Robinienhonig

  • Hallo,
     
    ich habe dieses Jahr meinen ersten Honig geschleudert - erst Raps, dann Robinie, später Kornblume.
     
    Nun beginnt mein Robinienhonig erstaunlicherweise zu kristallisieren. Ich glaube, das sollte er nach so kurzer Zeit wohl noch nicht:confused:! Nun gehe ich davon aus, dass da noch was anders mit drin ist. Nur ist der Honig schon in den Gläsern! Was mache ich jetzt? Würde es etwas bringen die verschlossenen Gläser in einen Wärmeschrank zu stellen? Oder sollte ich alles wieder in den Eimer füllen und rühren? Nur rührt man Robinienhonig ja eigentlich nicht:-(.
     
    Viele Grüße
    Nantaku

  • lass es wie's ist. Das kristallisieren schadet dem Honig kein bißchen, das Erwärmen schon. Nur in totem, kaputerhitztem Honig rührt sich kristallisationstechnisch nichts mehr, das sich dein Honig noch "rührt" ist also ehr ein Qualitätsmerkmal als ein Mangel.
    So hats mir jedenfalls mein Imkerpate erklärt, und der hatte bisher meistens recht.
    Das rühren z.b. von rapshonig bewirkt nur, dass die Kristalle im Entstehungsprozess zerbrochen werden, und so viel "Kleiner" sind, wodurch die ganze Masse natürlich eine cremigere Konsistenz hat.
    Jeder Honig kristallisiert anders, lass mal Heidehonig stehen, da entstehen so graupenartige Kügelchen drin. Raps wird einfach ein Block, Linde wird auch ohne rühren recht cremig.
    ich denke der Honig bleibt besser,weil naturbelassener, wenn du einfach nichts machst.

  • ...meinen ersten Honig geschleudert - erst Raps, dann Robinie, später Kornblume.


    Hallo, woher weißt Du denn, was die Bienen alles eingetragen haben, was sie vorher schon in den Waben hatten und was danach noch dazu kam?


    Die Robinie hat jedenfalls bei uns so gut wie nicht gehonigt, weil sie ob der Hitze und Trockenheit schon nach gut 3 Tagen verblüht war - und ich glaube das war in vielen Gegenden so.


    Und wie kriegt man reinen Kornblumenhonig?


    Verkauf ihn bitte nicht als Sortenhonig.


    Gruß
    Günter

  • Hallo Günter,


    mir wurde gesagt, die Sorte muß mit über 50 % enthalten sein, dann wird der Honig auch als solcher bezeichnet. Verkaufen tue ich im Moment noch nicht - es ist mein erstes Jahr.


    Zum Anderen habe ich meinen Kornblumenhonig einem erfahrenen Imker gezeigt, es ist etwas Linde mit drin, aber eben wenig. Bei uns stehen nur Winterlinden und die haben bei uns nur 3 - 5 Tage geblüht. Die Robinien dagegen waren gut drauf, soweit ich das gehört habe, haben auch andere Imker gute Erträge bei der Robinie. Aber mir ist schon klar, dass auch dieser nicht hundertprozentig rein ist. Ich hatte auch zu Beginn der Robinienblüte abgeschleudert und habe versucht aufzupassen, wann die Blüte vorbei ist.


    Viele Grüße
    Nantaku

  • Hallo,
    solange Du nicht verkaufst, ist das natürlich alles kein Problem.


    Rechtlich wärst Du aber auch über 50% auf der sicheren Seite. Die Honigverordnung schreibt in §3 vor:


    Zitat

    (3) Die in Anlage 1 genannten Bezeichnungen können
    außer bei Erzeugnissen nach Anlage 1 Abschnitt II Nr.
    8 und 9 ergänzt werden durch Angaben
    1. zur Herkunft aus Blüten oder lebenden Pflanzenteilen,
    wenn der Honig vollständig oder überwiegend
    den genannten Blüten oder Pflanzen entstammt ...

    Allerdings stellt das Institut für Bienenkunde Celle 2006 fest:


    Zitat

    Nach dem Working Paper der EU-Kommission zur Auslegung der Honigrichtlinie 2001/110/EG ist "überwiegend" auszulegen als nahezu ausschließlich.

    Der DIB legte überwiegend im Jahr 2005 in einem Mitgliederbrief mit "fast ganz" aus.


    Nach diesen Richtlinienkommentaren dürfte es Sortenhonige so gut wie nicht mehr geben. Also alles sehr diffus. Die Frage nach dem Nachweis wird nirgends beantwortet.


    Gruß
    Günter