Wespen umsiedeln? Aber wie, oder besser wer???

  • Hallo Leute!
    Ich habe vergangene Woche in meinen beiden Schuppen Wespennester entdeckt... Naja zu übersehen sind sie auch nicht. Das eine ist ca 2 Kokusnüsse groß. In dem Schuppen sind noch weitere kleinere Nester. Im zweiten Schuppen ist eines das ca 1/2 Kokusnuss groß ist und auch noch kleinere.


    Prinzipiell habe ich nichts gegen den kleine gelbschwarzen Flügler, aber sie müssen trotzdem weg gemacht werden, da erstens die Schuppen unbegehbar sind, da zumindest der eine Stamm sehr aggressiv ist und sie außerdem schon mehrfach unseren Hund als auch uns gestochen haben wenn wir nur in die Nähe des Schuppens gehen.


    Nun würde ich die armen Tierchen ungern mit im Baumarkt erhältlichem Gas um die Ecke bringen, sondern mir wäre es lieber wenn jemand sie umsiedeln kann oder so. Ich habe leider selbst keinerlei Schutzkleidung oder sonst was und traue mich auch gar nicht an die Schuppen ran... Die Stiche zwicken nämlich schon ganz ordentlich ;-)


    Ich dachte mir vielleicht kennt jemand aus dem Forum hier jemand der sie für mich umsiedelt! Standort der Nester ist 55288 Partenheim in Mitten von Rheinhessen.


    Viele Grüße,
    Andreas

  • Hallo Andreas,


    Wespen sind nach § 20d BNatSchG allgemein geschützt. Sie dürfen ohne vernünftigen Grund nicht beunruhigt, gefangen oder getötet werden. Falls keine unmittelbare Gefahr besteht, gehört Dein Schuppen für die nächsten 2-3 Monate den Wespen. Hole noch alles raus was Du während dieser Zeit brauchst.


    Ich bin seit letzter Woche fast täglich Wespen am Umsiedeln. Mein Dachboden füllt sich mit immer mehr Gästen aus Pferdeställen und nachgewiesenen Allergikerhaushalten mit Kindern. Mit dem Wegmachen der Nester ist es nicht getan. Die Wespen müssen danach artgerecht untergebracht werden. Der Hund wird schnell lernen wie er sich benehmen muß. Er wird zu keiner Gefahr wenn er Panik bekommt und blind lostrabt. Einen Kammerjäger würde ich mir zweimal überlegen. Deren Preis für´s unerlaubte Töten liegt bei 140 Euro pro Nest. So bleiben die Wespen wenigstens aus Kostengründen am Leben. Selbsthilfe ist gefährlich, die Wespen riechen wenn jemand Stress hat und sind vorgewarnt bevor das Nest überhaupt erreicht ist. Ich nehme an die Feuerwehr hat diesen Auftrag schon als unbegründet abgelehnt. Das Beste ist sich zu arrangieren und sie als das zu Betrachten was sie sind, fleißige Helfer im Garten.


    Grüße,


    Annerose

  • Hallo Annereose...


    also das mit den Wespen arrangieren ist keine Option gewesen. Mittlerweile habe ich einen netten Menschen gefunden der sie umgesiedelt hat für mich. Er kam extra eine sehr Weite Strecke gefahren und hat nicht einmal was dafür genommen.


    Das die gemeine europ. Wespe gesetzlich geschützt ist wußte ich auch ohne Paragraphenzitat. Aber auch dieses hätte mich einer Lösung des Problems nicht näher gebracht.


    Und wer sagt, "der Hund würde schnell lernen wie er sich benehmen muss" hat leider, zumindest von Hunden keine Ahnung. Da Hunden i.d.R. das Schnappen nach ungefähr allem was fliegt als Instinkt bereits in Welpenalter im Blute liegt, kann auch ein Wespenstich an dem Verhalten nichts ändern. Unserer wurde schon mehrfach gestochen, zuletzt am Auge. Und da ein Wespenstich, zumindest für die Luftröhre meines Hundes eine akute Gefahr darstellt, ist zumindest ein Tier in Gesundheit und Leben bedroht.


    Ganz abgesehen davon dass meine Frau hochgradig allergisch ist und Ödeme noch das kleinste Problem bei einem Stich sind, eher systemische Notfallsituationen zu erwarten sind und ich nicht immer mit Fenestil und Coritisol i.V. bereit rumlaufe, ist sich arrangieren einfach keine Option und in einem solchen Zusammenhang eine solche Antwort bringt dann sicherlich auch keine Lösung zu Tage.


    Die Feuerwehr hier hat es abgelehnt, allerdings nur weil sie keine Ausrüstung haben um Wespen zu behandeln. Als noch ein Imker aktiv war, haben sie das auch noch gemacht.


    Ich weiß gar nicht warum Du mir mit irgendwelchen Gesetzen und Geldstrafen und Kammerjäger und sonst was kommst... Ich fragte explizit nach einer Möglichkeit die Tiere umzusiedeln, weil ich sie eben NICHT töten will. Dein gesamter Comment, außer der Passage dass dein Dachboden voll ist, war sowas von überflüsig.


    Nun ja, wie dem auch sei... die Wespen sind über 50 Km entfernt jetzt... ich lebe in der Hoffnung dass sie nicht zurück kommen ;-)

  • Hallo!
     
    Ich würde den Schuppen noch fürs nächste Mal Wespensicher machen.
    Dann ersparst du dir den Stress im nächsten Jahr!
     
    Wenn man annimmt das das Forum jeder einsehen kann war die Antwort von Annerose für einige sicher sehr informativ. :wink:
     
    Bitte nicht persönlich werden. Die meisten versuchen nur zu helfen!
    Aber das weißt du sicher schon.
     
    LG und wespenfreien Schuppen
    Conny

  • Der Drohn hat schon mehrfach versucht Wespen umzusiedeln!
    Nie ist es geglückt!!
    Die verhungern dann!!, trotz füttern!
     
    Deswegen würde es den Drohn interessieren, wie der Umsiedler das da so hin bekommen hat:roll:
     
    Noch dazu hat er sich seine Kosten nicht erstatten lassen?!
     
    Das muß ein Genie sein, bitte frag mal nach, wie der das macht!
     
    Bittet um Aufklärung und Hilfe
     
    der
    Drohn

  • Also ich ersticke derzeit unter Anfragen aber Wespen siedele ich wirklich nur im Ausnahmefalle um - es ist einfach eine Heidenarbeit und lohnt bei den häufigen Arten wie Deutsche oder Gemeine nicht wirklich (da könnte man auch Blattläuse, Nacktschnecken oder Tauben umsiedeln...). Die Zeit langt ja schon nicht mal für Hornissen - zudem sind diese kleinen Viecher irre stressanfällig und sterben en masse bei zu rüder Behandlung. Nur die Mittlere siedele ich noch gerne um, einfach, weil sie selten hier ist und als Freinister oft auch als erstes angegangen wird.


    Klasse, daß Du aber jemanden gefunden hast, der es macht!


    Übrigens schützt das allgemeine Naturschutz kein Tier vor der Verfolgung. Es heisst darin nur, daß man eben wilde Tiere nicht "grundlos" verfolgen/vernichten darf. Nur was denn nun ein "guter Grund" ist, ist nirgendwo definiert. Erst wenn die Art (wie die Hornisse, Bienen - außer Honigbiene - u.a.) "besonders geschützt" ist (nach BArtSchVO), muß der "gute Grund" einer behördlichen Instanz zur Prüfung vorgebracht werden. Erst wenn diese den Grund anerkennt, darf mit entsprechender Genehmigung dagegen vorgegangen werden.


    Daher darf eben auch der Schädlingsbekämpfer Wespennester ungeprüft abtöten - der Auftraggeber wird schon einen "guten Grund" haben und der langt dann von "der Hund meiner Schwester, die mich oft besucht, wälzt sich da in der Nähe immer im Gras und könnte dann gestochen werden" bis hin zur schweren Insektengiftallergie.


    Grüße
    Melanie

  • Hallo Melanie,
    Ich habe seit Jahren Hornissen im Bienenobstgarten.
    Ich weiß immer wo sie sind, Nur dieses Jahe nicht,
    Sie umkreisen immer die schwächste Warre'


    Heute durfte ich sie mal in einer anderen Aktion erleben.
    Abschleudern angesagt.
    Deckel runter,und auf den Boden mit Deckel,der leer daneben steht gelegt.
    Tolle,volle Honigwaben vor Auge,kriege ich plötzlich fürchterlich eine verplättet,auf meinen fast kahlen Schädel.
    Aua,aber es greifen mich Hornissen an 6,7 Stück,Körperkontakt,aber keinen Stich mehr-
    Ich denke so bei mir,die Hornissen scheinen dieses Volk zu beschützen,um selbst die Beute nach Hause zu tragen.
    Honigwaben raus,Deckel drauf,Futterteig geholt,Deckel runter,auf den nebenstehende Bodendeckel gepfeffert.
    Da kamen sie wieder die 5,6.
    Aber oh Wunder ,sie drehten sofort wieder bei,so unter dem Motto : der Blödmann kann uns mal.
    Nicht als Feind befunden.
    Jetzt weiß ich aber wo sie sitzen.
    Noch so ein Hautflügler,mit dem ich gut zurechtkomme,der mir gefällt.
    Aber trotztdem :hob i a Schädelabrumma,auf meiner Platte.


    Was den Fred anbetrifft ,habe ich es bisher immer geschafft ,die Leute zu überzeugen,die Wespen dazulassen.
    Mit Verhaltensregeln natürlich.
    Melanie ,Gruß an deine 3 Kinder
    Bis bald
    Gruß
    Helmut


  • Du hast sicher recht... aber ich empfand das doch sehr am Thema vorbei und komme mir zu unrecht gemaßregelt vor... Schließlich wollte ich die Tiere nicht töten sondern dass sie woanders leben! Das ist der Grund warum ich etwas, vielleicht zu unrecht garstig reagiert habe. Tut mir leid wenn das so rüde ankam, in der retrospektive habe ich vielleicht etwas zu offensiv geschrieben, nur hat der Comment mich mit meinem Problem in keinster Weise weitergebracht, sondern wurde ich nur zurechtgewiesen.. So kam es jedenfalls bei mir an.






    Wie der Umsiedler das macht kann ich dem Drohn nicht sagen. Auch ob die Beweggründe freundliche Hilfe seinerseits gegenüber meiner Person waren oder ob es reine Tierliebe war... Das weiß ich nicht.


    An Kosten habe ich ihm lediglich etwas an Benzinkosten erstattet. Auch wenn diese meiner Einschätzung nicht die Fahrt gedeckt haben können. So wie ich den "Umsiedler" einschätzte, war aber ein finanzieller Nutzen ohnehin nicht in seiner Intention.


    Was nun mit den Tieren ist, ob trotz sie Fütterung sterben oder nicht, auch dazu kann ich dem Drohn leider keine Auskunft geben. Er meinte allerdings dass er in aller Regelmäßigkeit umsiedlungen macht.

  • Ja, ich hab rausgelesen, dass du das so empfunden hast. Wäre mir früher wahrscheinlich so ähnlich gegangen.
    Deshalb dachte ich das ich den Einwand mache, damit die Antworten nicht in den "falschen" Hals kommen, sondern etwas objektiver beurteilt werden können.
    Ich fands sehr interessant, auch wenns dir direkt nicht geholfen hat.
    Die Erfahrung zeigt das immer noch einer hier die passende Lösung hat. Muss man nur bisschen warten.


    Wespensicher machen: Die Tierchen müssen ja irgendwo hinein, das würde ich zu machen (ich nehme an es ist ein Holzschuppen) mit Holzkitt zB.
    Ausserdem würde ich die Schuppen regelmäßig kontrollieren und die Nester im Ansatz (Golfballgröße) zerstören.
    Mit etwas einsprühen was Wespen nicht mögen oder einen Wespinator besorgen (ich weiß zwar nicht obs funktioniert, aber versuchen kann man es)


    Hab noch etwas gefunden (zum Abhalten von Terasse):
    Zusätzlich kann man sich mit sogenannten Repellents (Abwehrstoffen) die Wespen vom Leib halten.
    � Einige Zitronen halbieren und mit Nelken spicken. Dieses Aroma wirkt abstossend auf die Tiere.
    � Ebenso der Duft von frischem Basilikum
    � In Salmiak getränkte Tücher rund um den Sitzplatz verteilen: Der stechende Geruch hält die Wespen ab.



    LG
    Conny

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  • Hallo,


    wenn jemand mal ein Wespennest umsiedeln will, dann geht das ganz einfach. Man nimmt ein passendes Glas oder Behälter, stülpt es am Abend wenn alle Wespen im Nest sind, über das Nest und trennt es mit einem breiten Spachtel oder Ähnlichem von der Decke und schafft es an den Ort wo es keinen stört. Dort nimmt man die Abdeckung weg und lässt das Glas oder den Behälter etwas geschützt stehen. Die Wespen bauen dann dort weiter ihr Nest oder ziehen aus wenn es ihnen nicht gefällt.


    Gruß Reinhard

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • @ Reinhard,
    das klappt so leider nicht - zumindest nicht, wenn man wirklich will, daß sie woanders weiter leben. Aber zum Loswerden reicht es natürlich.


    Mag sein, daß die Wespen "verschwinden" aber dann bauen sie nicht woanders weiter - das Volk löst sich quasi auf; manchmal baut es wirr in Ästen oder noch besser, beim Nachbarn, wo es in der Regel ziemlich angriffslustig ist...da schafft man dann das Problem quasi potenziert zum nächsten.


    Nur Hornissen können koordiniert umziehen (Migration, Filialbildung); Mittlere Wespe und Sächsische können auch noch recht gut an alter Stelle neu bauen...aber ohne Orientierung, also weit weg gebracht, sind sie auch aufgeschmissen.


    Melanie

  • Danke Melanie:p_flower01:


    Der Drohn hat es wirklich mit allen Tricks probiert die Ihm eingefallen sind.
    Die Beobachtung war, dass die Population immer kleiner wurde und zu Grunde ging, bevor neue Königinen schlüpften.


    Der Drohn vermutet, dass Wespen ein ganz spezifisches Jagdgebiet haben und wenn man sie dann umsiedelt, sie ja keine Vorräte haben und dann ihre eigenen Puppen fressen. Die Jäger sind auf ihr altes Revier eingeflogen gewesen und finden sich in dem neuen nicht zu recht und dadurch beginnt die Spirale nach unten.


    Das schnelle Töten ist da gerechter,
    findet
    der
    Drohn