Mitten im Paradies?

  • Jeden Tag seh ich den sagenumwobenen, von Höhlen durchfurchten Untersberg vor meinem Fenster liegen und seine Majestät, Herrn Watzmann nebst Gattin, kann ich von allen Seiten ehrfurchtsvoll bewundern, wenn ich denn will und vom nahen Salzburg, ruft der "Jedermann".
     
    Ja Leute, ich lebe mitten im Paradies, das gibt es wiederrum wirklich,
    ist ein Einödhof bei Schönram, der so genannt wird.
     
    Nein, nicht daß ich nur den Rupertiwinkel kennen würde, mit seiner unvergleichlichen Naturschönheit, ich hab die Rockys beim O.Conners Pass überquert, hab meine Füße in den Lake Laois getüncht, die Red Ceder Wälder bestaunt, stand auf kanppen 6000 Metern in den Anden, aber tauschen würd ich nicht wollen mit all den schönen Plätzen dieser unseraller Erde.
     
    Warum ich das schreibe?
     
    Nun, weil mich die Traurigkeit schon wieder einholt!
     
    Es betrübt mich einfach, wenn ich an vielen Standorten mich Sorgen muß,
    um das Überleben meiner Völker.
     
    Nur 2 Standorte brachten heuer einen kleinen Ertrag.
    An den übrigen blieb von den 14 Tagen Tracht im Mai nichts übrig.
     
    Wir haben keine Akazien, keine Edelkastanien, die Linde honigt mäßig, wenn überhaupt, Ackerunkräuter muß man mit der Lupe suchen.
    Nur ein wenig Brombeere, Himbeere und wenn der Wald nicht kommt und das tat er nicht, dann schauts so aus::-(
     
    Was hilft mir das Paradies, wenns nur noch grünt und keine Blütenfarbe die Landschaft durchdringt?
    Das Biosphärenreservat Berchtesgaden mit seinem Alpenvorland hat leider seinen paradiesischen Charakter durch die intensive Landwirtschaft, eingebüßt.
     
    Und manchmal, wenn ich wieder mal frustig bin, weil es die Völker von allein nicht schaffen könnten, komm ich mir vor, wie das größte Rindvieh der Nation.
     
    paradiesische Grüße vom Simmerl

  • ach Simmerl.....


    das Gleiche denk ich mir täglich, wenn ich so durch diese "schöne" Urlaubsgegend fahre und nur Weidelgras und Kukuruz seh :-(


    wenn ich dann hoffentlich im Herbst (oder spätestens nächstes Jahr) mit dem großen Stück Land meines Allerbesten das machen kann, was ich gerne möchte - also Bienen- und anderes Insektenfutter - kannst dann Deine Bienen zu mir auf Mästkur schicken ;-)

  • Hallo Leute,


    hier ist noch ein Chiemgauer, der in dieses Klagelied miteinstimmen kann!


    "Blühende Landschaft" das wäre was! Ist leider vieler Orts mit mords Tamtam und bunten Schildern lauthals verkündet worden nur um dann im üblichen Prozedere zu verschwinden. Blühende Inseln bringen erhalten unsere Bienen nicht am Leben!!


    Ich weiss wirklich nicht, ob ich vor Zorn schreien oder Enttäuschung weinen soll!!

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Lieber Simmerl,


    abgesehen von unserem geplanten Gang auf die Gemeinde... mit wem könnten wir uns zamhocken und überlegen, was wir TUN könnten? Du bist schon länger im Gei, kennst noch mehr Leut, ich versuch gern, was ich kann, auch Zetterl entwerfen oder so... wir brauchen Ideen und die Tatkraft, sie umzusetzen. Die Leut aufrütteln, ohne sie zu ängstigen (denn die meisten verfallen rasch in Hilflosigkeitsstarre angesichts all der Probleme, die nicht nur Imker haben)


    Es muss ja nicht auf Teisendorf beschränkt sein, eine Aktion (in den Chiemgau gugg)


    weinen und schreien... muss auch sein... aber es langt net


    Liebe Grüße von Lisa

    Die Menschen sind wunderliche Säugetiere

  • Hallo Simon.


    Sicher ist die Vielfalt der Natur scheinbar reduziert. Ich lebe hier im Schwarzwald, Calw, auf der Höhe 550 m. Keine Rapsfelder, keine Sonnenblumenfelder. Nur Vorgärten, Siedlungsziersträucher, Waldwiesen, Wald.
    UcÍch habe in diesem jahr auch nur die Hälfte meines sonstiges Honigertrages. Gut, ich imkere nicht intensiv, lass viel Honig drinnen, wandere nicht. Im letzten 180 kg, in diesem Jahr 90 kg.


    In den Monaten, wo es honigt, war es zwar blühfreudig, aber auch überwiegend nur 20 Grad. Und irgndwie habe ich das gefühl, dass trotz regem Flug, die Bienen bei diesen Niedertemperaturen wenig Nektar gefunden haben. Die Blumen fangen erst bei höheren temperaturen an, sich saftig zu freuen.
    Und auch kein Läusehonig in Erwartung.
    Harald

  • Gute Spätnacht Arnd,


    emsigstes Säen hilft nix, wenn permanent gemäht wird... keine Chance... und die Waldgebiete in der Umgebung sind eher schmal... seufz... (unsere Tochter wohnt seit einem Jahr in der Großstadt und sagt, dort gibts im Umland viiiiel mehr Wald und in der Stadt viiiiel mehr bunt - auf Pflanzen bezogen, sonst auch)


    Mein bescheidener Ansatz ist, den Menschen, die bei mir Kräutermärchenwandern, zu zeigen, dass auch Wildpflanzen wirklich HÜBSCH sind und im Vorgarten vorzeigbar UND von heimischen Insekten geliebt werden. Mühsam nährt sich die Haselmaus. Ich glaub, große Aktionen sind wichtig. Kleinvieh macht aber nicht nur auch Mist, sondern VIEL Mist, ist aber nicht so - offensichtlich. Drum ist es gut, nicht allein zu wursteln. Schon um sich nicht - wie Simmerl so schön sagt - wie ein Rindvieh zu fühlen sondern zumindest als kleine Rinderherde


    Grüße von Lisa

    Die Menschen sind wunderliche Säugetiere

  • @alle: daaaanke für die interessanten Links!


    @chiemgauer: i bin ja ganz neuig hier, aber mitmachten tät ich schon tun wollen :roll:


    ich kenne zB.: http://www.naturimgarten.at
    und es gibt sehr viele Menschen, die sich da bereits damit auseinandersetzen, wird auch gefördert mit Beratung und Infos und Gartenplaketten und derlei Dingen und ist recht gut verbreitet, auch die Gärtner machen Werbung damit


    gibts hier sowas ähnliches?


    und einstweilen versuch´ ich Kleinvieh zu machen ;-)


    einen schönen Tag Euch!

  • Morgen, liebe Leut,
     
    das größte Problem ist die intensiv geführte Landwirtschaft und das wird sich mit dem Anbau von den Energiepflanzen noch verschlimmern.
    Flächenstilllegung ist out. Büschelschön seh ich überhaupt nicht mehr.
     
    Schuld sind nicht die Bauern. Schuld sind die Ämter.
    Es ist schlicht weg zum Kotzen.
     
    Die grünen Inseln allein tuns nicht, wie Reiner sagt, dafehlts vom (Boa) auf, wie wir Bayern sagen. (von Grund auf)
     
    Wenn sie nachweislich in der Stadt eine bessere Lebensgrundlage haben, wie auf dem Land, dann frag ich mich.
     
    lisa , a bisserl was geht oawei!
    Der Gartenvereinsvors. und ich waren schon beim Meister der Bürger und so wies aussieht kriegen wir 1800qm bei der Hirtenkapelle zum Bepflanzen von Wildfrüchten: Kornellk., Schlehdorn, Weißdorn, Eberesche, Sanddorn,
    Brombeere, Felsenbirne usw., da kannst Dich austoben, wenns soweit ist.
    Ein Wildbienenhotel ein uriges, hab ich auch schon im Auftrag.
     
    Den Rat des Landes, werd ich mir auch noch zu Gemüte führen, der soll sich auch mal reinknien, sonst mach ich Landflucht und verstell alle Völker ins Traunsteinische.:p
     
    Gruß Simmerl

  • .......Schuld sind nicht die Bauern. Schuld sind die Ämter....


     
    ...ja, das ist so und wenn wir wieder "paradiesische Zustände" - zumindestnes partiell - wieder herstellen wollen, müssen wir viel Überzeugungsarbeit bei den Ämtern leisten. Die Leute, die da sitzen, sind ja nicht doof aber sie haben natürlich auch ihre "Sachzwänge". Wir Imker (und andere Gruppen) sollten ihnen helfend unter die Arme greifen, damit sie aus ihren "Sachzwängen" heraus kommen.
     
    Und ein wenig Robin Hood können wir schon sein, wenn es darum geht, unsere Kulturlandschaft wieder bunter zu gestalten. Florenverfälschung wird mit der Giftspritze überall gemacht, da können wir auch mit unseren Händen (säend, pflanzend) dagegen ankämpfen. Manch Weidenbaum am Waldesrand verdankt seine Existenz mir..... mancher Holunder mußte dafür sterben.....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Was macht das Projekt: Blühender Chiemgau?
    Ist es das was wieder zu den Akten gelegt wurde?


    Die Blumenstadt macht es eigentlich vor. Das Argument, dass das ganze sogar wirtschaftlicher ist als pflegeintensive Grünflächen dürfte wohl bei einige Gemeinden auf großes Interesse stossen, wenn sie es nur wüssten. Kurse bietet die Gemeinde deswegen auch an, soweit ich weiss :wink:


    Sag mir wo die Blumen blüh'n!
    Arnd

  • Wenn ich das lese weiß ich wieder mal was ich für ein Glück habe mit meinen vielen Wildwiesen um mich herum. In einer Gegend wie der Eifel wo es quasi ausser Basaltabbau nichts gibt haben die Bienen es wohl wirklich gut. :)

  • Was macht das Projekt: Blühender Chiemgau?
    Ist es das was wieder zu den Akten gelegt wurde?
    Arnd


    Hallo Arndt,


    da meinte ich doch! Wird großartig angekündigt um dann langsam zu "verblühen! Und die angelegten Felder sind mikronesische Inseln in der grünen Agrarsteppe. Nur dort wo viele Landwirte konzertiert zur ökologischen Bewirtschaftung wechselten schauts ein bißchen besser aus.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space