Juni-Schwärme jetzt schon füttern?

  • Liebe Imkers,
    die in der ersten Juni-Hälfte eingefangenen Schwärme (die sind alle so spät gefallen hier) haben ja schon schön gebaut.
    Allerdings sind zwei davon noch ziemlich mickrig (3 Waben besetzt) und da die Linde ja weitgehend durch ist, hatte ich überlegt, jetzt mit dem Füttern aller Völker zu beginnen...schließlich ist auch noch reichlich Wabenbau zu leisten da die Völker viel Naturbau machen müssen (nur tw. Mittelwände; Rest Anfangsstreifen).


    Macht das Sinn oder sollte ich noch etwas warten - zwar haben alle gleich stiftende Königinnen gehabt aber die Kopfzahl steigt natürlich erst langsam an...womöglich kann ich da gar nicht viel erreichen weil eben noch nicht genug Bienen zum Bauen und Eintragen des Futters vorhanden?


    Oder zuviel um die Ecke gedacht?


    Für Tipps dankt
    Melanie

  • Moin, Melanie,
    füttern, dünn (knapp unter 1:1), und jeden Abend.
    Menge - da mußt du gucken, manche schaffen 500ml pro 24h, manche nur 250ml. Immer soviel, wie sie schaffen.
    Gerade wenn sie noch viel bauen müssen, brauchen sie Energie, und die kommt nunmal nur aus dem Zucker. Wen die erste Brut ausgelaufen ist, wird es mit der Bauerei auch noch besser, wenn die Kopfzahl wieder steigt.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Melanie,
     

    Zitat

    Macht das Sinn oder sollte ich noch etwas warten - zwar haben alle gleich stiftende Königinnen gehabt aber die Kopfzahl steigt natürlich erst langsam an...womöglich kann ich da gar nicht viel erreichen weil eben noch nicht genug Bienen zum Bauen und Eintragen des Futters vorhanden?
     
    Oder zuviel um die Ecke gedacht?


     
    absolut richtig gedacht, finde ich!:daumen: Als Richtlinie kenne ich: Einen Ableger soll man im April mit (wenigstens) 2, im Mai mit 3 und im Juni mit 4 verdeckelten Brutwaben und ansitzenden Bienen und (sofort)legender Weisel erstellen, um noch gut-überwinterungsfähige Einheiten aufbauen zu können. Ende Juni sind es besser 5 Brutwaben. Mein Ziel ist die Überwinterung auf wenigstens 18 Waben. Letztes Jahr war bei mir die katastrophenbedingte Ausnahme!:oops:
    Da Du Naturbau willst, hilft Dir nur das Zulaufenlassen von Jungbienen in der entsprechenden Masse. Pro 3-Waben-völkchen so von 3 gutbesetzten, auslaufenden Brutwaben. Hast Du selbst kein abkömmliches Bienenmaterial, dann hilft Dir vielleicht mein schon mal gegebener Tipp: Mit Schwarmfangkiste beim Imkernachbarn/Paten betteln/kaufen.
    Als "Extratipp": Wenn Du im Hinblick auf die kommende Überwinterung der Nosema vorbeugen willst, lies doch mal meine Beiträge in "Nosema Cerana"!
     
     
    Mit Herzlichen Grüßen, Torsten

  • Ich halte mich seit meinem 2. Imkerjahr an einen der besten Ratschläge, den mir Johann van den Bongard je gegeben hat (und das sind viele...:-D):


    Jedes Jungvolk immer flüssig füttern. Betonung auf "immer" und auf "flüssig".


    Gut, will man von einem 2,5-kg-Schwarm zu Beginn der Rapstracht noch eine Sommerernte mitnehmen, mag man eine Ausnahme machen. Ich sehe aber Schwärme, wenn ich sie bekomme, i. d. R. nicht als Ertragsvölker im selben Jahr vor.


    [OT]Die Zugabe von mehr Futterwaben ersetzt bei Ablegern die Flüssigfütterung in keiner Weise, da diese ihnen keine Tracht simulieren und den Bautrieb nicht so pushen wie der Sirup. Wen das nicht überzeugt, der stelle mal zwei gleich starke Ableger nebeneinander - den einen mit mehr als der einen Pflichtfutterwabe, den anderen mit einer Flüssigfütterung. Und beobachte, was passiert...[/OT]

  • Hallo Johannes,



    Zitat:
    Gut, will man von einem 2,5-kg-Schwarm zu Beginn der Rapstracht noch eine Sommerernte mitnehmen, mag man eine Ausnahme machen. Ich sehe aber Schwärme, wenn ich sie bekomme, i. d. R. nicht als Ertragsvölker im selben Jahr vor.


    bei einem 2,5 kg Schwarm können ja auch 1 kg Honig dabei sein und "nur" 15000 Bienen?!:lol: 
    wenn er aber stärker ist und wirklich schon zu Beginn der Rapstracht fällt, dann solltest Du ihn mal (sofort mit 2 Zargen)an die Stelle des Schwarmborns setzten und ihm dann spätestens(bei Tracht) 5 Tage später den Honigraum geben, da geht "echt die Post" ab! Das Restvolk in Ableger mit Weiselzellen aufgeteilt, die wenige, offene Brut auf andere verteilt, kann man erst sämtliche Flugbienen zum Schwarm fliegen lassen, bevor man die Ableger (eventuell) auf einen seperaten Stand bringt. Seit ich aus Zeitgründen(Berufspendler) das NICOT-System in "die Ecke" gelegt habe, vermehre ich so meine Völker. Allerdings versuche ich den Schwarm vorwegzunehmen. Gibt man dem "Schwarm" nach 10-14 Tagen 2-3 schlüpfende Brutwaben zurück, gibt es auch keinen "Entwicklungsknick".


    Das mit den Futterwaben bei Ablegern ist ein anderes Problem! Werden die FW nämlich teilweise aufgerissen und das Übrige angedrückt, werden auch MW dabei ausgebaut, (ähnlich?)wie bei Futterteiggabe! Das Futter muss ja komplett umgelagert werden und wird dabei allmählich aufgebraucht.


    Mit Herzlichen Grüßen; Torsten

  • Hallo Torsten,
    Schwarm an Stelle es Muttervolkes,
    Muttervolk in Ableger aufgeteilt...
    Hast Du nicht mal was Neues auf Lager?
    Ernsthaft, das ist eine gute bewährte Methode.
    Die Flugbienen des Muttervolkes verstärken den Schwarm.
    Diese fliegen dann auch nicht stillräubernd zu den Ablegern.
    Die Ableger, auch sicherheitshalber mit nur einer belassenen Schwarmzelle,
    entwickeln sich zu winterstarken Völkern.
    Allerdings würde ich sie nicht durch Brutwabenentnahme schwächen.
    Damit magman dem Schwarm einen zusätzlichen Kick geben,
    aber im Ableger belassen machen sie meiner Meinung mehr Sinn.
    Folgendes könnte man mit dem Muttervolk noch anstellen,
    bevor man es in Ableger aufteilt:
    Alle Weiselzellen entfernen,
    neun Tage später die NZ,
    Zuchtstoff geben,
    dann mit diesen WZ die Ableger bilden.
    Also erst 18 Tage später.
    Dabei den Honigraum zum Schwarmvolk geben, das seinen Brutraum bis dahin ausgebaut haben sollte.
    Ein sofort gegebener HR verwirrt den Schwarm mehr, weil es im "Plan" so nicht vorgesehen ist (Wink an Sabine).
    Das hätte den Vorteil, das man den Zuchtstoff nach seiner Wahl geben kann,
    also keine Vermehrung von "Schwärmern", was dieser Methode oft vorgeworfen wird.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,


    hattest Du noch nicht gemerkt, dass ich etwas konservativ bin und mich mit Neuem schwer tue?:lol:
    ARMBRUSTER hat ja mal von sich gegeben:
    "Das Gute daran war nicht neu, und das Neue daran nicht gut"


    Ich halte diesen Satz für eine Waffe, so gut ist er. Er zeigt mir, das wir das "Alte" nicht vergessen sollten, und das "Neue" möglichst integrieren.


    Hier habe ich nur Teile meiner (Kompromiss-) Betriebsweise vorgestellt, um Melanie aufzuzeigen, wo Sie von der "Ideallinie" nach meiner Meinung abweicht. Macht Sie nämlich mit Sabi(e)nes Methode weiter, sind im Herbst Völkchen aufzulösen oder im nächsten Frühjahr gibts wieder das neue/alte Katastrophenthema, bei dem ich dann hoffentlich nicht als Betroffener mitschreiben muss.:daumen: 
    Das Andere ist nur Nebengeplänkel, gehört kaum zum Ursprungsthema und ist eigentlich nicht der Schreibzeit wert. Sind halt eigene Erfahrungen und gefundene Kompromisse. Vielleicht auch ein bisschen
    Erfahrungsaustausch!:-D
    Aber einen Einwurf kann ich mir nicht verkneifen, auch mit Wink an Sabi(e)ne::-D
    Die Natur hat "Optionen" und hält sich möglichst viele offen davon!
    Wir haben (k)einen "Plan"!


    Meine Meinung(zum Sonntag:-D)


    Mit Herzlichen Grüßen, Torsten

  • Hallo, Torsten,
    weder Melanie noch ich haben Schwärme, deren Muttervolk greifbar wäre, sondern "Wildfänge".
    Und außer füttern gibt es nicht wirklich Alternativen in diesen Fällen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,


    bitte nicht angefessen sein! Ich dachte, hier geht es wieder um das "Umschalten" vom (erst!) Schwarm zum (dann?) "Winterfutter eintragen", und das noch planmäßig. Also, es ist im Prinzip nur der "Plan", mit dem ich nicht klarkommen will und kann! Ich bin als "Ossi" schließlich planwirtschaftsgeschädigt!:lol::lol::lol:


    Herzliche Grüße, Torsten

  • :roll: Torsten,
    jetzt hab ich *einmal* keine smilies benutzt, und du denkst sofort, ich wär angefressen?:p
    Egal, ob du es jetzt "Plan" oder sonstwas nennst - überleben ist angesagt, und das möglichst optimal.
    Ein Schwarm MUSS bauen wie Deubel, UND noch reichlich Vorrat schaffen - also ist es unser Job, zu füttern.
    Bei allen Optionen (welche?:confused:) - ohne Futter geht gar nix.
    Was also machen wir dann falsch?:confused:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,


    dem Johannes hatte ich nur sagen wollen, dass man mit einem frühen Vorschwarm durchaus die herrschende oder kommende Tracht gut nutzen kann. Man muss nur gedanklich "die Flucht nach vorn" antreten!
    Der Heidimker z. Bsp. wollte vom Vorschwarm noch den Heidschwarm bekommen. Aus einer "Laibimme" wurden bis zur Heide (wenn es gut lief!) sogar fünf. Der Heidimker war sauer, wenn die frühen Trachten zu gut honigten und die Immen wegen dem "Verhonigen" das Schwärmen vergaßen. Sie wurden einfach zu früh im Jahr "satt", und dem Heidimker ging bares Geld verloren. Das sind Zusammenhänge, die man nicht vergessen sollte, gerade weil ARMBRUSTER Selbiges schrieb. Wenn unsere frühen Berufsimkereien solche Erfahrungen gemacht haben, dann finde ich das mindestens erhaltenswert! :-D


    Uff, ich muss ins Bett.:eek:


    Mit Herzlichen Grüßen, Torsten

  • Hallo Torsten,
    leider habe ich keinen "Armbruster":-(...
    Aber beim "Ludwig" bin ich auch fündig geworden (zur Zeit dieser Auflage hatte Armbruster glaube ich schon Berufsverbot:oops:).
    Verstärken der Schwärme mit Brutwaben aus dem Muttervolk, etwa zwei Wochen nach dem Brutbeginn.
    Zweck war, den Bevölkerungsknick zwischen Abgang der Altbienen und Schlupf der ersten Bienen auszugleichen.
    Im "Varroazeitalter" halte ich ein Verbringen von Brutwaben zwischen Völkern, auch Schwarm und Muttervolk, für unangebracht.
    So ein Schwarm sollte es von selbst schaffen, diesen Knick auszugleichen.
    Heutzutage in einigen Gegenden allerdings mit Hilfe einer Fütterung.
    Der "Wink zu Sabine" galt mehr in Richtung Naturbau, wo eine fertige Wabe nicht zum "Plan" gehört.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.