Jetzt noch Schwarmgefahr?

  • moin,


    gestern habe ich mal wieder nach meinen bienen geschaut und war dann bei meinem wirtschaftsvolk stutzig geworden.


    mitten im brutnest fand ich mindestens 10 weiselzellen mit rundmaden drinn. eine zelle war auch bereits verdeckelt. bienen fehlten keine, aber frische stifte habe ich auch nicht gefunden.


    da mir ja neulich einige bienen durch die spritzung in meiner nachbarbaumschule totgespritzt wurden, bin ich nun am zweifeln, was ich davon halten soll!


    kann es sein, daß meine alte königin (dieses jahr nachgeschafft) durch das füttern mit den giften in kontakt kam und gestorben ist? oder wollen die nur still umweiseln, oder muß ich mit schwärmen rechnen? drohen habe ich derzeit keine mehr, aber in dem baurahmen sind noch verdeckelte drohnen. ich habe die sicherheitshalber nicht ausgeschnitten.


    ich weiß, es sind wieder einmal fragen über fragen!

    Derzeitiger Völkerstand: 1 Altvolk, 1 Ableger und 2 Kunstschwärme!

  • Weiselzellen mitten im Brutnest und fehlende Stifte deuten auf Nachschaffung hin.
    Schwarmzellen sitzen in der Regel am unteren Wabenrand.:Biene:
    Ich würde das Volk in Ruhe machen lassen. Die beste Weisel wird überleben.


    Es sei denn du kannst eine schon begatte Weisel zusetzen. Wäre natürlich besser, weil schneller wieder Brut.

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • moin,


    nunja die waren nun nicht genau auf der wabe, aber mitten im brutnest. die waren im unteren drittel der wabe.


    kann es denn sein, daß das volk nun noch schwärmen will?

    Derzeitiger Völkerstand: 1 Altvolk, 1 Ableger und 2 Kunstschwärme!

  • Augustschwärme giebt es , aber selten.
    So wie du es beschreibst glaube ich es in dem Fall aber nicht. Such mal nach der Königin.
    Ich würde ja Weiselprobe empfehlen , aber dazu mußt du vorher alle Weiselzellen aus dem Volk entfernen. Im falle des Falles brauchst du dann eine begattete Königin zum zusetzen.( Für eine erneute Nachschaffung ist es dann wirklich schon etwas spät.)

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallo,
    Ablotte, da kann ich nur finvara zustimmen. Überlaß es dem Bien, sie werden die ent-
    sprechende Königin nachziehen. Evtl. müßtest du darauf achten, daß Volk zu füttern, wenn nicht genug Vorräte sind. Ist es dein Altvolk oder dein Ableger?
    Die Frage nach dem "Warum machen die das jetzt?", bleibt. Wenn du Aufzeichnungen
    gemacht hast, kannst du vielleicht die Gründe finden. Die interressieren mich.


    Finvara ,
    dein Rahmen-Maß ist gar nicht so ausser der Reihe, aber sehr intelligent. Bis auf
    5 mm habe ich das gleiche Maß und im Honigraum sind wir identisch.
    Du mußt dir doch was dabei gedacht haben.
    Arbeitest du letztendlich im Naturwabenbau?
    Um auf die Grundfrage der Schwarmgefahr zurückzukommen, ich glaube wenig daran.
    In diesem Fall scheint es sich um eine "stille Umweiselung" zu handeln. Warum auch immer, sollte man hinterfragen.
    Liebe Grüße euch beiden (Hier tobt schon wieder ein Gewitter), El Cid

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo, Stephan,
    das sieht nach nochmaliger Umweiselung aus. Da es dafür schon arg spät ist, und das Volk wahrscheinlich eh hinterherhinkt, würde ich zügigst eine begattete kaufen und die WZ alle entsorgen. Ich bin ja eher dafür, die Mädels machen zu lassen, aber in diesem Fall würde ich doch eingreifen.
    Das Volk braucht jetzt eine gut legende und keine zweite Brutpause, also ist auch hier Geiz gar nicht geil.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, Stephan,
    das sieht nach nochmaliger Umweiselung aus. Da es dafür schon arg spät ist, und das Volk wahrscheinlich eh hinterherhinkt, würde ich zügigst eine begattete kaufen und die WZ alle entsorgen. Ich bin ja eher dafür, die Mädels machen zu lassen, aber in diesem Fall würde ich doch eingreifen.
    Das Volk braucht jetzt eine gut legende und keine zweite Brutpause, also ist auch hier Geiz gar nicht geil.:wink:


     
    Immer nur kaufen, wenn was kaputt geht.:lol:
    Hier ist Erfahrung geil und bringt einen auch näher an die Bienen.:wink:
    LG EL CID

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo El Cid,


    ja, das sehe ich auch so. Fleißig probieren ist das beste was man machen kann um zu lernen.
    Es geht viel mehr als man auf Grund der Ratschläge, die man bekommt, ahnt.
    Hatte letztes Jahr Anfang September 2 begattete Königinnen übrig. Habe dann in meiner Not 2 kleine Brutableger gemacht. Bei einem hatte ich dann noch eine Räuberei und es blieben nur ganz wenige Bienen samt Königin übrig. Habe dann die Ablegerstandplätze getausch, damit der schwache von den Flugbienen des anderen profitiert.
    Der eine saß dann zum Winter auf 5 der andere auf 3 Waben. Beide für die Überwinterung zusammen in eine Styroporzarge mit Trennschied und so kamen die einen nur zwischen einer Wabengasse sitzend die anderen zwischen 3 im Frühjahr an.
    Anfang Februar die beiden wieder getrennt und den schwächeren über Gitterboden auf den stärkeren aufgesetzt (der Wärme wegen) entwickelten sich beide gut zu 2-Brutraum-Zargen. Beim stärkeren konnte ich sogar noch Honigraum aufsetzen für die Spättracht aber auch der schwächere wurde so stark, daß ich einen kräftigen Ableger davon machen konnte.


    Habe mir letztes Jahr im Frühjahr ein Bienenvolk gekauft und habe jetzt einschl. Ableger über 20 Stk da stehen. Habe natürlich viel falsch gemacht (und auch jetzt noch), so manche Königin ist mir über den Jordan und weisellose Völker und drohnenbrütige. Wer hat das alles schon in einem Jahr als Anfänger? Nur der, der ständig alles ausprobiert.


    Also viel Glück dabei.
    Gruß Fritz

    Wer jedes Volk retten will, schadet langfristig den Bienen.

  • Hallo Fritz,
    hab gesehen, du machst auch Naturwabenbau. Was ist dein Foto genau? Diese Wabe?
    Du machst uns allen Mut, denn wir machen auch Fehler, nur den meisten fällt es schwer,
    die Fehler zuzugeben. Aber ich wollte hier nicht trennen, wir sind alle europäische
    Imker.
    Danke für deinen Brief. Liebe Grüße, El Cid

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Zitat

    Es geht viel mehr als man auf Grund der Ratschläge, die man bekommt, ahnt.


    Yo, gehen tut viel - was davon ist bienengemäß?
    Brutdistanzierung war auch mal ne zeitlang modern, bienengemäß war das gewiß nicht.
    Wer den Schwarmtrieb bekämpft statt ihn zu nutzen, wird immer der Verlierer sein.
    Und so komplizierte Vorgänge wie von Fritz beschrieben sind nicht nötig, sowas erinnert eher an Lego-Spezialisten oder Modelleisenbahner.
    Wir sind Imker - was ist bienengemäß?
    Müssen wir alles machen, was die Bienen so gerade noch aushalten können?:roll:
    Sollten wir nicht eher versuchen, ihnen das Leben so streßfrei wie möglich zu gestalten?
    Zu ihrem und unserem Wohl?:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Liebe Sabine,
    was für eine Umkehr. DU redest von bienengemäß und was die Bienen so
    gerade noch aushalten. Dem BIEN sein Leben streßfrei zu gestalten.
    Zu ihrem und unserem Wohl?
    Hallo, Admins, das ist kein Angriff auf Sabine, nur sanfte Kritik.:daumen:
     
    Irgendwem schwimmen irgendwo immer die Felle weg.:wink:

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo Sabine,


    worum gehts denn beim Imkern? Es geht darum, zu verstehen, wie die Bienen auf was reagieren. Und wer viel experimentiert und auch Grenzen auslotet, ist da klar im Vorteil.
    Du machst es doch genauso. Wenn es was neues gibt, bist du eine der ersten, die es probieren. Und das ist auch gut so. Wem verdanken wir die Fortschritte auf dem Planeten. Doch nicht denjenigen, die auf dem alten sitzen und nicht rechts und links gucken.


    Hallo El Cid,
    ja, mein Bildchen ist Naturbau mit einem schmalen Anfangsstreifen (inzwischen mache ich nur noch eine Wachsspur). Es ist Honig eingelagert, der in der Mitte bereits verdeckelt ist. Hat mir letztes Jahr in meiner Imkeranfangseuphorie so gut gefallen, daß ich es gleich fotografiert habe und als Hintergrundbild auf meinen Honigglasetiketten verwende.


    Gruß Fritz

    Wer jedes Volk retten will, schadet langfristig den Bienen.

  • Finvara ,
    dein Rahmen-Maß ist gar nicht so ausser der Reihe, aber sehr intelligent. Bis auf
    5 mm habe ich das gleiche Maß und im Honigraum sind wir identisch.
    Du mußt dir doch was dabei gedacht haben.
    Arbeitest du letztendlich im Naturwabenbau? ...
    Liebe Grüße euch beiden (Hier tobt schon wieder ein Gewitter), El Cid[/quote]


    Tut mir leid, aber so intelligent finde ich das heute gar nicht mehr. Und ich kann nur jeden Anfänger davor WARNEN mit einem "eigenen" Maß zu beginnen.
    Die Nachteile sind enorm und man merkt sie erst wenn es zu spät ist. ( z. B. Völkerverkauf u. Ankauf u.s.w.)
    Eine Umstellung erweist sich dann oft als zu teuer, kompliziert und aufwendig.
    Damals wars ne Lösung die aus den Umständen geboren wurde.
    Natürlich hab ich mir auch was gedacht dabei. Ich wollte einen möglichst quadratischen Brutraum (ich habe 10 cm hohen Unterboden), und eben nur EINEN , (wie Dadant). Die Höhe des Honigraumes ist eine Verbeugung vor dem Gewicht. Die ersten waren mal höher. Aber jeder weiß was es heißt Zargen von 25 kg und mehr über Stock und Stein zu Buckeln, da wird man ganz schnell eines besseren belehrt. Außerdem ermöglicht eine flachere Zarge auch das Ausnutzen einer kleineren Tracht. Ich verwende Mittelwände. (... Naturbau nur in meinen Warrebeuten ).
    Aber wie gesagt , das nur am Rande.
    Ich sags nochmal : Kein eigenes Maß, das bringt auf die Dauer nichts. Auch wenn es einem Anfänger momentan vieleicht als die günstigere Lösung erscheint.
    Es giebt in Deutschland vier gute Maße, damit kann man in jeder Gegend erfogreich imkern, und an die sollte man sich auch halten.

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Fritz :

    Zitat

    Du machst es doch genauso. Wenn es was neues gibt, bist du eine der ersten, die es probieren. Und das ist auch gut so.


    Ich probier es aber nicht unreflektiert, und schon gar nicht, ohne irgendwas von allen Seiten mit Pro und Kontra ausdiskutiert zu haben (mit meinem persönlichen Counselor :liebe002:).
    Ich hab damals auch die kleinzelligen MW für genial gehalten, bis bei mir endlich der Groschen fiel - ich hab jahrelang geschrieben, "soweit kommt es noch, daß ICH bio werde mit Naturbau und dem anderen Krams".
    :oops:Tja, Mensch lernt dazu - ich kann immer nur von meinem aktuellen Kenntnisstand ausgehen (und glaub mir, ich tue eine Menge dafür, den ständig zu verbessern:oops:).
    Entscheidungen kann man immer nur treffen für den Augenblick, die können Minuten später schon falsch sein, weil sich was geändert hat.
    Nur steht mittlerweile das Wohlbefinden der Bienen absolut im Vordergrund - bloß kein Streß.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen