Gras wieder gelb vollgeschissen

  • Hallo liebes Forum,


    momentan tragen alle meine Völker massiv Pollen in hauptsächlich gelben und orangenen Farbtönen ein.


    Bei der Kontrolle heute morgen entdeckte ich (wie bereits schon im Frühjahr) vor den Beuten lauter vollgeschissene Grashalme mit gelben Kotspritzern.


    Ist dieses Phänomen normal?

    Viele liebe Grüße aus dem Saarland!
    Kai Kopmeier
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    Das Staunen ist eine
    Sehnsucht nach Wissen!

  • Hallo Kai,
    Ruhr, Nosema ist für mich zu dieser Jahreszeit nicht normal. Sind die Kotspritzer nur im Gras vor der Beute oder auch auf dem Anflugbrett bzw. an der Beute? Wenn es nur bei einzelnen Völkern ist würde ich mal ein Blick rein werfen. Vielleicht gibt es schon unliebsame Untermieter die Unruhe in die Völker bringen.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Eisvogel,


    die Kotspritzer sind nur im Gras, Beutenwände und Fluglocheingänge sind sauber.


    Weil aber derzeit Pollen in nennenswerten Menge eingetragen wird, sieht das Gras vor den Fluglöchern ähnlich wie bei der Maikrankheit aus.


    Übrigens sieht man dieses Zeichen vor den Beuten aller Völker, egal ob diesjährige KS mit zugekaufter Königin, Brutableger mit selbstgezogener Königin oder Altvölkern mit 2-jährigen Königinnen.


    Worauf würdest du jetzt tippen?


    edit: Ach ja, und alle Völker tragen Pollen ein wie bekloppt!

    Viele liebe Grüße aus dem Saarland!
    Kai Kopmeier
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    Sehnsucht nach Wissen!

  • Hallo Kai,


    kann also nur an der Tracht liegen?
    Setz dich mal in Zotteltrab und frag die Imker in der Nachbarschaft, wie das Gras bei ihnen so aussieht.
    Wenn die ähnliches berichten, tragen die Bienen irgend etwas ein, was ihnen nicht bekommt.
    Wobei mir vollkommen schleierhaft wäre, was das denn sein sollte.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Kai,
    ich kann nur Michael zustimmen. Habe keine Ahnung. Mai-Krankheit im August!? Eine Idee habe noch. Maikrankheit geht ja einher mit starkem Pollenüberangebot und schwachem Nektareintrag. Das könnte auch darauf hinweisen, dass den Völkern "dünnflüssiges" Futter fehlt. Im Mai helfen in aller Regel Gaben von stark verdünntem Honigwasser. Vielleicht ist das Winterfutter (Futterteig ?) und das starke Pollenangebot hierfür verantwortlich. Mit einer Gabe sehr dünnen Futters kannst Du sicher nicht verkehrt machen.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Norbert hat recht.:daumen:
    Aktuell ist die zweite Brutspitze des Jahres, also hoher Pollenkonsum der Ammenbienen, und bei euch im Süden (alles südlich von Dortmund IST Süden :cool:) regnet es ja wohl kaum so sehr wie hier.
    Ich füttere eh noch ziemlich dünn, ich hab solche Symptome nicht.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,
    ist ja alles schön und gut.
    Allerdings ist mitnichten alles südlich von Dortmund gelb verschissen.
    :daumen:
    Will sagen, Kai steht ziemlich einsam da mit seinem Phänomen.
    Das macht ihm ja den Kummer.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Kopmeier,
     
    wenn das Wetter bei Dir vor Deiner Beobachtung auch nicht so ganz passend war, könnte das Koten am fehlenden Reinigungsausflug der Jungbienen gelegen haben. Ich meine nicht den absolut ersten Ausflug sondern die nachfolgenden Reinigungsausflüge während dem Pollenanfressens für das Fetteiweißpolster.
     
    Woher decken Deine Bienen ihren Wasserbedarf?
     
    Herzliche Grüße, Torsten

  • Liebe Mitlesende und helfenwollende Schreiber,


    ein Wort zuvor: meine Bienen haben viel Wasser in der näheren Umgebung. Zwei Teiche liegen weniger als 100 m vom Bienenstock entfernt, zusätzlich befindet sich ein ausgedehntes Seengebeit im Flugradius und last but not least befindet sich der Stand unmittelbar am Waldrand, wo es immer gut feucht ist (Moose).


    Ich habe - Michaels Rat befolgend - meinen Imkerpate aufgesucht, der ca. 200 m Luftlinie von mir entfernt imkert, und habe mir mal sein Gras vor den Fluglöchern angeguckt. Er hat keine vergleichbare gelbe Spritzer im Gras.


    Daraufhin haben wir gemeinsam meinen Stand begutachtet. Seiner Meinung nach könnte es möglich sein, daß die Bienen im Gedrängel vor dem Flugloch (hab den Fluglochkeil wegen der Räubereigefahr schon seit Anfang August drin) einige Pollenhöschen verloren haben. Und außerdem: einige Bienen sitzen oft erschöpft mit vollen Pollenhöschen im Gras vor dem Flugloch. Die verlorenen Pollenhöschen wurden dann durch den Tau oder Regen naß und sind als gelbe Brühe die Grashalme heruntergelaufen.


    Seine Bemerkung nach einem Blick ins Brutnest: optimale Brutentwicklung, der Jahreszeit entsprechend. Futtervorräte: genügend.


    Also gebe ich erstmal Entwarnung und werde die Situation weiterhin im Auge behalten. Scheinbar haben meine Mädels eine ergiebige Pollenquelle entdeckt und decken sich für den Winter mit Bienenbrot ein. Da hat Sabiene schon recht: der zweite Brutschub ist derzeit in vollem Gange! Die letzten drei Tage regnete es fast ununterbrochen, von daher hat Schillbee schon recht: die Bienen waren so froh, endlich mal wieder ihre überfüllte Kotblase zu leeren, daß sie es garade bis vor die Haustür geschafft haben...


    Vielen Dank an alle, die sich den Kopf zerbrochen haben, ob einer passenden Diagnose: ihr wißt ja: oft kann man sich an Nebensächlichkeiten schwer täuschen!

    Viele liebe Grüße aus dem Saarland!
    Kai Kopmeier
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    Das Staunen ist eine
    Sehnsucht nach Wissen!