Wie die Zargen aufsetzen?

  • Hallöle!
    Hier kommt wieder mal die totale Anfängerfrage:
    Erfahrende Imker kippen ja die Zargen kurz, gucken rein und wissen was da los ist. Ich weiß das noch nicht.
    Ich nehme die Honigzarge ab, stelle sie hochkant aber so dass die Rähmchen senkrecht sind. Dann schaue ich in den oberen Brutraum. Alles prima. Dann nehme ich die Zarge und stelle sie auch so hin wie die Honigzarge. Und schaue unten in den Brutraum.
     
    So habe ich das auch heute gemacht und plötzlich wurde mein Mann in den Fuß gestochen. Zum Glück! Denn so sahen wir die Leibwache der Königin und die Königin die da im Gras herum kroch. Die Königin war glücklicherweise noch mit weißem Plättchen gekennzeichnet. Ich hab sie wieder vorsichtig in ihren Brutraum gesetzt aber der Schreck saß. Hätte die Leibwache nicht gestochen hätten wir sie evtl zertreten! :oops:
     
    Wie setzte man bei der Kontrolle am besten die Zargen auf? Doch lieber auf ein Brett flach auf den Boden und direkt Deckel drauf?
     
    Zweite Frage die ich habe ist:
    Keins meiner beiden Völker hat Weiselzellen. Honig produzieren sie prima, Bruträume sind schön bestückt. Drohnen krabbeln herum aber Drohnenwaben sind leer. So ist es bei beiden Völkern. Nur das eine Volk ist so schwach. Bestimmt ein Drittel weniger Bienen als das andere. Dabei war dieses Volk Ende April das stärkere. Wie kann so etwas kommen? :Biene:

  • Hallo, sherry,
    dann bin ich kein erfahrener Imker, ich kippe nie.:p:cool:
    Ich stelle die HR platt auf dem Deckel des Nachbarvolks ab, inklusive Deckel, und schleppe einen Extradeckel mit.
    Ich gucke nicht von unten, sondern ziehe einzelne Waben; reicht das nicht, kommt die obere Zarge auf den umgedrehten Deckel, eine Königin kann also nicht ins Gras fallen.
    Hier zuhause hab ich einen Wabenbock (Zarge mit Beinen dran und Fliegengitter unten), wo ich entweder einzelne Waben einhängen kann (nett bei der Königinnensuche) oder eine ganze Zarge draufstellen kann.


    Ist in deinem schwächeren Volk noch die Königin da? Es liest sich fast, als wären sie geschwärmt, weil deutlich weniger Bienen da...
    Wieviel und welche Brut haben sie da? Offene und/oder nur gedeckelte?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo sherry,


    zum Thema aufsetzen der Zarge kann ich leider nichts schreiben, da ich Hiterbehandlungsbeuten habe und erst in dieser Saison mit 2 Magazinen parallel anfangen werde.


    Zu Deiner 2. Frage:
    Ich denke, dass die alte Königin schon zu alt war und ihre Legeleistung abgenommen hat. Die Bienen haben dann still umgeweiselt bzw. die KG ist abhanden gekommem.
    Habe ich in diesem Jahr auch schon gehabt. Das Volk hat sich prächtig entwickelt und ich wollte die alte KG spätestens nach dem Raps abdrücken. Habe dann vor 2 Wochen festgestellt, dass die Bienenmasse in diesem Volk merklich abgenommen hat (kein Schwarm!). Bei meiner Kontrolle im 9 Tägigen Rhytmus habe ich die alte KG nicht finden können und beim zurückgeben der Waben glücklicherweise eine junge bereits begattete KG gefunden, die ich dann sofort gezeichnet habe. Bis die neue zu stiften anfängt vergeht ja einige Zeit und somit war die Abnahme der Bienenmasse begründet.


    Gruß Niels

  • Hallo nochmal,
    ich habe die Königin das schwachen Volkes nur ein mal am 19.4. gesehen. Seitdem nicht mehr. Geschwärmt haben sie nicht. Waren ja auch keine Weiselzellen da.
    Bei der heutigen Kontrolle habe ich eigentlich nur gedeckelte Brut und Honigwaben gesehen. Wenig Pollen. Am 19.4. waren auch Zellen da mit Eiern. Aber supersicher bin ich mir nicht ob heute nicht auch offene Brut da war. (Bin immer noch etwas nervös wenn ich die Kisten auf mache und habe Angst etwas falsch zu machen.)
    Ob ich einen erfahrenen Imker her bitten soll um mit mir die Königin zu suchen?

  • Hallo, sherry,
    wieviel gedeckelte Brut?
    Es kann sein, daß sie geschwärmt sind (du siehst mit Kippkontrolle NICHT alle WZ), oder umgeweiselt haben.
    Wenig Bienen spricht eher für's abdüsen...
    Dann würde ich aber jetzt mit eventuell einer nagelneuen und womöglich noch unbegatteten Weisel nicht wüst im Brutnest nach ihr suchen, sondern eine Woche warten und dann jemand bitten, mit dir zusammen durchzugucken.
    Neue Königinnen sind äußerst nervös, das dauert 4 Wochen, bis sie ruhiger werden.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo sherry,


    junge KG beginnen meistens erst mit der Eiablage, wenn die alte Brut komplett ausgelaufen ist.
    Du kannst aber auch zur Sicherheit eine Weiselprobe machen.
    Hierzu entnimmst Du einem anderen Volk eine Brutwabe mit frischen Eiern und hängst diese dem fraglichen Volk in das Brutnest. Haben die Bienen nach ca. 3 Tagen Weiselzellen auf dieser Wabe angesetzt, ist das Volk mit sicherheit ohne Königin.
    Sind keine Zellen vorhanden ist eine KG im Volk. Ich würde die Wabe dann wieder herausnehmen, da sich die Eiablage der neuen KG noch weiter verzögern kann.
    Gruß Niels

  • Hallo,
    im Zweifel immer Weiselprobe machen.
    Und das geht so: Wabe mit offener Brut aus einem Nachbarvolk einhängen. Egal wo. Es genügt auch ein zigarettenschachtelgroßes Stück offene Brutwabe in den Baurahmen eingelegt... Spätestens nach einer Woche kontrollieren. Wenn Weiselzellen, dann keine Königin vorhanden.


    Dann möglichst begattete Jungweisel zusetzen - Weiselzellen vorher natürlich entfernen - gern auch mitsamt der Probewabe, um nix zu übersehen. Auslaufende Brut wäre aber für die begattete Jungweisel hilfreich, weil dann Pflegebienen für die neue Brut entstehen.


    Wenn keine Weiselzellen, dann Probewabe entfernen - meist (95%) stiften Jungweisel erst, wenn die letzte verdeckelte Brut ausgelaufen ist - also erst mal aus dem Weg....


    Ein par Tage später dann Stifte suchen. Wenn vorhanden -> glückliche Bienen, Imker auch.
    Wenn nicht: Das ganze noch mal ....


    Zweck der Übung: Bienen nie "hoffnungslos" weisellos lassen, sonst übernehmen die Drohnenmütter das Regime, ohne Eingriff des Imkers unumkehrbar in den Ruin führend.


    In 99,5 % der Fälle genügt aber ein solcher Durchlauf. Die übrigen 0,5 % sind die immer wiederkehrenden Ausnahmen, die die Imkerei so interessant machen ....


    (Ausnahme: Selten, aber hin und wieder werden Völker, die längere Zeit ohne Brut waren [abgeschwärmt - neue Weisel irgenwie verloren] durch Zugabe von offener Brut stimuliert, die Eier der Jungweisel in Pflege zu nehmen. - Ältere Bienen müssen erst wieder zu Pflegebienen 2umgeschult" werden. Ist aber nicht die Regel, daher erst mal schnell vergessen, bzw. nur für den Notfall merken)


    Manchmal ist das Volk aber auch schon fast drohnenbrütig.
    -> Dann bei Magazinbetrieb: Ableger an die Stelle setzen und "Altvolk" langsam zufliegen lassen. Flugunfähige Drohnenmütter müssen halt draußen bleiben - hart aber geht nicht anders.


    Bei Hinterbehandlung sinngemäß genauso - ist nur schwieriger, weil man die Drohnenbrütigen ja möglichst vollständig aus der Kiste kriegen muss, die "Neuen" möglichst verlustarm hinein - ist eigentlich nix für Anfänger.... u.U. Hilfe anfordern - der Pate wird begeistert sein...


    Viel Glück und Grüße ralf_2

  • Hallo!
    Es hat mir keine Ruhe gelassen und deshalb habe ich das rote Volk ausser der Reihe kontrolliert. Es waren bestiftete Zellen da und direkt daneben welche mit halbgroßen Maden. Also wird die Königin wohl noch beim Volk sein. Das ist gut. Habe aber trotzdem aus dem großen blauen Volk eine bestiftete Wabe dazu gehängt um zu sehen was passiert. Wenn nichts passiert habe ich das rote Volk unterstützt.
     
    Wie kann das sein dass die Völker so unterschiedlich sind? Liegt das evtl daran dass die Königin zu alt ist?
     
    Ich habe mir mal eine Drohne geschnappt und der mit Lackstift einen weißen Punkt auf den Buckel gemacht. Aber das mit der Königin zu machen - puh - weiß nicht ob ich die Traute habe. (wenn ich sie denn mal im roten Volk überhaupt finde...)
     
    Mein ehemaliger Pate hat gemeint man solle die Königin nicht mitten im Jahr kennzeichnen. Sie würde dann anders riechen und das wäre schlecht. Ist da etwas dran?


  • Mein ehemaliger Pate hat gemeint man solle die Königin nicht mitten im Jahr kennzeichnen. Sie würde dann anders riechen und das wäre schlecht. Ist da etwas dran?


    Hallo,
    ja und nein. Wenn man die "Alte" unter Futterteigverschluss wieder zusetzt, verliert sich der fremde Geruch und die Bienen erkennen sie schon wieder. ich bin aber auch meistens zu faul dazu - ich zeichne nur beim ersten Zusetzen mit Opalith. Gewissermaßen als persönlicher Qualitätsausweis...


    Warum nicht ein Volk wie das andere ist? Ja, das ist (Gott-) oder Naturgewollt. Je nach Religion oder Weltanschauung.
    Wir sind ja auch alle gleich aber doch irgendwie jeder anders.
    Wobei mich diese Frage auch umtreibt, weil mir die Streuung (bei den Bienevölkern) vor allem dieses Jahr viel zu groß erscheint. Ich erwarte bei gleichem Standort und gleicher Behandlung auch in etwa gleiche Ergebnisse. So verstehe ich wissenschaftliche Betrachtungsweise. Reproduzierbar eben. Mein Vater lernte aber noch (in den 30er Jahren des vorigen Jh) in der Schule, daß die Biologie keine echte Wissenschaft sei, eben wegen der Diversität in den Abläufen der Natur. Inzwischen ist man in Teilbereichen weiter - aber es gibt immer noch viel Neues zu lernen.
    Zurück zur Praxis:
    Umweiseln kann helfen, garantiert wird aber auch nix.
    Meine persönliche Meinung: Mehr Völker halten (mind. 10), dann klappt's auch im Durchschnitt besser.


    Grüße ralf_2