Seehofer kam, sah und ......?

  • Morgen liebe Leut,
     
    nur ganz kurz: Wenn in Mü. bei der Pod. disk. angeblich nur 150 Leute da waren, dann bin ich mit meinen Teisendorfern höchst zufrieden, denn da waren am Schluß mind. genausoviele da.
     
    Mein besonderer Dank an die Imker, die zahlreich erschienen, auch ohne pers. "Einsagen". Doch wo blieben die Landwirte und Verbraucher?
     
    Auch MdB Ramsauer kam noch, sowie MdL Kern, die uns frohlockend verkündeten, daß sie ja bereits den Rückwärtsgang bzgl. Agro-Gentechnik eingelegt hätten, Gestern bereits. (Xaverl hat bereits berichtet)
     
    Nur passierte ihnen dann ein Malheur, als sie mittels Maiskolben abstimmten und den Kolben in die falsche Waagschale warfen.
     
    Ist ja auch schwer: Gentechnik verbieten? Ja oder Nein.
    Da kann man schon mal schwach werden und für Nein stimmen, obwohl man zuvor sich eindeutig für ein Ja erklärt hat, bzw. sich doch für eine Selbstbestimmung der Länder einsetzt.
     
    Meine Imker postierten sich dann mit ihren "Mahntaferln" vor dem Poststall, damit Herr Seehofer bei seinem "Einzug" diese auch zu sehen bekam.
     
    Dann kam das übliche Wahlkampfgeplänkel, wobei man sagen muß,
    würde man es filtrieren, würde weder Pollen noch Honig separiert werden.
     
    Bei dem Schlußpfiff, der Bayernhymne, stand ich nicht mal auf, weil es mir in der Seele weh tat, daß keine Diskussion folgte, wo ich doch so eine schöne Rede vorbereitet hatte, die über den Notstand der Imkerei berichtet hätte.
     
    Meine Rede liefere ich bei Gelegenheit nach.
     
    Dann hieß es auf einmal doch noch, daß Seehofer eine Deligation der Imker empfangen würde, wobei ich, bevor ihm das überhaupt berichtet wurde, ich ihm schon meine Patschhand hinstreckte und ihm in zwei Minuten versuchte, sämtliche Salben hineinzudrücken, die mir gerade einfielen.
     
    Was verwunderlich war, daß er gleich anfing: ach ja, die Vergiftungen und die Gentechnik,.. Ja und die Monokulturen, Agrarwüsten, sie hungern,
    Sie stehen in der Verantwortung.
     
    Er muß zur Presse, er darf das Flugzeug nicht verpassen und er versprach doch alles für die Imker zu tun und versicherte mir noch, alles was er sage, er doch auch verwirklichen würde.
     
    Mann, bin ich nun beruhigt! Den smiley, den ich jetzt gerne hätt, gibts leider nicht.
     
    Berchtesgaden läßt grüßen, ich werde Sie verfolgen, Herr Seehofer.
     
    Gruß Simmerl
    Ach ja, meine Rede nahm er mit, ob er sie jemals lesen wird?

  • Die hält er dann beim Bauernverband. Vielleicht bekommst du ja noch ein Honorar als Gostwrither? Dann bist du allerdings auch nicht mehr unabhängig oder neutral.

    xcde > enRGoogle

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!

  • Joh, im Vergleich zu München wars net schlecht... nur denk ich, kamen vor allem Menschen, die eh nicht überzeugt werden mussten (wobei ich einzelne Beiträge der Menschen am Mikro doch interessant fand, wenn auch das meiste mir nicht neu war)


    Groß Diskussionen waren ja nicht möglich, mangels "Gegnern" und die gschleckten Politiker wussten schon, warum sie erst kurz vor knapp kamen.


    Insgesamt fand ich die Veranstaltung aber trotzdem gut und ich finde es beachtlich, mit wieviel Elan die Campactler, die nun für mich reale Menschen geworden sind, rangehen


    Grüße von Lisa


    (den Herrn Minister hab ich nur 10 Minuten dabaggt. An der Tür, ich kam später, schwappte einem schon weiß-blau-bayrischer Bierdampfel entgegen, dazu dann noch die glatten Redewendungen... brrrrrrr)

    Die Menschen sind wunderliche Säugetiere

  • Was mich schon sehr verwundert: in München bekam Campact das Gelände direkt vor dem Hofbräukeller zugesichert, kurz vor knapp aber dann doch nicht, und sie mussten umziehen


    In Teisendorf hätten wir uns angeblich gleich gegenüber vom Veranstaltungsort aufstellen dürfen - hier wars nicht ganz so knapp, zwar waren die Plakate und Handzettel schon falsch gedruckt, doch zumindest blieb ein kurzfristiger Umzug aus


    Sollen das zufällig Zufälle sein?


    Ich fand es auch schwierig, dass sich die Veranstaltung "nur" auf Gentechnik bezogen hat. Andererseits - waren die, die dort versammelt waren, bis fast zum Schluss eh wahrscheinlich überwiegend auf einer Linie, angefangen von Gentechnik übers Beizen über die Artenvielfalt, seufz, mit wem hätten wir diskutieren sollen? Ramsauer hat ja seine kurze Redezeit mit langen Sätzen verbracht, worin er begründet hat, dass er so spät gekommen ist und dass das von Anfang an so geplant war


    Grüße von Lisa

    Die Menschen sind wunderliche Säugetiere

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  • Ach ja, meine Rede vor Minister Seehofer, die ich nicht halten durfte,
    bin ich ja auch noch schuldig:
     
    Herrr Minister Seehofer, als Imker, Vorstand des örtlichen Imkervereins und Fachtwart für das Berchtesgadener Land, möchte ich kurz über die derzeitige Notlage der Bienenzucht berichten.
     
    Auf gut bayrisch gsagt: Unseren Honigbienen geht’s: dreckig! Sie leiden!
    Man kann es umschreiben mit: vergiftet – vergent – verhungert.
    Wir Imker wollen warnen und müssen mahnen zugleich.
    Nervengifte, die in Nachbarländern längst verboten sind, bleiben bei uns im Handel.
    Wir müssen vom Genmais weg mit unseren Bienen!
    Da fällt einem gestandenen Bayern nur ein: Ja wo san ma denn?
    Das Nahrungsangebot wird durch Monokulturen, sogenannten Agrarwüsten immer knapper und ohne die Zufütterung des Imkers könnte der Bien nicht überleben.
     
    Es ist schlicht und einfach gesagt: eine Katastrophe, die Bienenzucht wird einem verleidet.
    Wenn sich hier nicht sofort was ändert, wird das drittwichtigste Nutztier nach Rind und Schwein, zum Nutzlosesten, da es zum Aussterben verdammt wurde.
     
    Dies ist keine christliche Politik, die mit der Schöpfung so umgeht, sie manipuliert, mißachtet und sogar ausrottet, nur des Profites willen.
     
    Es bleibt keine Zeit für Diskussionen, gesunder Menschenverstand ist gefragt. Wirtschaftliche Interessen müssen zurückgestellt werden, Gesetze und Handelsabkommen dürfen nicht als Alibi herangezogen werden, um den Untergang der Imkerei, legal zu vollziehen.
     
    Wir Imker fordern Sie deshalb auf, dafür zu sorgen, die Nervengifte zu verbieten, die allen Nutzinsekten den Tod bringen und sich in Boden und Wasser anreichern, Agro-gen-technik aus Europa zu verbannen und für eine nachhaltige Landwirtschaft einzustehen, die die Gewähr verspricht, daß auch künftige Bauerngenerationen noch gesunde Nahrungsmittel produzieren können.
     
    Zudem darf ich auf die Broschüre: Gute fachliche Praxis im Pflanzenschutz verweisen, in der Sie selbst, biologischen, biotechnischen, sowie anbautechnischen Pflanzenschutzmaßnahmen den Vorzug geben.
    Für Imker, Landwirte und Verbraucher wäre es segensreich, zuküftig, auf die chemische Keule ganz zu verzichten, was durchaus mit einfachen Düngemaßnahmen möglich ist.
     
    Liegts doch wohl nur, am guten Willen, bzgl. Agro-Gen-Technik, die richtigen Umschreibungen zu finden, um sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen, in den man sich hat treiben lassen, vom großen Bruder, westlich des großen Teiches.
     
    Herr Minister, Sie stehen in der Verantwortung, für unser Heimatland, für unsere Kinder und für eine intakte Umwelt.
     
    Wenn die Stadtbienen gesünder sind, als die auf dem Land und in den Parks mehr Nahrung finden, als in der freien Natur, dann weiß ein jedes Kind, daß da was faul sein muß.
     
    Die Biene ist der Indikator, Sie zeigt uns, wie es um unsere Natur bestellt ist,
    -wenn Sie stirbt - dann sterben auch wir.
     

  • Lieber Simon,


    Das gefällt mir!


    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem wunderschönen guten Morgen :-)
    Ich war am 9.9.08 bei der Demo in Regensburg.
    Der Platz vor dem Kolpinghaus war etwas zu klein, trotzdem habe ich mich gewundert das sich doch so viele Menschen dafür b.z.w. gegen Genanbau aussprachen und dort verharrten bis die Redner geredet hatten und unser aller hochgeliebter Genhofer (laut Plakat) :wink: durch die Hintertür (war zu feige sich den Leuten zu stellen) ins Kolpinghaus ging.
    Was für mich persönlich etwas traurig war ist das es ausser Biobauern, kein Landwirt es für nötig befunden hat sich mal zu informieren, geschweige denn gegen den Genanbau offen seine Meinung zu sagen oder zeigen.
    Die um die es hauptsächlich ging, intressieren sich auf gut Deutsch: einen feuchten Dreck, dafür.
    Auch waren da zu wenig Imker die sich offen dagegen bekannt haben.
    Wir waren leider nur zu 2.t.
    Es waren zwar noch ein paar Imker da, aber wie Sie mir bestätigten sind Sie zu feige sich mit der Verkleidung offen hinzu stellen.
    Waren wörtlich Ihre Worte :opps:
    Wer intresse an Bilder von Regensburg hat, kann sich bei mir ja melden.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike