futter vergoren ?? schlimm ?

  • :roll:Hallo zusammen,
     
    ich habe meinem Volk einen Behälter mit Ambrosia-Sirup in eine Futterzarge gestellt und ein paar Pappstücke, Korken sowie ein wenig Stroh als Kletterhilfe reingetan. alle zwei tage habe ich etwa 2 Liter gefüttert (über 8 Tage). das Futter war stets beim Neuauffüllen komplett weggetragen. Als ich nun heute wieder auffüllen wollte, war noch etwa ein Drittel des Behälters voll und hat süsslich/faulig gerochen (Schimmel,konnte ich nicht erkennen!). es waren etwa 50 Bienen im Behälter, die verklebt und dunkel waren und hin trage hin und her liefen. ich habe daraufhin den Behälter komplett entnommen und einen neuen mit frischen Kleterhilfen (diesmal kleine Holzstöckchen, Kiefernzapfen und Korken) und frischen 2 Liter Futter reingepackt. Hinterher habe ich gesheen,das am Stroh auch ein paar Ähren mit Körnern waren, ich vermute mal, dass die Stärke aus dem Getreide in der Zuckerlösung vergoren ist, oder ?? kann das Volk dadurch ernsthaften Schaden genommen haben ?? den neuen Behälter haben sie gleich angenommen !!
     
    Gruss
     
    Florian

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Hallo Bienenfreund!
     
    Das Volk hat sicher keinen Schaden genommen. Grundsätzlich sollte angeblich angegorenes Futter nicht sehr gut sein für die Bienen, aber bei uns naschen sie zur Zeit beim matschigen Obst auf dem Komposthaufen.
     
    Die Hefepilze haben sich vermutlich dadurch vermehren können, da du immer wieder Futter nachgefüllt hast und die Schwimmhilfe nie richtig trocken werden konnte. Es ist sicher besser auf einmal mehr zu füttern und dafür dann über einen längeren Zeitraum nicht zu füttern. Das Endergebnis ist das gleiche.
     
    MfG
    Honigmaul

  • Naja, normalerweise vergärt der Zucker, nicht die Stärke, deshalb wird ja das Getreide in der Mälzerei behandelt - dabei wird Stärke in Zucker umgewandelt.
    Für's Gären brauchst Du Zucker, Wasser und Hefe, die Kombination sollte eigentlich fast immer da sein (Hefe ist quasi überall als Sporen in der Luft, deshalb steht im Reinheitsgebot auch nix von Hefe)
    Wichtig ist aber, dass da kein Sauerstoff ist. DER sollte aber hoffentlich in Deiner Beute ausreichend vorhanden sein.


    Ich denke eher, dass da was vergammelt ist, da sind dann Bakterien schuld.
    Leider kann ich Dir nicht helfen bei der Frage (die ja die eigentlich wichtige ist), ob das Volk dadurch Schaden genommen hat. Spontan würde ich vermuten: nein, denn auch in natürlicher Umgebung vergammelt da mal was. Da wissen die Bienen vermutlich schon, ob sie da rangehen sollten oder nicht.

  • Nabend,
    wenn es nur einmal ein bißchen war, ist das nicht soo schlimm, aber regelmäßiger Behälterwechsel (spülen!) und nicht bloß nachfüllen ist auf Dauer gesünder.
    Die in der Luft schwebenden wilden Hefen fressen den Zucker, wandeln ihn in Alkohol und CO2 um, und Alkohol bekommt Bienen nicht so gut. Außerdem besteht immer die Gefahr, daß die Gesamtzahl der Hefen im Dauerfutter zu hoch wird, das kann u.a. auch zu Ruhr führen im Frühjahr (wer schon mal zuviel Federweißen getrunken hat, weiß, wovon ich rede:wink:)
    Sobald das Futter irgendwie riecht oder trüb wird - weg damit, Geiz ist NICHT geil!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Dann bin ich mal froh, dass das ganze nicht als sehr schlimm einzustufen ist. Aber die Sache mit den grösseren Mengen hört sich sehr vernünftig an !! Vielleicht nehme ich statt der kleinen Futterzarge liebe eine normal Zarge , da passt dann erstens ein grösserer Behälter rein und zum anderen kann die Luft auch besser zirkulieren !
    Mannomann, da wollte iche einmal was richtig machen ;-)) naja...

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Nein, mach das nicht, Ambrosia in großen Mengen fängt sich gern Schleimpilze, so ab dem 5. Tag, das ist dann der Moment, wo die schöne weiße Styroporfutterzarge innen eklig schwarz wird, wenn sie nicht gestrichen wurde.
    Von daher immer nur soviel füttern, wie auch zügig abgenommen wird.
    Ein 2kg KS oder ein Vollvolk inhaliert innerhalb von 24-36 std 10 Liter/14kg - aber ein Ableger dürfte tw. schon mit 3 Litern pro Tag überfordert sein.
    Das muß man ausprobieren, da gibt es keine eindeutigen Empfehlungen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ich gebe dem ableger täglich 0,75 Liter da ist alles immer bltzblank am nächsten abend. Das Volk bekommt immer 2 Liter !

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  • :roll: Das ist Quatsch, Hefegärung ist aerob (ja, ich weiß, es gibt auch untergärige Biere...*g*. Und Schleimpilze können zeitweise anaerob leben - es ist also egal, irgendwas findet sich schon, was mit dem Futter was anfangen kann.
    Hygiene büdde.

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  • Bei der Produktion von Alkohol und der Verwendung als Treibmittel beim Backen ist der anaerobe Stoffwechsel entscheidend.
    (Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Backhefe)


    Was aber natürlich nicht heisst, dass das Futter nicht auch anders verdorben sein kann. Aber die Umsetzung Zucker->Alkohol (das was man gemeinhin unter Gärung versteht) ist ein anaerober Prozess.
    Aber wenn Hefegärung aerob wäre, könnte man sich ja die Gärverschlüsse, die dafür sorgen sollen, dass kein Sauerstoff an die Maische kommt, sparen.


    Aber ich gebe zu, für die Futterfrage ist das irrelevant.
    Da ist Hygiene das entscheidente Stichwort - unabhängig, durch welchen Prozess das Futter verdirbt.

  • Luftabschluss ist bei der alkoholischen Gärung schon entscheidend, denn immerhin werden dadurch andere Organismen vom Arbeiten abgehalten. Zumindest mein Wein gärt aber auch offen gut, nur würde er dann oxidiert oder nach Essig schmecken.
    Ein Beispiel wäre auch Sauerteig, trotz Sauerstoff wird er "fluffig" und wegen des Sauerstoffs wird er auch sauer.