Schied oder nicht Schied?

  • Hallo Forum,
     
    nachdem ich schon lange Zeit eifrig mitgelesen habe, hätte ich nun eine Frage:
     
    Ich habe zusammen mit meinem Schwiegervater in diesem Jahr angefangen. Ostern haben wir uns vier Völker gekauft und sind mittlerweile schon bei elf. Bin ja mal gespannt, ob das so weitergeht. Ich habe die Hohenheimer Einfachbeute, also 10 Zanderwaben pro Magazin. Sowohl mein Schwiegervater wie auch ich sind in einem Imkerverein, jedoch nicht die gleichen und das ist eben auch das Problem: :roll:
     
    Laut dem Imkerverein meines Schwiegervaters geben wir den Völkern viel zu viel Raum. Beim Erweitern müssen wir meist auf Mittelwände zurückgreifen (woher soll man im ersten Jahr auch fertige Waben haben?).
    Deswegen sollten wir Schiede benutzen. Beim Erweitern maximal drei neue Waben, der Rest mit Schieden ausgefüllt. Die benutzen einfach alte Rähmchen mit Styrodur ausgefüllt.
     
    Wenn ich mir jetzt aber nach Liebig vorgehe - ich habe mir das Buch zu Beginn gekauft - dann steht da mit Ausnahme der Ablegerböden nirgends was von Schieden. Außerdem ist das meiner Meinung nach auch mit erhöhtem Aufwand verbunden. Zum einen das Erstellen der Schiede, zum anderen muss ich natürlich viel öfter in die Kästen schauen um zu verhindern dass der Platz zu knapp wird, gerade im Frühjahr.
     
    Laut Imkerverein müssten wir aber unbedingt darauf achten dass wir die Waben immer ganz ausbauen lassen. Es bringt nichts, wenn die Waben nur teilweise ausgebaut werden. Ich frage mich nun ist das wirklich so? Im Naturwabenbau bauen die doch evtl. die Waben auch nicht fertig. Wird die im nächsten Jahr nicht fertig gebaut?
     
    Über Erfahrungen mit und ohne Schied wäre ich sehr dankbar. :p_flower01:
     
    Viele Grüße,
     
    Jan

  • Hallo, Jan,
    ich bin bekennende Nicht-Schied-Benutzerin, aus den von dir genannten Gründen.
    Und seit dem Naturbau noch viel gegnerischer, denn mit Schied gäb es da nur Chaos.:wink:
    In einer ganz normalen Beute brauchst du kein Schied, ich gebe immer ganze Zargen, und es gab noch nie Probleme.
    Was den Bienen allerdings hilft, ist eine Verlegung/Verengung des Fluglochs zu einer Seite hin, wenn du Längsbau hast. Damit definiert sich das Brutnest auch klarer als bei einem Flugschlitz über volle Breite. Dann hast du die Randwabe, und direkt danach beginnt das Brutnest, die Bienen mögen das.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,
     
    danke für Deine Antwort. Noch eine kleine Ergänzungsfrage: Stimmt das denn, dass eine Königin nicht mehr in Waben legt, die etwas bräunlich auf der Oberfläche geworden sind?
     
    Solche Waben würden bevorzugt entstehen, wenn man den Bienen zu viel Platz gibt.
     
    Grüße,
     
    Jan

  • Öhm,
    dann dürften die Königinnen ja niemals mehr in alte Waben legen?
    Kann ich also so nicht bestätigen.
    Solange du konstant fütterst, bauen sie auch, wenigstens bis etwa Ende September.
    Zwei Zanderzargen stellen da nicht wirklich ein Problem dar.
    Alle KS, die ich je hatte, haben immer bis dahin 2 komplette Zargen ausgebaut, egal ob mit MW oder Naturbau, aber es kostet halt Futter.
    Was sie im ersten jahr nicht schaffen, machen sie im zweiten.


    Das mit dem eng halte ist noch aus Hinterbehandlerzeiten....

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  • ... mit den bräunlichen Waben waren jetzt nicht die bereits bebrüteten gemeint, sondern die, die zwar schon ausgebaut sind, aber weder Pollen noch Honig noch Brut drin ist. Durch das häufige Belaufen der Bienen bildet sich dann diese bräunliche Schicht - ich denke mal durch Pollen, Staub usw. ...

  • jan : nein, die putzen die schon, wenn Mama da dran will, keine Sorge.


    @seb: nein, eben nicht, das ist doch grad der Gag.:wink: Ich hab noch nie so wenig Drohnenbau gehabt wie seit32mm/Naturbau, und für etliche Völker war es schon das 2. Jahr.

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  • Hallo Jan,


    das einzige Einsatzgebiet eines (Trenn-)Schieds ist bei mir gegeben, wenn ich zwei Ableger in einer Zarge unterbringe (mit zwei Fluglöchern, je eins hinten und vorne). Sonst nicht.


    Setzte ich allerdings z.B. einen 5W-Ableger, der noch nicht so stark ist, in eine 9W-Zarge, dann kommt links und rechts je ein PU-Schaum-Block. Nach der sukzessiven Erweiterung mit Mittelwänden kommen die Blöcke nach nacheinander raus.


    Gruß
    Günter

  • Hallo und danke für Eure Antworten,
     
    stimmt eigentlich das Gerücht dass Mittelwände ab Juli nicht mehr richtig ausgebaut werden? Ich dann das nicht ganz nachvollziehen, da Baubienen doch immer noch vorhanden sein müssen, oder?
     
    Grüße,
     
    Jan

  • Hallo, Jan,
    solange du für einen konstanten Futterstrom sorgst, bauen sie auch weiter aus.
    Nur ungefüttert kommt ja ab Juli fast nix mehr rein, deshalb hören sie dann vernünftigerweise auf zu bauen.


    Du kannst allen Jungvölkern nix besseres tun, als konstant wenig dünn zu füttern, von der Erstellung bis zur Einwinterung. :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • ... mit Drohnenbau voll.:evil:


    Kann ich auch nicht bestätigen.
    Meine KSe vom letzten Jahr haben bis zum Herbst auch nicht alle Dadant Waben im Naturbau fertig bekommen, ausserdem hatten Sie nur max. 6 davon.


    Dieses Jahr haben Sie bis zur 9ten Wabe alles wunderbar mit allen erdenklichen Zellengrößen ausgebaut. Von übermäßigen Drohnenbau seh ich nix. Die sind nur an den Ecken entstanden. Den letzen Rahmen haben sie mit großen Zellen angelegt und mit Honig voll geballert, auch keine Drohnenzellen. Das war für mich dann ein Zeichen dasses jetzt langt mit dem Erweitern.



    @ Jan
    Ein Schied braucht man nur für Dadant Beuten.
    Bei normalen Zweizargern braucht man das definitiv nicht. :wink:



    Sonnige grüße aus Heidelberg!
    Arnd

  • Hallo Jan


    Ich weiss, dass viele Imker keine Schiede verwenden.


    Ich mach es aber so, wie der "Imkerverein Deines Schwiegervaters" und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht:


    - Enggehaltene Völker haben bei Kälteeinbrüchen weniger Stress (kleine Stube braucht weniger Heizung).


    - Ich habe so nie verschimmelte Randwaben.


    - Enggehaltene Völker haben beim Verarbeiten des eingetragenen Nektars weniger Arbeit und können das Wasser besser ins Freie ventilieren.


    Wie Du sagst, gibt es dabei etwas mehr Arbeit, weil man das frühzeitige Erweitern nicht verpassen darf, und die Herstellung der Schiede ebenfalls etwas Zeit und Material
    erfordert.


    Gruss Jon

  • - Enggehaltene Völker haben bei Kälteeinbrüchen weniger Stress (kleine Stube braucht weniger Heizung).


    hi,
    ich denke die wärmedämmung eines schieds ist eher gering, vorallem bei offenem boden, denke ich spielt das überhaupt keine rolle. außerdem gibt´s jetzt ja grad eher keine kälteeinbrüche ;-)
    mfg jeffrey
    edit: falls das jetzt nicht klar hervor ging, ich verwende auch keine schied.