Wildbau im Boden entfernen?

  • Hallo,


    Kürzlich habe ich bemerkt dass einige meiner Jungvölker Wildbau an der Rähmchenunterseite, also im Boden, erstellt haben. Einige Tage zuvor habe ich die erste Futtergabe (3L 3:2) für den Winter gegeben, vielleicht ist da der Bautrieb nochmal erwacht...
    Jedenfalls, ich will jetzt nicht mehr so viel an den Völkern herumwurschteln und bin mir daher unsicher, ob ich den Wildbau entfernen soll... Was meint ihr?


    Danke und Grüße
    Martin

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von mdatab () aus folgendem Grund: typo

  • Das "Problem" hab ich auch. Mir wurde geraten, nix dran zu machen, aber ich bin noch nicht sicher, weil ich Angst hab, dass die Rähmchen am Gitterboden angebaut werden und ich dann bei der nächsten Durchschau eine mittlere Katastrophe erlebe.

  • Das "Problem" hab ich auch. Mir wurde geraten, nix dran zu machen, aber ich bin noch nicht sicher, weil ich Angst hab, dass die Rähmchen am Gitterboden angebaut werden und ich dann bei der nächsten Durchschau eine mittlere Katastrophe erlebe.


    Hi Oliver,


    am Gitterboden wird NIE angebaut. Die Sorge brauchst du nicht haben. Allerdings kann der Wildbau auch mal quer zu den Rähmchen laufen. ich schneide den immmer einmal im Herbst vor/bei/während der Auffütterung raus. Als Gegenmassnahmen hilft:
    - Bausperre im hohen Boden
    - flacher Boden (bis ca.2,5cm Gitter-Rähmchen)


    Ich habe mich für letzteres entschieden. Die Böden der Hohenheimer Un-Einfachbeute fliegen deshalb raus.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space


  • Sind flache Böden prinzipiell besser?

    Geschmackssache, s.o.


    Zitat

    Wie funktioniert die Bausperre?

    Wie funktionierts, ein lattengerüstiger Zwischenboden gaukelt den Bienen ein weiteres Stockwerk vor und in 95% der Fälle wird darunter nicht mehr gebaut. Dann kanns auch mal enden wie hier: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=12644

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Ich persönlich finde Böden, an die nicht angebaut werden kann, schlicht besser. Ken Gematsche beim Wabenziehen, keine Königin im Wirrbau verloren, kein Honig tropft rum usw.
    Ich sehe da nur Vorteile.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Nur, weil ich's grad gelesen habe (Moosbecker, Bretschko)
    zu den Vorteilen des hohen Bodens (u.a.):


    - "während einer Massentracht wird der im tiefen Boden errichtete Wildbau zum bevorzugten Umschlag- und Zwischenlagerplatz für den unmittelbar eingetragenen Nektar oder Honigtau, was die Leerzellen im Brutnestbereich entlastet."


    hört sich doch gut an...:)


    viele Grüße
    von sneck

    Wer mit einem Baum sprechen kann, braucht keinen Psychiater. Die meisten glauben genau das Gegenteil. (Phil Bosmans)

  • Klaro,


    Zitat

    - "während einer Massentracht wird der im tiefen Boden errichtete Wildbau zum bevorzugten Umschlag- und Zwischenlagerplatz für den unmittelbar eingetragenen Nektar oder Honigtau, was die Leerzellen im Brutnestbereich entlastet."


    Wer sowas mag, gerne.
    Und dann kommt Imker, weil ja die berühmten "9 Tage" rum sind und zerrupft das ganze. Gibt gerade bei Massentrachten und dünnem Nektar, verbunden mit 30°C im Frühsommer Bienenfeeling pur.:lol:
    Ich bevorzuge dazu die Leerzellen im Brutnestbereich bzw. den Honigraum, denn dafür sind die da! :daumen:
    Manchmal frage ich mich echt, wie der "Bretschko" so eine weite Verbreitung finden konnte...

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Ahoj,
    ich hab einen 20mm Boden plus 5mm bee-space unter den Rähmchen - alles schön sauber und sehr pflegeleicht. Kann ich nur empfehlen.:wink:
    Beim Transport packe ich ein paar Tage vorher einen halbhohen leeren HR drunter, da ist dann Platz genug zum Aufketten.
    Für diesen Arbeitsschritt spar ich mir aber eine wesentlich aufwendigere Bodenkonstruktion, weil ich eigentlich nur selten ganze Völker transportiere.
    Bei Leuten, die viel wandern, mag es sich andersrum rechnen.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Nabend zusammen, hallo Michael,


    das ist mal wieder der Spaghat zwischen Theorie und Praxis.
    Und wer alle 9 Tage rumfummeln muß, vergißt die Möglichkeiten der Fluglochbeobachtung
    und des Abhorchens (Stethoskop). Daß jedes Volk seinen eigenen Charakter hat, muß
    ich nicht erwähnen.


    Beste Grüße, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Nur, weil ich's grad gelesen habe (Moosbecker, Bretschko)
    zu den Vorteilen des hohen Bodens (u.a.):


    - "während einer Massentracht wird der im tiefen Boden errichtete Wildbau zum bevorzugten Umschlag- und Zwischenlagerplatz für den unmittelbar eingetragenen Nektar oder Honigtau, was die Leerzellen im Brutnestbereich entlastet."


    hört sich doch gut an...:)


    Ja, mag sich gut anhören, ist aber pure Theorie. Zumindest meine Völker bebrüten diesen Wildbau gnadenlos! nd wie Michael mag ich das Gewürge nicht wenn ich mal ein Rähmchen ziehe, was bei mir eh' recht selten vorkommt.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo,
     
    ich mag das Gematsche überhaupt nicht und habe daher flache Böden. Da zerquetscht man aus Versehen keine Königin. Durch den richtigen Bienenabstand kommen die Bienen noch nicht mal auf die Idee dort was bauen zu wollen.
     
    Falls du Böden nachbauen möchtest, auf www.magazinimker.de gibt es Bauanleitungen für flache Böden. Diese sind auch für andere Beuten anpassbar, die nicht zum kompatiblen System gehören.
     
    Gruß René

  • Hallo Jofl,
     

    Achtung, Bienen sind Schlawiner und bauen sehr oft auch unter der Bausperre. :-D
    Ich lasse unten bauen so viel sie wollen und entferne bei der Herbstrevision unerwünschten Wildbau.


     
    die Bausperre soll nicht das Bauen unter der Sperre verhindern, sondern das Weiterbauen an den Waben. Beim Ziehen einzelner Waben oder Abheben der Zarge befinden sich (fast) keine Bienen unter den Waben.
    Beim Absetzen stören keine Bienen und Wachsanbauten. Ein Gematsche findet überhaupt nicht statt.
    Wenn Deine Bienen unter der Bausperre in der kältesten Zone der Beute so gerne bauen, dann haben sie zu wenig Möglichkeiten im Brut- und Honigraum. Gib mehr MW und Baurahmen, dann baut kein Volk unter der Bausperre. Dann bekommst Du auch mehr neue Waben.
    Wenn ich natürlich ein starkes Volk abschleudere, seinen Raum um die Hälfte reduziere und beginne mit großen Mengen einzufüttern, dann fängt dieses Volk unter der Bausperre an zu bauen.
    Jetzt und natürlich beim Wandern sehe ich die Vorteile des offenen hohen Bodens mit Bausperre. Das Volk kann sich in der Beute, wenn kein Platz mehr da ist, ausdehnen.