Meine ersten Schritte mit der Warré-Imkerei

  • Seit wenigen Tagen summt bei mir der Garten. :Biene:
    Im Selbstversorgerforum habe ich von der Warré-Imkerei gelesen. Diese Betriebsweise passt zu meinem Permakultur-Stil sehr gut.


    Nach der Anleitung baute ich 2 Beuten (ohne Fenster) und kaufte eine fertige Beute aus Österreich (mit Fenstern).
    Durch Unterstützung mehrerer Imker habe ich nun drei Völker.


    Vor einer Woche lief der erste Kunstschwarm in die selbstgebaute Beute, zwei Tage später folgte der zweite. Morgen kommt der dritte dran, der noch im Keller wartet... Dieser kommt dann in die Beute mit Fenstern.


    Es ist zwar spät im Jahr, aber immerhin geht es jetzt los.


    Eine meiner grossen Herausforderungen ist es NICHT in die Beute zu schauen. Ich würde so gern wissen wie weit sie schon gebaut haben...
    Heute ist der erste Pollen eingebracht worden. :-D


    Bei youtube habe ich ein Video eingestellt das zeigt wie die Bienen einlaufen:
    http://www.youtube.com/watch?v=c7J2GI2zO0o
    Besonderer Dank gilt den Imkern die mir geholfen haben!!!
    :liebe002:


    Ich hab so eine Ahnung, dass es nicht bei den drei Völkern bleibt.Die Freude an den Bienen ist sagenhaft gross.


    Viele Grüße
    Konstantin

  • Hallo, Konstantin,
    schön, dich hier zu sehen! :p_flower01:
    Du weißt aber, daß KS (und auch Naturschwärme) zu dieser Jahreszeit gut gefüttert werden müssen, um genug Wabenbau bis zum Herbst fertigzubringen, ja?
    Was von draußen reinkommt, reicht leider nicht zum Überleben, und schon gar nicht, um dem Bautrieb auch noch gerecht zu werden - das kostet Energie.
    Frisch eingeschlagene Schwärme kriegen sofort 5 Liter 1: 1 und dann jeden Tag je nach Größe 1 oder 0,5l etwas dünner, aber nur abends füttern, weil sonst Räubereigefahr besteht.
    Viel Spaß mit der Warre! :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,


    gehört habe ich es so häufig, dass ich Schwärme zu füttern habe, dass es mir fast in den Ohren weh tat...


    Mein Weg: der erste Schwarm wird nicht gefüttert, die beiden anderen mit Apiinvert. Da alle Völker dunkle Anteile in der Abstammung haben könnte es sein, dass sie im Sommer/Herbst besser zurechtkommen als reine Carnicas.


    Die Beuten stehen im leichten Schatten mit voll Sonne nur von 10:00 bis 11:00.
    Das reduziert den Eigenbedarf zu Kühlungszwecken. Ausserdem will ich die Beuten geschlossen lassen (jede Störung vermeiden) was wieder den Eigenbedarf höher schrauben würde.


    Ausserdem ist die Lage und die Gestaltung unseres Permakultur-Gartens komplett anders als übliche landwirtschaftliche Flächen. Da gibt es auch jetzt noch Blüten ohne Ende.


    Mein derzeitige Beobachtung: Das Volk 1 (ohne Futter) ist richtig auf Zack, die Bienen starten und landen schnell und präzise. Das Volk 2 (mit Futter) hat viele Bienen, die sich längere Zeit eingeflogen haben. Mittlerweile sind sie etwas schneller geworden.


    Nachts zu füttern bringt nichts, da sie nachts nichts essen. Von dem 500ml Glas war ca. 480 ml morgens noch da... Wenn ich morgends 500ml gebe ist am Abend noch ca. 50 ml da. Räuberei gibt es keine. Das Volk 1 düst los in die Blüten und hat kein Interesse an Volk 2.
    Deshalb gebe ich morgens 500ml Apiinvert an Volk 2.


    Meine Planung für morgen: 16:00 Start Einlaufen lassen Volk 3.
    Ab Samstag früh täglich 500ml Futter. Der eine Tag Pause soll helfen, dass sie sich erstmal in der Warré zurechtfinden..


    Dann will ich beide Völker solange füttern bis der Eimer 14kg leer ist. Darüber hinaus vertraue ich der Tracht. Die Luft im Garten riecht immer noch nach Nektar: Weissklee, Rotklee, Rosen, Weidenröschen, Lindenblüten, Phazelia, Brombeeren, Disteln und vieles mehr.
    Um und herum hat es 20km² Mischwald. Da findet sich auch noch einiges.


    Bienenbäume hab ich auch schon gepflanzt, sie sind aber noch zu klein als dass sie blühen würden.


    Viele Grüße
    Konstantin

  • Hi, Konstantin,

    Zitat

    Das reduziert den Eigenbedarf zu Kühlungszwecken


    Dafür brauchen sie nur und ausschließlich Wasser, kein Futter.

    Zitat

    Nachts zu füttern bringt nichts, da sie nachts nichts essen. Von dem 500ml Glas war ca. 480 ml morgens noch da...


    :lol: Ich hab frischen KS gestern abend 5 Liter gegeben, heute früh war nix mehr da...:cool:
    Allerdings füttere ich entweder mit Futterzarge & Seitenaufstieg (also voller Zugriff aller Bienen) oder per Plastikbeutel mit ner Menge Löchern - ebenfalls hoher Zugriff möglich, geht aber nur bei Aufstellung in Waage.


    Und bitte-bitte NICHT morgens füttern - die Bienen können NICHT realisieren, daß die Futterquelle innerhalb des Stocks ist und beginnen einen Trachttanz - alle Bienen suchen innerhalb des Nahbereichs und so löst man eine Räuberei aus....Solange noch tatsächlich Tracht da ist, mag das egal sein, aber wehe, wenn Ende ist, bitte glaub mir.


    Und du überschätzt grad deinen Wald - auch 20km² bringen ab Juli nicht genug für 3 Völker zum Überwintern ein, die auch noch bauen müssen wie die Weltmeister.
    Zucker zufüttern ist ja nicht das Grundproblem - POLLEN!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,


    du kennst unsere Region? oder woher willst Du wissen was die Bienen hier finden können? Es gibt kilometerlange Alleen aus Bergahorn und Linden, hektarweise Ackerbohnen, Die Robinien blühen auch noch, hier ist Mittelgebirge, da ist alles ca. einen Monat später dran als sonstwo. Vom Trachtangebot ist hier quasi erst Mitte/Ende Mai.


    Was anderes: Im Gemüsegarten sind bald einige Flächen abgeerntet. Da könnte ich jetzt schon eine Saat einbringen, die etwas Spättracht liefert.
    Was meinst Du ist das geeignet? ich denke zB an Phazelia, Senf oder Buchweizen.


    Viele Grüße
    Konstantin

  • Moin, Konstantin,
    die erste Wahl ist immer Phacelia, weil da auch Hummeln und Schmetterlinge was von haben, und sie so schön auf Termin blüht.


    Ich bin um die Schwärme immer so besorgt, weil alle Leute immer denken, och, das sind so viele Bienen, die verhungern schon nicht....
    So ist es aber leider nicht, und wenn es in ein paar Wochen wieder kälter wird, erschrecken sie sich, wie wenig Wabenbau fertig ist, und dann wird es schwierig.
    Außerdem ist auch bei Schwärmen zeitversetzt nach Mittsommer eine Delle in der Brutentwicklung, deshalb ist der Beginn ja so wichtig.:wink:


    Wenn deine Bienen nachts kein Futter abnehmen, kann es sein, daß es dafür bei dir zu kalt ist? Und fütterst du über Folie mit Loch oder steht dein Glas einfach obendrauf? Oder wie?
    Und KS müssen durchaus sofort (auch schon in der KS-Kiste) gefüttert werden, die haben ja im Gegensatz zum echten Schwarm nix mit, wo soll dann die Energie zum Bau herkommen?:wink:

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    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,


    und sie so schön auf Termin blüht


    Was meinst Du damit?


    Wenn deine Bienen nachts kein Futter abnehmen, kann es sein, daß es dafür bei dir zu kalt ist?


    Mag sein, aber deswegen werde ich keine Heizung aufbauen :lol:



    Und fütterst du über Folie mit Loch oder steht dein Glas einfach obendrauf? Oder wie?


    Pappdeckel 34x34cm kreisrundes Loch in der Mitte geschnitten (Durchmesser = Honigglas), Edelstahl Mückengitter drüber gelegt, mit Heissklebepistole angeklebt, Deckel auf Zarge gelegt, viele 2mm Löcher in Kunsttoffdeckel eines Honigglases gebohrt, Futter rein, Glas umgedreht, auf Gitter gestellt, 3. Zarge als Abstandshalter drüber gestülpt, Kissen + Dach drauf, Spanngurt festzurren.


    So kann ich Futter nachfüllen ohne dass Bienen oben raus krabbeln können und ohne dass zu viel Wärme verloren geht.


    Hast Du eine bessere Idee?


    Viele Grüße
    Konstantin

  • Ahoi,
    Pappe ist keine gute Idee, die wird feucht und zernagt und angepappt - wir nehmen nicht umsonst Folie.:lol:
    Die beste Lösung ist halt vom Prinzip her sowas:
    http://www.holtermann-shop.de/advanced_search_result.php?XTCsid=adcace746e7aef0777ca7b6ef0af737a&keywords=Futterzarge&x=0&y=0
    da hast du ebenfalls bienenfreies Nachfüttern (wenn denn das Gitter richtig fest sitzt :roll:), und auch bei Kontrollen ist das einfacher wegzunehmen als alles andere.
    Nur ist ein halber Liter da gar nix drin...*g*


    Alternative ist die Beutel-Methode, Futter entweder in Zip-Lock-Gefrierbeuteln (sehr teuer auf Dauer) oder in Beuteln mit Folienschweißmaschinchen zugemacht; verknoten allein geht nicht gut (ich hab gestern endlich wieder so ein Schweißteil gekriegt :lol:).
    Dann oben drauf legen, ich hab Halbzargen, und ein paar Löcher reinpieksen.
    Die Kiste muß aber in Waage stehen, sonst läuft es aus.
    Das geht auch recht einfach, und ist gut vorzubereiten; abends Deckel hoch, leeren Beutel raus, Bienen abschütteln, neuen drauf, Löcher rein, Deckel zu.
    Mit Spanngurte auf- und zumachen 10sec pro Kiste, und Halbliterportionen gehen so wunderbar.:wink:



    edit: Phacelia blüht immer exakt 42-45 Tage nach der Saat.

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    Bruce Springsteen


  • So kann ich Futter nachfüllen ohne dass Bienen oben raus krabbeln können und ohne dass zu viel Wärme verloren geht.


    Ich würde dir empfehlen, dass du dir ein zweites Tuch mit Mehlkleister einschmierst und da dein Futterloch reinschneidest. Das wird dann nicht angenagt.
    Mach einfach etwas rauch in das Loch nachdem du das Honigglas entfernt hast - dann was drauflegen.
    Vielleicht klappt das ja.


    Zitat


    Alternative ist die Beutel-Methode, Futter entweder in Zip-Lock-Gefrierbeuteln (sehr teuer auf Dauer)


    Da gehen doch auch 0815 Gefrierbeutel ... muss doch kein Zip-Lock sein oder?
    Olli


    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Moin, Olli,
    stand im Satz darunter.....*grins* nur funktionieren Klammern bei den 08/15 Beuteln nicht, es läuft immer was, von daher doch lieber schweißen.
    Und das hat noch den Vorteil, daß du jede Sorte billige PE Beutel nehmen und genau auf die passende Größe zurechtfummeln kannst. Es gehen auch die Müllbeutel für die kleinen Portionen, "richtige" Gefrierbeutel nehm ich nur noch für >1kg, da sind die dünnen zu wabbelig.
    (und beim Pieksen NICHT auch unten durchstechen..:cool:)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin, ich bin einer der Helfenden Imkern bei ihm. Ich habe ihm einen Ks spendiert den wir heute einlaufen lassen.

    ja ich bin der Lukas ich hab 0 völker auf dnm in segeberger kästen.

  • Hallo.


    Gibt es bei Falztiefe und Oberträgerquerschnitt einen Unterschied zwischen selbstgebaut und gekauft ?


    schöne Grüße
    J-F

    weg mit den Zwergbienenständen (K.Freudenstein)