Honig verkaufen

  • Hallo miteinander,


    wir haben folgende Situation: Mein Schwiegervater ist Imker in Bulgarien, er hat um die 300 Bienenstöcke. Die Honigqualität ist hervorragend. Meine Schwiegereltern können allerdings selbst nicht so viel Honig verkaufen, weil sie schon mit den Bienenstöcken stark ausgelastet sind.
    Leider bekommt er von den Händlern nur sehr wenig Geld für seinen Honig. Und genauso schlimm finde ich, dass sie den Honig dann industriell verarbeiten, so dass die guten Eigenschaften verloren gehen, mit denen ich auch persönlich schon sehr gute Erfahrungen gemacht habe.


    Nun haben meine Frau und ich uns überlegt, ob wir von dem Honig hier in Deutschland zumindest noch einen Teil verkaufen können. Könnt Ihr uns Tipps geben, wie wir die rechtliche Seite dazu angehen können?


    Vielen Dank im Voraus,


    Basti

  • hallo basti,


    ich habe einen guten Kumpel, der angefangen hat, Wein zu importieren, daher kann ich dir nur grundsätzlich ein paar Themen zurufen, an die man denken muss:


    1.) du brauchst sicherlich einen Gewerbeschein und eine entsprechende Steuernummer
    (achtung Gewerbe zieht Kosten nach sich - Versicherungen, Gemeindeabgaben etc.)


    2.) evtl. sind beim Import Zölle und Gebühren zu beachten, Bulgarien ist meines wissens ein nicht-eu land...da könnte es gesonderte Vorschriften geben.


    3.) evtl. musst du für den Verkauf (ausländischer) Lebensmittel in gewerblichen Rahmeneinen Qualitätsnachweis erbringen bzw. dich gegen evtl. Schäden etc absichern (Versicherung !)


    4.) vielleciht gibt es Hilfe bei deiner IHK bzw. bei dem Imker-Landesverband....einfach mal auf die Internetseite gucken !


    gruss


    Florian

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Hallo Florian,


    erst einmal vielen Dank für die Antwort!


    Bulgarien ist inzwischen schon ein EU-Land, deswegen mache ich mir auch nicht so viele Sorgen um die Bestimmungen hinsichtlich eines Qualitätsnachweises. Meine Schwiegereltern lassen sich den Honig in Bulgarien untersuchen udn haben entsprechende Untersuchungsberichte. Ich hoffe, sie werden hier anerkannt, aber das muss ich eh noch in Erfahrnung bringen...


    Wegen der EU-Zugehörigkeit mache ich mir auch Hoffnungen, dass die Zoll-Bestimmungen lockerer sind, also wir den Zoll anfangs möglichst ganz umgehen können, jenachdem wie hoch die Grenze für Mengen ist.


    Bei der IHK war ich auch schon, die haben mir erstmal nur so 0-8-15 Formulare für den Start in eine Selbstständigkeit gegeben, obwohl ich ihnen gesagt habe, was wir vorhaben. Naja, ich geh die Tage noch mal hin.



    Wie ist das eigentlich mit einem Gesundheitszeugnis? Kennt sich damit hier jemand aus? Oder was müssen wir beachten, wenn wir den Honig selbst abfüllen? Braucht es dazu einen extra Raum oder so? Oder darf man das offiziell auch im eigenen Wohnzimmer machen. Die Sache ist halt die, dass wir ne Möglichkeit suchen, wie wir mit so wenig wie möglich Nebenkosten erst einmal klein anfangen können.
    Wir wollen auf Flohmärkten und Märkten selbst verkaufen, an bestehende Stände auf Märkten herantreten, um sie zu fragen, ob sie Honig für uns verkaufen wollen, und eventuell einen Internetshop aufmachen. Ggf. auch alles step-by-step, je nach Kosten und Möglichkeiten.


    Ich fürchte, dass die IHK uns Dinge empfiehlt, die man am Anfang vielleicht umgehen kann, wenn man ein paar Erfahungen mitgeteilt bekommt.


    Wie war das denn mit Deinem Kumpel? Hat er vom ersten Tropfen Wein an diese Punkte beachten müssen?


    Gruß


    Basti

  • hallo,
     
    also mein Kumpel hat sich die ersten Flaschen mit einem Paket schicken lassen, inzwischen ist er bei einem Container alle 3 Monate glaube ich...ich denke es ist wie immer - machst du etwas privat ist es relativ einfach (ich als Jäger darf zb. auch erlegte Wild privat abgeben !!!). macht man es aber gewerblich (was immer Sinn macht um sich nicht mit dem Fiskus anzulegen) dann muss man eine ganze menge mehr Vorschriften beachten - die sich wahrscheinlich bei Lebensmitteln nochmal erhöhen. Hast Du in deiner Nähe keinen Progiimker ?? der Müsste es doch eigentlich wissen, oder ??

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • :lol::lol: genau, und der Profi gibt dann die Tipps, wie er sich selbst Konkurrenz mit Import-Honig aus Bulgarien anlacht...
     
    es wird sicherlich Seuchenrechtliche Bestimmungen geben, da ist das Veterinäramt zuständig, Lebensmittelhygiene sei auch zu bedenken
     
    und nicht zuletzt halte ich persönlich als Imkerin in Deutschland für sehr bedenklich ausländischen Honig einzuführen.
     
    Viele Grüße
    Andrea

    nur tote Fische schwimmen mit dem Strom

  • Hallo,


    leider kann ich keine Hinweise geben, um diesen Import zu erleichtern.


    Ein Imker aus Bulgarien möchte Honig nach Deutschland einführen. Da wird großes Theater aufgeführt. Langnese (nur als Beispiel) führt die vielfache Menge ein, problemlos. Ein Imker möchte das auch. Große Aufregung...


    Viele Grüße
    Stefan

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von gast50 ()

  • Andrea
    natürlich geht man nicht hin und erzählt dem anderen Imker alles mögliche über Importe aus Bulgarien...am besten ist man stellt sich ein bisschen doof. z.B. gibt es im Herbst doch alle Nase lang Imkerfeste bzw. Märkte auf denen Imker vertreten sind. Da geht man als interessierter Naturfreund hin und fragt ein bisschen rum !! ein bisschen Phantasie braucht man natürlich schon um das Gespräch dann drauf hin zu lenken !!:daumen::-D

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Hallo,
     
    soso, also unter falschen Angaben Fachwissen abgreifen, ist in meinen Augen eine andere "schlimme" Form von -Geiz ist geil-
     
    Finde auch Imker komisch, die bereits in ihrem 2ten posting danach fragen wie sie ausländischen Honig nach Deutschland bringen können.
     
    Also endweder mal wieder ein Troll oder ein Trick um hier Wissen abzufragen um Kohle zu machen mit Fremdhonig.
     
    Viele Grüße
    Andrea

    nur tote Fische schwimmen mit dem Strom

  • Hallo,


    meines Wissens ist es üblich das man von einem anderen Imker Honig kaufen kann. Der Honig muß beim Verkauf nur mit der entsprechenden Losnummer gekennzeichnet sein. (Siehe entsprechende Beiträge) Genau so würde ich das auch mit dem Honig von Imker ... aus R. machen. Wichtig ist das man nachweisen kann, falls das mal kontrolliert wird, wo der Honig herkommt. Reden ist Silber- Schweigen ist Gold.


    Gruß Reinhard

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Moin, :roll:, jetzt stellt ihr euch aber an....
    Bulgarien ist in der EU - keine Zölle.
    Verkauf bulgarischen Honigs als deutschen bringt sehr hohe Geldstrafen und bis zu 3 Jahren Knast wegen Betruges ein, über Pollenanalysen sehr leicht nachzuweisen.
    Und nein, es gibt keinerlei seuchenrechtliche Bestimmungen für Honigimporte aus der EU.
    Wenn ihr ausschließlich Honig importieren und verkaufen wollt, müßt ihr ein Gewerbe anmelden und seid bis zu einem Umsatz von 17.500€ pro Jahr automatisch "optierend", sprich, ihr müßt keine USt abführen, dürft aber auch keine explizit ausweisen und auch keine ziehen.
    Veterinäramt ist da eher nur an den Räumen (und Bedingungen) der Abfüllung interessiert: Standard für Gewerbeküchen, wie immer.
    Also nix mit "in heimischer Küche abfüllen".
    Es greift die übliche Verpackungsverordnung (geeichte Waage zwingend!), plus die Honigverordnung, was die Werte des Honigs betrifft.
    Die IHK hat da nix mitzureden (oder wo gehören lebensmittelverarbeitende Betriebe hin?:confused:).
    Ihr braucht eine Steuernummer (falls ihr die neue noch nicht habt), einen Gewerbeschein, Anmeldung beim Finanzamt, entsprechende Räumlichkeiten, Waage, Gläser, Etiketten, und Kunden.
    Und dann herzlichen Glückwunsch zur Selbständigkeit!:wink:


    Andrea : ich durfte von einer Kollegin einen Waldhonig von der türkischen Schwarzmeerküste probieren - den würde ich mit Kußhand SOFORT selbst importieren, der war superaffengoil und dunkelstrot im Glas - ohne Zuckerzufütterung und des Imkers eigene Charge für seine Tochter.


    Ausländische Honige sind NICHT grundsätzlich schlecht, ich bitte euch!
    Und auch "billiger" heißt nicht, daß sie automatisch schlechter sein müssen - ich kenne auch eine Menge grottenschlechter deutscher Honige, die ich keinem ausländischem Besucher zumuten würde.
    Warum gibt es denn den Hype um Manuka- oder Leatherwood-Honige?
    An deren Preise (und Inhaltsstoffe/Aroma) kommen wir nicht ran....auch nicht im XXXX-Glas *ggg*


    Wir kriegen ja nicht mal einen vernünftigen Imker-zu-Imker-Handel zwischen Nord und Süd zustande.:roll:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Also endweder mal wieder ein Troll oder ein Trick um hier Wissen abzufragen um Kohle zu machen mit Fremdhonig.


    Also ein Trick wird es wohl kaum sein, es sei denn ein ganz schlechter, bei dem die eigentliche Absicht gleich preisgegeben wurde.
    Wer nicht möchte muss ja auch seine geheimsten Betriebsgeheimnisse nicht preis geben.


    Ansonsten handelt es sich hierbei ja nicht um die ersten Honigweiterverkäufer und lieber so offen, als so manche andere Masche.

  • Ups, die Beiträge von gujaclea haben mich echt geschockt! Natürlich wollen wir den Honig als bulgarischen Honig verkaufen!!! Wer Honig aus Bulgarien kennt, der wird das gut verstehen. Dieser Honig ist wirklich super, denn die Vegetation in Bulgarien ist hervorragend für das Aroma und die Qualität des Honigs.


    Und es geht nicht um Gewinn oder darum, den Imkern hier das Geschäft zu verderben, es geht um zwei andere Dinge. Erstens um das Überleben der Familie meiner Frau, es sind keine Unmengen, die meine Schwiegevater produziert, demnach können wir auch nicht so viel importieren. Wenn alles sehr gut läuft, dann bleiben für meine Frau und mich als Gewinn vielleicht 100 bis 200 Euro im Monat übrig. Meine Schwiegereltern verdienen dann immernoch deutlich weniger als ein Leiharbeiter hier... aber eben ein bisschen mehr als durch den Verkauf an internationalen Handelshäuser, die den Honig durch industrielle Verarbeitung verhunzt auch hier auf den Markt bringen.
    Zweitens geht es um besonderen Honig, wie ich schon sagte. Ich habe am Wochenende einen Imkerssohn aus Österreich kennengelernt, dem ich natürlich von dem Honig erzählt habe. Er war so interessiert, dass er schon davon gesprochen hat, mal mit seinem Vater dort hinzufahren, um sich die Bienenstöcke anzusehen. Sein Vater hat auch einen sehr guten Honig, so dass die Nachfrage größer ist als sein Angebot. Folglich hat er keine Bedenken um Konkurrenz, er hat mich eher ermutigt, da am Ball zu bleiben. Und wir halten auch Kontakt.
    Das hat mir auch gezeigt, dass es hin und wieder doch so etwas wie grenzüberschreitende Solidarität zwischen Imkern gibt!
    (Übrigens wohnen wir mitten im bevölkerungsdichten NRW, ich kenne hier keine Imker. Jedenfalls gibt es hier vermutlich mehr Nachfrage als Angebot, und ich freue mich auch darauf, den Menschen guten Honig anbieten zu können.)



    An die Anderen vielen Dank für die Beiträge! Besonders der Beitrag von sabi(e)ne hat mir erstmal weitergeholfen. Ich denke, wir kommen erstmal nicht auf die Grenze für die Umsatzsteuer :) Selbst wenn wir mal den ganzen Honig verkaufen, werden wir nicht viel mehr Umsatz machen können. Aber das ist eh noch meilenweit weg.
    Die Beinenstöcke sind auch in der Nähe des Schwarzmeeres, der Honig ist vielleicht ähnlich :) Mein Schwiegervater füttert seine Bienen auch nicht mit Zucker, er lässt immer genug Honig für die Überwinterung im Stock.


    Was den Raum zum Abfüllen angeht, haben wir auch schon eine Möglichkeit gefunden. Ein Freund ist im Gastronomiebereich selbstständig. Er macht Veranstalungen und sowas, hat demnach ein großes Lager, indem er einen kleinen Raum für mich hätte, für den ich die Miete stunden könnte -> also statt Miete zahlen Halle fegen oder sowas.
    Der Honig wird ja in Varna untersucht. Und weil BG in der EU ist, müssten die Untersuchungsberichte ja hier anerkannt werden.
    Naja, auf jeden Fall lichtet sich der Nebel langsam und ich bin frohen Mutes, dass wir das durchziehen können, wenn wir eine günstige Möglichkeit finden, den Honig hierherzu transportieren.


    Danke für die Tipps! Wenn wir das auf die Beine gestellt haben, dann verschicken wir gerne auch was ;)


    Wir waren kürzlich in Bulgarien und ich habe bei den Bienen ein wenig mitgearbeitet. Ich fand das sehr interessant und kann mir sehr gut vorstellen, später auch mal ne Hand voll Bienenstöcke als Hobby zu haben. Ich habe eine sehr gute Immunität gegen Bienenstiche. Meine Schwiegereltern haben schon gesagt, ich sei ein geborener Imker :) Auf jeden Fall bin ich sehr interessiert an Bienen und Co. und schaue hier im Forum sicherlich öfter rein. Dass meine ersten Beiträge erstmal darum gehen, mir ein paar Tipps einzuholen, hat mir zuerst auch Gedanken gemacht, aber es ist auch wiederum nicht meine Art, erstmal rumzuheucheln und dann zur Sache zu kommen. Und bei allem Interesse für die Imkerei, steht die Problematik mit dem Einkommen meiner Schwiegereltern erst mal an erster Stelle, denn die Alternative wäre, dass sie ihre Bienenstöcke aufgeben, um irgendeine andere Arbeit zu finden. Sie haben beide etwas anderes studiert, aber sie sind mit ganzem Herzen Imker, und es würde Ihnen sehr weh tun, wenn sie die Bienenstöcke aufgeben müssten, zumal die Familie meines Schwiegervaters schon seit mehreren Generationen Bienenstöcke hat.



    So, erstmal genug geschrieben.


    Liebe Grüße und bis dann


    Basti

  • Ahoj,
    bitte erlaub doch mal PNs in deinem Kontrollzentrum.


    Und setz mich auf die Liste für potentielle Abnehmer - wenn der Honig nur halb so gut ist, wie der von der Kollegin, ist das ein Renner, sehr speziell.:wink:


    Transport: es gibt eine Menge Speditionen, die Ruhrgebiet-Varna oder sonstwas im Linienverkehr fahren, und wenn es nicht auf exaktes Timing ankommt, kann man eine Palette Hobbocks oder ein Faß auf Palette immer ziemlich billig als Beiladung im Sammelverkehr mitbringen lassen (nicht nur hier fragen, auch in Bulgarien, und Preise vergleichen, die sind sehr unterschiedlich, von Spedition zu Spedition. Am besten geht sowas, wenn man wen bei einer Spedition kennt und sicher sein kann, dabei nicht über den Tisch gezogen zu werden.)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen