Grundsatzfragen zu Räuberei

  • Vielleicht bin ich schwer von Begriff. In vielen Beiträgen und Gesprächen habe ich das Wort Räuberei gelesen und gehört. Die Emotionen gingen dabei teilweise richtig ab. Nur konnte ich bislang nicht wirklich verstehen was es genau damit auf sich hat.


    Das Aussagefähigste was ich gefunden habe ist diese Seite:
    http://www.bienenwiki.de/wiki/index.php?title=R%C3%A4uberei


    Trotzdem bleiben für mich viele Fragen offen. Beispielsweise habe ich von dem Begriff "Räuberei bei Bienen" erst erfahren als ich mich mit Bienen beschäftigt habe. Aber es dürfte doch keinen Unterschied geben ob ein Imker etwas Honig tropfen lässt oder ob ein Nicht-Imker aus Versehen ein Honigbrot fallen lässt. Ich kann mich auf jeden Fall nicht erinnern, dass Aufrufe in der Zeitung stehen, in denen Imker die Bevölkerung aufrufen niemals Honigbrote fallen zu lassen und Trinkgläser mit süssen Getränken niemals im Freien stehen zu lassen.


    Verstanden habe ich den Umstand, dass in einer Beute geräubert werden kann wenn in dieser Beute Futter angeboten wird. Deshalb soll während des Fütterns der Eingang zu dieser Beute verengt werden damit keine Räuber-Bienen hineinkommen.


    Doch was für ein Schaden können Imker erfahren die 9 km entfernt ihre Völker stehen haben von demjenigen der einen Zuckertopf offen stehen hat?


    Bin ich zu blöd um das zu kapieren? Ich bitte ernsthaft um Antworten. Diese Bitte ist weder ein Joke noch ein Test. Ich will lernen was genau die Erfahrungen bzgl. Räuberei sind. Ich will auch nicht lesen was ich zu tun hätte damit keine Räuberei entsteht. Ich will verstehen was es genau mit dieser Räuberei auf sich hat, bzw. was für Erfahrungen existieren unter welchen Bedingungen sie entsteht.


    Viele Grüße
    Konstantin

  • Hallo,


    Das Problem wird sein, wenn du in der Nähe der Beuten offenes Futter liegen hast da auch Bienen von den Völkern deiner Nachbarn dran gehen.
    Und die Werden dann nicht nur an das Futter gehen sondern auch nach weiteren Futterquellen in der Nähe suchen.
    UNd die könnten dann z.B. deine Völker und Ableger sein. Und dann hast Räuberei.
    Wenn du nun 1 Volk hast und in 10 km entfernung keine andernen Völker dann fällt diese Möglichkeit natürlich weg.
    Aber ich hab auch schon an Bienenständen mit 10 Völkern und 1m vom Flugloch entfernt halbvolle Waben zum auslecken gesehen, da war auch nix mit Räuberei.
    Und die Hängen da immer bei Trachtlücken...


    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Vielleicht ist es für die Bienen auch diese unvorstellbar große Menge Futter auf einer kleinen Fläche die sie durchdrehen lässt?


    Könnte man nicht eine Künstliche Blume schaffen, die nur sachte den Zuckersaft abgibt? z.B. umgedrehte Cola Flasche mit kleinem Loch das durch Schwamm verstopft ist ?


    Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Vielleicht ist es für die Bienen auch diese unvorstellbar große Menge Futter auf einer kleinen Fläche die sie durchdrehen lässt?


    Genau das zielt auf eine meiner noch nicht gestellten Fragen: Können auch blühende Pflanzen zu Räuberei führen (zB Rapsfeld / Bienenbaum)??


    Und wenn nein, was genau ist der Unterschied zu den Situationen bei denen Räuberei entsteht. Das heißt ab welcher Futtermenge im Verhältnis zum Abstand zur Beute gibt es Gefahr?


    Viele Grüße
    Konstantin

  • Hi Konstatin,
    werde nicht ungeduldig,
    es braucht ein wenig Zeit,ich bin doch bei dir !!
    Ich werde dir ehrlich berichten,wie viele Völker diese Schlacht überlebt haben.
    Aber wenn es ohne große Verluste abgeht,wirst du es als Erster erfahren.
    Aber ich hatte den A..... auf Grundeis als die Honigquelle derart mit Bienen belagert wurde.
    Ich wünsche mir aber,das da endlich Ruhe einkehrt.
    Cool down
    Gruß
    Helmut

  • Nachtrag
    In der Himbeerblüte kloppen die sich ganz schön
    Beim Abschleudern kann man erkennen wer gewonnen hat.
    Die Verlierer suchen sich was Anderes,
    Die haben dann Blatthonig(Läusekacke)


    Aber das Risiko ist groß,von den Ablegern an diesm Standtort wird wohl nichts übrigbleiben.
    Gruß
    Helmut

  • Hallo Konstantin,
    auf der Terasse, wo denn mal ein Honigbrot auf den Fussboden fällt, riecht es ja auch nicht für suchende Bienen so verführerisch nach anderen Bienenstock.
    Und glaub mal, in trachtarmer oder trachtfreier Zeit sind zehn Kilometer Abstand zu bekannten Imkern keine Entfernung.
    "Bekannten Imkern" schreibe ich absichtlich, da ich viel rumkomme im Ort und immer wieder sehe, wo alles unbekannte Bienenstände vorhanden sind.
    Ich könnte zu jedem Imker im örtlichen Verein noch einen weiteren aufzählen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo, Konstantin,

    Zitat

    Und glaub mal, in trachtarmer oder trachtfreier Zeit sind zehn Kilometer Abstand zu bekannten Imkern keine Entfernung.
    "Bekannten Imkern" schreibe ich absichtlich, da ich viel rumkomme im Ort und immer wieder sehe, wo alles unbekannte Bienenstände vorhanden sind.
    Ich könnte zu jedem Imker im örtlichen Verein noch einen weiteren aufzählen.

    Ich auch.
    Falsche Frage, Konstantin.
    Nicht

    Zitat

    ab welcher Futtermenge im Verhältnis zum Abstand zur Beute gibt es Gefahr?

    , sondern wieviel Tracht gibt es überhaupt im Verhältnis zur Bienengesamtmenge?
    In einem Rapsfeld kannst du hemmungslos Wildbau mit Nektar drin in die Gegend schmeißen, das interessiert niemanden außer Ameisen.
    Aber jetzt scannen die Räuberscouts bereits jede Beute auf Spalten, aus denen es nach Honig riecht...
    Und sobald mehr als 2 Bienen waagerecht zick-zack fliegen, mache ich das Flugloch auf 1-2 Bienenbreiten eng.
    Ab da hab ich hier auch in der Halle Bienen - die finden zwar nicht mehr raus, aber ab da ist Alarm.
    Ist draußen wirklich Ende mit allem, kannst du tagsüber nicht mal mehr Völker aufmachen ohne sofort fremde Bienen landend zu haben.
    Ich pflanz doch nicht umsonst Phacelia, um sie beschäftigt zu halten.
    Normal gibt es pro Volk eine Biene pro Quadratmeter eines beliebigen Feldes, kannst du dir dann die Flugbienen von allen deinen Völkern an EINER Quelle vorstellen?
    Jede heimkehrende Biene trommelt für dieselbe Stelle, es dauert keine Stunde, bis alle Flugbienen eines Volkes an dieser einer Stelle sind.
    Und dann ist es egal, ob du ein Honigglas da stehen hast, oder ein Kinderplanschbecken voll Futter - jede Biene, die da vorbeikommt und ne Probe mitnehmen kann, trommelt zuhause dafür.
    Und 10km ist noch durchaus im Bereich des Möglichen, du kannst dir das nicht vorstellen, wenn du es noch nie gesehen hast....
    Du setzt eine Randwabe, leicht tropfend, in den Wabenbock, und guckst dein Volk durch.
    Zehn Minuten später hast du auf dieser Wabe eine 10cm Schicht von sich prügelnden Bienen - und auf dem offenen Volk landen auch Mengen von Bienen - was nun?


    Und "open feeding" - stell dir ein Faß mit 200kg Honig und 50 Völkern im Umkreis vor - glaubst du, die begnügen sich mit 4kg pro Volk?
    Du mußt das gesehen haben, um es zu glauben - ansonsten sagst du, das ist bloß Angstmache....
    Und Bienen ohne Tracht sind übel drauf.
    Ich hab es schon mehrfach erzählt, ich hatte dieses Frühjahr heftigen Bienenflug, bevor überhaupt irgendwas blühte - das hat mich Völker gekostet.
    Was macht ein Volk, wenn 4 andere über eins herfallen?
    Wie eng willst du das Flugloch machen?
    Wie sollen sie dann noch Wasser holen?
    Das Ende von sowas ist eine Handvoll Bienen mit der Königin in einer weit entfernten Ecke ohne jede Nahrung, falls sie nicht vorher abgemurkst wurde...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Blatthonig(Läusekacke)


    Wenn ich richtig im Bilde bin sind das Wasserüberschussausscheidungen der Läuse - kein Verdauungsabfall ist oder liege ich damit falsch?


    Ohoh wenn ich das lese dann hoffe ich nur das Beste für meine Eltern. Neben deren Terasse steht meine Beute. ;)


    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hallo, Olli,
    nein, kein Verdauungsabfall.
    Die Läuse sind wie alle hinter Eiweiß her, Zucker gibt es an jeder Ecke.
    Da der Pflanzensaft ziemlich eiweißarm, aber zuckerreich ist, wird von den Läusen per Extradarm das Eiweiß ausgefiltert, und der Zucker in die Umwelt entlassen.
    Das ist nicht der normale Darm, also nix Läusekacke.*g*
    Nektar kommt ja auch aus einem Extramagen und ist keine Bienenk***:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Honig,
    das sollte ein Frontalangriff auf unsere süddeutschen Bienenfreunde sein
    So ein Spielchen zwischen 2 Parteien,:
    Süd ;Waldhonig
    Nord : Frühtracht.
    Da ist Läusekacke der Ausdruck für (köstlichen)Waldhonig
    Hier in der Gegend geht ebend mal Blütenhonig besser als Wald
    Gruß
    Helmut

  • Hallo Zusammen,
    das vermeiden von Räuberei durch offene Futterquellen ist aus Verantwortung für meine eigenen Bienen zu beachten. Denn wenn es zur Räuberei an meinem Stand kommt gibt es Tote unter den Räubern und Ausgeraubten. Das ist zu vermeiden. Und das muss nicht jeder neu getestet haben.
    Massive Räuberei ist kein schönes Schauspiel.
     
    Kurz OT:
    Hallo Helmut,
    man merkt Dir den Liebigschüler deutlich an. Hat er eigentlich ein Urheberrecht auf dieses Wort? Nur wenn das beliebte Wort öffentlich ausgesprochen wird, haben alle die dunkle Honige im Angebot haben immer wieder schweren Erklärungsbedarf bei ihren Kunden. Und die richtige Erklärung von Sabi(e)ne hier im Faden reicht meist nicht aus.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Versteh ich es ganz grob richtig, dass Räuberei leichter passiert wenn die Imkerdichte / Bienendichte pro Fläche gross ist? Also bei 1 Volk pro km² weniger Gefahr der Räuberei als bei 50 Völkern pro km²? Und dies noch in bezug zur Gesamttrachtmenge? Das heißt solange mehr Tracht verfügbar ist sind auch mehr Völker auf der selben Fläche eher friedlich?


    Viele Grüße
    Konstantin

  • Hallo


    ja genau so ist es.


    Ich habe 8 Imker im Dorf
    heute habe ich einen schwachen Ableger, der auf einem anderen oben drauf stand abgekehrt, die entstandene Suchwolke reichte aus das der untere Ableger ausgeräubert wurde. Das ging so schnell das ich es nicht mal gesehen habe. Und ich war nur 4 Stunden nicht zuhause :mad:


    Gruß Uwe