Pflegevolk noch einmal

  • Die Durchführung einer Zuchtserie kann unter sehr unterschiedlichen Bedingungen erfolgen (auch wenn man davon ausgeht, daß tradtionell umgelarvt wird, etc.). Es geht mir jetzt um die Vorbereitung des Pflegevolks.


    Wie wichtig ist euch (bzw. den Auguren) die Abwesenheit von jüngster Brut im Pflegevolk? Die 9-Tage-weisellos Methode ist glaube ich obsolet. Aber einige legen großen Wert darauf, daß keine offene Brut da ist, von der nachgezogen werden könnte. Andere, auch z.B. der berühmte Friedrich Ruttner, legen nahe, es ginge (vor allen Dingen einfacher) auch mit jüngster Brut. Im Gegenteil soll es von Vorteil sein, offene Brut neben den Zuchtrahmen zu hängen, um gleich Ammenbienen parat zu haben.


    Habt ihr Erfahrungen mit Zuchtreihen bei offener Brut und welche Probleme kann man ggf. nicht in den Griff bekommen?

  • Hallo


    ich gehe mal davon aus das eventuelle Zellen vor dem Belarven ausgebrochen werden.
    Wenn noch nachschaffungsfähige Brutstadien vorhanden sind,
    dann hast Du einen Arbeitsgang mehr,
    weil noch einmal durchgesehen und gebrochen werden muss


    Gruß Uwe

  • hallo Wabenhansel,


    willst du "jetzt" noch züchten oder ist das allgemein gemeint?
    Wieviele Königinnen benötigst du?


    Ich bevorzuge es denn natürlichen Schwarmtrieb auszunutzen, das geht heuer nicht mehr. Wenn du im weiselrichtigen Volk über Absperrgitter züchtest, dann ist offene Brut erforderlich. Diese Methode eignet sich gut, wenn du nicht viele Königinnen gleichzeitig benötigst. Event. vorhandene Milben befallen so nicht die Weiselzellen.


    Im weisellosen Pfleger sollte keine offene Brut sein, da sonst wilde Zellen gezogen werden. Du kannst allerdings 1 Tag vor dem Verdeckeln der Zellen eine offene Brutwabe dazuhängen, um die Varroen abzufangen.


    Auch bei der KZ gibt es 343 Methoden, sag uns wann und wieviel du benötigst.


    Peter

    Theorie ist: alles wissen und nichts funktioniert.
    Praxis ist: alles funtioniert und keiner weiss warum.

  • Hallo Wabenhansel,
    ja, ich hab's heuer genau so gemacht.
    - Ein starkes Volk geteilt.
    - Eine richtig volle Zarge ohne Kö. aber mit Brut in allen Stadien ergab das Pflegevolk.
    - Es war nur 2 Tage weisellos.
    - Zuchtrahmen mit 10 umgelarvten Kunstoffweiselbecher rein und alle 10 wurden angenommen und wunderbar gepflegt.
    - Geschlüpft sind davon 9 in Käfigen.
    - Das Pflegevolk baute zusätzlich eine einzige Nachschaffungszelle, die ich im Volk ließ - auch das klappte hervorragend.
    - Diese neue Kö. und alle anderen legen bereits seit zwei Wochen.
    Gruß
    Günter

  • Tja nicht jedes volk ist gleich und nicht alle Bienen verhalten sich so wie es normal ist.
    Wenn man mit dem Zuhängen wartet, bis keine möglichen Larven mehr im Pflegevolk sind ist die Zucht eine relativ sichere Sache. Je weniger Zeit man verstreichen läßt desto unsicherer wird der Erfolg. Es ist einfach eine Frage welches Risiko man eingehen will.
    Ein Züchter hier bei uns hat erzählt, daß er seinen Pflegevölkern ca. 1 Stunde nach dem Entweiseln den Zuchtrahmen zuhängt und eben nach 5 Tagen zur Sicherheit nochmals nach wilden Zellen durchsschaut. Das sind dann im Endeffekt nicht mehr Arbeitsschritte nur 9 Tage Zeitersparnis und ein weing mehr Risiko, denn es gibt Völker die lieber aus eigener Brut nach ziehen und die eingehängten Larven lieber ausfressen.

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!

  • Moin,


    bei mir entstehen die Königinnen in weisellosen Start und Pflegevölkern die regelmäßig mit garantiert verdeckelten Brutwaben verstärkt werden. Solche Völker auf Nachschaffungszellen kontrollieren zu müssen, geht nur durch abstoßen und ist keisn Spaß, denn die Völker sind übervoll mit Bienen. So soll das auch sein. Ich verlasse mich darauf, daß ich keine offene Brut zuhänge und belasse den Pflegevölkern max. 10 Zellen bis zur Verdeckelung oder länger. Erst nach Entnahme der letzten Zelle gibt es neue. Die Jungbienen füllen die Zellen dann soweit auf, daß nach dem Schlupf noch 5mm Gummie im Näpfchen verbleiben. So muß das. Hat die werdende Königin alles bis auf den Boden wegefressen, war's offensichtlich zu wenig.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Danke allerseits!


    Zitat

    willst du "jetzt" noch züchten oder ist das allgemein gemeint?
    Wieviele Königinnen benötigst du?


    Ja, ich will jetzt züchten und ja, es ist auch allgemein gemeint. So ist das bei mir eben. :)


    Es sollen min. 7 Weiseln herauskommen, also lege ich 12 auf. Weil es schnell gehen soll, nehme ich die Methode "vorrübergehend weisellos" mit 2 tägigem Wegstellen der Brutzarge mit Kö. (Schon passiert!) Danach Wiedervereinigung mit ASG und ggf. Umplatzieren des Zuchtrahmens in Honigraum oder anderes Volk.


    Ok, Arbeit und Risiko muß ich eingehen. Meine erste Sorge galt und gilt der Qualität der Zuchtköniginnen. Deshalb die Frage, ob die Methode mit Einschluß jüngster Brut dahingehend Nachteile bringt.


    Henry schrieb:

    bei mir entstehen die Königinnen in weisellosen Start und Pflegevölkern die regelmäßig mit garantiert verdeckelten Brutwaben verstärkt werden.


    Em, was bringt das mit dem "mit Brutwaben verstärken"? Welcher Effekt wird dabei erzielt?

  • Na die Pflegevölker brauchen doch massenhaft jüngste Bienen haben aber keine legende Königin.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Das braucht man ja auch nur wenn man mehrere Serien nacheinander im gleichen Pflegevolk anlegen will.

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!

  • Hallo,
    lese ich in diesem Thread richtig, dass ihr jetzt noch neue Königinnen zieht ? Trotz abklingender Volksstärken ... ( Sommersonnenwende ...) ?

  • Meine erste Sorge galt und gilt der Qualität der Zuchtköniginnen. Deshalb die Frage, ob die Methode mit Einschluß jüngster Brut dahingehend Nachteile bringt.


    Wenn die Weiselbecher angenommen werden, dann werden sie auch gepflegt - schlechte Pflege hab' ich noch nicht gehört. Zur guten Annahme brauchts eben viele Ammen-Bienen. Und je mehr Brut im Kasten ist, desto mehr Ammen brauchts halt.


    Wenn sehr viel sehr junge Brut im Kasten ist besteht natürlich eine höhere Gefahr, dass viele Weiselzellen auf den Waben aufgezogen werden, was sich negativ auf die Annahme der künstlichen auswirkt.


    Aber die fortgeschrittene Jahreszeit solltest Du wirklich mehr beachten.


    Gruß
    Günter

  • Zitat

    lese ich in diesem Thread richtig, dass ihr jetzt noch neue Königinnen zieht ? Trotz abklingender Volksstärken ... ( Sommersonnenwende ...) ?


    Ich versuche mal eben noch ein paar Ableger hinzubekommen (bei unsern wechselwarmen Wintern könnte das schon gehen). außerdem möchte ich ein Volk umweiseln.


    Die Überraschung verwundert mich. In einem anderen Fred wurde mitgeteilt, die Kö.s würden immer besser, je später im Jahr sie gezogen werden. ;) Na prima! - Außerdem soll ja September die Hauptzeit für's Umweiseln sein. Woher kommen dann die Königinnen? Kann man doch jetzt noch gut ziehen. Die Belegstellen haben auch noch bis Ende Juli auf.

  • Hallo,
    das ist keine Frage der Begattung, sondern eine der Ablegerpflege.
    Du solltest ja aus einem Ableger noch eine überwinterungsfähige Einheit hinkriegen und das wird zumindest aus eigener Kraft für die Bienen immer schwieriger, je später es im Jahr ist.


    Das Umweiseln starker Völker geht schon, hat aber damit nichts zu tun.


    Gruß
    Günter