - sofern er jetzt die Bienen nicht quält.


    Jetzt erreichen mich immer wieder PMs und Anrufe, wer denn der Binudo eigentlich sei, der hier immer wieder gestandenen Imkern und Anfängern und Mitlesern Vorwürfe macht, sie hiehlten ihre Bienen nicht artgerecht weil traditionell. Deshalb bitte ich Dich, ganz im Gegesatz zu Deiner obigen Beteuerung, um eine Selbstdarstellung. Am Besten gleich hier. Sag was über Deine imkerliche Praxis und Deine Bienenhaltung und Deinen Erfahrungen damit! Laß mich (bzw. uns) erkennen, woher Deine Einstellung rührt und Deine Erkenntnisse stammen! Und bitte mach es konkret! Theoretische Diskussionen zur Winterzeit als blanke Lückenfüller für unerfüllt geblieben Imkerträume, sollen als solche auch erkannt werden können. Dann nimmt Dir auch keiner die Anwürfe übel.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Henry,


    danke für den netten, offenen Brief.
    Ich bin gerne bereit, meine Betriebsweise mit allen Fehlern und Rückschlägen, aber
    auch allen Freuden und Vorteilen, hier offen darzulegen.
    Ich hatte niemals vor, irgendjemand seine Betriebsweise vorzuwerfen, eher habe ich
    das ein oder andere kritisiert, bestehe aber nicht darauf, der Weisheit letzter Schluß
    zu haben.
    Bis später, der Garten ruft ersteinmal.


    Beste Grüße, BIENudo, udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Lieber Markus,


    ich gestehe, ich weiß es auch nicht - aber ich sehe und kann wissen, das bei nahezu jedem Zerfallsprozeß nach dem Sterben eines vordem lebendigen Organismus mineralisches übrigbleibt, das nicht sofort wieder in einen neuen Lebensprozeß überführt wird - diese Reste könnte man auch "Asche" nennen. Meist ist das sehr sehr wenig Substanz.


    Wer mit Holz heizt, weiß, wiewenig Asche aus einem verbrannten Festmeter Holz übrigbleibt - aber diese war die mineralische Substanz des Holzes, das, was ihm überhaupt Form und Festigkeit und Gestalt, wie wir sie z.B. mit Augen sehen und sie "begreifen" können, ermöglicht hat; es ist sozusagen emporgehobene Erde.


    Das Leben ergreift mineralische Substanz, hebt sie aus ihren physikalischen Gesetzmäßigkeiten heraus und nutzt sie zum Aufbau von Gestalt; Gestalt wiederum hat immer Oberfläche.


    Wenn Lebendiges stirbt, fällt die mineralische Substanz wieder zurück in die physikalischen Gesetzmäßigkeiten - z.B. fällt sie eben wieder "herunter", weil nichts mehr sie hält.


    Das ist immer so - oben ist noch keiner geblieben:wink:!


    Jeder, der eine Imkerei betreibt, durchorganisiert und mit seinem Tun belebt, weiß das - sobald er seine Intention und sein Tun daraus zurückzieht, fällt alles wieder ins Chaos zurück.


    meint


    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Bevor die Biene in das Irdische übergeht, hat sie viele Äcker durchstreift, im
    Angesicht der Sonne, der Luft und des Windes.
    Irgendwo dort wird sie verschwinden, ihre Spuren hinterlassen Fruchtbarkeit, ein
    Impfen des Bodens, der gute Fruchtbarkeit verspricht.
    Über Probleme während des Flugs spricht sie nicht. Eher stirbt sie.
    Auch Aussagen über die Bodenqualität kann sie nicht machen.


    Beste Grüße, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Jeder, der eine Imkerei betreibt, durchorganisiert und mit seinem Tun belebt, weiß das - sobald er seine Intention und sein Tun daraus zurückzieht, fällt alles wieder ins Chaos zurück.
    meint
    Der Bienenfreund



    Jeder, der eine Imkerei betreibt, durchorganisiert und mit seinem Tun belebt, weiß das - sobald er seine Intention und sein Tun daraus zurückzieht, fällt alles wieder ins artgerechte (weil natürlich und nicht vom Menschen beeinflußt )Chaos zurück.
    :roll:meint
    Daniel
    Ist ein Chaos, dessen Struktur nicht erkennbar ist ein Chaos oder entsteht ein Chaos immer nur im Geiste des Betrachters ? Ist alles so wie es ist , oder ist es so wie es scheint ? Verursacht ein menschlicher Eingriff in chaotische Abläufe Ordnung oder Chaos ? Oder braucht es sogar diese Eingriffe um zu werden was es werden soll? :wink:

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Die Geburt des Schmetterlings


    Ein Wissenschaftler beobachtet einen Schmetterling und sah, wie sehr sich dieser abmühte, durch das enge Loch aus dem Kokon zu schlüpfen. Stundenlang kämpfte der Schmetterling, um sich daraus zu befreien. Da bekam der Wissenschaftler Mitleid mit dem Schmetterling, ging in die Küche, holte ein kleines Messer und weitete vorsichtig das Loch im Kokon damit sich der Schmetterling leichter befreien konnte.



    Der Schmetterling entschlüpfte sehr schnell und sehr leicht. Doch was der Mann dann sah, erschreckte ihn doch sehr.

    Der Schmetterling der da entschlüpfte, war ein Krüppel.

    Die Flügel waren ganz kurz und er konnte nur flattern aber nicht richtig fliegen. Da ging der Wissenschaftler zu einem Freund, einem Biologen, und fragte diesen:
    "Warum sind die Flügel so kurz und warum kann dieser Schmetterling nicht richtig fliegen?"
    Der Biologe fragte ihn, was er denn gemacht hätte.
    Da erzählte der Wissenschaftler dass er dem Schmetterling geholfen hatte leichter aus dem Kokon zu schlüpfen.

    "Das war das Schlimmste was du tun konntest. Denn durch die enge Öffnung, ist der Schmetterling gezwungen, sich hindurchzuquetschen. Erst daduch werden seine Flügel aus dem Körper herausgequetscht und wenn er dann ganz ausgeschlüpft ist, kann er fliegen.
    Weil du ihm geholfen hast und den Schmerz ersparen wolltest, hast du ihm zwar kurzfristig geholfen, aber langfrístig zum Krüppel gemacht."

    Wir brauchen manchmal den Schmerz um uns entfalten zu können - um der oder die zu sein, die wir sein können.
    Deshalb ist die Not oft notwendig - die Entwicklungschance die wir nutzen können.

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • :) Es gibt kein Chaos - nur eine Ordnung, die wir nicht wahrnehmen können.
    Und ein von Menschen unbeeinflußtes Bienenvolk ist ja wohl ziemlich perfekt in seinen Entscheidungen und seinem Überleben, oft genug jedenfalls, um noch nicht ausgestorben zu sein.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ist ein Chaos, dessen Struktur nicht erkennbar ist ein Chaos oder entsteht ein Chaos immer nur im Geiste des Betrachters ? Ist alles so wie es ist , oder ist es so wie es scheint ? Verursacht ein menschlicher Eingriff in chaotische Abläufe Ordnung oder Chaos ? Oder braucht es sogar diese Eingriffe um zu werden was es werden soll?


    Lieber Daniel,


    ich denke, mit Deinem letzten Satz bringst Du es zum Ausdruck und ich habe es an anderer Stelle auch schon versucht, zu schreiben:


    Kultur hat durchaus diesen Charakter, da durch sie Dinge zur Erscheinung kommen können, die von sich aus nicht da sind.


    Natürlich wirkt ein umgegrabenes Beet für den Blick des Gärtners ordentlich; das Umgraben hat aber den Oberboden des Beetes chaotisiert - und doch ist dies genau der Prozeß, der Kulturboden schafft auf dem alleine Kulturpflanzen wachsen und das Organ zum Vorschein bringen können, das wir dann verzehren, von dem wir dann leben.


    Bei weiterer Betrachtung wird dann aber deutlich, das einmal nicht reicht und nur der Rhythmus dieses Vorgangs über lange Zeiträume wirklich dauerhaft Kulturboden schafft - wenn dieser aber in seiner Pflege vernachlässigt wird, kann er schneller degradieren und degenerieren, wie er entwickelt wurde.


    Dies als Beispiel - wie unabdingbar die Bienen in diesem Prozeß in der Vergangenheit gewesen sind, wissen wir nicht - aber immerhin, wir wissen, daß die Bienen immer dabei gewesen sind, weil Mensch sie kultiviert, mindestens seit er auch Bodenkultur betreibt.


    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Hallo Bienenfreund
    Ich mag dein Beispiel mit der Gaertnerei. Nur auch da hat der Mensch nichts Dauerhaftes geschafft. Ich moechte dazu gerne Lektuere von Masanobu Fukuoka empfehlen.


    Beste gruesse guenther

  • Lieber Michael, ich hab Dein Buch mit Freuden gelesen, lieber Markus, Dich mag ich von Herzen gern,


    doch seh ich mich um Meilen von dieser Abgehobenheit des Menschen über die Schöpfung entfernt. Michael, klar, manche Reste werden nicht sofort wieder dem Lebensprozess weitergegeben, so what? Mia ham doch Zeid, sagt Mutter Erde.


    Ich bin ja selbst echt reichlich "verstiegen", aber wie ich drauf kommen könnte, dass menschliche Einflussnahme (in dem Fall quasi göttliche) wirklich die Welt anheben könnt. Ich komm da net drauf. Natur, wie sie ist, wie Bienen sind, wie Schmetterlinge tanzen oder Wolken ziehen, hebt mich hinauf, wenn ich mein Herz aufmach, nicht umgekehrt


    Von der Natur zu lernen, so wie sie ist, Liebe im Herzen... mehr kann ich artgerecht weder für Bienen noch Menschen tun, ich brauch und will keine, grübel, Wort such, Überbauten. Natur ist perfekt (wenn auch ständig im Wandel), vielleicht kann Mensch sich auch einfach mal zurücklehnen, betrachten, und weniger tun?


    Trotzdem dank ich für die Anregungen, denn ich denk schon gern auch über Dinge nach, die ich selbst nicht denken würde, anders gestrickt bin, nur eins links eins rechts :liebe002:


    Lisa (wobei ich wieder dabei wär: erst sollen die Bedingungen geschaffen werden, dass auch nicht-menschliche Lebewesen auch wieder allein zurechtkommen können, Menschen sowieso, mein Weg :oops:)

    Die Menschen sind wunderliche Säugetiere

  • Hallo, Michael,
    ist aber nicht genau die Kultur in deinem Sinn das nicht wirklich naturgemäße?
    Wenn ich mir hier meine "wilden" Ecken anschaue - das ganze Jahr grün, kein Wassermangel feststellbar, wenn ich drauftrete, sinke ich 12cm ein, und wenn ich reinfasse, habe ich ein extrem dichtes Wurzelgeflecht und viele Krabbelviecher in der Hand.
    Mein Gemüsegarten auf "kultiviertem" Boden scheiterte dieses Jahr innerhalb von 2 Nächten, nachdem ich alles vorgezogene und wirklich nicht mehr zierliche ausgepflanzt hatte - Schnecken. Nix mehr da, gar nix.
    Und ich habe vorher keine einzige Schnecke jemals in diesem Frühjahr gesehen...
    Alles, was sich hier von selbst angesiedelt hat, wächst wie Unkraut und wird auch nur selten von irgendwas abgefressen (hey, ich hab dieses Jahr die speziellen Raupen auf dem Rainfarn gesehen..:-D), aber alles, was *ich* hier haben und irgendwann mal essen möchte, wird nix.
    Egal, was ich mache, und egal, wie viele Igel hier rumlaufen.
    Alles, was ich dieses Jahr ernten konnte, war auf Betonpflaster und in Kübeln.
    Ich will kein Schneckenkorn streuen, aber falls ich von diesem Land leben müßte, würde mir nix anderes übrigbleiben (und nein, ich hab genug Erfahrung mit Schneckenabsammeln - in 1998 innerhalb von wenigen Wochen morgens und abends jeweils 300 Schnecken aus 450qm Gemüsegarten abgesammelt - danach haben wir aufgegeben...)
    Und wer noch nie gesehen hat, was eine Nacktschnecke in einem Bienenstock anrichten kann, der sei glücklich. Seitdem stehen meine Völker alle weit weg vom Boden (normal wären sie ja mehr als 10m hoch im Baum - keine Schneckenprobleme).

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Günther : guugst Du hier:


    http://www.moviemaze.de/filme/…-secret-life-of-bees.html


    Michael : Der Wärmeprozess des Saturns, den wir immer noch beim Brennen eines Holzfeuers, der Liebe, der Verdauung, etc..(nicht bei einem Atomfeuer)(Asuras) die unser ICH benutzten und IHM beweisen wollen, dass ES nur auf dieser Erde bestand hat, gelle Sabine ;)


    beobachten und erkennen können führt uns zur Asche:wink:,


    daniel : du bist auf dem richtigen Weg:daumen: बोधिसत्त्व begleiten Dich:liebe002:


    Der
    Drohn


    der dem Udo dankt!!für diesen Fred

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