Überschüssige Bienen?!

  • Schönen guten Abend zusammen!
    Momentan habe ich auf allen meinen Völkern und Ablegern eine Leerzarge DNM inklusive Futtereimer stehen. Ich füttere den Völkern wie auch Ablegern derzeit wöchentlich 2-3 kg Weizenstärkesirup und werde gegen Mitte / Ende September mit der Auffütterung für den Winter beginnen (Dank an Harry für seine Ausführungen zu diesem Thema!).
    Soweit die Ausgangssituation.
    Beim heutigen Füttern fiel mir auf, dass in einem sehr starken Altvolk und einem entsprechenden Ableger sehr viele Bienen innen am Deckel hingen, die z.T. schon richtige kleine Trauben bilden. Diese geschätzten mehreren hundert Gramm Bienen je Volk / Ableger wollte ich nun ggf. zur Verstärkung eines Anfang August erstellten KS verwenden, auch um zu vermeiden, dass die beiden Völker beim Entfernen der Futterzargen (voraussichtlich Anfang Oktober) möglicherweise so wenig Platz in der Beute haben, dass sie einen Überbevölkerungsschwarm absetzen.
    Ist diese Maßnahme so sinnvoll und überhaupt nötig, oder soll ich die Bienen dort in den Deckeln und Zargen vor sich hin hängen lassen?
    Ich nehme an das diese Bienen ja noch jung, aber auch noch keine Winterbienen sind und daher sowieso noch abgehen werden. Diese Kraft und Energie könnte ich jetzt beim KS ja durchaus noch nutzen. Auf der anderen Seite sehe ich die Gefahr, dass diese Bienen den Ursprungsvölkern evtl. bei der Winterbienenaufzucht fehelen könnten?! Aber sie hängen ja nur rum und pflegen keine Brut...:confused:
    Also, was meint ihr? Vielleicht könnten auch die etwas Erfahreneren unter euch aus ihrem Fundus berichten.


    Dank, Gruß und schöne gute Nacht!
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo,
    Überschüssige Bienen gibt es nicht - spätestens im Frühjahr wird jede einzelne "händeringend" gesucht. Wie die alten sagten: "Im Frühjahr ist jede Bienen einen Taler wert" .
    Außerdem handelt es sich bei solchen Ansammlungen meist um Altbienen, die taugen auch zur Verstärkung anderer Völker nicht so recht.
    Am Besten machst Du das so wie von Michael geschrieben - hier solle man die Bienen einfach machen lassen, was ihnen gefällt.
    Es passen übrigens seehr viele Bienen in einen Kasten. Vor allem im Winter. Sei froh daß die Völker schön stark sind - den Rest regeln sie selbst.


    Grüße ralf_2


  • Hallo Patrick
    Wie ich sehe hast du das selbe Problem wie ich im Juli nach dem ab schleudern (Bienenbärte)
    Habe dann KS in Segeberger 1,5 gemacht .War noch gute zeit dafür!!und schlisse mich Ralf 2
    Meinung an. Nun mal eine Frage an dich :Der KS Segeberger 1,5 im Juli hat 7 Rähmchen
    besetzt ,wie behandelt man der mit AS weil noch nicht voll???
    Mit freundlichen Grüßen
    Gerd

  • Hallo Patrick
    Wenn der KS eher schwach ist, dann kannst Du diese herumhängende Bienen ohne weiteres nehmen.
    Diese Bienen werden im Volk nicht mehr benötigt und warten eigentlich nur noch auf den Tod. Wenn Sie aber im KS noch eine Aufgabe bekommen, so können Sie ohne weiteres nochmal für den Ausbau von MW gebraucht werden und dem KS helfen, stärker in den Winter zu gehen.
    Die Entscheidung liegt aber bei Dir.
    Mit freundlichem Gruss
    Hugo

  • Hallo zusammen!
    Also der Zwischenstand liegt jetzt bei 3:1. :wink:
    @ Mäkes: Dein "klassisches" Bienenbartproblem habe ich nicht, meine Bienen hängen ja im Deckel drin und nicht als Bart außen an der Beute.


    Hugo : Der besagte KS besetzt im Moment ca. 6-7 Waben DNM 1,5 und es schlüpfen derzeit die ersten Jungbienen der neuen Königin, womit augenscheinlich die Volksstärke momentan zumindest nicht abnimmt.


    ralf_2 : Du schreibst es handelt sich bei den o.g. Bienenansammlungen meist um Altbienen.
    Danach schreibst du, dass es keine überschüssigen Bienen gibt, da im Frühjahr jede Biene händeringend gebraucht würde. Dem stimme ich so absolut zu, andererseits war ich der Meinung, dass die Bienen die jetzt als Altbienen rumhängen, das Frühjahr sowieso nicht mehr erleben?!


    Gruß Patrick


    dem zu Mäkes Äußerung noch einfällt, dass es ja vielleicht auch bienenbeuteninterne :wink: Bienenbärte geben könnte.

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Beim Füttern im August wird ggf. auch der Bautrieb nochmal angeregt, der Hohlraum neben dem Eimer ist dann gerade recht.


    Also, erst mal prüfen, ob das Bautrauben sind.


    Nach dem Herrichten des Wintersitzes (z.B. einengen im großen Brutraum) und zum Auffüttern ist es hilfreich, zwischenzeitlich eine Zarge mit leeren Honigwaben unterzusetzen - das Raumgefühl läßt dem Volk mehr Bienen, die sonst abgetrieben werden.


    Winterbienen beteiligen sich aus ggf. nachvollziehbaren Gründen nicht mehr sehr an der allgemeinen Betriebsamkeit und "hängen" deswegen evtl. "auch nur rum".


    Dies wäre zu bedenken


    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Patrick, ich würde jetzt keine Bienen mehr 'rausnehmen. Die sind mitten in der Umstellung auf Winterbienen, und Du siehst den Völkern nicht an, wen Du ihnen da gerade wegnimmst. Kunstschwärme nach der Sommertrachternte, und dann Feierabend, und die Völker in Ruhe lassen, soweit es geht. Anfang August kannst Du den Völkern ohne weiteres 2 kg alte Sommerbienen entnehmen - das Volk wird Dich ins Herz schließen dafür. Aber jetzt ist die Situation anders.


    Mäkes :
    Kunstschwärme brauchen gar keine Ameisensäure - hast Du den KS nicht nach dem Einschlagen mit Oxalsäure (oder Perizin) beträufelt? Das ist die Gelegenheit dafür. Dann kannst Du Dir alle Liebigdispenser, Nassenheider oder Schwammtücher sparen.


    Solltest Du nicht geträufelt haben und daher jetzt noch mit AS behandeln müssen, kannst Du das mit jedem Verdunstersystem machen; ggf. nach Wabenanzahl dosieren. Achte auf die Außentemperatur.

  • Hallo zusammen!
    Ich habe mich entschieden, die Deckelbienen in den Völkern zu belassen und nichts weiter zu tun. Aus Interesse habe ich eben bei dem Volk mit den meisten Bienen im Deckel mal kurz den Fluglocheinengungsschaumstoff ein kleines Stück beiseite geschoben um zu linsen ob und wieviel das Volk durchhängt.
    Das Ergebnis: Das Volk hängt in der Mitte der Beute auf ca. 5-6 Waben bis fast auf den Gitterboden durch, links und rechts dagegen hängt niemand.
    Besteht eurer Meinung nach bei einem solchen Volk die oben von mir angesprochene Gefahr des Überbevölkerungsschwarmes oder reduziert sich die Volksstärke jetzt nach und nach soweit, dass das Volk zwar stark ist, aber es ihm nicht zu eng in der Beute ist (Stichwort schwarmreif einwintern / aufsatzreif auswintern)?


    Gruß Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Ich habe wenig Ahnung von Imkerei mit 2 Bruträumen. Auf wie vielen Zargen sitzt das Volk? Oder ist es eins von denen auf 1 1/2 DNM? Wenn letzteres: die schrumpfen sich schon zurecht. Da schwärmt nichts mehr.

  • Hey Johannes!
    Das betreffende Volk ist eines meiner 1,5er DNM-Völker. Wenn sich das noch bis auf ein hoffentlich starkes Wintervolk zusammenschrumpft bin ich ja beruhigt :-D.
    Der andere "Durchhänger" ist ein einzargiger Ableger, ich denke mal auch der wird sich noch auf die entsprechende Größe verkleinern?!


    Gruß Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo, Patrick,
    nein, das liest sich nicht wie Überbevölkerung, dafür braucht es konstant 3-4 Bienen pro Kubikzoll in den Wabengassen, überall, und das bedeutet in praxi, daß sie sich kaum noch bewegen können. Dann würden sie nicht nur in der Mitte durchhängen, sondern auch in Riesenmengen vorlagern.
    Von daher keine Gefahr, außer du hast noch sehr viel verdeckelte Brut drin.
    (ich hab einen Dreizarger(24W) mit 10(!) verdeckelten Waben grad sicherheitshalber nochmal aufgesetzt - sie werden die Zarge mit Sicherheit nicht mehr ausbauen, aber sie verteilen sich dann jedenfalls besser.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Mäkes :
    Kunstschwärme brauchen gar keine Ameisensäure - hast Du den KS nicht nach dem Einschlagen mit Oxalsäure (oder Perizin) beträufelt? Das ist die Gelegenheit dafür. Dann kannst Du Dir alle Liebigdispenser, Nassenheider oder Schwammtücher sparen.


    Solltest Du nicht geträufelt haben und daher jetzt noch mit AS behandeln müssen, kannst Du das mit jedem Verdunstersystem machen; ggf. nach Wabenanzahl dosieren. Achte auf die Außentemperatur.


    Hallo Johannes
    Hatte KS mit Milchsäure behandelt .
    Beim reinlinsen (futterverbrauch) sah ich auf einer Biene eine Milbe deshalb meine Frage.
    Mit freundlichen Grüßen
    Gerd

  • Hey Sabi(e)ne!:-D
    Also vom Vorlagern sind die Mädels dann doch noch weit entfernt denke ich, allerdings weiss ich nicht wieviel verdeckelte Brut die im Moment haben bzw. wieviel Brut überhaupt, da ich die Störungen im Moment auf das Nötigste (kleine wöchentliche Futtergaben) reduziere.
    Meinst du es ist nötig die beiden o.g Völker diesbzgl. unbedingt durchzuschauen? Würde ich nur sehr ungern tun, zumal ich annehme das die Völker alle noch Einiges an Brut haben, da sie reichlich Pollen fliegen.


    Gute Nacht!
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!