Wie die Beizung vom Raps feststellen?

  • Moin


    Nachdem nun hier in meiner Gegend der Raps für´s nächste Jahr ausgesäht wurde, würde es mich interressieren mit welchen Mittel der Raps gebeizt wurde.
    Das der Raps gebeizt wurde, stand auf den Saatgut-Tüten, die hier am Wegesrand standen.
    Ausserdem waren die Körner rot - wie viele Beizungen.
    Es stand aber nicht der Wirkstoff drauf. Vielleicht habe ich ihn auch nicht so schnell gesehen.
    Ich konnte nur lesen, das die Körner für Vögel hochgiftig sind.


    Gibt es eine für uns zugängliche Datenbank?
    Oder muss ich bei den Landwirten vorstellig werden?


    Gruß Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Moin Patrick,
    geh mal davon aus,das es Clothianidin ist,da es ja für Raps wieder zugelassen wurde.
    Solltes du irgendwo Körnerreste liegen sehen,bitte fotografieren.
    Es werden Beweise benötigt,das die Ausbringung nicht fachgerecht ausgeführt wird.
    Gruß
    Helmut


    Verzeichnis aller zugelassenen Pflanzenschutzmittel/PSM Datenbank:
    https;//portal.bvl.de/psm/jsp/

  • Nicht immer gleich ans Schlimmste denken, Helmut.
    Die Bauern nehmen nur das, was sie nehmen müssen, schließlich müssen sie die Mittel und die Beizung auch bezahlen !
    @ Patrick
    Eigentlich sollte zwingend auf den Säcken stehen, welches Mittel in welcher Menge verarbeitet wurde.
    Ansonsten frag ruhig den Landwirt, der beißt nicht. Meist haben die volles Verständnis, wenn man ruhig mit denen spricht.
    Vielleicht ist es ja auch eine "Selbstbeizung" (lach nicht, das gibts häufiger)
    Dabei beizen die Landwirte ihr Saatgut selbst, z.B. im Betonmischer.
    Dabei ist natürlich die Kontrolle über Art und Menge gleich Null.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Moin Michael,
    Wieso an Schlimmste denken,ist doch erlaubt.
    Die anderen Beizmittel sind aber nicht besser,alles systemisch wirkende Nervengifte
    Bernhard hat hier am Niederrhein in einer Verkaufsstelle Geschenkprobesäcke für die Bauern gefunden.
    Mais mit Clothianidin gebeizt,Foto ist bei den Freiburgbildern.
    Das BVL beruft sich ja auf die ungefährliche Ausbringung der Rapssaat.
    Die Saat wird nicht pneumatisch ausgebracht,sondern in die Furchen gelegt:O-Ton BVL
    Ob die jemals was von "Selbstbeizung" gehört haben??
    Ich hab den Link nicht richtig hingekriegt,aber wenn du darin liest,werden sich deine Nackenhaare sträuben,was alles so in den erlaubten Beizmitteln drin ist.
    Gruß
    Helmut

  • Moin


    nein es war keine Selbstbeizung, da seitlich auf den Säcken stand das es gebeiztes Saatgut war. Die Säcke waren teils noch original verschlossen.


    Ich hatte gestern abend noch ein sehr interressantes Telefonat aus Frankreich in diese Richtung. Es steht unten auf den Säcken - habe aber immer nur an der Seite geschaut.


    Werde mal bei der Genossenschaft und bei den Landwirten vorstellig werden.


    Meine Befürchtung ist, das es wirklich Clothianidin ist, da sich meine Bienen schon dieses Jahr so verhalten haben.
    Ich setzte in Zukunft auf die neu geschaffene Stelle beim JKI. - Danke Bernhard für den Link vor ein paar Wochen.


    Patrick

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    Guido Sklenar, 1935

  • Hallo,


    die Beizung von Saatgut an sich ist nicht das Problem. Im Frühjahr war das Problem, das die Aussaat mit modernen Maschinen erfolgte, die die Saatkörner mit Pressluft in den Boden schießen. Durch den "Schuß" erfolgt ein Abbrieb der Beize, die dann als Staub auf die Blüten niederging. Also lass Vorsicht walten und verderb es Dir nicht mit den Bauern.


    Gruß Micha

  • Moin Michah


    das mit dem Abrieb ist nur ein Problem von vielen mit den neuen PMS.
    Davor hatte ich bei der Rapsaussat keine Angst.
    Die Beizung wirkt in der ganzen Pflanze.
    Somit im Pollen und Nektar in 2009!


    Interressant ist der extrem wenige Bienenflug wärend der Rapsblüte 2008 und der ansteigende Bienenflug direkt nach der Rapsblüte dieses Jahr. Wohlgemerkt bei 2 - 3 Zargen mit Brut pro Volk!!!
    Wie so einige andere Phänomene.


    Das ist schleichend und nennt sich dann verzögerte Entwicklung der Honigbienen.
    Kannst ja mal im Netz suchen.


    Mit den Landwirten kann ich mir es nicht verscherzen, da ich immer nett bin :liebe002:und Ihnen direkt nichts vorschreibe.


    Gruß
    Patrick

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    Guido Sklenar, 1935

  • Moin


    So, hier das Ergebnis: der Raps kam von einer grossen in der Nähe ansässigen Saatgutfirma.
    Beizung: Elado.
    Inhaltsstoff als Insektizid: Clothianidin und Beta-Cyfluthrin.


    Also nächstes Jahr selber Kampf.
    Dieses mal nur besser vorbereitet!


    traurige Grüsse
    Patrick

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    Guido Sklenar, 1935

  • xcde > enRGoogle


    Das ist doch eine ganz gute Gelegenheit zu überprüfen, ob deine Behauptungen, daß das Beizmittel daran schuld ist, daß die Bienen dieses Jahr nicht aus den Hufen kamen stimmt.
    Die Frühlingsentwicklung war schließlich durch den Kälteeinbruch gewaltig gestöhrt. Auch bei uns war die Ausbeute aus der frühen Blüte und dem Raps nicht so toll. Auch ohne Beizung.
    nächstes Jahr kannst du ja ganz gezielt darauf achten, ob du bzw. deine Bienen schäden an der Brut haben usw.
    Im Idealfall mit einer Kontrollgruppe an einem Feld ohne Beizung oder einer Gegend ohne Raps?
    Das ist doch wirklich mal interessant. Wichtig wäre eben nur die richtige Dokumentation. Wie müßte man sowas den festlegen?

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!

  • Moin


    In meiner Gegend wird jedes Rapsfeld so gebeizt sein.
    Also nix mit Kontrollgruppe. Leider.


    Werde aber trotzdem wieder beobachten.
    Ich kann Euch allen nur raten mal bei den Landhandlungen etc mal nachzufragen mit welchen Mitteln der Raps in Eurer Nähe gebeizt wurde.
    Die geben Auskunft. Fragt Eure Landwirte.


    Tragt Eure Beobachtungen zu Euren Instituten, die daran wirklich interressiert sind.
    In NRW ist es unter anderem das LWK.
    Dort ist man schon auf die schleppende Entwicklung der Völker aufmerksam geworden, die dieses Jahr in verschiedenen Kreisen zu beobachten war.
    Einen wissenschaftlichen Nachweis, das PSM an diesem Phänomen schuld sind, gibt es noch nicht.
    Es liegt unter anderem an uns, diese Daten zu Verfügung zu stellen.
    Solltet Ihr also Entwicklungsverzögerungen im Frühjahr feststellen: meldet Euch.
    Nur so kann der wirkliche Grund festgestellt werden.
    Wie immer der Grund auch heissen wird.


    Gruß
    Patrick

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    Guido Sklenar, 1935

  • Wirkung wie lange??
    Wer kann uns eindeuig und richtig sagen, wie lange das Beitmittel wirkt. Es kommt doch darauf an, ob der Wirkstoff der Beize nur während der Aussaat und der Zeit des Grundwachstuns wirkt, oder bis zum Drusch im nächsten Sommer. Wenn letzters zutrifft, dann wäre vieles klarer.
    Gruß Peter