Ist da alles in Ordnung?

  • Hallo allerseits!


    Ich bin Jungimkerin und habe seit einer Woche zwei Völker (Schwärme auf acht Dadant-Waben). Ich freue mich total und beobachte die Bienen stundenlang wie sie ein und ausfliegen :Biene:


    Jetzt frage ich mich aber, ob da alles normal zugeht oder Räuberei besteht. Folgendes ist bisher passiert:


    Bisher hab ich die Völker gefüttert, wie es hier im Forum immer wieder empfohlen wird (jeden Abend ca. einen halben Liter etwas dünner als 1:1). Ich war auch sehr vorsichtig und habe garantiert nichts verkleckert. Wegen Räubereigefahr mache ich die Fütterung abends zwischen acht und neun Uhr.
    Die Bienen haben auch noch etwas Honigvorräte in ihren Brutwaben, was ja gut ist, aber durch den Honigduft werden bestimmt auch Räuber angelockt?


    Am Wochenende haben wir am Flugloch kämpfende Bienenknäuel gesehen. Hab die Imkerin gefragt, von der ich die Bienen habe, und sie meinte, das wäre wahrscheinlich die beginnende Drohnenschlacht. Vorsichtshalber habe ich aber die Fluglöcher weiter eingeengt, vorher waren sie ungefähr 12x1 cm groß und jetzt hab ich sie mit Schaumstoff auf 3 cm Breite eingeengt. Ein bißchen Gerangel gibt es jetzt natürlich schon.


    Am Tag nachdem wir die Bienen abgeholt und bei uns aufgestellt haben, haben wir mittags (!) reingesehen, um zu schauen ob alles in Ordnung ist und die Waben den Transport überstanden haben. Ich weiß, das hätten wir besser ganz früh morgens oder spät abends machen sollen :oops: Bitte nicht schimpfen. Es sind aber auch nicht so viele Bienen geflogen, weil es ziemlich bedeckt war.


    Gestern abend kurz vor Ende des Flugverkehrs (21.30 Uhr) habe ich dann gesehen, dass überwiegend schwarze Bienen ein- und ausfliegen und zum Teil auch vor dem Flugloch von rechts nach links fliegen. Sind das Räuber oder alte Flugbienen ohne Haare? Beim Füttern habe ich auch eine solche schwarze Biene oben in der Beute gesehen.


    Heute mittag waren keine schwarzen mehr zu sehen, die Bienen sind gut geflogen, haben fleißig Pollen gesammelt und manche Pollensammlerinnen kamen ziemlich schwer beladen an. Jungbienen haben sich auch eingeflogen. Also eigentlich alles ganz normal.


    Was mir aber Sorgen bereitet: viele Bienen, die aus dem Flugloch rauskommen, krabbeln erstmal 10-20 cm an der Beute hoch, bevor sie wegfliegen. Das soll doch ein Anzeichen von Räuberei sein?! Oder liegt das nur daran, dass das Flugloch so klein ist und es ein bißchen Stau gibt, so dass die Bienen den heimkehrenden Sammlerinnen erstmal schnell Platz machen wollen?


    Ich mache mir furchtbare Sorgen, dass da Räuberei herrscht. Was meint ihr? Was soll ich machen?


    Ich hab mich hier im Forum schon überall durchgelesen über das Thema Räuberei und die Anzeichen dafür, aber die Beurteilung der Situation vor Ort ist doch irgendwie nicht so einfach :confused:


    Viele Grüße
    Pamela

  • hallo,
    aus der ferne ist das immer schlecht zu beurteilen. also ein ziemliche deutliches zeichen für räuberei sind auf wachsteilchen vorm flugloch. und mach mal unten den schieber rein, sind da massig wachsteilechen drauf, dann ist räuberei.
    mfg jeffrey

  • Hallo Pamela,


    herzlich willkommen hier! :wink:


    Wenn um die Beuten Bienen fliegen, hektisch, im Zickzack, und nach weiteren Eingängen suchen, auch an kleinen Ritzen und unter dem Gitter, dann kannst du davon ausgehen dass sie es versuchen. Manche fliegen auch erst mal ein paar Minuten vor dem Flugloch hin und her, probieren öfter rein zu kommen, bevor sie es schließlich wagen. Selten werden die Räuber zielstrebig das Flugloch nutzen. Kämpfe vor dem Flugloch sind auch zu beobachten. Unterscheide dabei aber Drohnen von Arbeiterinnen.


    Wenn am Tage mehr Bienen in der Beute sind als sonst, Kasten einpacken und für 3 Wochen mindestens 3 km weit weg fahren. So hat sich bei mir mal innerhalb eines Tages ein mickriger Ableger zu einem stattlichen Volk "entwickelt". :wink:



    Einmal am Tage, gegen Nachmittag und bei gutem Wetter, fliegen sich die Bienen ein.
    Genauer gesagt handelt es sich hierbei um das so genannte Vorspiel, bei dem die Immen für den Begattungsflug einer neuen Kö üben. Mehr dazu kannst du im Buch vom Tautz lesen. Dieses Vorspiel musst du natürlich von einer Räubernden Meute unterscheiden können. Das Vorspiel ist in der Regel nach einer Stunde vorbei, die Räuberei nicht.




    Beobachte weiter :daumen:



    Sonnige Grüße!
    Arnd

  • Hallo Jeffrey,


    kannst du mir sagen, weshalb die Wachsteilchen am Flugloch und auf dem Schieber Anzeichen für Räuberei sind?
    Bei mir gibts diese Teilchen eindeutig, sind aber in den letzten Tagen nicht mehr geworden.


    Hatte ja, bevor ich diese Räubergitter montierte, regen wechselseitigen Flugverkehr zwischen den betroffenen Beuten.


    @Pamela: Ich denke, dass sich Räuberei mit dem Räubergitter ganz gut eindämmen läßt.
    Beobachte doch mal ganz genau, was die "kämpfenden" Bienen bei dir machen.


    Bei mir gab es da immer so 3-4 kleine Beinenkneuel - sah schon nach Kampf aus, die haben aber immer nur einem "Opfer" den gesamten Nektar abgenommen (sah man an der Rüsselaktion) und es dann fliegen lassen.


    Ich meine, dass das stockfremde Bienen waren, die die Nektarsammlerinnen beraubt hatten.


    Es wär' wichtig zu wissen, was diese Wachsteilchen bedeuten, denn die wären ja der Hinweis auf die Räuberei i m Stock.


    Seit ich die Räubergitter dranhab, finden diese Balgereien nur noch gelegentlich statt und der direkte Flugverkehr zwischen den Beuten ist nahezu vollständig beendet (Flugloch nur noch 1,2cm Höhe x 1,5 cm Länge)!
    Also lass den Kopf nicht hängen - falls Räuberei, kann man schon was machen!


    LG Werner II

  • Danke schonmal für eure Antworten :p_flower01:


    Also hektisch im Zickzack-Kurs habe ich noch keine Bienen um die Beute fliegen sehen. Um die Beute herum ist es absolut ruhig, nur an der Front fliegen zur Rush-hour so um die 50 bis 80 Bienen schätzungsweise. Unter dem Gitterboden sind manchmal auch welche, aber da verirren sich auch Pollensammlerinnen hin, wenn sie vor dem Flugloch zu lange Schlange stehen mussten :wink:


    Ja, das mit dem Schieber kann ich mal probieren, allerdings habe ich den Boden von Wagner, und durch das Lochblech fällt bestimmt nicht viel durch :lol: Ich werde heute abend beim Füttern mal versuchen, einen Blick auf den Beutenboden innen zu erhaschen und zu sehen, was da so rumfliegt. Obwohl die Bienen momentan noch stark am bauen sein müssten, da fallen bestimmt auch ein paar frisch geschwitzte Wachsplättchen runter?


    Kämpfe am Flugloch habe ich die letzten Tage keine gesehen, das war nur am Samstag. Was mich eben noch beunruhigt sind die manchmal anwesenden schwarzen Bienen sowie die Tatsache, dass die Bienen nach oben aus der Beute klettern statt direkt abzufliegen.


    Das Futter nehmen sie gut ab und Pollen wird auch gesammelt, dann nehme ich mal an, dass noch nicht der totale Ausnahmezustand herrscht, solange die Bienen noch ihren "gewohnten Tätigkeiten" nachgehen?!

  • Achtung Anfänger
     
    könnte auch gut sein, das sich die bienen nach dem verstellen neu eingeflogen haben und sich dann halt einige auch verflogen haben. und die wollten die einfach nicht reinlassen.
    Vielleicht hat auch ein aneres Volk versucht zu räubern und ist in die Flucht geschlagen worden....
     
    Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Hallo erstmal,
    ich bin selber noch recht kurz dabei, habe erst ein Jahr erfolgreich hinter mich gebracht und hoffe das das 2. genausogut verläuft.
    Räuberei hatte ich allerdings schon ganz am Anfang;)


    Das wurde ganz einfach gelöst, indem der direkte Flugweg versperrt wurde. Dazu einfach ein Brett schräg vor das Flugloch stellen und den Eingang auf etwa eine Fingerbreite einegen. So können die kleinen nur von der Seite ein und ausfliegen.
    Fremde Bienen sind damit überfordert, die eigenen landen seitlich und laufen den Rest.
    Etwaige Eindringlinge sind durch das enge Flugloch leichter abzuwehren.


    bei mir hat es funktioniert, sogar 2 mal;)


    Lg Alex

    Die kleinen haben mehr drauf als manch einer ihnen zutraut!!

  • Hallo erstmal,
    ich bin selber noch recht kurz dabei, habe erst ein Jahr erfolgreich hinter mich gebracht und hoffe das das 2. genausogut verläuft.
    Räuberei hatte ich allerdings schon ganz am Anfang;)


    Das wurde ganz einfach gelöst, indem der direkte Flugweg versperrt wurde. Dazu einfach ein Brett schräg vor das Flugloch stellen und den Eingang auf etwa eine Fingerbreite einegen. So können die kleinen nur von der Seite ein und ausfliegen.
    Fremde Bienen sind damit überfordert, die eigenen landen seitlich und laufen den Rest.
    Etwaige Eindringlinge sind durch das enge Flugloch leichter abzuwehren.


    bei mir hat es funktioniert, sogar 2 mal;)


    Edit: Allerdings glaube ich anhand deiner Beschreibung nicht, dass es sich um Räuberei handelt, denn dann gäbe es eine richtige Traube oberhalb des Fluglochs und sie würden von da nicht Abfliegen sondern Einwandern.
    Lg Alex

    Die kleinen haben mehr drauf als manch einer ihnen zutraut!!

  • Ja, das mit dem Schieber kann ich mal probieren, allerdings habe ich den Boden von Wagner, und durch das Lochblech fällt bestimmt nicht viel durch ...


    Wagner aus Mudau?
    ...hab ich auch :wink:


    Kämpfe am Flugloch habe ich die letzten Tage keine gesehen, das war nur am Samstag. Was mich eben noch beunruhigt sind die manchmal anwesenden schwarzen Bienen sowie die Tatsache, dass die Bienen nach oben aus der Beute klettern statt direkt abzufliegen.


    Nach oben klettern ist absolut normal.
    Anfliegende laufen unten rein, Abfliegende oben raus.


    Hast du auch schwarze in deinen Völkern?
    Oder sind die alle durch die Bank gelb?



    Sonnige Grüße!
    Arnd

  • arnd : Ja, ich hab die Dadantbeuten von Wagner aus Mudau. Allerdings nicht mit Buckfast besetzt, sondern Carnica bzw. Mischlinge. Der Großteil der Bienen sieht aus wie typisch Carnica, manche sind aber auch ein bißchen gelb, da waren wohl verschiedene Drohne mit im Spiel. Schwarze Bienen sieht man nur sehr selten, gestern abend habe ich eine beim Füttern oben in der Leerzarge gesehen, und zum Flugloch sind auch welche rein und raus. Vielleicht sind das auch meine Bienen und die haben ihr Haarkleid bei dem engen Gedrängel am Eingang verloren oder sind schon so alt? Oder es sind eben doch Räuber... keine Ahnung. Ich werde heute abend mal auf dem Boden innen nachgucken, was da herumliegt, vielleicht gibt das mehr Aufschluss.
    Als Anfänger ist es echt schwer, die Lage zu beurteilen, dabei hab ich einen Anfängerkurs gemacht, zig Bücher gelesen und schon einigen anderen Imkern über die Schulter geguckt. Wahrscheinlich lernt man erst wirklich durch die eigenen praktischen Erfahrungen :roll:

  • Super Beuten sind das =;o)
    Du kannst auch mal die Königinnen von ihm testen, die sind auch ok :daumen:


    Bleib einfach am Flugloch so oft es geht und beobachte.
    Wenn du dir zwei/drei Völker in den Garten stellen kannst, wäre das super.
    Versuche für den Anfang, um zu Lernen, nur bei einem Volk öfter rein zu schauen, die anderen lass in Ruhe machen. Wenn du mehr willst, versuche bei deiner Bienenpatin so oft mit zu machen wie du kannst. Je öfter du den erfahrenen über die Schulter schauen kannst desto besser.


    Dann wirst du recht zügig deinen Immenhorizont erweitern :daumen:



    Grüße aus Heidelberg!
    Arnd

  • Einmal am Tage, gegen Nachmittag und bei gutem Wetter, fliegen sich die Bienen ein.
    Genauer gesagt handelt es sich hierbei um das so genannte Vorspiel, bei dem die Immen für den Begattungsflug einer neuen Kö üben. Mehr dazu kannst du im Buch vom Tautz lesen. Dieses Vorspiel musst du natürlich von einer Räubernden Meute unterscheiden können. Das Vorspiel ist in der Regel nach einer Stunde vorbei, die Räuberei nicht.


    Sei mir nicht böse aber das ist ja wohl der größte Blödsinn. Wozu sollten Bienen eines Schwarmes denn für den Begattungsflug der Köingin üben.
    Nicht alles was in einem Buch steht ist auch richtig.

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!

  • :lol: Ähm, Drollhos,
    sie üben nicht, sondern sie warten, ob Mama rauskommt - das ist schon ein Unterschied.
    Die Eskorte steht etwa insgesamt 20 Tage bereit, wenn das Wetter paßt, zumindest bei meinen Jungfern.:wink: (das macht die möglichen 7 Tage für die Brünstigkeit natürlich zum Märchen - sie sind viel länger begattungsfähig :wink:)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ähhhhmmmm Sabine
    Was macht es denn für einen Sinn, daß die 20 Tage durch die Gegend fliegen obwohl die Mama da drin schon wild Eier legt.
    Das ist absoluter Quatsch.

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!