wildes Bienenvolk vom Vorjahr (!) soll abgetötet werden - Berliner Imker gesucht!

  • Liebe Kollegen,
    ein Notfall: Ein Schädlingsbekämpfer soll ein Bienenvolk abtöten, das sich - durchaus erreichbar - in einem Bunker eingenistet hat. Das Volk soll schon seit letztem Jahr dort sein, muß jetzt aber weg, sieht aber stark aus (so berichtete man mir, habe es selber nicht gesehen).


    Ich kann es leider selber nicht machen aber vielleicht findet sich ja ein ambitionierter Imker, der da zumindest einen Kunstschwarm oder sowas basteln kann...es wäre wirklich schade; Bienen die diesen Winter überstanden haben, sollte man doch hegen...wer jemanden kennt oder selber Lust hat: Bitte bei mir melden (Tel. 0163 6 85 95 96).


    Grüße
    Melanie

  • rein rechtlich gesehen darf er es nicht abtöten sonst gibts ne anzeige

    ja ich bin der Lukas ich hab 0 völker auf dnm in segeberger kästen.

  • Also um das mal zu klären: Alle Wildtiere stehen unter dem allgemeinen Naturschutz. Bedeutet, man darf wilde Tiere nicht GRUNDLOS verfolgen, vernichten oder töten.
    Allerdings wird nicht definiert, was ein guter Grund ist. Ein guter Grund kann schon sein, daß der Fiffi von der Tante der Nachbarin beim möglichen, seltenen Besuch immer so gerne in der Ecke suhlt, die eben nur 3,50 m unter dem Wespennest liegt und dann könnte er ja gestochen werden....und zack, schon kommt der Kammerjäger und macht das ganze gegen Bares hinweg.


    Aber das darf er nicht so einfach, wenn es sich um ein Hornissennest handelt, denn das ist nach Bundesartenschutzverordnung, Anhang 1 BESONDERS geschützt.


    Und das bedeutet: Hier muß man den guten Grund, den man eben meint zu haben, einer behördlichen Instanz (eigentlich der Oberen Naturschutzbehörde; faktisch aber meist den unteren) darlegen. Befindet auch diese, daß es ein guter Grund ist, dann darf der Schädlingsbekämpfer das Volk platt machen.


    Unter diesem besonderen Schutz fallen alle hügelbauenden Waldameisenarten, die Hornisse, sowie ALLE Bienen (also auch Hummeln und die Solitärbienen).


    ABER (das große Aber): Die Bundesartenschutzverordnung gilt explizit nicht für Haustiere. Und zumindest die Berliner Senatsverwaltung betrachtet die Honigbiene als Haustier und damit bedarf es eben keiner Ausnahmegenehmigung.


    Das kann aber natürlich jede Behörde anders betrachten.


    In diesem Fall eines eingezogenen Bienenvolkes wäre es in einer Großstadt aber vermutlich eh kaum anders gelaufen denn die sind da schwer zu akzeptieren. Ich habe aber die Sache inzwischen an zwei Imker weiter gegeben und hoffe jetzt mal, daß es geklappt hat...ich werde da mal nachhaken...


    Grüße
    Melanie

  • Nur zur Beruhigung der Gemüter: Das Volk ist umgesiedelt! (Leicht erreichbar ist wohl bei einem Bunker mit 1,50m Wandstärke und Bomb-Blast Vents, die um die Ecke gehen relativ).

    ...drama makes the world go round... darf ja bloß nicht langweilig werden!

  • Volk trägt Pollen ein (vermute daher, dass ich die Königin wohlbehalten mit umgesiedelt habe) und baut wie auch Mittelwände aus! Es hat zusätzlich noch Flüssigzucker und Neopoll (oder wie auch immer es heißt) bekommen, damit es wieder gut in Schwung kommt.


    Die Umsiedelung war nicht schön, da so ein Luftschutzbunker Schacht starke verwinkelt und sehr eng ist (teilweise konnte ich nur kleine Wabenecken von 10x10cm entnehmen. Es ist wirklich keine Freude für alle beteiligten gewesen, aber das Bienenvolk scheint sich wirklich sehr wohl in seiner neuen Umgebung (Nähe Hoppegarten) zu fühlen (auch wenn zwischen den Waben Hühnerdraht steckt, damit ich halbwegs wieder Wabengassen aus den Wabenstücken rekonstruieren konnte). Das Volk ist sehr sanftmütig und hat mir den Umzugsstress verziehen zu haben.

    ...drama makes the world go round... darf ja bloß nicht langweilig werden!