Ganzen Stock totbehandelt?

  • Moin,


    so, nun habe ich es scheinbar geschafft. Ich habe gestern die 2. AS-Behandlung bei meine Völkern vorgenommen. Ableger und Kustschwarm haben die 2 ml/Wabe gut vertragen. Kolateralschaden pro Stock ca. 200 Damen.


    Aber bei meinem Altvolk ist (bereits zum 2. mal) die ganze Dachpappe voller toter Bienen. Geschätzt ca. 5000 Stück! Was kann denn da falsch gelaufen sein?


    Ich bin folgendermaßen vorgegangen:


    Gegen 19:00 (bei trockenem Wetter und 22 Grad) habe ich mit 2 Schwammtüchern behandelt. Alle sitzen bei mir auf 2 Zargen mit je 11 Waben. Demzufolge habe ich auf jedes Schwammtuch 22 ml geträufelt. Bei dem Ableger und den KS ist aber noch eine Futterzarge drauf. Dort habe ich aber ebenfalls "nur" 44ml gegeben.


    Behandelt wurde mit 60% iger AS.


    In der Nacht gab es keine übermäßige Feuchtigkeit.


    Direkt nach der Behandlung, konnte ich keine Veränderung an den Bienen festestellen. Die Damen blieben ganz ruhig, lagerten nicht außergewöhnlich vor und verhielten sich vollkommen normal. Auch eine Stunde nach der Behandlung war alles ok.


    Nun dürfte mein Altvolk so geschwächt sein, daß ich es wohl mit den Kustschwärmen vereinigen werde. Innerhalb von 2 Wochen einen solchen Biernenverlust wird es wohl nicht überleben.


    Woran kann das denn nun gelegen haben?


    Grüße Stephan

    Derzeitiger Völkerstand: 1 Altvolk, 1 Ableger und 2 Kunstschwärme!

  • Hallo Bienenfreund!
     
    Das ist wirklich ein Rätsel!
     
    Ich nehme an, dass die Behandlung von oben erfolgte. Bei einer Überkonzentration wären die Bienen nach unten und ins Freie ausgewichen. Außerdem ist die Konzentration offensichtlich richtig gewesen.
     
    Ist bei diesem Volk sonst alles in Ordnung (Brut in allen Stadien, Futter)?
     
    Ich würde als Ferndiagnose eher auf Räuberei tippen.
     
    Von einer Vereinigung mit einem anderen Volk würde ich abraten. Da wird auch noch das gute Volk gefährdet. Wenn es sich um ein starkes Volk gehandelt hat (15.000 Bienen oder mehr) dann sind noch immer 10.000 bienen vorhanden und als überwinterungsfähige Mindestzahl wird 5.000 angegeben.
     
    MfG
    Honigmaul


  •  
     
    Also mit 5.000 würd ich sicher nicht in den Winter gehen, nicht mal mit 10.000 - das kann nur schief gehen!
     
    lg
    Harry

  • Moin,


    Räuberei scheidet definitif aus. Dieser starke Totenfall trat immer "nur" direkt nach der AS-Behandlung auf!


    Boden ist komplett offen (Segeberger Beuten mit offenem Gitterboden). Flugloch ist auf 5 cm eingeengt.


    Gefüttert habe ich die noch nicht, aber die obere Zarge ist fast komplett mit Honig gefüllt! Das Volk wurde nur anfang Juni abgeschleudert.


    Brut ist in allen Stadien vorhanden.


    Behandlung fand von oben statt.


    AS war gekühlt auf 4 Grad.


    Grüße Stephan

    Derzeitiger Völkerstand: 1 Altvolk, 1 Ableger und 2 Kunstschwärme!

  • Moin harry

    Also mit 5.000 würd ich sicher nicht in den Winter gehen, nicht mal mit 10.000 - das kann nur schief gehen!


    willste Anfänger verunsichern oder was? :roll:
    5.000 Bienen sind nicht wenig und ich überwintere Mini-Pluse und zwar locker als Zwei- und Dreizarger. Warum sollten Bienenvölker mit weniger al 10.000 Bienen nun nicht durch den Winter kommen? Und was wird alles passieren bis zum letzten Flugtag?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Und welche Größe hatte es während der Behandlung?


    Moin,


    ebenfalls die besagten 5 cm! Der Boden ist doch offen. Müßte doch zur Belüftung reichen, oder?


    Grüße Stephan


    PS: Beim Ableger und bei den Kustschwärme waren ja ebenfalls die Fluglöcher eingeengt bei der Behandlung! Dort hatte ich ja nur einen "normalen" Kollateralschaden!

    Derzeitiger Völkerstand: 1 Altvolk, 1 Ableger und 2 Kunstschwärme!

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  • Hallo Stephan,
    hattest du die Fluglöcher komplett geöffnet und war die AS richtig gekühlt? Gruß Peter


    Gekühlt wird die AS doch zum Schutz von dir vor den Dämpfen der AS - so hörte ich es zumindest in meinem Lehrgang. Also nicht zum Schutz der Bienen, wieso auch, die AS wärmt sich im Stock doch sowieso auf. - Ist das falsch?


    Ich habe vor ca. 8 Stunden die erste AS-Behandlung mit dem Nassenheider Verdunster gemacht und dabei das Abkühlen der AS vergessen. Den Bienen geht es gut, ich merke bis jetzt keine Besonderheiten an ihrem Verhalten.


    Gruß aus der spätsommerlich warmen Nordheide

  • Gekühlt wird die AS doch zum Schutz von dir vor den Dämpfen der AS - so hörte ich es zumindest in meinem Lehrgang. Also nicht zum Schutz der Bienen, wieso auch, die AS wärmt sich im Stock doch sowieso auf. - Ist das falsch?


    Moin,


    ich habe das mit der Kühlung der AS eher so verstanden: du sollst ja pro Wabe 2 ml verwenden. Wenn es nun draußen recht warm ist, verdunstet die AS sehr schnell und du bekommst keine 44 ml (in meinem Fall) in das Schwammtuch, da schon ein Teil verdunstet.

    Derzeitiger Völkerstand: 1 Altvolk, 1 Ableger und 2 Kunstschwärme!

  • Das Abkühlen dient einem "langsamen" Aufbau der Säurekonzentration in der Beute. Es soll den Bienen die Möglichkeit geben sich ein wenig an die Säure zu "gewöhnen". Ist aber eigentlich nur beim Schwammtuch üblich, Medizinflasche und sonstige Verdunster verdunsten mit langsam ansteigender Konzentration


    mit Gruß


    Onkel Tom

  • Hallo,
    so ähnlich ging's mir auch - ich schrieb davon im "Schwammtuch-Thread".


    Im Prinzip bin ich da auch etwas ratlos. Allerdings habe ich "nur" das Problem mit nun fehlenden Weiseln in 4 von 12 behandelten Hinterbehandlungs/Einraumvölkern nach Behandlung mit dem Schwammtuch.
    Beim Nassenheider im Doppelraum / Zweizarger hatte ich derartige Probleme nicht.


    Allerdings sind die Völker selbst, auch trotz einiger Kolleralschäden noch gut überwinterungsfähig - zumal ich die Fälle, in denen die nachgezogene Weisel nicht begattet wird (rechne ich eigentlich eh nicht mit - kaum noch Drohnen, dafür aber mieses Wetter), sowieso Ableger "aufsetzen" werde.


    Vielleicht sind die Bienen manchmal schon irgendwie vorgeschädigt, so daß die "Medizin" dann schon zu spät kommt - ???


    Sachdienliche Hinweise erbeten.


    Grüße ralf_2

  • [quote='Ablotte','https://neu.imkerforum.de/forum/thread/?postID=164957#post164957']Moin,
    ebenfalls die besagten 5 cm! Der Boden ist doch offen. Müßte doch zur Belüftung reichen, oder?
    Grüße Stephan
     
    Moin , Moin aus Hamburg ,
    Erklärungsversuch: Eigentlich soll bei der Behandlung das Flugloch gänzlich geöffnet sein. Eventuell könnten sterbende Bienen das Flugloch weiter einengen oder gar verschließen.Hast Du die toten Bienen mal auf Varroen oder Varroaschäden kontrolliert (Auswaschen) ? Wie hoch war der Milben Totenfall bei den betroffenen Völkern ?
    Wenn es sich um ein stark befallenes Volk gehandelt hat, könnten die offenen Bissverletzungen an den befallenen Bienen eine Erklärung für den Totenfall sein.
     
    Ich denk da aber noch einmal darüber nach. Ist schon spät heute und komme gerade von der Arbeit. Die Luft ist raus.
     
    Ich wünsche allerseits eine gute Nacht.
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)