Bienen sieben?

  • Hallo liebe Imkergemeinde!
    Ich habe das Problem dass ich ein Volk habe bei dem ich die Weisel nur ein Mal (direkt nach dem Winter) gesehen habe. Das Volk schwächelt und ich würde gern diese Weisel ersetzen. Leider ist sie nicht markiert. Ich besitze auch nicht so viel Erfahrung an irgendwelchen "Bienenmustern" zu erkennen wo sie sein könnte. In einem meiner Bücher steht die Bienen in diesem Fall zu sieben. Ich stelle mir das schrecklich aufwändig vor sie alle durch ein Absperrgitter zu schütteln und stressig für die Bienen. Wie finde ich nur die Königin? Evtl bis Frühjahr warten bis es weniger Bienen sind? Wann am besten umweiseln?

  • Hallo liebe Sherry,
    ich sage es nicht gerne, wenn ich aber alle Deine Beiträge und Deinen Blog "summiere" sehe ich z.Zt. eigentlich nur einen Weg, dass Du im kommenden Frühjahr überhaupt noch Bienen hast: SUCH DIR SCHNELLSTENS EINEN IMKER/PATEN der die Sache bei Dir in die Hand nimmt und Dich an die Hand nimmt.
    Ich sage das aus ehrlicher Sorge.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Ja, bin ehrlich betrübt denn ich finde niemanden.
    Ich kann jederzeit telefonisch Ratschläge bekommen aber das wars dann schon. Besuch beim Imker Stammtisch war eher verwirrend. Der eine sagt so und der andere so.
    Aber ich suche weiter und hoffe dass ich es mit gutem Willen, Büchern und Ratschlägen im Forum schaffe meine Bienen am Leben zu erhalten. Ein superstarkes Volk und einen kräftigen Ableger habe ich ja und wenn ich sie gut füttere und Varroa korrekt behandle habe ich eigentlich Hoffnung.

  • Zitat

    Ein superstarkes Volk und einen kräftigen Ableger habe ich ja und wenn ich sie gut füttere und Varroa korrekt behandle habe ich eigentlich Hoffnung.


    Aber nur, wenn du endlich aufhörst mit deinem Aktionismus!
    Bienen brauchen Ruhe und Ungestörtheit.
    Jedes Aufmachen (ohne Waben zu ziehen!) braucht je nach Wetter 2-10 std zum Wiederherstellen des Klimas.
    Es heißt nicht umsonst, daß Anfänger ihr erstes Volk totgucken.
    Laß die Finger raus, fütter, setz den Ableger rechtzeitig auf, und mach verbotswidrig 4 x eine OS-Bedampfung (Varrox) innerhalb von 12 Tagen.
    AS killt zuviel Brut und ist eine echte Quälerei, egal was Henry sagt: wenn die Larven schreien könnten, wäre das schon lange verboten.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • J Besuch beim Imker Stammtisch war eher verwirrend. Der eine sagt so und der andere so.


    Hallo Sherry,
    das wird immer so sein, dafür ist es ein Imkerstammtische.
    Aber das darf Dich in Deiner derzeitige Situation nicht verwirren.
    Greif Dir EINE/EINEN, der schon ein paar Jahre Bienen hat und nicht unbedingt der "Alterskönig" ist und gerade aufhören will. Wäge nicht ab ob er so oder so sagt, sonder nimm den der bereit ist bis zur Einwinterung Dich und Deine Völker zu begleiten. Wichtig ist, dass jetzt etwas getan wird und Du von Deinem Zickzack-Kurs herunter kommst in ruhigeres Fahrwasser. Dann hast Du auch wieder Zeit um in Ruhe in der Literatur, im Forum und mit einem Paten das notwendige Rüstzeug zu erarbeiten.
    Es ist wie beim Schach, bevor ich Eröffnungen variieren kann muss ich die Grundzüge kennen. Entschuldigung mir ist keine besseres Beispiel eingefallen.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Oh sherry,


    ich bin ja auch absolut blutige Anfängerin und hätte mich ohne meinen Paten eh net getraut... kann mich nur anschließen. Finde EINE/N, der Dich wirklich betreut, auch wenn Du viellicht nicht alle Ansichten teilst... Deine eigenen Fehler kannst Du später, mit etwas mehr Hintergrund, immer noch zur Genüge machen.


    Grüße von Lisa (von Herzen :liebe002: an ihren Paten, den mit dem Imkernotruf für alle Fälle :liebe002:)

    Die Menschen sind wunderliche Säugetiere

  • Moin,
    nachdem ich mich den Vorrednern anschließe (ja, ohne Paten ist echt nicht so clever... ich hoffe du findest einen... und wenns nur für die echt exotischen Probleme ist, es ist doch einfach beruhigend jederzeit jemanden holen zu können der einem aus der Patsche hilft, ob der Schlamassel nun Kraft eigener Blödheit entstanden ist oder einfach nur Pech war...) ein Ratschlag, der hoffentlich weiterhilft:
    Lass das mit dem Umweiseln.
    Die haben eine Königin, wenn die richtig schlecht ist werden sie die schon umweiseln, ansonsten würde ich mir ohne Erfahrung nicht so schnell ein Urteil darüber machen ob sie "gefällt" oder nicht.
    Wenn du sie durch Zufall siehst/erwischt dann markier sie (hol dir nen Clipkäfig), mach ne ordentliche Varroabehandlung (siehe Sabines Ratschlag) oder AS wenns Wetter stimmt, ordentlich auffüttern und ab in den Winter. Hoffen dass sie durchkommen, und bis zum nächsten Jahr sollte sich ja auch im gurkigsten Dunkeldeutschland ein Pate finden lassen.
     
    MFG und viel Glück,
    von einem, der das Glück hat,
    einen Paten zu haben.

  • Such dir einen Paten aus, der seine Völker immer gut über den Winter gebrat hat, dann kann das so wie er es macht nicht so falsch sein.
     
    Und versuch das bei deinen Bienen genauso zu machen. Mit der Zeit kannst dann imernoch einiges verändern und dein eigene Technik entwikeln.
    Wenn ich mich nicht Täusche ist Sabiene auch ganz Konvebntionell angefangen.
     
    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Hallo !
     
    Ich weiß vom Bieneninstitut in Kirchhain das dort einige der Berater auch Imkerneulinge betreuen, teilweise privat, teilweise über den Verein.
    Die helfen mal im Fall der Fälle, manchmal reicht da auch schon ein Anruf.
     
    Vielleicht fragst Du mal im Fachzentrum in Mayen nach ?
    Evtl. kann es ja helfen wenn Du darauf hinweit im nächsten Jahr ein einen Kurs "Einführung in die Imkerei" dort mitzumachen.
     
    Wir haben / hatten bei uns mehr als einen der unser beim einstieg in die Imkerei unterstützt haben. Die mußten einen nur erst mal kennenlernen.


    Bienensieben geht recht rasch:
    Zwischen zwei Zargen ein Absperrgitter legen ... oben das gesammte Volk einfüllen ... mit dem Smocker durch das Gitter treiben. Im Absperrgitter bleiben zurück: Drohnen und Königin !


    Gruß
    Bienen.Knecht
    A.l.e.x.
     
    Leider muß es doch viele Imkervereine mit verschrobenen und abschottenden Mitgliedern in Deutschland geben, hier in Kichhain und Marburg zum Glück nicht.
    Muß ja auch irgenwo ran liegen das hier die Mitgleiderzahlen stetig steigen.

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Bienenknecht () aus folgendem Grund: Zum Thema: ... eben Bienensieben ...

  • Hallo Alex,
    die Imkerschule Mayen hatte beide Anfängerkurse belegt und war auch nicht flexibel genug noch ein paar Stühle mehr dazu zu stellen oder noch einen dritten Kurs anzubieten. Ich habe mich für nächstes Jahr dort angemeldet denn bis dahin gibts für mich sicherlich noch was zu lernen.
     
    Ich möchte aber nun doch mal etwas feststellen:
    Ich habe das mit dem Bienen sieben gefragt weil ich es in dem Buch "Der Wochenendimker" gelesen habe und es mir brutal erschien. Ich betreibe seit 20 Jahren biologisch-dynamischen Gartenbau und allein mein Gefühl sagt mir dass sowas nicht bienengerecht sein kann. Aber ich frage um dann nach den Antworten zu entscheiden was ich mache. (OK, mit dem sieben das hätte ich sowieso nicht gemacht - aber ich wollte Antworten dazu - und dazu ist das Forum da.)
     
    Und - meine bisherigen imkerischen Erfolge geben mir Recht. Ich habe bisher 50 kg Honig geerntet von 2 Völkern die ich seit April besitze. Habe erfolgreich 2 Ableger gebildet und eingeweiselt mit jungen strammen Weiseln. Der Flugbetrieb bei den Ablegern ist super - die Bienen können vor rotbraunen Pollenbeinchen kaum noch fliegen. Ich schaue mir die Völker schonend alle 7-8 Tage an. Den Brutraum lasse ich meist in Ruhe.
    Meine anfängliche Nervosität hat sich gelegt - Flugloch beobachten ist eine gute Hilfe. Man sieht am Verhalten der Bienen ob alles ok ist. Von Tot gucken kann nicht die Rede sein. Also keine Sorge um meine Bienen.
     
    Paten suche ich natürlich weiter. Klar hätte ich am liebsten einen jungen (hübschen) :lol:
     
    PS: Sabine Zitat: "Mach verbotswidrig 4 x eine OS-Bedampfung (Varrox) innerhalb von 12 Tagen". Darüber mach ich mich mal schlau. Das Volk von dem ich die Ableger gebildet habe hatte in den Drohnenrähmchen keinen Befall (habe ich geforen und seziert) aber Vorsorge wird alle Mal schonender sein als der Hammer wenn Befall da ist.

  • Moin,
    Der Wochenendimker ist eins der brutalsten Bücher überhaupt, reineweg auf Honigertrag und sonst gar nix ausgelegt.
    Kauf (oder leih) dir doch mal Bretschko/Moosbeckhofer, das ist besser und bienenschonender.
    Und nein, du mußt jetzt keinesfalls mehr jede Woche reingucken.
    Kommen Pollen, ist ne legende Königin drin, und mehr muß frau nicht wissen aktuell.
    Und wenn du für dieses Jahr das letzte Mal schleuderst, denk dran, ihnen sofort etwa 5kg gegen den Schock zu füttern. Danach dann langsam und piano konstant weiter füttern, so daß sie bis Ende September ihr Winterfutter komplett haben.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Danke Sabine,
    wir haben heute geerntet. Aber ich lasse immer die Hälfte im Honigraum drin, nehme nur was komplett verdeckelt ist und setze schnellstmöglich die ausgeschleuderten Waben zurück. Leben und leben lassen.
     
    Leider habe ich keine Erfahrung was die Tracht in unserer Gegend angeht denn wir haben Mischwald und genau weiß ich nicht was das für Bäume sind. Im Moment sind sie im wilden Wein, auf dem Klee und sicherlich später im Jahr noch im Efeu. Ich rechne eigentlich mit keiner weiteren Ernte mehr. Wenn sie noch was sammeln sollen sie es lieber behalten.
     
    Nachgeschaut habe ich heute sowieso nur die Drohnenrähmchen der großen Völker - eins war verdeckelt das habe ich durch Leerrähmchen ersetzt. Die sind immer so zufrieden in ihren Waben am rumsumsen, ich mag sie nicht gern stören und da kaum noch Weiselzellen zu erwarten sind sind hier im Moment Bienen und Imkerin sehr zufrieden :p
     
    Gefüttert habe ich bisher nur die Ableger - aber ich werde den großen Völkern heute Abend mal zu Trost Tetrapacks mit Zuckerwasser geben.
    Wann füttert man eigentlich Futterteig?