War das ein Anfängerfehler?

  • Ich habe mein Bienenvolk letzte Woche mit ca 5l Flüssigfutter im Eimer aufgefüttert,seitdem habe ich weder Stifte noch Brut finden können.Dazu habe ich Nassenheimer Verdunster oben und unten jeweils 100 ml 60% Ameisensäure aufgefüllt und sind jetzt halb leer.Das Futter wurde komplett abgenommen.Jetzt möchte ich wissen ob die Königin nochmal brütet.Oben ist alles voller Futter und unten sind dunkle Waben.

  • Hallo,


    ähnliche Beobachtung hatte ich vor ca. 4 Wochen auch. Da Du schreibst, dass Du Anfänger bist vermute ich mal, dass Du mit einem Ableger begonnen hast (...wie ich).


    Ich hatte ebenfalls sofort nach der Übernahme der Ableger Anfang August mit dem Einfüttern begonnen und meine beiden Völker haben je ca. 1 kg Zucker (nicht Zuckerlösung!) pro Tag eingelagert. Bei der ersten Durchsicht waren keine Stifte mehr zu sehen...


    Ich habe dann meinen Bienenpape bei der zweiten Durchsicht dazugezogen. Der meinte: "Logisch, wo soll die Königin denn die Eier hinlegen - ist doch alles mit Futter vollgeknallt!"


    Ich habe dann beim Einfüttern "Gas raus" genommen, nicht mehr mit dem 5L-Eimer, sondern mit Gurkengläsern (ca. 500gr Zucker) pro Tag eingefüttert. Nach Abschluss der Einfütterung hat sich das von selbst geregelt. Die Völker hatten parallel zur Einfütterung mächtig Mittelwände ausgebaut, wodurch dann wieder Platz im unteren Magazin war und die Königinnen legten wieder.


    Gruß Wolfgang

  • Hallo,
    @freeze: ähm, du hast aber nicht gleichzeitig AS behandelt - bei dir war es "nur" ein Platzproblem.


    @Anfänger01: hat dir keiner gesagt, daß du nicht gleichzeitig füttern und behandeln kannst?
    Das offene Futter gibt ne Menge Wasser an die AS ab, bzw nimmt auch selbst Säure auf (was aber nicht so schlimm ist).
    Solange du die Verdunster drin hast (falls da bei den aktuellen Nachttemperaturen wirklich noch AS drin sein solte - was ich nicht glaube, eben weil AS so wasserziehend ist), überlebt kein Ei/Larve.
    Hast du keinen Paten?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,


    wenn ich richtig lese hast du 2 Nasseheiderverdunster in der Beute, ist eine ganz schöne Keule. Meiner Meinung ist das normal, das dann die Königin mit der Eiablage aufhört, die würde ich dann bei Gelegenheit (warmes Wetter) rausnehmen und den Bienen dann die Gelegenheit geben sich mit der Verarbeitung des Futters zu beschäftigen.


    Gruß Reinhard

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ich habe mein Bienenvolk letzte Woche mit ca 5l Flüssigfutter im Eimer aufgefüttert,seitdem habe ich weder Stifte noch Brut finden können.Dazu habe ich Nassenheimer Verdunster oben und unten jeweils 100 ml 60% Ameisensäure aufgefüllt und sind jetzt halb leer.Das Futter wurde komplett abgenommen.Jetzt möchte ich wissen ob die Königin nochmal brütet.Oben ist alles voller Futter und unten sind dunkle Waben.


    Hallo Anfänger 01,
    ich bin auch Anfänger, aber ich kaufte schon im April 08 zwei Ableger.


    Du fragst Dich anscheinend, ob Dein Ableger jetzt stark genug zum Überwintern ist, oder ob die Königin noch weiter brüten müsste, um die notwendige Stärke des Volkes für den Winter zu erreichen. Immerhin ist bei Dir gar keine Brut vorhanden. - Bei mir ist sehr wenig Brut in beiden Völkern, in einem auf drei im anderen nur auf zwei Waben (ich fütter gerade für den Winter, jeden Tag 2 oder 3 Liter Zuckerwasser 1 : 1).


    Ich würde auch gern wissen:
    Wann ist ein Volk stark genug? An welchen Merkmalen stelle ich stark/schwach fest? Wiegen? Besetzte Wabengänge? Wann hören sie auf zu brüten? Kann bzw. muss ich ein schwaches Volk anregen, für den Winter noch weiter zu brüten? Wann würde das überhaupt noch sinnvoll sein?


    Mit dem Nassenheider V. hast du's nach allem was ich bisher gehört und gelesen habe zu gut gemeint. Ich habe EINEN oben drauf gesetzt und mit 180 ml gefüllt, die waren nach 10 Tagen verdunstet, bei 20° Außentemperatur. So wird's im Handzettel beschrieben. Wieviele Milben waren denn bei dir auf der Windel?

  • Hallo Holbee,
     
    zuerst muss ich Dich leider berichtigen.

    Zitat

    Im April fing ich mit den Bienen an, zwei Ableger des letzten Jahres kaufte ich von einem Imker 3 km weiter westlich


    Demzufolge hast Du im April "Völker" gekauft, und keine Ableger!

    Zitat

    Bei mir ist sehr wenig Brut in beiden Völkern, in einem auf drei im anderen nur auf zwei Waben


    Dies sind keine 0-jährigen Weiseln mehr. Die müssen nicht auf "Krampf" den letzten Brutsatz im Jahr zu "Winterbienen" machen. Wenn sie Anfang August ordentlich Brut hatten, ist jetzt ein Großteil Winterbienen bereits im Volk und die weitere Erzeugung(2-3Waben) dient nur der Sicherheit und Reserve. Vorausgesetzt, Du bist mit Einfüttern bald fertig!
     

    Zitat

    Wann ist ein Volk stark genug? An welchen Merkmalen stelle ich stark/schwach fest? Wiegen? Besetzte Wabengänge? Wann hören sie auf zu brüten? Kann bzw. muss ich ein schwaches Volk anregen, für den Winter noch weiter zu brüten? Wann würde das überhaupt noch sinnvoll sein?


    Das Letzte zuerst! Was jetzt schwach ist, bleibt schwach und überlebt den Winter mit hohem Risiko. Jetzt hilft nur noch verstärken!
    Als es letzte Woche noch warm war, wie groß waren die Fluglöcher? Wie stark besetzt und verteidigt? Lagen Bienen vor? Waren gute und reichliche Jungbienenvorspiele zu beobachten? Wie war und ist die Futterabnahme?
    Hängen abends Bienen unter den Waben ( mit Taschenlampe ins Flugloch leuchten!) auch bei den jetzigen Temperaturen, oder ist da kaum Eine zu sehen(einzargig)? Wie sieht es unter der Folie aus, kann man da die Bienen in den WG "zählen"? Ich meine, wenn Du das kannst, ist es eher schlecht! Wieviel WG kann man als "gefüllt" bezeichnen?
     
    Du siehst also, für eine Ferndiagnose braucht man allerhand Daten. Am Besten Du gehst heute Abend mal mit einer Taschenlampe zu Deinen Völkern und schreibst uns, was Du vorgefunden hast. Die Gegenlichtmethode, Lampe vor das Flugloch und gleichzeitig durch die Folie linsen, klappt bei sanftmütigen V. besonders gut!:lol:
     
    Herzliche Grüße, Torsten

  • Hallo Holbee,


    kleiner Tipp: Zum Einfüttern ist ein Verhältnis 3 Kilo Zucker zu 2l Wasser günstiger, entspicht etwa 0,9kg Futter.


    Gruß Reinhard

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Schillbee,
    vielen Dank für Deine ausführliche Stellungnahme. Du hast ja sogar einen älteren Beitrag von mir gefunden - oder steht das in meinem Profil, wie ich mit Bienen angefangen habe? Ich weiß das schon gar nicht mehr.


    Jedenfalls weiß ich nun auch, wann ein Ableger kein Ableger mehr ist sondern Volk genannt wird. Die Frage hatte ich schon lange einmal stellen wollen.


    Nach Deiner Beschreibung bin ich etwas beruhigt und habe wenigstens das Gefühl, dass meine Biens ganz gut drauf sind.

    Zitat

    Vorausgesetzt, Du bist mit Einfüttern bald fertig!

    schreibst Du - wenn ich nur wüsste, WANN ich damit fertig bin.


    Ich habe meine beiden Beuten vorhin gewogen. Mit leerer Futterzarge wiegen sie (Segeberger B., 2 Zargen, Hochböden) 38 kg, die andere 33 kg. Ich habe mal die gleichen Beuten leer mit Waben gewogen: 13 kg (mit einer Bienenflucht statt Futterzarge). Und eben vor dem Füttern habe ich mir die Wabengassen angesehen: Die sind tatsächlich in beiden Zargen voll besetzt, bei dem leichteren Volk waren oben die äußeren beiden WG schwach bekrabbelt. Aber in den Futterzargen lungerten ja auch schon viele rum und warteten aufs Dinner.


    Du fragtest nach den Fluglöchern: Die hatte ich Mitte August wegen Räubereigefahr auf 5 cm und weniger verkleinert, am 2. Sept. setzte ich Keile zur Verengung auf 6 mm gegen Mäuse aber auch Räuberei ein. Wespen waren immer da und wurden am Flugloch erfolgreich vertrieben, Pollen wurden fleißig im ganzen August eingeflogen.


    Futterabnahme: 2 l Zuckerlösung 1 : 1 waren immer über Nacht weg, nach 10tägiger AS-Behandlung Anfang Sep. fütter ich jetzt weiter, pro Volk 2kg Zucker mit 2 l Wasser. Das schlürfen sie in ca 18 Stunden weg.


    "Lagen Bienen vor?" - wie sieht das aus? An den warmen Abenden im August hielten sich, auch wenn es dunkel war, immer noch viele Bienen vorm Flugbrett auf, das waren wohl so 30 bis 60. Die sahen sehr zufrieden aus, so als warteten sie auf die Karten für den Skat. Lagen diese Bienen vor? :roll:


    Jungbienenvorspiel: Ich hatte manchmal den Eindruck, dass sich an warmen Tagen im Sonnenschein Jungbienen einflogen. Aber da fehlt mir die Erfahrung, um das sicher sagen zu können.:roll:


    Mit der Taschenlampe werde ich noch mal die "Gegenlichtmethode" anwenden. Aber wie gesagt habe ich so schon den Eindruck, dass beide Völker die WGs gut füllen.


    Deine Stellungnahme und dieser Bericht von mir haben mir jetzt eigentlich Zuversicht vermittelt, dass die Völker schon in Ordnung sind. Als Anfänger hat man natürlich immer mit Zweifeln und Ängstlichkeiten zu tun. Für einen Kommentar von dir (oder jemand anderem) wäre ich dankbar:daumen:


    @ Reinhard: Das Futter also fetter machen (3Z : 2W) will ich berücksichtigen. Danke für den Tip.


    Aber wie lange fütter ich denn bloß noch, bis die Beuten 40 kg wiegen? Was ist gemeint, wenn gesagt wird: Für einzargiges Volk 15 kg, 2-zargiges Volk 20kg - nach und nach (wie ich es zur Zeit mache) oder alles auf einmal, ist diese Gewichtsangabe auf Zucker bezogen oder auf Zucker und Wasser zusammen oder auf eine andere Größe?


    Jetzt wird's kühl hier in der Nordheide, wir haben schon die Heizung an.
    Gute Nacht:Biene:

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  • Hei, Holbee,
    Henry empfiehlt bei 2zargigen Segebergern 38 bzw 40kg Endgewicht - damit müßtest du auf jeden Fall auf der sicheren Seite sein.
    Dem einen Volk würd ich also nochmal 5-7kg infundieren, dem anderen nur noch 2-4kg.
    (sie verbrüten ja auch noch was).:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Danke für eure Hilfe habe Die Ameisensäure entfernt ,die Binis sind wieder fleißig am Brüten .
    Brutnest ca 10 -20 Durchmesser rest aufgefüttert jetzt hoffe ich bekomme Sie durch den Winter