• http://www.epochtimes.de/articles/2008/09/09/336852.html


    IMKERMEISTER FRIEDMANN IM INTERVIEW
    Der Bienenmeister
    Imkermeister Friedmann über Naturprozesse im Bienenvolk


    Ein recht interessant zu lesender Beitrag in


    The Epoch Times


    Viel Freude dabei


    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Hallo, Michael,
    vielen herzlichen Dank dafür!
    Ich hab nur gestaunt, an wie vielen Stellen ich voll mit ihm übereinstimme. Und:

    Zitat

    Also ich glaub, dass meine Bienen mich kennen.


    Natürlich! Bei deren Geruchssinn und -gedächtnis, wie sollte es da anders sein?


    Das mit den Hornissen ist ja hochinteressant.:daumen:
    Und das ist genau das, was ich auch sage: die Biene hat ihr Gedächtnis in den Genen und sie wird sich auch irgendwann unter bestimmten Umständen wieder an die Varroa erinnern - Primorski ist auch A.m.


    Aber ein Volk, was mit derselben Königin und ohne Schröpfen 5 Jahre nicht schwärmt, wäre mir höchst suspekt :wink: oder meinte er das anders?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Aber ein Volk, was mit derselben Königin und ohne Schröpfen 5 Jahre nicht schwärmt, wäre mir höchst suspekt :wink: oder meinte er das anders?


    Liebe Sabiene,


    vielen Dank für Deine Meinung zu dem Beitrag.


    Na, ich glaube, ganz so hat er es nicht gemeint, obwohl es durchaus sein kann, daß er Königinnen hat, die so alt werden, aber das wird nicht endgültig dokumentiert, weil es Königinnen nicht zeichnet - und schwärmen könnte sie ja schon, wenn sich dann aus ihr heraus und mit ihr wieder ein gutes Volk entwickelt.


    Was wäre Dir aber daran suspekt, wenn das Volk gesund, sanftmütig, sammeleifrig etc. ist?


    Viele Grüße


    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21


  • Und das ist genau das, was ich auch sage: die Biene hat ihr Gedächtnis in den Genen und sie wird sich auch irgendwann unter bestimmten Umständen wieder an die Varroa erinnern - Primorski ist auch A.m.


    Ach, übrigens, die Gene haben mit Gedächtnis recht wenig zu tun - oder meinst Du Gewohnheiten, die sich in die Vererbung hineinprägen?


    fragt


    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Hallo, Michael,
    ich meine mit Gedächtnis in den Genen sowas wie instinktive Furcht vor Schlangen und ähnliches - nicht anerzogen, sondern instinktiv.
    Eine eingebaute "richtige" (im Sinne von Überleben) Reaktion auf bestimmte Stimuli.
    Warum soll das bei den Bienen, wenn sie schon so auf Hornissen reagieren können, mit den Milben anders sein?:cool:


    Wenn das Volk alle von dir beschriebenen Eigenschaften aufweist und die Bedingungen passen, sollte es in jedem Fall jedes Frühjahr den reproduktiven Schwarm anstreben und auch schaffen.
    Völker ohne auch nur den Versuch des Schwarms, wenn die äußeren Bedingungen passen, haben einen mir verborgenen Makel.
    Es ist jedem Lebewesen immanent, sich vermehren zu wollen und bei passender Gelegenheit auch zu können - freiwillig verzichtet da kein Organismus drauf (von Notzeiten mal abgesehen).
    Von daher Rote Karte für absolut schwarmträge Völker, ich halte das mittlerweile, je mehr ich lerne, für ungesund.
    Vor 6 Jahren hätte ich das noch toll gefunden...:roll: GsD lernt frau ja dazu.:wink:



    edit: ich stelle nicht in Frage, daß Königinnen so alt werden können - nur nicht im gleichen Volk und gleichen Stock. ;-)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Es ist jedem Lebewesen immanent, sich vermehren zu wollen und bei passender Gelegenheit auch zu können - freiwillig verzichtet da kein Organismus drauf (von Notzeiten mal abgesehen).


    Entschuldige bitte, aber Deine Sichtweise beschränkt sich auf das, was Du siehst.
    These: Vermehrung dient der Verbreitung von Eigenschaften mittels vererbter Gene - soweit okay?
    Da nutzen die Bienen aber die viel effektivere und weniger riskante Methode der Verbreitung über den Drohnenflug (dessen Ergebnis Dir aber nicht sichtbar wird - zumindest nicht direkt, das aber sehr wirkungsvoll sein kann!). Und da wird ein gesundes Volk sich wesentlich effektiver verbreiten als über das Risiko des Schwarms und der Nachzucht von Prinzessinnen, die dann auf dem Hochzeitsflug wieder von anderen Drohnen andere Gene empfangen als die eigenen.
    Insbesondere Demeter-Völker haben einen sehr hohen Drohnenanteil, der sicher so manchen Sammelplatz der Basiszucht mittels Standbegattung dominieren dürfte.


    Also, ich bitte Dich wirklich, Deine Gedankenlinie nochmals zu bewegen - ich kann/will mir einfach nicht denken, daß Du Dich so einschränken willst.


    Dies wünscht sich auf jeden Fall
    Dein Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Nabend,


    demnach ist es berechtigt, den Zweiflern im Naturwabenbau die Angst vor Drohnen-
    bau zu nehmen?
    Es hat doch Sinn, was der Bien macht, auch wenn ich es nicht verstehe, oder?


    Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo, Michael, :Biene:
    deine These greift etwas zu kurz: der Schwarm ist zur Artvermehrung da, die Drohnen zur Verbreitung der Gene der Königin. Zwei verschiedene Aufgaben.
    Nur mit Drohnen allein werden keine Verluste ausgeglichen, geschweige, daß die Anzahl der Völker zunehmen würde....:wink:
    Bitte bedenke, daß jede ökologische Nische recht zügig besetzt wird.
    Und es wäre nicht besonders effektiv, angesichts der speziellen Bienengenetik nur auf Drohnen zu setzen - das sind doch "nur" die Gene der Königin, aber nicht die der erfolgreichen Drohnen, die dieses Volk hervorgebracht haben - auch die haben Vermehrung *verdient*, und das geht eben nur über den Schwarm und die Tochterköniginnen.

    Zitat

    Insbesondere Demeter-Völker haben einen sehr hohen Drohnenanteil, der sicher so manchen Sammelplatz der Basiszucht mittels Standbegattung dominieren dürfte.


    DAS erstaunt mich jetzt zutiefst, weil ich seit den 32mm Wabenabstand allüberall den geringsten Drohnenanteil überhaupt habe - unter 10% an Zellen.
    Früher mit Ablegern in 35mm Wabenabstand oft weit über 50% Drohnenzellen (was nicht heißt, daß die auch alle belegt wurden, aber es war erheblich mehr).
    Bei KS & Schwärmen waren es immer wesentlich weniger, aber nicht so wenig, wie jetzt.


    Nächste Saison hör ich endlich mal auf den Markus-Drohn und versuche variierte Abstände - Brutnestkern sehr eng, und nach außen immer weiter werdend - ich bin gespannt, denn logisch wäre das.:wink:


    (und du kennst meine These, daß Nachschwärme der back-up für Völker sind, deren Begattung der Jungfer oder Umweiselung nicht funktioniert hat und so eine zweite Chance bekommen? Anders kann ich mir die extreme Anziehungskraft weiselloser Stöcke auf Nachschwärme nicht erklären, die schlägt jedes mir bekannte Schwarmlockmittel....:wink:)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Es ist nicht so kompliziert, wie Sabiene schreibt.
    Einfach nur Bienen zulassen, die zeigen schon den Weg.


    Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Zitat

    Ach damals, als Bienen noch Bienen sein durften.....


    Okay, dreh einfach die Zeit zurück und wir alle sind happy.:roll:
    Es liegt doch nicht nur an den Imkern - wir haben nicht DEN Einfluß auf die Landwirtschaft.
    Hier gibt es Quadratkilometer Grünlandflächen, wo kein einziger Löwenzahn jemals zum Blühen kommt - die werden alle 3-4 Wochen gemäht für Silage. Wir sind beim 6. Schnitt.
    Echte Heuwiesen und breite, artenreiche Feldraine gibt es nicht mehr, dazu die Trockenlegung von feuchten Wiesen - was glaubst du, warum die Hälfte aller Vogelarten auf der Roten Liste steht?
    Wenn es keine Nahrungsgrundlage gibt, wie sollen sie überleben?
    Ich gebe ziemlich viel Geld über Winter aus für Vogelfutter - aber nicht den Müll, den es im Supermarkt gibt, sondern für spezielles Zeug, kleinsamig, ölreich, vielfältig.
    Der Erfolg?
    Ich hab hier Vögel, die andere Leute noch nie gesehen haben.
    Viele klein und braun und schwer zu unterscheiden.
    Und wir haben hier am Steinhuder Meer Fischadler (einen hatte ich im Sommer hier, ein Jungtier, Nachbars Koi-Teiche litten doch sehr), ich habe hier einen einsamen echten Raben(!!!), weiß der Geier wo der herkommt, 3 Hornissenvölker nur auf meinem Grund (mich stört es nicht, wenn sie sich Bienen greifen, sie sind benachteiligt genug und brauche etwa 20 Anläufe für eine Biene...)
    Ich fange wirklich an, mich auf Peak Oil zu freuen - für die Natur kann es nur gut sein.:cool:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Morgen zusammen,
     
    hier müßte auch berücksichtigt werden, die Studie, glaube Uni Wien,
    die hier auch schon mal erwähnt wurde, in der der Zusammenhang zwischen Alter des Wabenbaus mit der Schwarmneigung untersucht wurde, wobei eindeutig festgestellt wurde, daß Völker mit jungem Wabenbau seltener schwärmen, als Völker mit Altem.
     
    Meiner bescheidenen Meinung zufolge, hat auch jedes Volk einen Charakter, der genetisch, sowie standortbedingt (Kleinklima/Trachtangebot) zum Ausdruck kommt.
     
    Es soll ja auch Menschen geben, die erst im hohem Alter Gefühle zeigen und sich zur Partnerschaftssuche erheben. Ich kann solche Menschen da nicht durch ein Raster in normal oder unnormal sortieren.
    Der eine so, der andere so. Thats live!
     
    gehabt Euch wohl!
    Gruß Simmerl