Massentracht und Warré

  • Hallo zusammen!

    Ich bin am überlegen, wie ich mit Warré bei einer Massentracht umgehe.
    Einen riesigen Turm möchte ich nicht im Garten stehen haben.

    Ich habe mir das so überlegt:
    2 BR & 2HR und bei Bedarf 1 HR durch einen neuen HR ersetzen.
    Nur weiß ich noch nicht ob (von unten nach oben) so: BR, BR neuer HR, HR
    oder so: BR, BR, HR, neuer HR.

    Wie sieht das in der Praxis bei Warré aus? Man soll ja nicht das Stockklima stören,.... wie macht ihr das also, wenn eure Bienen fleißig sind und Tracht "ohne Ende" ist?

    Bin gespannt auf Anregungen und Erfahrungsberichte.

    LG
    Conny

  • Mit Erfahrungsberichten über Massentrachten bei Warre kann ich nicht dienen da ich erst dieses Jahr die ersten umgestellt habe.
    Aber ich würde untersetzen. Der Bien soll bei Warre von oben nach unten Bauen. Das Brutnest rutscht mit dem Füllen der Waben zwangsläufig nach unten, bei starker Tracht ist auch ein starker Bautrieb da, der Bien erweitert also bei Bedarf, und wenn genug Raum da ist, nach unten. Also werde ich unten die Zarge einfügen die ich oben wegnehme. ( Im übrigen auch ganz wichtig für die Bauerneuerrung).
    Ob ich mit meiner Planung richtig liege wird das nächste Frühjahr beweisen. Der Raps kommt bestimmt, und der muß definitiv raus.:Biene:

    ... alle sagten das es unmöglich ist, .... bis einer kam der das nicht wußte

  • Ich habe auch erst seit diesem Jahr eine Warré und Bienen ;) - Sa(b)ine gab irgendwo im Forum den Tipp (allerdings bezogen auf Magazinbeuten) einfach wesentlich mehr als erwartet Honigraum zu geben sodass die Bienen sich an das Raumvolumen gewöhnen und gleich richtig loslegen. Wenn ich also eine Massentracht erwarte (wird nächstes Jahr sicher der Raps sein) dann nehm ich statt 4 Zargen einfach 5 oder 6 Zargen. Schaden wird es denke ich mal nicht. Lieber hat als hätte ;)
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Untersetzen ist besser. Um die vollen Zargen nicht auseinandernehmen zu müssen, kann ein Lift eingesetzt werden. Siehe:


    http://warre.biobees.com/lift.htm


    Ansonsten müssen die Zargen auseinander genommen werden. Die oberste Zarge wird abgenommen und eine leere Zarge untergesetzt. Wenn die Zargen voll sind und eine massive Tracht herrscht, sollte das Bienenvolk das verkraften. Um diese Jahreszeit hat man aber seine Schwierigkeiten die Zarge bienenleer zu bekommen. Daher empfiehlt sich der Einsatz einer Bienenflucht. Ansonsten bleibt einem nur viel Rauch. Im anglophonen Ländern nimmt man auch sogenannte "Bienenstaubsauger" oder Laubgebläsegeräte, um die Zargen bienenfrei zu bekommen.


    Man kann auch die zwei Honig- und die zwei Brutzargen verwenden, um Zargenableger zu machen. Einfach jeweils eine Honig- und Brutzarge aufstellen, direkt mit einer oder zwei leeren Zargen unten drunter. Dann hat man zwei Völker, von denen man am Ende des Sommers eine Zarge Honig aberntet und sie dann dreizargig überwintert.


    Jeder erfindet da etwas, wie es ihm am besten passt. Wie steht es so schön im Bienenjournal sinngemäß geschrieben (bezüglich Korbimkerei): "Das ist noch richtig Natur. ... Als Korbimker muss ich mit den Bienen als Naturvolk leben". Man richtet sich also in einer Art Dialog nach den Bienen. Der eine mehr, der andere weniger.



    Viele Grüße,


    Bernhard

  • Hi

    aberntet und sie dann dreizargig überwintert.


    jetzt muss ich ketzerisch fragen: Steht es nicht in deiner Anleitung und Warrés Buch das man genau das niemals nicht macht? :)
    Olli

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    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

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  • He he,


    das ist nicht ketzerisch, sondern richtig :wink: Emile Warré hat von der Überwinterung in mehr als zwei Zargen stark abgeraten. Ich habe das anfangs (natürlich) nicht bei allen Völkern befolgt. Bisher muss ich sagen, dass die zweizargigen besser überwintern und im Frühjahr williger den neu hinzugegebenen Raum nehmen. Ich habe also die "strenge" Empfehlung übernommen, nachdem ich ähnliches beobachtet habe.


    Mit richtigen Massentrachten habe ich hier keine Erfahrung, bei mir herrscht eher Monokultur bis an den Horizont (und kein oder nur sehr wenig Raps dabei). Ein Imker aus Kanada hat dieses Jahr mit der Warré begonnen und die haben heftige Trachten dort. Am 4. Juli hat er einen Schwarm eingeschlagen, am 24. Juli haben die Bienen schon vier Zargen ausgebaut und 2 davon sind schon kompakt mit verdeckelten Honig. Er hat jetzt die erste Zarge geerntet. Ich bin gespannt, wie sich die Warrébeute in Massentrachten bewährt.


    Je nachdem, wie groß das Volk ist, sollte man abwägen, inwieweit zwei Zargen für die Überwinterung reichen. Hier muss man genau beobachten und eventuell auf die lokalen Verhältnisse feinjustieren.


    Normalerweise gilt die Daumenregel von zwei Zargen zur Überwinterung. Änderungen nach Bedarf. Denn keine Lösung passt auf alle Verhältnisse, es gibt immer nur lokale Lösungen.


    Viele Grüße,


    Bernhard

  • In beiden:lol::lol::lol:


    Aber Warre sagt auch . "... sein Buch ist keine Bibel "


    Aber da die Thematik gerade auf dem Tisch ist, wo liegt denn nun der Nachteil einer Überwinterung auf drei Zargen ?
    Ich konnte ihn nämlich auch nicht finden.:confused:

    ... alle sagten das es unmöglich ist, .... bis einer kam der das nicht wußte

  • Na gut :) Danke für die Ausführung.
    Olli

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  • He he,


    das ist nicht ketzerisch, sondern richtig :wink: Emile Warré hat von der Überwinterung in mehr als zwei Zargen stark abgeraten. Ich habe das anfangs (natürlich) nicht bei allen Völkern befolgt. Bisher muss ich sagen, dass die zweizargigen besser überwintern und im Frühjahr williger den neu hinzugegebenen Raum nehmen. Ich habe also die "strenge" Empfehlung übernommen, nachdem ich ähnliches beobachtet habe.
    Viele Grüße,


    Bernhard


    OK, das könnte sein.

    ... alle sagten das es unmöglich ist, .... bis einer kam der das nicht wußte