Abtöten von Bienenvölkern

  • Hast Du schon mal ein Bienenvolk abgetötet? 90

    1. Nein, konnte bisher alle Völker sanieren (20) 22%
    2. Nein, würde ich auch niemals tun (10) 11%
    3. Nein, stand noch nie vor der Wahl zwischen Sanieren und Abtöten (43) 48%
    4. Ja, es wurde mir dazu geraten (3) 3%
    5. Ja, es wurde angeordnet (z.B. vom Vet.) (2) 2%
    6. Ja, es war meine Entscheidung (8) 9%
    7. Ja, aber nächstes Mal würde ich es anders machen (4) 4%
    8. Nein, aber nächstes Mal würde ich es anders machen (0) 0%

    Weil das Thema ganz offensichtlich ganz viel Streit- und Diskussionspotential birgt und zudem noch etwas Verruchtes an sich hat wie "Darüber spricht man doch nicht" will ich es jetzt mal genau wissen und würde mich über Beteiligung an dieser kleinen, vollkommen unrepräsentativen Umfrage freuen!


    Danke!


    Melanie

  • Manchmal ist ein schneller tot besser als ein Qualvoller, auch wenn man da vielleicht mehr von hat.
     
    Wenn die Völker zusammen nicht mehr genug Bienenmasse hatten, das es zum aufbauen eines überwinterungsstarken volkes reicht, hätte man die Waaben auch abfegen können und die bienen sich in die Völker der Nachbarn einbetteln lassen. Aber ob das nun besser ist, wage ich mal zu bezweifeln.
     
    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Hallo, Thorsten,
    Nosema-befallene und offensichtlich weiter kranke Völker würde ich keinesfalls abfegen auf andere Völker.
    Da bin ich pingelig.
    Bislang hab ich Schwein gehabt, ich mußte noch nie Bienen killen.
    Ich hatte schon im Frühjahr Völker, die jeder andere aufgelöst hätte, bloß lohnte sich nicht mal das, und oh Wunder, bislang hatten sie sich unter ignorieren immer wieder bekrabbelt und dann doch die Kurve gekriegt, wenn auch nicht in der gewohnten Stärke.
    Und wer so kämpft und durchkommt, der darf sich auch vermehren.:wink:
    Nur waren es bislang bei mir immer äußere Einflüsse wie Mäusenest links unten und das Restvolk rechts oben, völlig verschreckt.
    Mit Nosema hab ich nur wenig Erfahrung, völlig versch**** Völker kenne ich bislang nicht (toi-toi-toi), von daher kann ich nicht mitreden.:oops:
    Aber ich würde üble Bauchschmerzen haben, wenn ich vor so einer Entscheidung stünde, obwohl im Zweifel immer ein schnelles Ende einem langsamen langem Sterben vorzuziehen ist, trotzdem man solange wie nur möglich auf eine Wendung hofft...:oops:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Zusammen,
    dann oute ich mich mal.
    Ja, ich habe schon mal abschwefeln müssen.
    Ja, ich habe selbst den Entschluss gefasst.
    Ich halte nichts von herumhätscheln von Schwächlingen, wenn die Ursache dafür krankheitsbedingt ist.
    Ich habe auch hier schon oft den Rat gegeben -mit unguten Gefühl.
    Ähnlich wie ich meine Eltern geraten habe, doch ihre Katze einzuschläfern.
    18 Jahre alt, fast blind (heißt nichts bei Katzen), fast ohne Reaktionsvermögen und Gleichgewichtssinn.
    Wenn ich sie nicht zufällig aus dem Bach gezogen hätte, nachdem sie von einer Brücke gefallen war...
    Für eine Freigängerin auf dem Land keine gute Vorassetzungen mehr.
    Das, damit keiner meint, ich hätte das leichtfertig gemacht.
    Auch nicht bei Bienenvölkern.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • um deine Aussage aus dem gesperrten Thread nochmal aufzugreifen...
     

    Hymenoptera schrieb:

    aber wenn mir imkerliche Berümtheiten - lokal und Literaturpäpste (Liebig et al.) - mündlich wie schriftlich empfehlen, "Schwächlinge abzuschwefeln"


     
    Hat er dir wirklich dazu geraten? Selbst, persönlich?
     
    Das wundert mich denn ich hab ihn in der Beziehung ganz anders in Erinnerung:
     
    Originalzitat Liebig:
     
    "Wer Bienenvölker abschwefelt ist für mich kein Imker..."

  • Hallo
    Ja, ja der Jofel ist der Melanie quer gekommen. Hornisen und Bienen sind halt doch nicht das gleiche. Aber wenn man Fachmann ist, weis man ja alles und hat eine fundierte Ausbildung nicht nur aus dem Internet.
    Gruss
    Hugo
    Berufsimker, Facharbeiter Imker, Bienensachverständiger, Seuchenwart, usw.

  • Anstatt immer auf sie einzuprügel. Was hätte sie denn für Alternativeb gehabt? Mit Vielleicht 1kg kranke Bienen aus 2 Völkern?
     
    Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Originalzitat Liebig:
     
    "Wer Bienenvölker abschwefelt ist für mich kein Imker..."[/quote]


    Naja, dann dürften wohl einige bekannte Berufsimker der Vergangenheit nur noch als Schweinezüchter durchgehen.:lol:
    Man solls mal nicht übertreiben.
    Ich z.B. habe geschwefelt ,und werde das auch wieder tun wenn ich der Überzeugung bin so den Bestand am besten vor der verbreitung von Krankheiten zu schützen. (Besser einen kranken Schwächling opfern als alles zu verlieren.)
    Um es vorwegzunehmen : NIEMAND wird ein Volk leichtfertig töten.
    Von der Tierliebe mal abgesehen, ein Volk stellt auch einen Materiellen Wert dar, und der ist heutzutage nicht unerheblich.

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallo Zusammen,
    glaubt Ihr, das das eine leichte Entscheidung war?
    Eine fundierte Ausbildung schützt doch auch nicht vor schwachen Völkern, bei denen man die Ursache dafür nicht weiß.
    Wenn ich eine Krankheit ausschließen kann,
    kommt natürlich vereinigen in Frage.
    Kann man sich als Berufsimker das Rumdoktern mit schwachen Völkern leisten;
    oder setzt man da nicht lieber auf ausreichend gebildeter Reservevölker?
    Wenn ich von Imkerei leben müsste, klebe ich doch nicht an der Völkerzahl und habe Reservevölker gebildet.
    Wenn ich die nicht brauche, verkaufe ich die.
    Von den Berufsimkern hier lese ich selten, das sie anfragen, wie man schwache Völker hochhätschelt.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • So oft lese ich hier das eine Ferndiagnose sehr schwer ist,aber jetzt wissen viele ganz genau was richtig gewesen wäre.Ob abschwefeln oder nicht-ein Urteil würde ich mir nur erlauben wenn ich die Völker gesehen hätte.

    Grüssle aus dem Nordschwarzwald


    Lagerfeuer1971

  • Originalzitat Liebig:
     
    "Wer Bienenvölker abschwefelt ist für mich kein Imker..."


    Genauso sehe auch ich es und kann mir echt nicht vorstellen, dass dieser berühmte Mann das abschwefeln von Bienenvölkern empfiehlt. Möglicherweise nehme ich diesbezüglich mit ihm Kontakt auf. Diese Frage interessiert nämlich auch die User meines Forums.


    Abschwefeln kommt nicht einmal mehr bei Faulbrut infrage, detto Drohnenbrütig ect.


    Sind, oder werden Völker krank, ist entweder der Betreuer schuld oder der Standort passt nicht.


    Zum Betreuer: ein geschultes Auge erkennt Symptome wie Nosema, Kalkbrut &Co sofort und kann unverzüglich agieren.


    Zum Standort: in einer Sutn und noch dazu schattig stehen geht nun einmal nicht.


    Um nicht nur zu belehren, so viel für´s erste.

  • Das wär was: Ich sag den Eltern eines kranken Kindes, dass die daran Schuld sind. Auweia!
    Eine Krankheit ist immer noch eine Infektion !
    Konkret: Im Kasten sind noch eine handvoll Bienen, besetzen zusammen vielleicht noch eine Wabe und der ganze Innenraum ist verdreckt- Nosema.
    Wat nu ? Würd ich gerne mal wissen.
    (Bitte keine Antwort wie: Das hätte ich schon 4 Wochen früher bemerkt. Es geht nur um o.g. Zustand)

  • Das wär was: Ich sag den Eltern eines kranken Kindes, dass die daran Schuld sind. Auweia!
    Eine Krankheit ist immer noch eine Infektion !
    Konkret: Im Kasten sind noch eine handvoll Bienen, besetzen zusammen vielleicht noch eine Wabe und der ganze Innenraum ist verdreckt- Nosema.
    Wat nu ? Würd ich gerne mal wissen.
    (Bitte keine Antwort wie: Das hätte ich schon 4 Wochen früher bemerkt. Es geht nur um o.g. Zustand)


    stehen lassen und hoffen, wenn es nix mehr wird, erledigt das natur schon selbst für uns.
    mfg jeffrey