Aufruf zur Großdemonstration gegen Zulassung von Clothianidin !

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    Guten Morgen miteinander,


    die Entfernung sollte in heutigen Tagen doch wohl kein Problem mehr darstellen, oder? Ich fahre selbst über 300 Kilometer zur Demo.


    Ich glaube, daß die große Demo in Braunschweig für den Anfang sehr wichtig ist. Denn bisher kennt man Imker nur in kleinen Gruppen oder als Einzelkämpfer. Es sollte DEUTLICH gemacht werden, daß wir im Falle eines Falles für unsere Bienen zusammenstehen werden. Meines Erachtes ist das nur zu verdeutlichen, indem wir gemeinsam an einem Fleck darauf aufmerksam machen.


    Ich glaube, so unterschiedliche Meinungen Imker des öfteren haben, wenn jemand ihre Bienen bedroht, sollten sie sich wehren.


    Die Bedrohung ist eine fahrlässige erneute Zulassung durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Da das Amt in diesem Fall weder die Verbraucher schützt, noch für Lebensmittelsicherheit sorgt, sollten die Auftraggeber (das sind wir als Volk) mal vorbeispazieren und nachfragen, ob wir denen helfen können.


    Der sogenannte LD50-Test zur Feststellung der Gefährlichkeit der zugelassenen Stoffe für Bienen ist nicht mehr haltbar. Um einen hier nicht genannten Bienenfreund zu zitieren:


    Zitat

    Der Bien als Superorganismus muss anders betrachtet werden als eine Schachtel voller Kartoffelkäfer.


    Das Zulassungsverfahren gehört auf den Prüfstand gestellt.


    Es gibt also konkrete Forderungen mit einem konkreten Adressaten - dem BVL.


    Zur Demo reisen auch andere Interessensgruppen an, wie Entomologen, Schmetterlingsfreunde und Naturschützer. Wenn dann der Anteil der Nicht-Imker an der Imkerdemo höher ist als der Anteil der Imker, was sollen wir Ihnen antworten? Wenn Sie uns fragen "Ja, wo sind denn die Imker?"


    "Ich muss zu weit fahren..." ?


    Ich würde einmal um die Welt laufen, um zur Demo zu kommen.



    Über die privaten Nachrichten weiß ich, daß doch mehr Leute kommen, als hier öffentlich geschrieben wird.


    Die kleinen Demos sind eine gute Idee und sollten als Folge der ersten Demo gestartet werden. Doch um mehr kleine Demos zusammen zu bekommen, müssen wir erst gemeinsam los. Wir brauchen ein Zeichen: Wir Imker halten zusammen, wenn es um die Bienen geht. Wir Imker lassen uns nicht alles einfach gefallen.


    Schnappt euch eure Imkerkumpane und macht euch auf den Weg. Ihr wisst vom Imkerforumtreffen, daß so ein Zusammentreffen immer gut ist.


    Machen wir was draus!


    Bernhard

  • Bernhard bringt es auch hinsichtlich der Entfernungen auf den Punkt. Die Bedenkenträger dazu mögen es einmal verinnerlichen, welche Strecken sehr viele Arbeitnehmer täglich zu fahren haben oder am Wochenanfang und Wochenende. Das kenne ich aus eigener Erfahrung nur zu gut.
    Es möge sich jeder sorgfältig überlegen, der primär Entfernungen ins Spiel bringt, ob er sich damit, in Verbindung mit dem Anlass (Signalwirkung) in die Nähe von Feigheit und Faulheit rückt!!!


    Freundliche Grüße


    Manne

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

  • Wir fahren ja auch nicht jeden Tag oder jeden Monat hin. Das wird vielleicht das einzige Mal im Leben!


    Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß für manche die Entfernung wirklich Probleme bereiten kann. Doch wir bieten jede denkbare Hilfe an. Wir können Fahrgemeinschaften organisieren, wenn jemand wegen der finanziellen Lage nicht die Strecke schafft - da können wir Geld locker machen. Alles drin!


    Wer Probleme mit der Entfernung hat, aber trotzdem kommen möchte, der melde sich. Wir finden Lösungen.


    Wer sich erst noch motivieren möchte, der telefoniere mit Toyotafan. Ich habe ihn als äusserst freundlichen, lebensfrohen und sympathischen Menschen und Imker auf dem ersten Forumstreffen erlebt. Ehrlich gesagt war ich erschrocken, wie erschöpft und kraftlos er am Telefon klang. Wie mag es wohl sein, wenn man in einer solchen Situation alleine gelassen wird?



    Grüße,


    Bernhard

  • Hallo,
    die Zeitschrift Ökotest berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe 7/2008:


    Zitat:

    Zitat

    Pestizidzulassung zurückgezogen
    (hh) Seit Ende April wird in Teilen Süddeutschlands ein ungewöhnliches Bienensterben beobachtet. Verursacht wurde das wahrscheinlich durch den Pestizidwirkstoff Clothianidin, den man zur Saatgutbehandlung verwendet. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ordnete das Ruhen der Zulassung für Mittel mit dem entsprechenden Wirkstoff bis zur eindeutigen Aufklärung der Vorfälle an. Nach bisherigem Kenntnisstand führt der Staub von Sämaschinen zu erhöhten Belastungen mit dem Mittel. Das wurde bei der ursprünglichen Zulassung im Jahr 2004 nicht bedacht. Honigproben der geschädigten Bienenvölker waren Untersuchungen zufolge nicht mit Rückständen belastet.


    Gruß
    Günter

  • Hallo!
    Ich möchte doch zumindest mal meine Meinung zu diesem Thema sagen.
    Ich finde es erschreckend dass weltweit Profitgier vor die Qualität von Lebensmitteln gesetzt wird. Denn anders kann ich mir eine Zulassung eines solchen Gifts nicht erklären. Der Grund kann nur sein: Profitgier und schlichtweg Unwissenheit wie viel von den Bienen abhängt.

    Ich bin gegen Demonstrationen und kann auch sagen weshalb: Eine Imker Demonstration die dort in Imkerklamotten herum laufen wecken die Bevölkerung nicht wirklich auf. Ausserdem ist die Bevölkerung zu träge und sie sagen: "Da meckern ein paar Imker weil ihnen der Profit weggenommen wird - ach ja *gähn*". Mag sein meine Meinung ist pessimistisch aber ich glaube der Großteil der Deutschen kapiert immer noch nicht dass Milch von lebenden Kühen kommt, ihr Brot vom Getreide vom Feld usw - sie haben den Bezug zur Natur völlig verloren. "Bienen? Ach die Stechdinger? Na die schlägt man doch am besten tot wenn man sie sieht." Selbst hier in meiner Familie musste ich erst Vorurteile abbauen was meine Imkerei angeht.

    Was also tun?
    Ich sehe es am Beispiel Widerrufsrecht für Online Händler. Die Bundesregierung war in all den Jahren nicht fähig ein allgemeingültiges Gesetz zu formulieren und deshalb können sich Anwälte bundesweit immer noch mit Abmahnungen bereichern. Aber der Druck auf die Regierung wächst und wächst und wir werden wahrscheinlich endlich Ende des Jahres ein Gesetz bekommen das diese Sache endgültig regelt.

    Aktiv wurden Anwälte aus dem Bereich Internetrecht. Sie haben Schreiben zu diesem Thema zum Download bereit gestellt die direkt an den Zuständigen in der Regierung adressiert waren. Als Händler musste man nur noch einige Zeilen ausfüllen und wegschicken. So konnte man seinen Unmut und Meinung mit korrektem tatsächlichen Hintergrundwissen direkt an die richtige Stelle schicken. Wir haben auf unser Schreiben auch Antwort bekommen dass man diese Sache regeln würde.

    Ich weiß nicht wie viele Internet Händler letztendlich dieses Schreiben geschickt haben aber es hatte Wirkung.

    Und nur so sehe ich auch hier die einzige Chance etwas zu bewegen.
    An direkter Stelle protestieren. Vom Fachmann ein Schreiben aufsetzen lassen, den Leuten die protestieren wollen den Weg damit ebnen und die zuständige Regierungsstelle damit bombadieren. Parallel dazu die Öffentlichkeit informieren. Ich tat das damals zum Thema Abmahnung indem ich alle Fernsehsender kontaktiert habe und dann bei Pro7 in 2 Sendungen das Thema Abmahnung ausbreiten konnte.

    Meiner Meinung nach sind das die beiden Wege mit denen man in Deutschland als kleiner Mann überhaupt noch etwas verändern kann:
    "Spam"-Briefe an die Behörde und informative Medienauftritte von Vorsitzenden vom Imkerverband, vom BUND etc zur Hauptsendezeit. Schilder schwenken in Schutzkleidung eher nicht. Und das hat nichts mit Faulheit zu tun sondern eher um nicht den Eindruck zu erwecken dass es sich die Demo um eine imkerliche Lobbyisten Veranstaltung handelt.
    Es geht hier um unser aller Umwelt und Lebensmittel und darauf sollte die Betonungen liegen. Ok, meine Meinung.

    PS: Haben wir evtl. einen imkernden Anwalt hier im Forum?

  • Hallo Sherry,
    Deine Meinung finde ich gut. Wenn es solch ein Schreiben geben würde, kann man sicherlich viel damit bewirken.


    Ich habe auf jeden Fall Interesse daran!!


    Eine Demonstration kann aber in diesem Zusammenhang auch nicht schaden, da die Bevölkerung auch etwas davon mitbekommen muß. Sei es auch nur ein Bild in der Zeitung. Diese Demo wird ja dann auch in den Medien erscheinen.
    Ich denke, dass man immer viele Wege gehen sollte, einer wird der Richtige sein.
    Gruß,
    jörg

  • Hallo Sherry,


    wie ich bereits schilderte sind alle Naturschutzorganisationen, Schmetterlingsfreunde und Entomologen und viele andere Organisationen zur Demo eingeladen. Es werden nicht nur Imker sein! Es soll ganz deutlich werden, daß es nicht nur "unser Problem" ist, sondern das Problem von allen.


    Bisher ist es so, daß jeder Verein für sich herumkrebst. Naturschutzvereine hier, Imkervereine da, Insektenbeobachter dort. Keiner hebt die Käseglocke hoch und versucht mit den anderen zu arbeiten. Die Demonstration soll Zeichen setzen. Das Zeichen, daß hier an einem Strang gezogen wird und das Zeichen sollte deutlich sein.


    Deswegen wird auch vor dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit demonstriert. Das ist meines Erachtens die richtige Adresse, um etwas zu ändern.


    Die Demonstration dient dazu, uns aneinander zu schweißen und unsere lokale Tätigkeit zu unterstützen. Wir sollten aufhören zu warten, daß irgend jemand etwas tut. Wir müssen etwas unternehmen.


    Nach der Demonstration werden viele weitere Arbeiten notwendig sein - dazu gehört auch das Briefeschreiben und die Anwälte. Die Experten. Doch solange wir nicht vereint sind, werden solche Aktionen ins Leere laufen. Wer schon beim Imkerforumstreffen dabei war, der weiß, daß ein einfaches Treffen schon viel Zusammenhalt bringt. Und darum geht es. Zeichen setzen, Zusammenhalten.


    Es geht auch darum, die anderen Naturfreunde und vor allem die Verbraucher an Board zu holen. Meinst Du nicht, daß seitens der Presse die Frage auftauchen wird, weshalt vor dem BVL demonstriert wird? Was meinst Du wohl ist die Antwort? :wink: Wir demonstrieren für den Verbraucherschutz! Und für die Lebensmittelsicherheit! Das geht alle an.


    Wir stellen konkrete Forderungen auf (siehe weiter oben), die wir schriftlich und vor allem persönlich den Verantwortlichen vorbeibringen.



    Mitfahrgelegenheiten:


    Lippe/Paderborn = 4 Leute können noch mitgenommen werden
    Nordhessen = Mitfahrgelegenheit für 1 Person gesucht!



    Viele Grüße,


    Bernhard

  • Was im Einzelfall letztendlich zu einer Entscheidung führt, kann vorher niemand wissen.
    In der jetzigen Situation etwas, was in die richtige Richtung weist abzulehnen, zeugt von Voreingenommenheit.
    Eines weiß ich aber aus Erfahrung sehr sicher, "Rundordner" sind wahre Archivierungswunder für gelesene und von Fall zu Fall gar nicht gelesene Post.
    Drum lasst es uns der Sache wegen einig, mit dem Reformator Luther halten, ob er es nun sagte oder auch nicht:»Wenn die Welt morgen unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen
    pflanzen
    «.
    Daher sind unsere Thesen, unsere Nägel und unser Hammer gewiss nicht allein die stille Post…
    Nein, im ganzen Land muss es vernehmbar werden, das Donnern an die "Kirchentüre", als Auftakt der Mühe um "diese Reformation" !


    Gruß
    Manne

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

  • Hallo Ruben,

    das ist eine gute Idee!

    Hartmut, kannst du denen, welche die eigene Hompage als Plattform nutzen wollen, dass Banner vom Kopf der Forumsseite zur Verfügung stellen, so dass ein automatischer Link auf die entsprechende Seite des Forums stattfindet.

    Gruß
    Werner

    PS: Ich habe zu diesem Zeitpunkt leider noch Schule und werde sicherlich nicht freigestellt. Ich werde allerdings das Meinige tun, um die Informationen zu streuen.

  • Die Entfernungsfrage kann wirklich nicht das Argument sein. Es gibt Gelegenheiten, wo man sich nicht mit der eigenen Bequemlichkeit entschuldigen kann. Ich bin selber zweimal nach Stuttgart und Karlsruhe gefahren, um an den PKs und dem Expertentreffen teilzunehmen.
    Aber ich befürchte, daß der Zeitpunkt zu früh ist. Es sind Sommerferien, viele Leute sind weg und es ist Olympiade. Um etwas Größeres zu organisieren, bedarf es längerer Vorlaufzeit.
    Z.B. kamen zu der Biodiversitätskonferenz zwei Busse mit Imkern aus Bayern. (Beschämend, daß es nur diese waren - wo waren denn diejenigen, die hier die Klappe so aufreißen?)
    Somit hat kaum ein Imkerverein Zeit, das Thema mit seinen Mitgliedern zu diskutieren. Und im übrigen wird man da dann etwas beobachten, was sich schon beim letzten Mal im Badischen sehen lassen konnte.
    "Das war ja nicht bei mir, das geht mich ja nichts an - was soll ich da?"
    Kaum einer der Imker aus anderen Gebieten hat sich blicken lassen, obwohl NRW bspw. nur ganz kanapp an der Katastrophe vorbeigeschrammt ist. In NRW sollte Poncho Pro nämlich eigentlich auch eingesetzt werden.
    Ich bin gern bereit, so etwas zu unterstützen, immerhin hat mein Newsletter etwa 8000 Empfänger. Aber knapp drei Wochen Vorlauf ist zu wenig, will man anderen Institutionen eine Chance geben, daran teilzunehmen.
    Ich ahbe auf die Startseite meiner Website ein 7Min-Radio-Interview platziert, welches sich automatisch abspielt, sobald man die Honighäuschen-Seite aufruft.
    Aber ich befürchte, daß die meisten Imker nicht den A.... hochkriegen.


    Gruß, Klaus

  • Hallo


    Wurde den schon der DBIB ider DIB informiert.


    Die müssen ja nicht machen nur auf ihre Seiten die Informationen verbreiten.


    Und wenn nur ein paar Leute mehr kommen ist das doch schon ein erfolg.


    Wurde der honigmayerhofer der ist doch im Landlive Forum drin und kann doch da auch Werbung machen.

    (Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt wissen, was Frieden heißt) Jimi Hendrix

  • Hallo Klaus,


    also mehr als zwei Busse haben wir schon zusammen :daumen:


    Die Institutionen brauchen weder Zeit noch Diskussionen - sie müssen einfach nur kommen. Kann doch nicht so schwer sein. Es gibt tausend Gründe, weswegen man nicht kommen kann. Es gibt aber mindestens ebenso viele Gründe zu kommen. Und meines Erachtens sind diese Gründe schwerwiegender!


    Ich selbst saniere gerade ein Haus, befinde mich im Umzug, habe nur noch wenige Tage Resturlaub und beruflich bin ich mehr als eingespannt. Mir ist es das wert - wenn andere Imker mich brauchen und es ernst ist, dann stehe ich auf und helfe. Wir können Betroffene wie Toyotafan (der Imkermeister mit dem Imkerforum-prämierten Lavendelhonig!) in so einer Situation nicht alleine lassen. Ich kenne Christoph persönlich nicht gut genug, aber ich ich meine mitbekommen zu haben, daß er sich für andere Imker und für die Belange der Imkerei einsetzt. Soll das der Dank von uns Imkern für solche Leute sein?


    Chartert euch einen Bus und kommt. Die meisten Imkervereine sind schnell abtelefoniert, der Urlaub ist schnell beantragt. Mal in Lösungen, nicht in Problemen denken.


    Wir brauchen keine perfekte Demonstration, wir brauchen ein Zeichen und den Mut zu handeln.


    Viele Grüße,


    Bernhard