Imker Bablok gegen Freistaat Bayern

  • Hallo,
    heute in der 'Süddeutschen' auf Seite 40:
    'Bablok gegen Mon 810'
    'Das Verwaltungsgericht Augsburg spricht ein Urteil ....'
    'Ein Imker aus Schwaben klagt gegen ein Versuchsfeld des Freistaates, das seinen Honig verunreinigt'.


    Im Mai 2007 urteilten die Augsburger Richter in einer Eilentscheidung zugunsten des Imkers! Der Freistaat müsse den Mais rechtzeitig ernten oder die Pollenfahnen abschneiden. Die nächsthöhere Instanz kassierte dieses Urteil wieder.


    Heute wird am Verwaltungsgericht im regulären Verfahren entschieden.


    Dem Imker Bablok viel Glück !! :daumen:


    Gruß
    Günter

  • ... und hat verloren


    http://www.augsburger-allgemei…2_puid,2_pageid,4289.html


    Zitate dazu aus der Augsburger Allgemeinen:


    Zitat

    Er kann zwar den Schaden für den unverkäuflichen Honig gegenüber dem Anbauer geltend machen, urteilte die 7. Kammer des Verwaltungsgerichts unter Vorsitz von Evelyn Leder. Den Nachweis über die Verunreinigung muss allerdings er führen. Und es sei auch Sache der Imker, dort wo es möglich ist, die Bienen während der Maisblüte in Sicherheit zu bringen.


    Zitat

    Im Fall von Karl-Heinz Bablok sieht das Gericht den Aufwand als zumutbar an, die schweren Bienenkästen während der Maisblüte nach Leitheim zu versetzen. Auch dafür könne Schadenersatz verlangt werden.


    Zitat

    Das Imker-Bündnis, das bereits 70 000 Euro in den Prozess investiert hat, will in Berufung gehen und den Klageweg notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof gehen.


    Gruß Günter

  • Also, noch ein Grund mehr, ernsthaft darüber nachzudenken, die Kästen zuzumachen.
    Und dem Seehofer sind nun sogar die Hände gebunden, weshalb nur noch Mitleid zu empfinden ist!


    Manne

  • Gerichtsurteil: Anbau von Genmais macht Honig unverkäuflich


    Urteil im Gerichtsverfahren zum Genmais MON 810 am Verwaltungsgericht in Augsburg am 30. Mai:


    Das Verwaltungsgericht Augsburg hat festgestellt, dass Honig welcher Blütenpollen des gentechnisch veränderten Mais MON 810 enthält, nicht verkehrsfähig ist. Nach Auffassung der Richter stellt der Anbau eine wesentliche Beeinträchtigung des Imkers Bablok dar, weil er solchen Honig nicht verkaufen darf. Auch geringste Spuren der Blütenpollen führen zum Verlust der Verkehrsfähigkeit, da der Genmais keine Zulassung als Lebensmittel hat.


    Nach Auffassung des Gerichtes hat der Imker jedoch keinen Schutzanspruch gegenüber dem Anbau. Imker Bablok wollte per Gericht durchsetzen, dass der Anbauer durch geeignete Maßnahmen verhindert, dass seine Bienen Pollen des Mais eintragen (z.B. durch Abschneiden der Pollenfahnen oder Ernte vor der Blüte). Obwohl der Hobbyimker seine Bienen seit vielen Jahren stationär in einem Bienenhaus betreut und technisch nicht auf Bienentransporte eingerichtet ist, mutet das Gericht ihm zu, die Völker während der Maisblüte an einen anderen Standort zu verbringen. Nach Abwägung der Verhältnismäßigkeit sei dies vom Imker zu verlangen.


    Allerdings wies das Gericht darauf hin, dass der Imker zivilrechtliche Schadensersatzansprüche gegenüber dem Anbauer geltend machen kann. Die Richterin gestand dem Imker zu, dass ihn eine Ausweitung des Genmais Anbaues vor ein unlösbares Problem stellen wird. Das Urteil sei jedoch nur für diesen Einzelfall im Jahr 2008 gefällt.


    „Die Entscheidung macht deutlich, dass die Imkerei durch die Agro-Gentechnik im Kern getroffen ist. Es kann nicht richtig sein, dass die von Monsanto zu verantwortenden Zulassungsdefizite von den Imkern oder von den Landwirten die diesen Mais anbauen, ausgebadet werden müssen.“ So Thomas Radetzki, Vertreter des Bündnisses, welches den klagenden Imker unterstützt.


    Imker Bablok sieht mehr als nur seine wirtschaftlichen Probleme: “Wenn der Gesetzgeber weiterhin keine Maßnahmen zum Schutz der Imkerei trifft, wird die Ausweitung des Genmais Anbaus zu bienenleeren Landschaften führen. Ein Bestäubungsnotstand bei Obst oder anderen Nutzpflanzen und eine Artenverarmung bei Wildpflanzen wird die Folge sein. Es ist unbegreiflich, dass der Staat schamlos den multinationalen Saatgutkonzern Monsanto stützt, jedoch die heimischen Imker, Bauern und Verbraucher im Stich lässt und fundamentale Naturschutzinteressen opfert. Wir werden jedenfalls weiter, auch vor Gericht, für die Durchsetzung unserer Rechte kämpfen“


    Auskunft über den Stand des Verfahrens
    www.bienen-gentechnik.de





    Bündniss zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik
    Bündnispartner: Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund, Demeter-Bund e.V.,
    Mellifera e.V., Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW),
    Assoziation ökologischer Lebensmittel Hersteller (AÖL)

  • Na Mahlzeit. Ich geh mal davon aus, dass das Urteil mit seinen Details auf Auswirkungen von "legalem", im Standortkataster verzeichneten Genmais bezieht.


    Nun hört man ja hier und da, dass längst nicht alle Felder angezeigt bzw. genehmigt sind (so etwa die illegalen Aussaaten im berliner Raum im letzten Jahr).


    Hat jemand von Euch was dazu gehört, wie die Haftungsregeln bzw. einforderbaren Maßnahmen wie etwa Unterpflügen, Schneiden der Pollenfäden etc? Da müsste sich die Situation ja eigentlich deutlich imkerfreundlicher darstellen...


    Damit könnte man vielleicht recht gut rechtzeitig im Vorfeld den regionalen Landwirten ins Gewissen und Portemonaie reden...


    Viele Grüße


    Marcus

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Gerichtsurteil: Anbau von Genmais macht Honig unverkäuflich
     
    Urteil im Gerichtsverfahren zum Genmais MON 810 am Verwaltungsgericht in Augsburg am 30. Mai:
     
    ......


     
    Mich hat's geschüttelt. Ein verheerendes Urteil.... :evil:
     
    Man stelle sich vor: die Lebensmittelüberwachung oder "Stiftung Warentest" untersucht einheimische Honige auf GVO-Pollen: Einheimischer Honig ist nur noch Sondermüll, wenn sich GVO-Pflanzenanbau bundesweit durchsetzt.....
    (denn sämtlicher heutiger "Genmais" ist nur für Futtermittelzwecke zugelassen..... und wenn erst der GVO-Raps, der als nachwachsender Rohstoff gilt, angebaut werden darf, wird es völlig unerträglich für die Imkerschaft).
     
    Warum ist der DIB nicht mit im "Bündniss zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik"?
    Sollte sich der DIB nach diesem Urteil nicht bewegen, sollten wir Imker ihn bewegen! :evil: Für was bezahlen wir Funktionäre, wenn sie nicht funktionieren? Die Existenz der Imkerei steht auf dem Spiel, blos das scheinen die DIB-Funktionäre noch nicht begriffen zu haben.......... :evil:


    Alfred


    PS: Habe mich heute, als ich von diesem Urteil las, an Lenins Revolutionstheorie erinnert.........

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Ach, Alfred,
    schau mal hier: http://www.netlink.de/gen/Zeitung/1998/980323.htm 
    Das ist von 1998(!) und betrifft kanadischen Kleehonig mit GVO-Rapspollen.
    Der war ein paar Jahre verboten in der EU, und seit ein paar Jahren gibt es ihn wieder in jedem Supermarkt.....
    Sind die GVO-Pollen verdunstet?:cool:
    Die Mafia ist ein Kleinbetrieb gegen Agrar& Chemiekonzerne....:evil:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • HalloWentorfer


    Du redest von Gewissen und Portemonnaie u.s.m.
    Fazit ist wir Imker wollen den Dreck einfach nicht!!!!!!


    Wenn ich zu meinem Stande geh
    und tausend Bienen um mich seh
    und hör das altvertraute Summen
    dann müssen Leid und Gram verstummen


    Und nicht Gewissen und Portemonnaie.
    Mit freundlichen Grüßen
    Gerd

  • HalloWentorfer


    Du redest von Gewissen und Portemonnaie u.s.m.
    Fazit ist wir Imker wollen den Dreck einfach nicht!!!!!!


    Und? Seh ich genauso. Aber das eine schließt das andere ja nicht aus, oder?


    Marcus

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Warum wollen nur wenige eine nachhaltige Lösung des Problems?
    Für den übergroßen Rest gäbe auch noch praktikable Möglichkeiten: Beantragt doch als Großrest-Imker die Zulassung grüner GVO's im Zweifel generell als Lebensmittel auszusprechen und den GVO-Firmen offiziell endlich auch den Stand zu zuerkennen, den sie sich von Anfang an real sicherten, nämlich den der Göttlichkeit. So kann euch wenigstens der Stolz erfüllen, die Knechtlein der Göttlein zu sein, bis zum Tag des Jüngsten Gerichtleins in ... und in ... usw., für den Fall dass ihr mehr versprochen hättet, als ihr aus rein egoistischen Gründen zu erfüllen gewillt wäret.


    Manne

    imkere wie vor der Varroa

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Manne ()

  • ..... und den GVO-Firmen offiziell endlich auch den Stand zu zuerkennen, den sie sich von Anfang an real sicherten, . ......


     
    Ich glaube, so "soll" es auch "laufen"...... :-( 
     
    Ich glaube, die Wenigsten haben bisher begriffen, was dieses Urteil für die Imkerschaft bedeutet...... Wenn es Bestand hat, dann werden auf die Imkerei Umwälzungen zukommen, wie weiland bei der Einführung des Zuckers und des Stearins ....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Ok, dass dieses Urteil schlimm ist, das wissen wir.
    Der Prozess wird ja aller Wahrscheinlichkeit nach in die nächste Runde gehen.
    Wäre es da nicht sinnvoller, über Möglichkeiten nachzudenken, wie wir den Imker Bablok unterstützen können?


    • Weiter Prozesse ins Rollen bringen.
    • Unterschriften, nicht nur von Imkern sondern vor allem auch von Kunden.
    • Öffentlichkeitsarbeit (im Fernsehen wurde über das Urteil nicht berichtet).
    • Oder auch Demos - siehe z.Z. die Milchbauern


    Usw.
    Gruß
    Günter

  • Moin , Moin aus Hamburg,
    nur kurz zur Info (die meisten werden es wohl kennen :oops:)
     
    http://www.greenpeace.de/filea…nik/gen_mais_sw_05_21.pdf
     
    ansonsten kann man über Greenpeace auch kostenlose Vorträge zu diesem Thema buchen. Die kommen dann in die Vereine oder zu Veranstaltungen. Ist eigentlich mal etwas für die monatlichen Versammlungen in den Vereinen.
    Für Hamburg habe ich einen Kontakt. Wer Info möchte gerne PM. Sonst direkt über Greenpeace.
     
    Viele Grüße aus dem sonnigen Hamburg
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)