Bienenwohl, Oxalsäure

  • Ich hab ja immer etwas Bedenken, wenn ich mit giftigen Substanzen hantieren soll.
    Das Oxalsäure in der Bioimkerei zugelassen ist, zumindest in A weis ich auch.
     
    Und hier ist auch schon der Wiederspruch, den ich nicht verstehe:
     
    Einerseits liest man, niemals mit Oxalsäure in Berührung zu kommen, immer Handschuhe tragen, da Oxalsäure hochgiftig ist.
     
    Andererseits wird bei Bienenwohl ausdrücklich darauf hingewiesen, das keine Schutzkleidung nötig ist.
     
    Einerseits heißt es, 2 x Oxalsäure ist einmal zu viel, andererseits wird Bienenwohl mehrfach angewendet. Ich hab nicht mitgezählt aber es dürften schon mindestens 8 Behandlungen im Jahr sein, wenn man danach geht:
     
    http://www.imkerhof-salzburg.at/portal/index.php?option=com_content&task=view&id=49&Itemid=69
     
    Verstehe ich das richtig, auch bei Trachtvölkern behandeln die im April vor der Tracht 3 x mit Bienenwohl, hat das keinen Einfluss auf den Honig?
     
    Wenn Oxalsäure so giftig ist, warum belastet es den Honig nicht?
     
    Wie genau ist die Dosierung? Da schwanken die Angaben doch erheblich, Liebig gibt da reichlich, bei dem oben genannten Link wird immer irgendwas zwischen 4 und irgendwas ML angegeben. Mit dem angegebenen Schwanenhals dürfte das ohnehin nur Gefühlssache sein.
     
    Das alles ist für mich recht unübersichtlich, kann mich jemand aufklären?

  • Bienenwohl kenne ich nicht, die Angaben für die Träufelmethode mit Oxalsäure war mit einem "Bleistiftstrich" per Medizinflasche finde ich auch zu schwammig. Also wir haben exakt 17,5 g Oxalsäuredihydrat (hat der Apotheker für uns abgemessen) in warmen Zuckerwasser 1:1 aufgelöst, so das Endvolumen 500ml entsteht. Dies soll noch warm zu den Bienen, das bei möglichster Brutfreiheit, meist Dezember bei weniger bis 5 Grad Celsius, weil die Süßen dann in der Traube sitzen und es besser verteilen. Wenn man 10 ml Einmalspritzen verwendet, kann man ohne Probleme 5ml ohne hin und her aufziehen und wenn man noch eine gelbe Kanüle verwendet träufelt man diese 5ml in je eine Wabengasse mit superkleinen Tröpfchen. Je kälter das Zeug wird, muss man die Kanüle weglassen, da die Lösung fester und klebriger wird. Aber die Verteilung ist jetzt immer noch genauer als Medizinflasche und die Angabe wie ein Bleistiftstrich. Einmalspritzen und Kanülen sind auch in der Apotheke Centbeträge, Handschuhe muss man anziehen und nachher alles einfach entsorgen. Die Varroen fallen dann en masse, besonders, wenn aufgrund des Wetters und der vielen Unwägbarkeiten die Ameisensäure nicht so gegriffen hat. Aber diese Oxalsäuremethode darf man nur einmal machen, ist Chemotherapie für die Lieben Bienen und macht den Chitinpanzer dünn. Den der Varroen killt sie. Bei Wiederholung sterben auch die Bienen. Gruß Martina

  • Hi,


    Bienenwohl habe ich bisher nur zur Winterbehandlung eingesetzt. Der Honig ist geerntet. Die Anwendung ist ganz einfach. Flasche erwärmen, schütteln und dann mit dem aufgeschraubten Schwanenhals mit einem dünnen Strahl einfach einmal über die Gassen gehen. Hatte bisher gute Erfolge und keinerlei Probleme. Allerdings dürfen die Winterbienen - sie leben lange - das Mittel nur einmal abbekommen. Triffst Du den Zeitpunkt der Brutfreiheit nicht genau, so ist der Wikungsgrad der Behandlung evtl. stark reduziert. Aus diesem Grund ist das Verdampfen von Oxalsäure zu überlegen. Diese Behandlung ertragen die Winterbienen mehrmals.

  • OK. Mir geht gerade die Frage durch dne Kopf, warum viele der Meinung sind, Oxalsäure verdampft wäre schonend.
    Also wenn ich´s richtig verstehe, ist bei der Anwendung von Säuren die höhere Empfindlichkeit der Milben der Wirkmechanismus. Also, Biene stirbt bei gewisser Verätzung nicht-Milbe tut´s. Wie funktionirt das Verdampfen?
     
    Hat das nix mit ätzender Wirkung zu tun?

  • Moin,
    die Überzeugung, daß Verdampfen schonender ist, kommt aus der Beobachtung.Da braust nichts auf, da wird die Beute nicht fluchtartig verlassen, sondern einfach normal weitergemacht. Sogar völlig weiße Bienen setzen sich nur hin, putzen sich, und gut ist's.
    Wie das genau wirkt, weiß noch keiner, es gibt verschiedene Deutungen.
    Ich vermute, daß die Kristallisation auf den Bienen denselben Effekt hat wie Puderzucker, daß nämlich die Milben ihre Haftfähigkeit verlieren und abfallen, vielleicht sogar ihre Haftlappen ernsthaft beschädigt werden, so daß sie nicht wieder auf Bienen oder die Rähmchen gelangen können.
    Aber egal, wie, es funktioniert.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo liebe Sabiene

    sabi(e)ne schrieb:

    Sogar völlig weiße Bienen setzen sich nur hin, putzen sich, und gut ist's.


    und gut ist's......so einfach würde ich mir das nicht machen.Oder hab ich vielleicht wiedermal dein geschriebens falsch auf gefasst???
    Wenn das Giftszeugs doch verdampft wird und noch dazu bei Temperaturen die nee große Streung während des Vorgangs wahrscheinlich haben naja ich als normaler Hobbyimker kann dies nicht beurteilen aber eines ist mir bewusst die Bienen nehmen doch mit Sicherheit auch irgendwas von dem schafthaften Giftgebräu aus der Umgebungsluft in ihren Stoffwechsel mit auf und da kann man nicht als ....und gut Ist's zu frieden mit geben.
    Naja will deine Meinung nicht kritisieren aber mir tun eben die Bienen einfach leid was sie alles so ertragen müssen und daher versuche ich langfristig ohne Behandlung meine Bienenbetreung hin zu bekommen mit dem Ziel nur wenns wirklich erforderlich ist behandlungmäßig ein zugreifen und das komische ist ja entgegen aller bisherigen Meinungen es sieht recht positiv aus und scheint machbar zu sein mal sehn was die Zukunft bringt.Der Manne scheint ja auch den Weg gefunden zu haben.
    imkerliche Grüße

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  • Hallo Herby,


    wenn Du was besseres hast, her damit.


    Zum "Gift" OS: Die Dosis macht`s doch.
    Oder stirbst Du nach Rhabarber- oder Spinatgenuß?


    Auch Salz ist giftig.


    Wir sind doch alle auf der Suche nach weniger Chemie.
    Nur was...?

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • ...
    Wir sind doch alle auf der Suche nach weniger Chemie.
    Nur was...?


    Aber Hallo,
    weniger Chemie gibt's nur im Vakuum - und das soll für die meisten ziemlich ungemütlich sein - ich kenne aber ehrlich auch keinen, der schon mal drin war.


    Vielleicht kommt da auch keiner wieder raus, weil's da drin so toll ist - nobody knows ... no understands.
    Professor Lesch (Bayern alpha - falls das jemand kennt) hält es jedenfalls für langweilig - nur 1 Atom pro Kubikmeter - aber er selbst war wohl auch noch nicht drin. So sind eben unsere Professoren: Wissen auch nicht viel mehr als wir, das aber besser.
    Gegen Raffelhüschen und Rürup ist der Herr Lesch aber wirklich ein echter Sympath - er wollte noch nie mein letztes Geld für den Staatshaushalt requirieren, im Gegenteil.
    Grüße ralf_2