Genbelasteter Honig

  • Ein Hallo an die Bienengemeinde
     
    Gestern war ich auf einem Vortrag über die Imkerei in Australien. Leider funktionierte die Technik nicht so ganz, so das der Referent (Staatl. Fachberater für Bienenzucht) über die neuesten Ergebnisse, über genbelasteten Honig redete.
     
    Momentan schaut es so aus, das der Honig, der aus genmanipuliertem Maisanbau stammt, nicht für den menschl. Genuß geeignet ist. Also muß er entsorgt werden.
    Ca. 400 Kilo Honig müssen einer Sondermüllverbrennungsanlage zugeführt werden und die Kosten hierfür (ca. 3700 €) sollen die Verursacher (Imker) !!! bezahlen.
     
    Der D.I.B. und die Landesverbände setzen sich dafür ein, das die Rechnung an die entsprechenden Landesregierungen, Bayern und Baden-Würtenberg, gesendet werden, denn das sind die eigentlichen Verursacher. Die Genehmigungen für den Genmaisanbau stammt aus deren Feder.
     
    Mal schauen, wie es weiter geht.
     
    Gruß
    Andy

  • Also ehrlich,


    wenn das passiert, ist die Imkerei für mich erledigt! :evil:


    Dann verkaufe ich nur noch Kunsthonig...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Moin Andy,

    ... Ca. 400 Kilo Honig müssen einer Sondermüllverbrennungsanlage zugeführt werden und die Kosten hierfür (ca. 3700 €) sollen die Verursacher (Imker) !!! bezahlen.

    Ganz konkret, woher stammt die Information? Honig besteht, wie wir alle wissen (sollten), zu ca 80 Prozent aus Zucker. Selbst wenn der Rest Wasser wäre, bliebe der Heizwert mehr als deutlich positiv. Sondermüllverbrenner haben ein Interesse an Abfallstoffen mit positiven Heizwerten, weshalb Müllaufkäufer denen gern knapp positive Mischungen anbieten, die sie selbst aus den Abfällen mehrerer Kunden mischen. Für die Sondermüllverbrennung von Rafinerieschlamm oder schutzmittelbelastetem Holz gibt das sogar richtig Geld. Nicht vom Entsorger - der wird welches verlangen - aber von der Verbrennungsanlage.


    Wer behauptet also, daß das Verbrennen von 400kg Honig 3700€ kostet? :confused: Keine Gerüchte - Fakten!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Imker,
    der Honig aus Genmais ist tatsächlich unverkäuflich.
    In einem Artikel in der Zeitschrift "Natur&Heilen" habe ich es gelesen:
    Per Gerichtsurteil am 30.Mai 2008 hat das Verwaltungsgericht Augsburg beschlossen, dass Honig, der Blütenpollen des Genmais MON 810 enthält, nicht mehr verkehrsfähig ist.
    Der Grund ist folgender: Genmais ist als Lebensmittel nicht zugelassen.
    Dem Imker, der den Bauern aufforderte, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, so dass seine Bienen den Pollen nicht ernten können,(Pollenfahnen abschneiden) wurde vom Gericht zugemutet, während der Maisblüte doch woanders hinzuziehen und das, obwohl der Imker schon länger seine Bienen dort hatte und auch in einem festen Bienenhaus als der Landwirt seinen Maisanbau praktizierte.
    Das Gericht schlug jedoch dem Imker vor, zivilrechtliche Schadensersatzansprüche dem Landwirt gegenüber zu fordern.
    Es ist ein Unding, daß der Staat die Hersteller von genmanipuliertem Saatgut unterstützt, die Imker aber im Stich läßt.
    Da müssen neue Gesetze her.
     
    Gruß Brigitte:Biene:

  • Hallo Bienenfreunde,
    Ich habe heute eine Mail bekommen in der steht,das höchstwahrscheinlich
    am Freitagabend um 21 Uhr 45 im ZDF Heute Journal über das Klageverfahren
    in dieser Sache berichtet wird.
    Da hat sich wohl ein pfiffiger Reporter dieser Sache angenommen.


    Übrigens eine Geschäftsidee für junge Leute :
    Gefilterter Honig ist in der EU zugelassen.
    Einige Millionen investieren,Genhonig billig aufkaufen,filtern,teuer als ECHTER DEUTSCHER HONIG im DIB Glas verkaufen !!!
    Es mußte ja einen Grund gegeben haben gefilterten Honig zuzulassen.
    Hier haben wir ihn !!


    Wie ich in der Bienenzeitung gelesen habe,wird im Oktober in Bad Segeberg ein neuer DIB
    Vorstand gewählt.
    7 Vorstandsposten sind zu vergeben.
    Gibt es da Möglichkeiten,Leute in Position zu bringen,sich vom Bauernverband abzuspalten um dann reine Imkerinteressen vertreten ???
    Hat da jemand Ahnung ??
    Gruß
    Helmut

  • Moin Andy,


    Du verbreitest die, also belege die auch oder benutze Deutschlandfunkdeutsch!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Wie so oft gilt hier auch mal wieder, dass nichts so heiß gegessen wird wie es gekocht ist....
     
    Das Verwaltungsgericht Augsburg hat zwar entschieden, dass Honig der GVO-Pollen enthält nicht verkehrsfähig ist, das Oberverwaltungsgericht hat dieses Urteil aber schon vier Wochen später wieder aufgehoben.
     
    Der Honig muss also nicht entsorgt werden, schon gar nicht als Sondermüll. Selbst wenn er als Nahrungsmittel nicht verkehrsfähig wäre, warum sollte er Sondermüll sein??
     
    Letztendlich ändert das nicht wirklich was am Grundproblem GVO-belasteter Honig, im Gegenteil, das VG Augsburg hatte nämlich zur Abwendung der Gefahr angeordnet, dass die Blütenstände zur Vermeidung einer Freisetzung von GVO-Pollen rechtzeitig zu entfernen sind. Auch diese Anordnung wurde vom OVG aufgehoben.
     
    Der Imker hat also, mal davon abgesehen, dass er von seinen Völkern keinen Pollen gewinnen und verkaufen darf, keinen unmittelbaren wirtschaftlichen Schaden, jedoch muss er damit leben, dass sein Honig, wenn auch nur in Spuren knapp über der Nachweisgrenze, Genveränderten Pollen enthalten kann.
     
    Dem Imker ist damit zunächst die Möglichkeit genommen, begründet gegen den Anbau von Monsanto-Mais im Flugkreis seiner Bienenvölker vorzugehen, weil er ja keinen unmittelbaren Schaden hat.
    Ein Problem ist damit sicherlich vorhanden, aber ein vollkommen anderes als der Eingangsbeitrag aufzeigt!

  • Hallo miteinander,


    selbst wenn der Imker einen unmittelbaren Schaden hätte, wen sollte der Imker verklagen? Das Land? Gibt es denn noch eine Staatshaftung? In Teilen der neuen Bundesländer gibt es wenigstens noch das Staatshaftungsgesetz der DDR:
    http://www.verfassungen.de/de/ddr/staatshaftung69.htm


    Soweit ich weiß, können Bund und Länder aufgrund jüngsten Gesetzesänderungen (bis in Grundgesetz, genauer Art. 23 des GG) nicht mehr schadensersatzpflichtig werden.


    Soweit ich weiß (bin leider kein Jurist, aber wir haben hier ja genügend an Board, die mich korrigieren mögen) gilt nur der § 839 des BGB:


    Zitat

    § 839 Haftung bei Amtspflichtverletzung
    (1) 1Verletzt ein Beamter vorsätzlich oder fahrlässig die ihm einem Dritten gegenüber obliegende Amtspflicht, so hat er dem Dritten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. 2Fällt dem Beamten nur Fahrlässigkeit zur Last, so kann er nur dann in Anspruch genommen werden, wenn der Verletzte nicht auf andere Weise Ersatz zu erlangen vermag.
    (2) 1Verletzt ein Beamter bei dem Urteil in einer Rechtssache seine Amtspflicht, so ist er für den daraus entstehenden Schaden nur dann verantwortlich, wenn die Pflichtverletzung in einer Straftat besteht. 2Auf eine pflichtwidrige Verweigerung oder Verzögerung der Ausübung des Amts findet diese Vorschrift keine Anwendung.
    (3) Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Verletzte vorsätzlich oder fahrlässig unterlassen hat, den Schaden durch Gebrauch eines Rechtsmittels abzuwenden.


    aus: http://bundesrecht.juris.de/bgb/__839.html


    Somit ist die Verantwortung den einzelnen, beteiligten Beamten überlassen, oder?


    Nun, diese müssen aber erst einmal gefunden werden. Wer die Verantwortung in der Sache trägt ist immer abhängig davon, wer unterschreibt. Also, wo sind die Unterschriften unter den offiziellen Anschreiben, Verordnungen, Beschlüssen und so weiter?


    Viele Schreiben sind maschinell erstellt und "gelten ohne Unterschrift"....warum bloß? Gelten diese Schreiben auch bei Schadensersatzansprüchen? Wenn der Beamte nicht persönlich unterschrieben hat?



    Honig, der gentechnisch oder chemisch belastet ist, ist allein deswegen schon unverkäuflich, weil nur sehr sehr wenige diesen Honig kaufen wollen.



    Es zeichnet sich wohl bereits jetzt sehr deutlich ab, wer am Ende der Dumme ist und die Kosten zahlen wird.


    Oder man verklagt Monsanto. Es genügt ein Blick über den großen Teich, um sich vorzustellen, wie das endet.


    Monsanto gegen Bauern, ein Bericht des Zentrums für Nahrungsmittelsicherheit (CFS)


    Wer zahlt die Kosten, die durch Schutzmaßnahmen entstehen? Also wenn ein Bauer keinen Genraps oder -mais anbauen will, dann muss er Schutzmaßnahmen treffen. Ansonsten hat er den Eintrag auf seine Felder und kurze Zeit später die Detektive von Monsanto auf dem Pelz. Das Gleiche für uns Imker. Wer zahlt denn den Umzug der Bienen von den Feldern weg, die Sicherheitsabstände, die Untersuchungen etc. etc.? Bauern wie Imker profitieren kein Stück davon, dürfen aber kräftig bezahlen. Und wer erstattet?


    Das ist doch eine Frage, die viel vordringlicher ist, bevor solche Technologien ins Freiland gesetzt werden, die schon in der Vermutung stehen, nachfolgend Schäden zu verursachen. Wer zahlt und zahlte denn die Kosten und Schäden, die zum Beispiel durch DDT entstanden sind?


    Ich kenn da eine Firma, die damals DDT auf den Markt gebracht hatte, erfolgreich über die ganze Welt verteilt und die Schäden bis heute nicht bezahlt oder trägt. Das ist ganz sachlich gemeint.


    Eine weitere Frage ist: Lassen sich gesundheitliche Schäden durch Pestizide und Gentechnik überhaupt erstatten? (Die Gentechnik erzeugt unter anderem Prionen, die unserer Gesundheit gefährlich werden können. Zu den Gefahren der Gentechnik siehe hier: Gefahren der Gentechnik)



    Klar wird heiß gekocht, die Frage ist nur - auch heiß genug?!


    Sachlichkeit sollte dabei jedoch gewahrt bleiben, fragt also die Fragen sachlich. Diese Fragen müssen gestellt und beantwortet werden.


    • Gibt es eine effektive Staatshaftung?
    • Gibt es eine Entschädigung, wenn auf amtlichen Dokumenten die Unterschrift fehlt?
    • Wer zahlt die Schutzmaßnahmen, damit Bauern und Imker keine Patentrechte verletzen und auch die Reinheit der Lebensmittel gewährleisten können?
    • Wenn es dann Schäden gibt, wer kann effektiv dafür haftbar gemacht werden?



    Meine Meinung ist, daß jeder, der Verantwortung in seinem Handeln einfliessen lässt, erst solche Fragen beantworten würde, bevor er Gentechnologie und manche Pestizide amtlich freigibt. Wie seht ihr es? Auch in großem Maßstab, also zum Beispiel 90% der Bienenvölker in Deutschland sind tot. Wer zahlt es? Wie bekommt man die Wiederauferstehung hin?



    Bernhard

  • Nachtrag:


    Kennt ihr schon die Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH?


    Zitat

    Sie wurde am 19. September 2000 gegründet und hat ihren Sitz am Finanzplatz Frankfurt/Main. Die Gesellschaft, deren alleiniger Gesellschafter die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium der Finanzen, ist, erfüllt Aufgaben bei der Haushalts- und Kassenfinanzierung des Bundes. Diese Aufgaben wurden zuvor dezentral vom Bundesfinanzministerium, der Deutschen Bundesbank und der Bundeswertpapierverwaltung wahrgenommen. An den internationalen Finanzmärkten tritt die Deutsche Finanzagentur ausschließlich im Namen und für Rechnung des Bundes auf.


    Hier die Handelsregisternummer: HRB 51411


    Echt ne "geile" Firma. Billiarden Schulden und kein Problem mit Insolvenzen :lol: Da wär ich gern Geschäftsführer.


    Und so kommt ein Stein zum anderen. Beschäftigt euch, interessiert's euch! Lest euch doch mal durch, was so alles passiert. Ist doch interessant.


    Ihr fragt euch vielleicht, was das noch mit Bienen zu tun hat. Ich sag es euch - eine ganze Menge! Das Ergebnis findet sich vor den Fluglöchern und in den Löchern der Hosentaschen.


    Bernhard

  • Danke Wulle,

    Wie so oft gilt hier auch mal wieder, dass nichts so heiß gegessen wird wie es gekocht ist ... das Oberverwaltungsgericht hat dieses Urteil aber schon vier Wochen später wieder aufgehoben. ...
    Der Honig muss also nicht entsorgt werden, schon gar nicht als Sondermüll. ... Ein Problem ist damit sicherlich vorhanden, aber ein vollkommen anderes als der Eingangsbeitrag aufzeigt!

    daß Du dafür sorgst, daß dieses Forum eher fakten- als stimmungslastig bleibt. Bei aller Meinung zu und unterschiedlicher Auffassung objektiver Gegebenheiten, bleibt das Wesentliche die objektive Gegebenheit. Sonst streitet man hier nur um den heißen Brei, der eigentlich Kaltschaale ist oder Hundekuchen oder Luft.


    Fakten, Namen, Adressen, Informationen das ist wichtig! Meinung ist Zubrot (alleine die Publikation von Fakten drückt doch schon Meinung aus). Gerüchte, Andeutungen, Vermutungen bringen keinen weiter, verstellen nur den Blick und erweisen sich nach aufwendiger Prüfung als heißes ... Vakuum.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Zitat

    Denn insofern werde aufgrund der gentechnikrechtlichen Zulassung der Freisetzung von Mais der Linie MON 810 in die Umwelt in Kauf genommen, dass gentechnisch veränderte Pollen in geringen Spuren in die Nahrung des Menschen gelangen könnten.



    Da wird so einiges mehr "in Kauf" genommen.




    Zitat

    Die Eilentscheidung ist unanfechtbar.


    Unanfechtbar? Auf welcher gesetzlichen Grundlage ist die Eilentscheidung unanfechtbar?



    Warum sind im Volltext die Namen ausgestrichen? Warum fehlt das Hoheitszeichen im Kopf?


    Siehe: http://www.vgh.bayern.de/BayVGH/presse/07a01294b.pdf



    :confused:



    Hier eine Bewertung des Eilentscheids:



    aus: http://www.lvbi.de/gruene_gentechnik/gruene-gentechnik1.pdf
    (Landesverband Bayrischer Imker)


    Möchte mal wissen, welcher Richter das entschieden hat. Und ob der Entscheid unterschrieben wurde...