Mord und Totschlag!

  • Hallo zusammen!
    Da ich seit einigen Wochen wieder etwas mehr Zeit habe und diese natürlich auch gerne bei den Bienchen verbringe :p, ist mir aufgefallen das dort Mord und Totschlag herrscht.
    So werden aus den Völkern vertriebene Drohnen und durch AS-Behandlung geschädigte / tote Jungbienen :wink: z.T. noch bei lebendigem Leibe von den um die Fluglöcher herumstreifenden Wespen angefallen und zerlegt.
    Das geht soweit, dass die Wespen wie die Mini-Geier vor den Fluglöchern über der Grasnarbe patroullieren und bei den im Gras liegenden Bienen testen, ob diese schon tot sind. Die noch nicht toten Bienen werden dann probehalber erstmal gebissen und wenn sie schon zu schwach sind, um sich zu verteidigen, werden ihnen bei noch lebendigem Leib die Gliedmaßen, der Kopf und das Abdomen abgebissen, um an das eiweißreiche Brustfleisch zu kommen.
    An den eingeengten Fluglöchern hingegen sind kaum noch Wespen zu finden, da sie dort mit aller Gewalt abgwehrt werden und z.T. nur noch mit den Füßen voran die Kästen wieder verlassen :cool:.
    So betätigen sich die bei mir ansonsten um diese Jahreszeit nicht gerade beliebten Wespen ganz offensichtlich als biologische Müllabfuhr und räumen die Abfälle meiner Bienenvölker weg!
    Mich freut`s, auch wenn ich immer wieder Mitleid mit den teilweise noch hinterleibsfrei herumlaufenden Bienen habe, die langsam aber sicher im Gras vor sich hin sterben...
    Aber:
    That`s Life!!!


    Lebensbejahende Grüße :wink:
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hi,


    auch bei mir tobte gestern ein Wespenkrieg. Kann charakteristisch für dieses Jahr sein. Das Vorgehen der Biene war ausgesprochen interessant. Zuerst tobte ein Luftkampf, in dem die Bienen deutlich unterlegen waren. Die Wespen machten was sie wollten. Sie sind einfach wendiger. Also gingen die Bienen zum Bodenkampf über. In etwa 5 mm Abstand bildeten sie eine Kette im Flugloch mit dem Hinterteil bedrohlich nach aussen gestreckt. Kam eine Wespe in den Bereich dieses Gürtels, hechtete eine Wespe mit einem Affenzahn von hinten aus dem Flugloch durch eine Lücke in der Kette auf die Wespe zu. Keine Chance für die Wespen. Nach kurzer Zeit war Ruhe.

  • Wespen! Ich bin vorgestern von unserem Segeltörn zwischen den dänischen Inseln zurück gekommen, in jedem Hafen und sogar auf See bei Landsicht waren Wespen da, sogar starker Wind vertrieb sie kaum, wie wir es sonst gewohnt waren.


    Und zu Hause bei den Bienen musste ich abends sehen, wie Wespen dabei waren, meinen gebeutelten Ableger (Stichwort: Buckelbrut) zu überfallen. Am nächsten Tag lagen viele tote Bienen vor dem auf 1 cm verkleinerten Flugloch. Vor unserer Abreise (vor 2 Wochen) hatte ich das Flugloch verkleinert und eine ordentliche Portion Futterteig auf die Rähmchen gelegt. Ich befürchte, das hatte die Wespen angelockt, die Bienen hatten wohl kaum eine Chance gegen so viele Wespen. Die beiden Völker daneben hatte ich mit Zuckerwasser in einer Futterzarge gefüttert. Dort waren keine Wespen.


    Ob wohl Umstellen der Beute an einen entfernteren Platz dem geschwächten Volk helfen kann und die Wespen nicht so schnell merken, wo ihre Futterquelle geblieben ist?

  • Moin Patrick,

    ...werden ihnen bei noch lebendigem Leib die Gliedmaßen, der Kopf und das Abdomen abgebissen...

    die allermeisten Lebenwesen sterben lebendig. Auch unsereien irgendwann. Das ist schon voll brutal. :-(

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • stimmt! :daumen:
    Manchen reißt man den Körper ab. Ist auch nicht besser. :-(

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,
    wir haben einen Teich und recht viele Kröten.
    Neulich hab ich beobachtet, wie zwei dicke, fette Kröten ca. 1 m von den Beuten entfernt saßen und darauf warteten, dass ihnen die Bienen vors Maul flogen oder vor ihnen im Gras landeten - dann wurde zugeschlagen, so schnell konnte man gar nicht gucken.
     
    Schön, wenn man sich bei der Futterbeschaffung sowenig anstrengen muss...
     
    Gruß Sambiene

    Ich möchte nichts mit Naturkost zu tun haben. In meinem Alter braucht man alle Konservierungstoffe, die man kriegen kann. (George Burns )

  • Hallo Patrik


    konnte gleiches auch bei mir beobachten, zum Glück liegen vor meinen Beuten kaum Bienen, grad mal nach der AS Schwammtuchbehandlung. Aber von den Bienen finden auch wieder einige in die Beute zurück. Vergangenes Jahr war es es bei mir auch ein richtiges Schlachtfeld. An den Fluglöchern haben die Wespen keine Chance. Aber alles was auf den Bodeschieber fällt, holen die Wespen da sind immer 10- 20 Wespen anzutreffen.


    Gruß Reinhard

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ich kann es kaum glauben. Noch bevor ich abends zum Umstellen der von Wespen heimgesuchten Beute kam musste ich sehen, wie die Wespen das kleine Volk total zerstört haben. Der Boden vor dem Flugloch ist bedeckt mit zerkleinerten Bienenteilen, wenn ich den Deckel hoch mache sehe ich nur Wespen zwischen den Waben.


    Das ist eine bittere Erfahrung, die ich da gemacht habe. Bei euren Schilderungen über die Wespenplagen war keine dabei, die eine totale Zerstörung eines Volkes wiedergab. Ich hätte das geschwächte Volk nicht allein lassen dürfen mit dem Futterteig oben drauf wurde mir schon gesagt. Stimmt sicherlich, aber der Urlaub war ja auch wichtig und terminlich gebunden .....


    Ich pass jetzt auf, dass die Wespen nicht meine beiden intakten Völker am Stand auch noch überfallen. Sie krabbeln am Boden umher und suchen tote Bienen, manche versuchen in die Fluglöcher zu kommen.


    Gibt es neben Verkleinern der Fluglöcher noch andere Hilfen für die Bienen, mit den Wespen fertig zu werden?


    Gruß Holbee

  • Ich pass jetzt auf, dass die Wespen nicht meine beiden intakten Völker am Stand auch noch überfallen. Sie krabbeln am Boden umher und suchen tote Bienen, manche versuchen in die Fluglöcher zu kommen.


    Hallo Holger,


    Wie du bei diesem Fall deutlich sehen konntest, wird ein INTAKTES Volk nicht von Wespen überfallen und zerstört. Das ist nur bei der Bienen Maja so oder Hornissen in Palästina machen so was. Bei uns kann man mit den Wespen meistens leben. Probleme habe ich nur in extremen Jahren und dann nur mit Kleinstvökern, sprich Begattungseinheiten im August/September. Flugloch klein halten ist aber um diese Jahreszeit nicht verkehrt!

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Moin Holger,


    behalt deine Völker im Auge, wenn möglich mehrmals täglich oder bring sie an einen anderen Platz !
    Die Wespen haben Lunte gerochen und werden ALLES tun, um ihren Hunger zu stillen. Denen ist es schlichtweg egal, wenn 20 ihrer Art draufgehen, damit die 21te Erfolg hat. Wenn die die paar Wächterbienen eines Volkes platt gemacht haben, fällt es dem Bien schwer sofort neue zu rekrutieren. Die Wespen wissen jetzt, dass ihr Kampf reichlich belohnt wird, wenn sie konsequent Versuche starten.
    Nimme kleinste Fluglöcher, auch wenn es Stau gibt! Auch ich habe ein Jahr mit Wespenübermacht hinter mir. Schlimmes Bild, wenn mehr Wespen als Bienen unter dem Deckel sind. In diesen Jahr gibt es bei uns zwar auch viele Wespen, allein Ihnen fehlt noch das Erfolgserlebnis.


    gruesse
    seb

  • ... wenn mehr Wespen als Bienen unter dem Deckel sind.

    ... alles zu spät.


    Ich habe ein umzuweiselndes Volk vom Wagen an den Platz eines von Bienen und Wespen beräuberten gestellt. In der Hoffnung, die Eckbienen würden das Thema durch massive Verteidigung beenden. Das Gegenteil war der Fall. Erst gab es Mord und Totschlag am Tor, dann erst formierte sich eine Abwehrreihe. Die Sterbenden und Leichen der Bienen und Wespen lockten jedoch noch mehr Wespen und Hornissen an. Trotz winziger Fluglöcher büße ich nun an vielen Mini-Plusen Bienen ein.


    Meine Geduld ist am Ende. Eimer drüber - Schwefeltopf drauf - auf das Erdwespennest!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,
     
    richtig so!:)
     

    Zitat

    Meine Geduld ist am Ende. Eimer drüber - Schwefeltopf drauf - auf das Erdwespennest!


    Wenn das nicht reichen sollte, vermindern ein paar Langhalsflaschen mit Bier (sauer wird es von allein) den größten Invasionsdruck. Häufiges Leeren mit dem Sieb und die nun "wohlriechende,saure" Brühe wiederverwenden!:wink:
    Deine Bienis können dann wieder durchatmen!
    Nur,falls Du als "alter Hase" das vergessen haben solltest!:daumen:
     
    Herzliche Grüße, Torsten