Wie die Beizung vom Raps feststellen?

  • Laut Herstellerangaben hält der Wirkstoff knapp über hundert Tage. Aus Kanada ist bekannt, daß der Wirkstoff mehrere Jahre nach der Ausbringung im Boden zu finden ist.



    aus: Manfred Heder über Clothianidin mit Quellenangaben zum Nachlesen (PDF)



    Soweit ich das richtig verstanden habe, ist die Angabe des Herstellers einfach nur errechnet worden? Das würde die Unterschiede zwischen Herstellerangaben und tatsächlichen Befunden aus der Praxis erklären?


    Die Gefahr der Akkumulation, der Anreicherung im Boden und im Naturhaushalt ist jedenfalls gegeben. Wie sonst kommt Clothianidin in den Salat?


    http://www.foodaktuell.ch/nachrichten.php?art=880



    Viele Grüße,


    Bernhard

  • Hallo Zusammen,
    habe ich da was von "für Vögel gefährlich" gelesen?
    Da durchzuckt es mich...
    Irgendwie habe ich da was im Hinterkopf,
    das für Vögel gefährliche Mittel blau eingefärbt sein müssen,
    weil Vögel blaue Sachen nicht aufpicken.
    Ah, jetzt habe ich die Fährte wieder:
    Ein Artikel über Schneckenkorn, in "Kraut und Rüben", vor einigen Jahren.
    Schneckenkorn ist blau, damit Vögel es nicht aufnehmen.
    Wieso ist dann ein Beizmittel, laut eigener Deklaration vogelgefärlich, rot?
    Wo sind die Vogelschützer unter uns, die könnten genaueres wissen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Interessante Frage, Lothar.


    Die Vögel sind ja nicht nur von den herumliegenden gebeizten Saatkörnern gefährdet. Sondern auch von halb-vergifteten herumfliegenden Insekten, die sie fangen. Die tödlich vergifteten Insekten fliegen ja nicht mehr. Übrigens auch ganz nett: Wenn die Sammelbienen draußen eine tödliche Dosis verpasst bekommen, sterben sie im Felde. Auf diese Weise werden nie ganz hohe Dosen an Pestiziden eingetragen, sondern immer nur geringe bis mittlere Mengen.


    Die halbvergifteten Insekten werden dann von insektenfressenden Vögeln (oder Spinnen etc) gefangen und an die Jungvögel im Nest verfüttert. Beobachtet mal die Schwalbennester. Dieses Jahr warfen bei mir die Schwalben bei über zehn Nestern verteilt auf zwei Wochen die toten Küken über Board. Die lagen dann überall herum, ich hatte den Zusammenhang zu spät begriffen. Sonst hätte ich die eingeschickt.


    Ist die Biene bedroht, ist der gesamte Naturhaushalt und der Mensch bedroht. Wie sich die Beizung des Rapses in diesem Jahr auswirkt, erfahren wir erst nächstes Jahr. Sollten die Schäden so immens sein, wie es sich abzeichnet, wird das BVL und alle Minister die Verantwortung tragen.


    Das BVL hat die Beizung des Raps mit Clothianidin freigegeben.


    Viele Grüße,


    Bernhard

  • Hallo Peter,


    wir waren ja vor Ort in Braunschweig beim BVL. Wenn ich das richtig verstanden habe, wissen sie nur von dem Wert, den der Hersteller angegeben hat. Schließlich werden ja auch nur die Unterlagen vom Hersteller bei der Zulassung geprüft.


    Das ist ungefähr so, als wenn ein Autohersteller seine eigene TÜV-Prüfung vornimmt und mitbringt, um den Wagen dann für den Straßenverkehr zuzulassen. :confused:


    Stempel abholen... fertig.


    Ist ja auch merkwürdig, daß der gentechnisch veränderte Mais MON810 in Deutschland angebaut werden darf, während Österreich, Ungarn, Griechenland, Polen, Rumänien und Frankreich den Anbau bereits verboten haben. Die dortigen Wissenschaftler und Behörden sind der Auffassung, daß die Umwelt durch diesen Mais Schaden nimmt. Nur in Deutschland gibt es eine Zulassung.


    In Frankreich sind auch mehrere Pestizide verboten, während sie hier erlaubt sind. Also irgendwas läuft da doch schief bei den Zulassungen. :confused:



    Ich finde außerdem keine Unterlagen zu Untersuchungen, inwieweit Clothianidin giftig für den Menschen ist. Keiner kann sagen, wie viele Körner ein am Ackerrand spielendes Kind essen kann, ohne in Gefahr zu geraten.


    Ich beobachte weiterhin, daß Spaziergänger heranreifende Maiskolben abbrechen und für den Verzehr mit nach Hause nehmen. Auch Futtermais. Das bedeutet, daß die systemischen Gifte, die ja über die Beizung in die Pflanze aufgenommen werden, in direktem Kontakt mit dem Menschen kommen. Da draußen essen Menschen Maiskolben, die Clothianidin enthalten. Ich finde das wenig witzig und habe das dem BVL geschrieben und um Auskunft gebeten, inwieweit solche Pflanzen und so gebeiztes Saatgut beim Verzehr den Menschen gefährdet.


    Ich warte auf Antwort.


    Bernhard