Wassergehaltsreduktion via Melitherm

  • Hallo,
    habe da mal eine Frage an alle Melitherm-Benutzer: Reduziert sich der Wassergehalt des Honigs (der Hersteller spricht von bis zu 1% pro Durchlauf) nur beim Auftaunen von kandiertem Honig, oder reduziert er sich auch, wenn ich ihn flüssig durchlasse? Hat jemand Erfahrung mit Melitherm und Wassergehaltsreduktion? Gruß Scharzgelb

    Das Leben ist ein schleichender Prozeß...

  • Hallo,
    der Wassergehalt reduziert sich tatsächlich bis zu 1 %. Aber das ist eher ein willkommener Nebeneffekt, eine gute Methode zur Reduzierung des Wassergehaltes ist das nicht: Die Enzymaktivität reduziert sich ebenfalls um ca. 5 Einheiten pro Durchgang.
    Kein Problem bei einem reifen Honig, der sollte genug davon haben.
    Doch was soll nach evtl. mehreren Trocknungsdurchgängen von der Enzymaktivität eines sowieso nicht ganz reifen Honigs noch übrig bleiben?


    Was auf der einen Seite gewonnen wird, geht auf der anderen Seite verloren und am Ende verkaufen wir getrockneten Nektar und sagen unseren Kunden, es sei Honig.
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Hallo Bienenfreunde!
     
    Wie schon beschrieben, ist bei der Verwendung des Melitherms als pos. Nebeneffekt die Reduzierung des Wassergehaltes zu vermerken, aber als Methode zur gezielten Wasserreduzierung wegen der Nebenwirkungen nicht besonders geeignet.
     
    Ohne Nebenwirkungen kann Honig nachgetrocknet werden, indem die Waben in einem Raum, welcher durch einen Luftentfeuchter künstlich trocken gehalten wird, luftig gelagert werden. Der Raum sollte nicht zu groß (aber auch nicht zu klein), sauber und geruchfrei sein. Durch den Dauerbetrieb des Luftentfeuchters erwärmt sich der Raum etwas. Dadurch entsteht eine ideale Honigschleudertemperatur. Zu kleine Räume können sich durch den Dauereinsatz des Entfeuchters zu stark erwärmen.
     
     
    MfG
    Honigmaul

  • Moin


    Ihr kennt aber auch die Honigverordnung?


    Die ist da recht eindeutig!


    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Hallo Bienenfreunde!
     
    Der Passus der in der Honigverordung, dass dem Honig nichts zugefügt und entnommen weden darf, sollte von Anfang an den Sinn haben, dass die Qualität in Ordnung gewährleistet ist und Betrügereien ausgeschlossen sind. Wird Honig auf eine solche Weise gelagert, dass er kein Wasser aufnehmen kann, bzw so gelagert, dass er Wasser abgibt, so ist das laut Honigverordnung nicht verboten.
     
    Sollte die Honigverordnung dies tatsächlich verbieten, so wäre jeder Gebrauch eines Melitherms verboten, da da immer Wasser entzogen wird.
     
    MfG
    Honigmaul

  • Hallo,
    ohne jetzt die "was ist erlaubt, was sollte nicht erlaubt sein.."-Frage loszutreten zu wollen (der Melitherm ist ja nicht illegal...) würde mich aber trotzdem interessieren, ob der Wassergehalt nur bei kristallinem Honig oder auch bei flüssigem Honig reduziert wird,wenn er da durchläuft, vielleicht ist ja ein Physiker unter Euch, der mir das genau erklären kann, oder jemand der schon mit beiden Arten Erfahrung hat! Gruß Schwarzgelb

    Das Leben ist ein schleichender Prozeß...

  • Hallo,
    ohne jetzt die "was ist erlaubt, was sollte nicht erlaubt sein.."-Frage loszutreten zu wollen (der Melitherm ist ja nicht illegal...) würde mich aber trotzdem interessieren, ob der Wassergehalt nur bei kristallinem Honig oder auch bei flüssigem Honig reduziert wird,wenn er da durchläuft, vielleicht ist ja ein Physiker unter Euch, der mir das genau erklären kann, oder jemand der schon mit beiden Arten Erfahrung hat! Gruß Schwarzgelb


    hi,
    ich denke das ist unabhängig vom honigzustand, weil unten kommt ja immer flüssiger honig raqus(ist ja schließlich der eigentliche sinn des melitherms) und deswegen ist es ja relativ wurscht, was man oben reinkippt.
    mfg jeffrey

  • Ich habe Rapshonig mit einem Wassergehalt von 19,7 % geschleudert, zuvor durchgeführte Spritzprobe war negativ, darum bin ich jetzt doch sehr verwundert. Kann mir das nur so erklären, dass der verdeckelte Honig zu schnell verdeckelt wurde und der Wassergehalt zu hoch war.


    Nun habe ich vor den Honig wieder einzufüttern. Hat von euch jemand Erfahrung damit? Ist es besser den Honig pur oder mit Wasser gemischt einzufüttern?



    Gruß Christian

  • Hallo, Fruchtzwerg,
    um Himmelswillen, warum willst du das tun?:confused:


    Die Honigverordnung erlaubt bis 20% Wasser, und gären tut er oft bei 23-25% noch lange nicht (dann ginge er immer noch als Backhonig).
    Im Neutralglas oder einem ganz beliebigen Glas ist er immer noch voll verkaufsfähig, halt nur nicht im XXX-Glas.
    Das bedeutet übrigens nicht, daß dein Honig an sich schlechter wäre, das hängt noch von ganz anderen Faktoren ab, wie Enzymaktivität, HMF-Gehalt, etc.
    Beim wieder einfüttern verlierst du bis 40% der Menge, kommt auf die Trachtsituation an.
    Besser aufnehmen können die Bienen ihn, wenn du ihn auf 50-60% Wassergehalt runterverdünnst, also pro Kilo Honig nochmal 250-300ml Wasser dazu (Bienen essen keinen Honig, sondern Nektar :wink:).
    Aber ich würde das in diesem Fall NICHT tun, der Honig ist voll in Ordnung und verkaufsfähig, wenn er nicht im XXX-Glas vermarktet wird.
    Und es ist KEINE Kundenbescheißerei, die Grenzwerte der Honigverordnung werden eingehalten.


    edit: ich würde eh nicht nur einmal messen, allein die Temperatur kann schon üble Meßfehler bringen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Zusammen,

    Schwarzgelb schrieb:

    ...würde mich aber trotzdem interessieren, ob der Wassergehalt nur bei kristallinem Honig oder auch bei flüssigem Honig reduziert wird,wenn er da durchläuft...

    Der Wasserverlust tritt immer auf. Beim Auftauen von kandidertem Honig bis zu einem Prozentpunkt. Je schneller der Durchlauf, um so weniger. Wenn der frische Honig schon freiwillig durch das Seihtuch fliesst, dann eher gar nicht.
     

    Patrick Weiskorn schrieb:

    Ihr kennt aber auch die Honigverordnung? Die ist da recht eindeutig!

    Der Melitherm ist ein Gerät zum Verflüssigen von kandiertem Honig, und das ist nach der Honigverordnung zugelassen. Der Wasserverlust ist doch nur ein Nebeneffekt des Auftauens, genau so wie die Reduzierung der Enzymaktivität und die Erhöhung des HMF-Gehaltes.
    Würde die 'nix dazu und nix weg'-Bestimmung der Honigverordnung so praxisfern ausgelegt, dass diese Nebeneffekte zum Verbot des Melitherm führen: Dann wäre auch die Honiglagerung zu verbieten. Denn die fügt - als Nebeneffekt - dem Honig unweigerlich HMF hinzu. Besser, wir bleiben auf dem Teppich... :)
     

    Sabine schrieb:

    Die Honigverordnung erlaubt bis 20% Wasser, und gären tut er oft bei 23-25% noch lange nicht...

    Dein 23-25%-iger Honig wird gären, eher viel früher als ein wenig später und das sogar bei besten Lagerbedingungen, ganz einfach aus sich selbst heraus.
    Und das wird dieser dünnen, süßlichen Plörre für kurze Zeit sogar noch ganz gut tun, so bekommt sie wenigstens etwas Geschmack. Wie gesagt: Für kurze Zeit. Und dann ist der Honig schneller hin, als viele Kunden ihn löffeln können. :)
     
    Wer echte 19-20% Wassergehalt hat, der hat schon allen Grund, sich um seinen Honig zu sorgen. Er muss gut auf seine Lagerbedingungen achten, darf kein Risiko hinzufügen und sollte für schnellen Absatz in nicht zu großen Gebinden sorgen: Dieser Honig hat sicher nicht das ewige Leben!
     
    Honige unter 18% sind reifer, enzymaktiver und aromatischer. Das hängt ja alles zusammen.
    Und sie sind robuster gegen eine etwas weniger optimale Lagerung, ganz gleich ob beim Imker, beim Händler oder beim Kunden. Von diesen Honigen kann man erwarten, dass auch noch der letzte Löffel aus dem Glas den Kunden zufriedenstellt. Was dann vermutlich zu Lust auf mehr Honig führt...
    Honigverordnung hin oder her: Wer dauerhaft einen guten Preis für seinen Honig haben will, hat auch gute Gründe, bessere Wassergehaltswerte anzustreben.
     

    Sabine schrieb:

    edit: ich würde eh nicht nur einmal messen, allein die Temperatur kann schon üble Meßfehler bringen.

    Das kann ich bestätigen. Wenn ich es genau wissen will, dann lege ich das mit Honig bestückte Refraktometer für eine Stunde in eine Umgebung mit ca. 20°C.
    Gegenüber dem Messwert direkt an der Schleuder habe ich dann regelmäßig eine Verbesserung, bis zu einem halben Prozentpunkt.
    Und wer sein Refraktometer nicht selbst eichen kann, der sollte einmal im Jahr bei seinem Apotheker vorbei gehen und das Refraktometer sowie ein Glas Honig mitnehmen. (...aber besser nicht das mit den 25%... :) )
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Hallo,


    über 19% würde ich einen Honig nicht mehr verkaufen - aber nicht, weil er irgendwelchen Verordnungen widerspricht, sondern weil die Qualität spürbar nachläßt. Über 18,5% würde ich es vom Honig selbst abhängig machen und probieren. Ich persönlich strebe einen Wassergehalt zwischen 17 und 18% an; ist er trockener als 16%, leidet der aromatische Reichtum mindestens so sehr wie bei zu viel Feuchte. Finde ich jedenfalls.


    Hätte ich einen Honig mit 19,7%, würde ich genau wie Fruchtzwerg darüber nachdenken, ihn einzufüttern. Aber wenn, dann bald, bevor er wieder kandiert. Rapshonig einzufüttern und dann nach der erneuten Verdeckelung mit reduziertem Wassergehalt wieder zu schleudern, habe ich selbst noch nicht probiert. Vielleicht weiß nassauer das; ich erinnere mich an einen seiner Beiträge, in dem es um Nachtrocknung des Honigs durch die Bienen selbst ging. Ich hatte 2004 einen Waldhonig mit hohem Buchenhonigtau-Anteil (da gab's hier einen Besatz des Waldes mit der Buchenzierlaus). Abgesehen davon, daß er ein bißchen zu feucht war (ich glaube, 18,9%) war er an einem Stand geschmacklich so enttäuschend, daß ich ihn als Futter verwendet habe, statt ihn zu verkaufen. Als Mensch, der nicht vom Honigverkauf lebt, kann ich mir diesen Luxus erlauben. Für mich hat das mit Nachhaltigkeit zu tun. Oberstes Ziel ist nicht, bis zum Jahreswechsel alles verkauft zu haben, sondern, daß die Kunden im nächsten Jahr garantiert wiederkommen. Das geht nur, wenn sie nach dem ersten Löffel Herzklopfen und große Augen kriegen.


    Viele Grüße, Johannes

  • Moin



    Der Melitherm ist ein Gerät zum Verflüssigen von kandiertem Honig, und das ist nach der Honigverordnung zugelassen. Der Wasserverlust ist doch nur ein Nebeneffekt des Auftauens, genau so wie die Reduzierung der Enzymaktivität und die Erhöhung des HMF-Gehaltes.
    Würde die 'nix dazu und nix weg'-Bestimmung der Honigverordnung so praxisfern ausgelegt, dass diese Nebeneffekte zum Verbot des Melitherm führen: Dann wäre auch die Honiglagerung zu verbieten. Denn die fügt - als Nebeneffekt - dem Honig unweigerlich HMF hinzu. Besser, wir bleiben auf dem Teppich... :)


    und genau das ist per Punkt: Es ist ein Gerät zum Honigverflüssigen.
    Wenn ich es nur einsetze, um meinen Wassergehalt zu reduzieren, habe ich als Imker etwas falsch gemacht und benutze das Gerät nicht bestimmungsgemäss!
    Darum geht es mir!


    Mann mir fallen Unmengen an Verfahren ein, um den Wassergehalt zu bestimmen
    und mindesten 3 Verfahren um zu messen ;-)


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Hallo zusammen,


    ich habe meinen Rapshonig nun seit Dienstag wieder eingefüttert, allerdings pur also ohne Zugabe von Wasser. Die Bienen tragen ihn um, allerdings sehr langsam. Aber lieber langsam mit einem niedrigen Wassergehalt als zu schnell wie beim erstem Mal.
    Meine Vermutung hat sich übrigens bestätigt, ganz verdeckelter Honig, den ich zum Glück noch nicht geschleudert hatte, hatte bis zu 22 % Wassergehalt. Werde diese Waben nun öffnen und über Folie auch umtragen lassen.


    Sag euch dann bescheid wie lange das Umtragen gedauert hat und wie der wassergehalt des umgetragenen Honis sein wird.


    Sabine : Ja ich weiß, dass ich ihn im neutralen Glas verkaufen hätte können, aber für mich persönlich ist es ein wichtiges Anliegen, dass mein Honig immer unter 18% Wassergehalt ist, so dass ich keine Probleme zwecks Gärung und auch nicht den Aufwand habe mit zweierlei Arten von Gläsern.

  • Hallo, Fruchtzwerg,

    Zitat

    allerdings pur also ohne Zugabe von Wasser. Die Bienen tragen ihn um, allerdings sehr langsam


    Bienen können keinen Honig essen/rüsseln, sondern nur Nektar/verdünnten Honig.
    Du zwingst grad deine Damen zum vermehrten Wasserholen...


    Und, *rumketzer*, warum ist es für dich ein Problem, ein eigenständiges Glas mit eigenem Etikett und extrem hohem Wiedererkennungswert zu benutzen?
    Plastikdeckel sind absolut NICHT luftdicht, TO-Metall-Deckel schon.
    Und man verkauft am besten, wenn man ein Alleinstellungsmerkmal hat, was beim XXX-Glas ja nun wirklich nicht der Fall ist (Rapshonig im XXX-Glas kostet hier im -,real grad 3,19€/500g....kanadischer (gen-verseuchter) Kleehonig 3,98€/380g):roll:
    Und außerdem hat Honig im XXX-Glas doch automatisch ab Abfüllung weniger als 18% Wasser...sagt deren Lizenzvereinbarung, oder war schon mal jemand bei dir VOR der Abfüllung zum Testen?:cool:
    Und angesichts der Handzahmheit der obersten Imkervertreter in dieser Krise kann man eh nur noch austreten - wie kann man damit leben, daß die das alles freundlich lächelnd beim Minister vortragen und *tätschel-tätschel* wieder heimgeschickt werden?
    Hat irgendwer von denen eine Demo in Berlin organisiert, um den Ernst der Lage klarzumachen?
    Aber nicht doch, bloß alles schön deckeln...es k**** mich sowas von an....:evil:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen