Allergie?

  • Hallo,
    ich weiß dass das hier bereits dutzende Male gefragt wurde, ich habe mir viele der Beiträge auch bereits durchgelesen, möchte aber trotzdem gerne meinen Fall schildern. Ich bin Jungimker und gehe seit diesem Jahr mit einem erfahrenen Imker mit.
    Vor etwa zwei Monaten bin ich das erste Mal gestochen worden (in die Hand). An dem Tag tat es etwas weh - mehr nicht. Die folgenden zwei Tage hatte ich eine starke etwa 5Markstückgroße Schwellung. Die am dritten Tage wieder verschwandt.
    Vor zwei Wochen dann der nächste Stich mit gleichem Verlauf.
    Heute bin ich wieder gestochen worden. Die Biene hat mich in die Hand gestochen, direkt an oder in eine große auf dem Handrücken verlaufende Vene. Wenige Minuten nach dem Stich wurde mir ein bisschen komisch. Was sich zeitweise wieder gelegt hat, aber selbst jetzt (3 Stunden später) ist mir noch leicht schwindelig. Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich mich heute sowieso nicht sonderlich fit fühle. Evtl bilde ich mir diese Reaktion auch nur ein, weil ich besonders stark drauf geachtet habe.
    Aber spricht das geschilderte für eine Allergie?


    Es wäre sehr schade, denn ich habe mir in den letzten Monaten Beuten und allerlei ZUbehör besorgt und mich schon sehr darauf gefreut im Sommer mti drei Ablegern anfangen zu können.
    Roman

  • Es wäre in der Tat schade!
     
    Aber ich denke Du musst Dir keine Sorgen machen. Wenn Du wirklich allergisch reagieren würdest, könntest Du nach einer sozusagen intravenös verabreichten Dosis Bienengift keine Beiträge zum Forum mehr schreiben. Bei einem Allergiker tritt da recht schnell ein lebensbedrohlicher Zustand ein, der über ein Schwindelgefühl weit hinausreicht.

  • So wie du deinen Fall schilderst, denke ich, musst du dir keine großen Sorgen machen. Vielleicht wird dir der Gartenimker (Arzt) das hier noch genauer erklären.
    Meine ersten Stiche verliefen da viel komplizierter. Die ersten haben im Kopf getroffen und ich sah eine Woche wie ein Marsmännchen aus. Die im Fuß führten dazu, dass kein Schuh mehr passte und ein Stich in die Hand hatte solche Folgen, dass mein Arm so sehr anschwoll, dass ich ihn nicht mehr beugen konnte. Ein ganz wenig Schwindel oder etwas Juckreiz war auch schon manchmal dabei. Die innere Anspannung und Aufregung förderte das Ganze noch. Ich glaube, wenn man es schafft nicht daran zu denken und sich ablenkt, hilft das ungemein.
    Gruß Peter

  • Hallo, Roman,
    ich bin selbst *richtig* allergisch und kann dir versichern, daß eine allergische Raektion meist heftiger ausfällt.
    Zum Arzt mußt du erst, falls du heute abend oder morgen früh aussiehst wie eine Landkarte in weiß-rot (Urtikaria, Nesselfieber), und es entsetzlich juckt....
    Das *sich-komisch-fühlen* hab ich heute auch, aber das liegt am Wetterwechsel.
    Solange du keine Atemprobleme bekommst (und die kommen bei Allergie innerhalb von Sekunden, speziell bei solchen intravenösen Stichen) oder ernsthafte Kreislaufprobleme (dann könntest du jetzt nicht mehr am PC sitzen :wink:), ist alles okay.
    Mein Männe hat letztes Jahr mal ca.50 Stiche in den Fuß bekommen, da mußte er dann doch auf's Sofa, aber das lag eher an der schieren Giftmenge als an Allergie.
    Ernsthaft allergisch sind nur 1,5-2,5% der Bevölkerung, die meisten verwechseln das ganz normale Ödem, die Schwellung, mit einer allergischen Reaktion. :roll:
    Ich würde mir da erst mal weiter keine Gedanken drum machen (aber trotzdem immer am Stand das Handy dabeihaben).

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Danke für Eure aufmunternden Worte.
    Ich gehe nie alleine zu den Bienen sondern habe immer eine Begleitperson und ein Handy dabei. WIe gesagt bisher waren es lediglich 2-3 Tage dauernde große Schwellungen an der Einstichstelle. Heute dann halt der Schwindel und etwas Benommenheit, die jetzt (ca. 6 Stunden nach dem Stich) wieder völlig verflogen ist. Atemnot oder Nesselsucht ist nicht aufgetreten.
    Leider ist mein Allergologe der Auffassung, dass JEDE Reaktion - also auch eine Schwellung - auf eine Allergie hindeutet. Soweit ich das beurteilen kann ich das wohl nicht richtig. Hat einer von Euch Tipps oder Adressen, wo man eine bessere Beratung in Fragen Bienenstichallergie bekommt?


    Und noch eine Frage die mich interessiert: Wenn eine Biene - so wie heute - wirklich mal direkt in ein Gefäß sticht, bekommt dann auch ein "Nicht-Allergiker" systemische Symptome?
    Viele Grüße aus Hessen
    Roman

  • Hi,


    fit im Bezug auf Bienengiftallergie ist z.B.: Dr. Illing am Olgahospital in Stuttgart (http://www.lungenfachkliniken.de/kl/stuttgart-kl.htm). Eine Bienengiftallergie ist kein Grund mit dem Imkern aufzuhören. Ich hab dazu schon reichlich im Forum geschrieben. Wie bereits Sabi(e)ne schrieb, sehe ich bei Dir keine Anzeichen einer Allergie. Bei einer allergischen Reaktion fühlst Du dich anders als "ein bischen komisch".

  • Hallo Roman,


    bei mir hat sich die Allergie nach dem 4. u. 5. Stich richtig gezeigt vorher hatte ich nur die normalen Schwellungen. Die Haut wurde am ganzen Körper rot und ich fing auch mächtig zum Schwitzen an. Dazu kam noch ziemlicher Juckreiz - Kopfhaut und Hals und hatte auch so komische Bauchschmerzen. Die Bauchschmerzen kommen laut Hausarzt, wenn der Blutdruck ziemlich runter fällt.
    Ich hab mich dann ca. 4 Wochen jeden Tag "gebrenneselt" und durch Zufall bekam ich dann wieder einen ungewollten Stich ab, dabei blieben die allergischen Reaktionen aus. Gut so, hab ich mir gedacht und seitdem paßt es.
    Bienenallergie zeigt sich auch sehr unterschiedlich und kann sich auch im Laufe der Zeit ändern oder sogar auch wieder verschwinden. Mit der Luft hatte ich bei den zwei Stichen kein Problem, darum hab ich auch das Ganze nicht so ernst genommen.
    Anscheinend sollte beim Nesselgift der Brennessel doch eine gewisse Ähnlichkeit zum Bienengift da sein, zumindest soviel, um das Immunsystem daran zu gewöhnen.


    Gruß Horst

  • Schwindel, Kopfschmerz, evtl.Schweissausbrüche sind Giftreaktionen auf den Körper.
    Warme Haut (s.Wetter) mit erweiterten Kapillargefässen leitet das Gift schneller in den Körper, so dass es zu diesen systemischen Wirkungen kommen kann.
    Die geschilderten Symptome sprechen nicht für eine Allergie. Die ist bei Bienengift immer heftig und massiv (im Gegensatz z.B. zu Pollenallergien): Kreislaufkollaps, Atemnot....
    Ich selbst habe "normal" gute Giftreaktionen so bis 10x20 cm in Lymphabflussrichtung. Dauert dann ca. 2-3 Tage und klingt dann schnell ab.
    Ob ein Stich heftig wird oder klein bleibt, hängt von der Giftmenge und dem Einstichort ab. Aufpassen muss man man bei Medizinern, die diese Giftwirkung häufig mit einer Infektion verwechseln und Antibiotika verordnen, das bringt dann natürlich nichts, ist aber juristisch eine sichere Abdeckung (könnte ja zusätzlich auch sein).
    Die Wahrscheinlichkeit direkt in eine Vene gestochen zu werden ist fast null und ich könnte mir aufgrund der Kürze des Stachels und der Dicke normaler Venenwände höchstens eine sog. Besenreiservarize als Möglichkeit vorstellen.
    Und nochwas: Ich hab leider keine Abschwächung der Reaktion auf meine Stiche bemerken können.

  • Hallo Roman,
    auch ich reagiere sehr stark auf Stiche - riiiesige Schwellungen, Schmerzen, anschließend Juckreiz. Wollte hier ein Foto einstellen von meiner tollen Gesichtsschwellung, was aber irgendwie nicht klapp (ist wahrscheinlich auch besser so!) Aber ich habe große Linderung durch (selbstgemachte) Propolis-Tinktur. Sofort (!!!) nach dem Stich drauftropfen und verreiben. Die Schwellung ist nur ca. 20 % so groß, spannt daher nicht so und ich sehe nicht aus wie Zombie. Kann ich wirklich nur empfehlen!
     
    Sambiene

    Ich möchte nichts mit Naturkost zu tun haben. In meinem Alter braucht man alle Konservierungstoffe, die man kriegen kann. (George Burns )

  • Hallo mitnander,
     
    ich bin Marcumar - Patient und mir macht ein Stich nichts weiter aus.
    Kurzes brennen an der Einstichstelle z.B. am Arm und dann merke ich wie das Gift hoch zieht. Schwellung hält sich in Grenzen und ist am nächsten Tag fast weg.
    Arbeite aber trotzdem mit Schleier und einfachen Haushaltshandschuhen.
     
    Gruß Holderfahrer

    Wissen ist Macht, nix wissen macht nix...
    nobody is perfekt...

  • Gartenimker : Das heißt, dass diese Reaktionen je nach Giftmenge und EInstichstelle bei jedem auftreten - ab Allergiker oder nicht? Als "heftig" würde ich meine Reaktion nicht bezeichnen. Mir war einfach "schwummerig" danach und da es das erste Mal war, dass ich solche systemischen Wirkungen an mir beobachtet habe bin ich jetzt beunruhigt und hoffe natürlich sehr, dass mein Hobby dadurch kein unnötig frühes Ende erfährt.


    Danke für Eure vielen Beiträge!!!
    Roman

  • Hallo, Roman,
    du hast uns nicht verstanden, wir sind hier mehr als 5 Allergiker, die alle weiterimkern, wenn auch im Vollschutz (*schwitz*).
    Auch eine Allergie ist kein Grund, die Imkerei aufzugeben, nur ein Grund, sich sehr friedliche Bienis zuzulegen und nicht barfuß draußen rumzulaufen.
    Wenn ich nicht an ihnen arbeiten muß, laufe ich hier ganz normal zwischen ihnen rum, tw. 30cm vom Flugloch entfernt, kein Problem (wenn ich nicht das falsche Deo draufhabe...:cool:).


    Und Gartenimker hat völlig recht, bei Allergie wird dir nicht nur schwummerig, sondern da geht dir ziemlich schnell das Licht und/oder die Luft aus (ich WEISS, wie sich das anfühlt und ich muß es nicht nochmal haben :roll:).
    Ich denke, du brauchst dir keine Sorgen zu machen.
    Aber exakt deine Reaktion ist bei mir der Grund, warum ich meine Anfänger nur mit Schutz arbeiten lasse.


    Stichschutz ist Arbeitsschutz.


    Wer Angst hat, ist unsicher, und dann passiert mit Sicherheit irgendwas Blödes.
    Lieber schwitzen in Jacke & Handschuhen, dafür sicher und angstfrei arbeiten.
    Mein eigener Mann geht seit dieser Saison nur noch "mit Schleier only" dran, ohne Handschuhe und Anzug, weil er mittlerweile von der Friedfertigkeit der Damen überzeugt ist. Und er hat erst einen einzigen Stich kassiert, weil er auf eine draufgefaßt hat, die er nicht gesehen hatte..


    Ich würde dir deshalb zu Jacke & Handschuhen raten, bis du dich wieder sicher fühlst.
    Das hat nix mit mangelndem Heldentum zu tun oder Weichei, sondern ist nur vernünftig, laß dich da nicht verunsichern.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Und um den Schmerz und die Schwellung nach nem Stich zu reduzieren, gibt es hervorragende, sogar homöopathische, Tropfen. So schnell es geht nach dem Stich drauf, brennt kurz und fertig. Den Produktnamen kann ich gerne morgen mal posten, hab ich grad nicht hier. 10%iger Salmiakgeist, gereinigt für medizinische Anwendungen, kosten noch weniger und hilft auch super.


    Viele Grüße


    Marcus (fertiggeschleudert, mir reichts für heut)

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Hallo !
     
    @all
     
    Mein letzter Stich in die Lippe war auch nicht gerade angenehm, ich konnte kaum den Mund richtig auf und zu machen und das Ei hing bis unter die Nase.
     
    Am nächsten Tag bei einem kühlen Fläschen Bier mit Bekannten (ich mußte aus dem Glas trinken) konnte man zusehen wie es abschwillt.
     
    @ RomanH.
     
    Übertreib es nicht mit den Ärzten / Allergologen ! Wie sie Dir im Bienen Grundkurs dann vielleicht beibringen: reagieren 80-90% der Bevölkerung Allergisch auf Bienenstriche ....
    ... behandeln lassen sollte sich aber wirklich nur die 1 - 2% wirklich hefig Reagierenden .... und dennen können die Ärzte meist auch nicht helfen !
     
     
    @ Sambiene
     
    Normale Propolistinktur oder etwas besonderes auf den Stich ?
     
    Gruß
    Bienen.Knecht
    A.l.e.x.

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.