Spätsommerbehandlung - Schwammtuch mit 85% Ameisensäure im DN

  • aber: Was für ein Schwammtuch nehmt Ihr - die "normalen" für die Küche?
    Grüße ralf_2


    Hallo Ralf,


    bitte SCHWAMMtuch benutzen, also Vileda, Spontex oder halt das baugleiche vom Discounter. http://www.sign-lang.uni-hambu…HLEX/Konzepte/L6/L627.htm


    Nicht die dünneren Küchenlappen, die gefaltet erhältlich sind und nahezu das gleiche Format haben !!! Da verdunstet die AS zu schnell!!!


    Wegen deiner sonstigen Bedenken: AS wirkt halt, und führt oft zu Brutstopp ...


    Würde mich interessieren, welche Argumente der Referent für den Verdunster von unten hat!

  • Achtung Anwendungsfehler!

    Die Dosierung richtet sich nach der Anzahl der Zargen und der bienenbesetzten Waben.


    Die Wabenanzahl ist entscheidend, nicht die Bienenmenge. AS-Konzentration ergibt sich aus Aufwandsmenge und Verdunstungsraum. Der Verdunstungsraum ist identisch, ob von den in der Zarge vorhandenen 11 Waben nun vielleicht nur 8 besetzt sind. Bienen nehmen hier eher Platz weg. Es muß also immer mit Zargenzahl * Wabenzahl * 2 bis 2.5 ml behandelt werden (DNM Zander) Und zwar auf je ein Schwammtuch pro Zarge und dennoch alle Schwammtücher obendrauf. Ein Verdunstungsraum oberhalb der Schwammtücher ist nicht unbedingt nötig. Dieser sorgt aber sicher für eine breitere Verteilung über alle Waben und eine ausgeglichenere Konzentration. Zweizarger mit breitem Futterkranz lassen sich mit weniger Brutverlust behandeln als Einzager mit vollflächig bebrüteten Waben. Zeitiges Erweitern nach oben ist hier also sinnvoll.


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=8103&highlight=schwammtuch

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Die Schwammtuchmethode ist eine einfache und zügig durchzuführende Möglichkeit die Varroa zu reduzieren. Viele gute Tipps dazu wurden hier schon genannt und ich kenne einige Imker die damit gute Erfahrungen gemacht haben. Ich selbst wende sie auch an, allerdings im letzten Jahr mit nicht ganz so guten Ergebnissen.
    Dies ist einerseits sicher auf die schlechte Witterung im letzten August zurück zu führen. Andererseits können nicht beachtete Kleinigkeiten den Behandlungserfolg zunichte machen.
    Sollte die Witterung im diesen Jahr abermals schlecht sein, dann möchte ich einigen Dingen größere Aufmerksamkeit zu kommen lassen. Die Aufnahme und Verteilung der Säure auf den Tüchern könnte dabei entscheidenden Einfluss haben. Schon mehrmals benutzte Tücher verteilen schlechter und sollten unter Umständen ausgetauscht werden. Auch könnte ein Ausringen (mit Handschuhen!) der Tücher, nach dem Aufbringen der Säure, eine bessere Verteilung und damit eine höhere Konzentration in der Beute mit sich bringen.
    Ich selbst lege die getränkten Tücher (bei 2 Zargen) mit jeweils ca.25ml/Zarge (60% AS) oben versetzt auf die Rähmchen. So bekommt jede Gasse etwas ab und lege danach einen Holzrahmen zw. Deckel und Zarge oder drehe, wenn vorhanden den Innendeckel herum um eine bessere Verdunstung/Zirkulation auf beiden Seiten der Tücher zu erreichen.
    Viele Grüße Peter

  • Hab letzte Woche einen Varroakurs besucht und da wurde mir bei zwei Zargen Einheitsmaß mit der Schwarmtuchmethode von oben abgeraten sondern Universalverdunster von unten. Bin jetzt etwas verunsichert. Vielleicht hat jemand bei Zweiraumüberwinterung damit Erfahrung.

    Gruß Horst



    Von unten ist eigentlich immer die schlechtere Variante. Die Ameisensäuredämpfe sind schwerer als Luft. Wenn von oben behandelt wird, stöhmt der Ameisensäuredampf zwangsläufig durch die gesamte Beute. Von Unten streigt vor allem bei einem Zweizarger nur sehr wenig Säure bis ganz oben, daher auch die schlechtere Wirksamkeit und die Empfehlung bei Behandlung von unten auf jeden Fall eine hohe Säurekonzentration zu nehmen. Es kann aber durchaus auch von oben 85% - ige Säure genommen werden, da sollte dann aber für ausreichend Verdunstungsraum gesorgt werden und evt. das Schwammtuch nicht direkt auf die Rähmchen gelegt werden. Die volle Dröhnung die sonst entsteht führt zu höheren Bienenverlusten und kann auch leichter mal die Königin killen.
    Bei der Verwendung von 85% iger Säure sollte man aber immer im Hinterkopf haben, dass diese Konzentration nicht überall als Bienenarzneimittel zugelassen ist.

  • Hallo
    Eine menge Antworten auf Ameisensäure
    Meine Erfahrung von ober 60%gekühlt
    Und was alle Vergessen haben Flugloch offen
    und offener Boden zumachen


    Danke Alf

  • Hallo allerseits,
    und danke für den "Schnellkurs" - nun werde ich bestens informiert mal was Neues ausprobieren.


    Mutig geworden und bissel O.T. noch eine Frage:


    Zu allem Überfluss wollt ich mir nun auch noch so einen Oxalsäureverdunster anschaffen (das kommt davon, wenn die Ernte günstig ausfällt - eh anfällt)
    Taugt das Teil, was die Werbung in Presse und Web verspricht? Zugelassen ist die Methode ja auch nicht überall - aber der Kavalier ...


    Grüße ralf_2

  • Empfehlung:
    Mach lieber die Oxalsäureträufelmethode in der brutfreien Zeit. Wirkt genausogut und ist billiger und einfacher in der Anwendung.


    Der Arbeitsaufwand ist geringer und die Methode ist für den Anwender auch sicherer.


    Zutaten:
    - Spritze (dieselbe, die du auch für das Aufbringen der 60% AS benutzt)
    - Oxalsäuredihydrat (kristallin, Pulverform)
    - Zucker (dann wirkt die Lösung besser)
    - warmes Wasser
    - Holz oder Plastiklöffel (zum Umrühren)
    - Waage (um die benötigten Gewichtsmengen abzumessen)


    Arbeitsschutz:
    - Schutzbrille
    - Handschuhe

    Viele liebe Grüße aus dem Saarland!
    Kai Kopmeier
    __________________________


    Das Staunen ist eine
    Sehnsucht nach Wissen!

  • ... nun werde ich bestens informiert mal was Neues ausprobieren.

    Schuster bleib bei Deinen Leisten!


    Werde Profi in einer Behandlungsmethode und lerne über Jahre deren Für und Wider und jeden Kunstgriff und jeden Trick. Vergiß' andere Methoden. Werde bester Ameisensäurebehandler Mitteldeutschlands aber wechlse nicht (andauernd) die Sportart. Das Ziel ist das selbe, die Wege sind und das Timing sind unterschiedlich. Esw kommt nicht darauf an, möglichst viele Methoden mal ausprobiert zu haben. Es kommt darauf an mit der eigenen Methode maximalen Erfolg zu haben und das auf Dauer.


    Es hilft nicht das Fahrzeug zu wechseln, wenn man nicht fahren kann! Lerne! Und beherrsche Deine Methode aus dem FF, anwender- und bienensicher und vor Allem über lange Zeiträume wirkungsvoll.


    Dann ist es durchaus egal ob's die AS ist oder OS oder was auch immer. Die größten Verluste haben die Wankelmütigen und Springer. Gestern noch MS gesprüht, heute OS verdampft und morgen Thymol. Übermorgen Perizin und nächste Woche neue Völker.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder