Umgang mit Drohnenbrütig

  • Hallo


    Jetzt will ich mein heiliges Schweigen mal kurz unterbrechen, denn ich brauche euren Rat. :)



    Meine bisherigen Nachzuchtversuche waren nicht sehr erfolgreich, denn die von einem abgeschwärmten Volk bezogenen/hinterlassenen Weiseln sind entweder abgehauen oder auf dem Begattungsflug verloren gegangen.


    Ich habe jetzt via KS und zugekaufter Kö. ein drohnenbrütiges Volk ersetzt. Jetzt frage ich mich, was mache ich mit dem alten Volk? Weiß jemand, wie sich die Afterweiseln in Sachen Ausflug verhalten? Bleiben die in der Kiste, wenn sie verstellt wird, oder fliegen die auch aus?


    Bisher habe ich das Volk einfach geschlossen, jetzt muß ich aber was tun. Ich habe mir überlegt, es wäre vielleicht eine Alternative, das drohnenbrütige Volk am gleichen Stand umzustellen. Einige Bienen werden an den alten Ort zurückkehren, und ich hoffe, die Afterweiseln nicht. Mit dem Restvolk könnte ich ggf. noch weitere Versuche machen (z.B. Zellenzusatz) oder nur beobachten.


    Wenn das Blödsinn ist, muß ich sie "irgendwo abkehren". Aber auch da ist doch die Gefahr, daß die Afterweiseln zurückkommen und Remmidemmi machen. Irgendwie verstehe ich noch nicht, warum so viele Imker der Ansicht sind, die Afterweiseln würden "irgendwo draußen verrecken". Schön wär's!

  • Entschuldige bitte wenn ich dir solche Anfängerfragen stelle.
    Aber du bist dir schon sicher, ob keine Königin im Volk ist, die eben unbegattet ist?


    Hast du eine Weiselprobe gemacht?
    Dann könntest du dir nämlich die ganze Arbeit sparen!

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!

  • Drollhos: es ist wurscht, ob da Drohnenmütterchen oder ne drohnenbrütige Königin drin ist, eine Weiselprobe funzt da fast nie.
    Entweder betäuben (bloß womit heutzutage? :confused: gibt ja keine Lachgastabletten mehr) oder abfegen, alles andere ist nur Königinnenmord und ein Volk versaut.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, Vitali,
    es gibt alle möglichen Zwischenstadien, lies mal http://www.bushfarms.com/beesbetterqueens.htm und schau dir die Bilder da an; es gibt nicht nur "richtige" Königinnen und legende Arbeiterinnen, auch alles dazwischen.
    Es ist schwierig, ich konnte bislang keine Arbeiterin als legend indentifizieren, auch wenn ich sicher keine Königin drin hatte.
    Da gibt es dann nur entweder alle betäuben und eine neue zusetzen, oder alles sehr weit entfernt abfegen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Drollhos, ich bin mir ziemlich sicher, daß da kein Kö. mehr drin ist, es spricht einfach alles dafür, z.B. daß weit und breit keine Weisel zu sehen ist :wink: und daß es Zellen mit haufenweise Eiern drin gibt. Letzte Sicherheit könnte das Abwarten des Drohnebrutbilds sein (Verdeckelung), aber dazu müßte das Völkchen eben noch eine Weile leben.


    Wie eine Weiselprobe bei einem Volk mit Afterweisel(n) aussieht, ist mir völlig unklar (anderen auch!). Wäre aber interessant, darüber mehr zu wissen. Wenn die Afterweisel die Kö-Funktion übernommen hat (und es sprechen ja einige Fakten dafür) dann sollte die Probe eigentlich negativ ausfallen! Also was nützt eine Weiselprobe im Hinblick auf Diagnose Drohnenbrütigkeit?


    Andererseits würde es durchaus ins Bild passen, daß Afterweiseln den Stock nicht verlassen (machen Kö.s ja auch nicht). Dann könnte man sie in Ruhe wegstellen.

  • Hallo


    verstellen geht
    abkehren geht
    weil die Afterweiseln können nicht fliegen


    Aber Weiselprobe geht auch
    denn eine schlechte Weisel wird vom Volk ersetzt
    wenn er stark genug wäre würde das als Maßnahmen sogar reichen.


    Gruß Uwe

  • Hallo Wolfgang,


    schade, das in deinem ersten Jahr gleich sowas auch noch passiert! Ein Drohnenbrütiges Volk ist immer das Ergebnis von einigen - nicht immer humanogenen - Unfällen. Eine Afterweisel hatte ich bis jetzt erst einmal gesehen, da sie gerade ein Ei legte. Ansonsten bewegen sie sich als "Phantome" durch die Stockdunkelheit.


    Es wurde hier im Forum schon von erfolgreichen Experimenten berichtet, bei denen ein drohnenbrütiges Volk saniert wurde. Wohlgemerkt "Experimente"!


    Der sicherste Weg ist leider der von Sabine gleich zu Anfang beschriebene. So gehen wenigstens nicht die noch vorhandenen Bienen verloren.


    Gerade habe ich so eine Idee: man könnte ja das betroffene Volk (evtl. auf eine Zarge reduziert) über die Honigräume auf ein vorhandenes Volk aufsetzen. Dann eine offene Brutwabe dazu hängen. So bekommst du einen "Saugling", den du wenn die Brut gedeckelt ist an einen anderen Platz verstellen und beweiseln kannst. So hättest du den Völkerverlust vermieden. Das könnte funktionieren!

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Wabenhansel,
     

    Drollhos, ich bin mir ziemlich sicher, daß da kein Kö. mehr drin ist, es spricht einfach alles dafür, z.B. daß weit und breit keine Weisel zu sehen ist :wink: und daß es Zellen mit haufenweise Eiern drin gibt. Letzte Sicherheit könnte das Abwarten des Drohnebrutbilds sein (Verdeckelung), aber dazu müßte das Völkchen eben noch eine Weile leben.
    Wie eine Weiselprobe bei einem Volk mit Afterweisel(n) aussieht, ist mir völlig unklar (anderen auch!). Wäre aber interessant, darüber mehr zu wissen. Wenn die Afterweisel die Kö-Funktion übernommen hat (und es sprechen ja einige Fakten dafür) dann sollte die Probe eigentlich negativ ausfallen! Also was nützt eine Weiselprobe im Hinblick auf Diagnose Drohnenbrütigkeit?
    Andererseits würde es durchaus ins Bild passen, daß Afterweiseln den Stock nicht verlassen (machen Kö.s ja auch nicht). Dann könnte man sie in Ruhe wegstellen.


     
    bitte mache keine Experimente. Schaffe für Dich klare Verhältnisse, indem Du das Volk ( wie von Sabi(e)ne beschrieben ) jetzt und in Zukuft immer sofort abkehrst. Bilde an der gleichen Stelle einen neuen Brutableger, der von den abgekehrten Bienen verstärkt wird. Nach 3 Tagen Nachschau ,um evtl. schon verdeckelte Weisezellen ausbrechen.
    Die Waben mit Zellen mit haufenweise Eiern würde ich nicht verwenden.
    Nach weiteren 25 Tagen ist die begattete Königin in Eiablage oder Du musst Dich erneut wie beschrieben verhalten.

  • Zitat

    verstellen geht
    abkehren geht
    weil die Afterweiseln können nicht fliegen

    Die Worte hör' ich gern, es mangelt noch am Glauben! :lol:
    Warum sollten sie nicht fliegen können? Äußerlich unverändert, und Bienen tragen wohl das Doppelte ihres Gewichts, wenn's drauf ankommt. Irgendwas muß aber dran sein, daß sie nicht in den Stock zurückfinden, sonst würde die Maßnahme nicht so oft empfohlen.


    Zitat

    Aber Weiselprobe geht auch
    denn eine schlechte Weisel wird vom Volk ersetzt
    wenn er stark genug wäre würde das als Maßnahmen sogar reichen.

    Die Diskussion gab's doch schon mal, siehe hier. Da waren Leute der Ansicht, Weiselprobe und Nachschaffung würden bei Afterweiseln nicht funktionieren.


    Konkret: Ich habe jetzt 100 m weiter abgekehrt und das neue Volk (via KS) steht am alten Platz. Es kam zur sofortigen Reinvasion der Drohnenbrütigen; da sie zahlenmäßig überlegen waren, sah das gar nicht gut aus! - Überdrüssigerweise habe ich bei einer Kontrolle davor auch die (gezeichnete) neue Kö. nicht mehr gefunden. Möglicherweise ist sie also schon wieder vor irgendwelchen Restpartisanen der Drohnenbrütigen abgestochen worden. - Wenn das zutrifft, bin ich soweit, in Zukunft solche Völker gleich abzuschwefeln - die machen nur Ärger.


    Allgemein: ich sehe zwei Probleme bei Drohnenbrütigkeit (Afterweiseln).
    1. Verhalten der Afterweiseln
    2. Animositäten zwischen den Völkern


    Zu 2: Manche Autoren gehen davon aus, daß schon die Zugabe weniger Fremdbienen die Kö. in Gefahr bringt. Wie soll diese also eine massive Reinvasion eines "Fremdvolks" überstehen? Blauäugig, Imkerlatein?


    Eine noch "sicherere" Behandlungsmethode ist (vielleicht deswegen) in der Wikipedia beschrieben (siehe hier).
    Und hier hat der Drohn noch eine interessante Methode genannt: Thread







  • Hallo Imkersleut',
     
    es muß sich schon lohnen, ein drohnenbrütiges Volk zu sanieren, andernfalls besser abkehren.
     

    Zitat

    Es wurde hier im Forum schon von erfolgreichen Experimenten berichtet, bei denen ein drohnenbrütiges Volk saniert wurde. Wohlgemerkt "Experimente"!


    Das, Herr Schwarz ist bestenfalls Ansichtssache! Die Verwendung von Alkohol in dem Zusammenhang ist jedenfalls nicht neu.
     

    Zitat

    Gerade habe ich so eine Idee: man könnte ja das betroffene Volk (evtl. auf eine Zarge reduziert) über die Honigräume auf ein vorhandenes Volk aufsetzen. Dann eine offene Brutwabe dazu hängen. So bekommst du einen "Saugling", den du wenn die Brut gedeckelt ist an einen anderen Platz verstellen und beweiseln kannst. So hättest du den Völkerverlust vermieden. Das könnte funktionieren!


     
    Und das wird leider nicht "funzen"!
    Ganz einfach weil sich Bienen im HR, weitab von Brut und Königin immer ein bisschen weisellos fühlen. Spielnäpfchen und mögliche Nachschaffungszellen(bei Brutdistanzierung) belegen das. Drohnenmütterchen würden da mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht getötet.
     
    Mit Herzlichen Grüßen, Torsten

  • Entwarnung! Habe heute die gezeichnete Kö. wieder entdeckt und sie legt fleißig. (Manchmal scheint es wirklich, die Damen machen Ausflüge!) Es war bei der Nachschau auch keine Totensammlung zu sehen (von Kämpfen z.B.), die beiden Völker haben sich anscheinend klanglos vereinigt. Ob das Glück war oder der Regelfall, bleibt erst mal offen.


    Also Erleichterung, nicht nur wegen der Königin, sondern weil die Operation geklappt hat.


    Nochmal zur Theorie. Könnte folgendes klappen: Eine begattete Kö. im Zusetzkäfig mit Begleitbienen u. Futter zuhängen (und zwar so, daß sich die Kö. vor Verbiß schützen kann). Das Ganze 7 Tage so lassen und dann die Kö. befreien. - Die Pheromone sollten das Volk inzwischen überzeugt haben. Die Frage ist, was machen die Afterweiseln. Wie lange brauchen die, um sich wieder zu "normalisieren"?


    Aus der Tatsache, daß das niemand empfiehlt, vermute ich allerdings, daß das nicht funktionieren wird. Weiß jemand mehr dazu?


    drohne
    Danke für die Beschreibung! Das werde ich mir als Alternative notieren.

  • Nochmal zur Theorie. Eine begattete Kö. im Zusetzkäfig mit Begleitbienen u. Futter zuhängen (und zwar so, daß sich die Kö. vor Verbiß schützen kann). Das Ganze 7 Tage so lassen und dann die Kö. befreien. - Die Pheromone sollten das Volk inzwischen überzeugt haben. Die Frage ist, was machen die Afterweiseln. Wie lange brauchen die, um sich wieder zu "normalisieren"?


    In einem alten östereichischen Lehrbuch habe ich so was ähnliches gelesen. Da wird eine ganze Wabenseite mit auslaufender Brut zum Käfig für die neue Königin umgebastelt und dem buckelbrütigen Volk zugehängt. Wie lange das laufen soll weiß ich auswändig nicht mehr aber da dann ja das Königinnenferomon die Eierstockbildung wieder unterbindet sollten die Afterweisel entweder zurückbilden oder abgetrieben werden.
    Muß das aber noch mals nachlesen bevor ich mehr schreiben kann.

    Gruß Otto Übrigens:Wenn man etwas will, findet man Wege! Wenn man etwas nicht will, findet man Gründe!