Schleudern und dann?

  • Seit einem Jahr habe ich wieder Bienen. Im Moment ein Wirtschaftsvolk und 2 Ableger auf 8 Waben und einen kleinen Ableger auf 4 Waben.
    Das Wirtschaftsvolk sitzt auf zwei Brut- und zwei Honigzargen, die gut voll sind. Da ich am 21. 6. für eine Woche verreist sein werde, möchte ich am Montag schleudern. Ich habe folgendes geplant und frage ob es richtig ist?!



    • Am Sonntag morgen eine Bienenflucht zwischen Brut- und Honigraum einsetzen.
    • Am Montag sind dann die Honigräume hoffentlich ziemlich leer, dann die Waben schleudern.
    • Anschliessend die ausgeschleuderten Waben mit den Zargen wieder über das Absperrgitter auf die Bruträume setzen? Zum Säubern? Für einen Tag?
    • Danach nur einen Honigraum drauflassen und den anderen bienenfest wegstellen.


    Ist das richtig? Was ist falsch?


    Ich wäre sehr dankbar für Hinweise! Gute Nacht, Michael

  • Hallo!


    Meiner bescheidenen Anfängermeinung nach kannst du die Bienenflucht auch am Sonntagabend einlegen, außer es ist sowieso schlechtes Wetter oder keine Tracht. Bei mir war es bei der Frühtracht so, dass am vorabend des Schleuderns noch ordentlich Tropfen kamen, am nächsten Morgen alles fest in den Waben saß.


    Da ich von meinen 2HR nicht alle Waben geschleudert habe, habe ich alle ausgeschleuderten Waben wieder reingehängt und beide HR oben gelassen und hoffe das die gleich mal wieder aufgetankt werden! Also einfach wieder alles über Absperrgitter und dort lassen.


    Gute Ernte


    Werner

  • Hallo, Michael,
    sooo schnell sind wir jetzt mitten in der Saison auch nicht immer...:lol:
    Ich lege meine Bienenfluchten auch immer abends ein, weil 24h wären zu lange, und abends dann alles rausnehmen, wenn ich sie morgens reingelegt hätte, ist mir auch zu blöd.
    So kann ich morgens in Ruhe abräumen, sortieren, noch nicht volle zurückhängen, etc.


    Und du kannst beide HR wieder draufstellen, lieber zuviel Platz als zuwenig; in einer Woche Abwesenheit kann viel passieren :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Mziemann. Ich bin Beewing und bin neu im Forum.Ich bin 12 Jahre alt und imkere mit meinem Vater (Freibad) zusammen. Ich würde die Bienenflucht erst am Sonntagabend in zwischen BR und HR setzen.Das geht aber nur ,wenn du keine Probleme mit der Feuchtigkeit hast.


    Tschüß Beewing :lol::lol::lol:

  • Zuerst einmal allen vielen Dank für die Tips und Hinweise!


    Gestern abend gegen 19:00 Uhr habe ich die Bienenflucht mit zwei Fluchten eingesetzt - zwischen den 2. Brutraum und den 1. Honigraum.
     
    Heute morgen gegen 8:00 saßen aussen an der Honigraumzarge zwei Gruppen mit etwa 50 bis 100 Bienen. Warum? In den Zargen waren auch noch etliche Bienen vorhanden, aber ich habe sie vorsichtig abgefegt und konnte so um 8:30 Uhr schleudern. Was lehrt mich das? Die Bienenfluchten vielleicht doch schon nachmittags einsetzen!

    Es war aber doch allerhand Honig in den Räumen, der schon sehr fest war, sodass ich nur den leicht schleuderbaren Teil entnommen habe, um die Waben nicht zerbrechen zu lassen. Was lehrt mich das? Vielleicht doch schon früher schleudern!? Aber es gab ein stetes Angebot hier: Raps, Akazie (Robinie) Linde!?


    Nun habe ich die Honigräume wieder mit den geschleuderten Waben aufgesetzt und werde die Bienen erst einmal in Ruhe lassen. Sie werden sicher die Waben reparieren! Nächste Woche werde ich noch einmal alles nachsehen und eventuell einen Honigraum wegnehmen. Aber welchen? Den unteren oder den oberen?


    Auf jeden Fall haben die Bienen nun erst einmal ihre verdiente Ruhe vor dem Imker! Und mir schmeckt das erste Honigbrot!


    DAnke nochmals! Michael

  • Hallo Michael!


    Herzlichen Glückwunsch zu Deiner ersten Honigernte. Ich hoffe, er ist gut gelungen und schmeckt Dir gut!


    Auch auf die Gefahr hin, Verwirrung zu stiften, möchte ich Dir noch meine Meinung sagen, die hier und da ein bißchen von den schon gegebenen Ratschlägen abweicht.


    Zitat


    Was lehrt mich das? Die Bienenfluchten vielleicht doch schon nachmittags einsetzen

    Ich habe im Laufe der Zeit alle Tageszeiten ausprobiert und lege sie inzwischen, wenn ich sie verwende, grundsätzlich morgens ein. Dann lasse ich sie, anders als Sabine, 24 Stunden in den Völkern. Abends eingelegte Fluchten führen bei mir zu einem meßbar höheren Wassergehalt des Honigs, da ja tagsüber schon wieder frischer Nektar eingetragen wird. Legst Du die Flucht morgens ein, konnte dieser über Nacht schon bearbeitet und getrocknet werden. Ich hatte schon Waben, aus denen abends der Nektar bei der Spritzprobe herausduschte, und die morgens beim selben Manöver keinen Tropfen mehr abgaben. Nur wenn ich sicher wäre, daß eine völlige Trachtpause herrscht, würde ich mich auch zum Einlegen abends hinreißen lassen. Aber kannst Du eine Trachtlücke sicher erkennen? Bei mir sind solche Tage zwischen Früh- und Sommertracht an einer Hand abzuzählen.
    Nachteil der 24-Stunden-Frist ist, daß der Honig beim Schleudern kälter ist und man daher mehr Geduld beim Schleudern haben muß. Aber mit ausreichend Zeit kriegt man auch kalten, trockenen Honig komplett aus den Waben raus. Entscheidend ist, langsam anzuschleudern und die Umdrehungen langsam zu steigern. Bei einer Tangentialschleuder ggf. einmal mehr wenden.


    Daß noch ein paar Bienen in den Honigräumen sind, heißt nicht, daß die Flucht nicht lange genug drin war. Völlig bienenfrei bekommt man den Honigraum auch mit Bienenfluchten kaum. Die paar Einzelbienen kannst Du getrost mitnehmen und vor dem Schleudern abfliegen lassen. Ich selbst bin aber wohl ähnlich wie Du veranlagt und mag total bienenleere Honigräume. Also fege ich doch noch mal alle Waben ab und habe letztlich keine Zeit gespart. In diesem Jahr habe ich die Frühtracht ohne Fluchten geerntet (ich habe erst nach der Robinie geschleudert und wollte verhindern, daß die zum Schleudern längst überfälligen rapshaltigen Waben kalt werden und womöglich zu kandieren beginnen); viel länger als sonst mit Fluchten habe ich nicht gebraucht.


    Zitat

    Es war aber doch allerhand Honig in den Räumen, der schon sehr fest war, sodass ich nur den leicht schleuderbaren Teil entnommen habe, um die Waben nicht zerbrechen zu lassen. Was lehrt mich das? Vielleicht doch schon früher schleudern!? Aber es gab ein stetes Angebot hier: Raps, Akazie (Robinie) Linde!?

    Ganz genau - früher schleudern ist angesagt. Wenn der Honig in der Wabe kandiert, ist er für Dich verloren. Und das ist schade, weil gerade diese glucosehaltigen Honiganteile den Charakter des Frühtrachthonigs bestimmen. Ich hatte hier auch das Problem der Überschneidung Raps-Robinie. Der optimale Zeitpunkt war hier das Ende der Robinientracht; da kam hier ein fast leeres Intervall von 2-3 Tagen, bevor die Brombeere loslegte. Noch später zu schleudern ist sehr riskant und wird bei hohem Rapsanteil oft zu kandierten Waben führen.


    Zitat

    Nächste Woche werde ich noch einmal alles nachsehen und eventuell einen Honigraum wegnehmen. Aber welchen? Den unteren oder den oberen?

    Ich würde keinen wegnehmen. Du wirst sehen, warum: Wenn es weiter honigt, wird wahrscheinlich keine der beiden Zargen trocken sein, weil schon wieder frischer Nektar eingelagert wird. Und herumstehende Zargen mit Nektar sind so was von unerfreulich. Entweder fangen sie an zu gären, oder die Bienen entdecken in der nächsten Trachtlücke eine kleine, bienengängige Spalte, die Du übersehen hast - und die Räuberei geht los.


    Laß sie mal machen. Der Platz tut ihnen gut, und wenn die Linde bei Dir dieses Jahr nicht gerade ihre Tage hat, wirst Du vielleicht mehr schleudern, als Du jetzt vermutest.


    Zitat

    Und mir schmeckt das erste Honigbrot!

    So muß das!


    Viel Erfolg, Johannes

    neuerhonig.de

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  • Hallo mziemann,( Bremen? hallo Nachbar,habe 600 m bis Landesgrenze HB)
    vor den Honigarbeiten entferne ich eventuelle Wachsbrücken an den Waben,häufig sind diese auch mit Honig gefüllt,beim Transport bezw. beim Schleudern vermeide Kleckerei.
    Wenn Du das beim Drauflegen der Bienenflucht machst,machen die Bienen die Wachsbrückenstellen schön "sauber".
    Es gibt eine Empfehlung in Sachen Honigräume nach Abschleuderung trocken schlecken lassen: Unter die zu "säubernde" Zarge eine Leerzarge einsetzen,in trachtarmer Zeit
    funktioniert das ganz gut-in der Trachtzeit habe ich noch nicht probiert.
    Grüße
    Oase

  • Guten Tag Oase,


    danke für Deine Tips! Natürlich sind sie diesmal zu spät gekommen, aber ich werde sie das nächste Mal anwenden! Zum Glück gab es keine Kleckerei und keine Probleme. Beim Schleudern in der Küche gab es auch keine Bienen, es lief also sehr zufrieden.


    Ich bin übrigens auch in Niedersachsen! (Thedinghausen)! Vielleicht treffen wir uns ja mal!


    Noch eine Frage. Beim Säubern der Schleuder und anderer Teile habe ich ja Honigwasser bekommen. Etwa 1 Liter. Kann ich damit einen Ableger füttern? Oder ist das nicht zu empfehlen?


    Herzliche Grüße, Michael

  • Guten Morgen Johannes!


    Vielen Dank für Deine Mail und die Tips und die Hinweise, die ich gerne befolgen werde.


    Ja ich werde ganz sicher das nächste Mal auch die Bienenflucht etwas früher einlegen. So tastet man sich an seine eigene Methode heran! Man kann ja Fehler machen, man sollte bloß aus ihnen lernen!


    Auch der Schleudertermin wird sicher das nächtse Mal früher sein. Zwar habe ich vielleicht zu vorsichtig geschleudert, aber es ist eben doch einiger Honig in den Waben geblieben. Ich will ja auch nicht unbedingt alles fortnehmen. Ich imker ja zur Freude und nicht um mein Lebensunterhalt damit zu verdienen!


    Und es ist ein wunderbares Hobby. Mein Garten ist sehr groß und einige Male am Tag bin ich neben den Beuten und beobachte das Treiben der Bienen.


    Zum Schluß noch eine Frage. Beim Säubern der Schleuder und anderer Teile, beim Aufwischen verkleckerten Honigs habe ich ja etwas Honigwasser bekommen. Etwa 1 Liter. Kann ich damit einen Ableger füttern? Oder ist das nicht zu empfehlen, zu gefährlich oder auch so?


    Herzlichen Dank, Michael

  • Hallo Michael,


    ich schütte dieses Spülwasser weg, bzw. lasse es draußen versickern. Dabei ist wichtig, daß es gut verdünnt ist, damit es für die Bienen nicht attraktiv wird. Schließlich schleuderst Du ja in der Trachtlücke... :wink:


    (Wie schaffst Du das, mit einem Liter Wasser eine Schleuder zu spülen? :eek: Ich muß dazu den Schlauch 'rausholen, und dann kommt die Wasserschlacht vor der Haustür...)


    J.

  • Hallo !
     

    hallo mziemann,
    die offizielle Empfehlung,Celle,Bienenzuchtberater, lautet:Keinen Honig verfüttern,wegen der Gefahr AFB Sporen zu verbreiten.
    Oase


     
    Hallo ??????
     
    Die sagen bestimmt - wie Ihr hessisches Partnerinstitut auch - das Du keinen fremden Honig verfüttern sollst ! Seit wann werden die Bienen von Ihrem eigenen Honig krank ?
     
    In selbstgemachten Futterteig kommt ja schließlich auch (eigener) Honig !
     
    mziemann
     
    Theoretisch könnte man Honigwasser verfüttern, nur wie ?
     
    Ist zuviel Honig darin wird es bestimmt schnell gärig, ist zu wenig Honig drin nehmen die Bienen es nicht so ab das es nicht umgeht !
     
    Gruß
    Bienen.Knecht
    A.l.e.x.

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.