Pollen - frisch oder gelagert?

  • Moin, moin,
    ich frag hier nochmal:
    fressen Bienen tatsächlich Frischpollen oder nur und ausschließlich fermentierten Lagerpollen? Nach der gängigen Theorie können sie Frischpollen gar nicht verdauen, sondern nur durch Fermentation aufgeschlossenen Lagerpollen, Bienenbrot.
    Wie paßt das mit der angeblichen Bevorzugung von Frischpollen zusammen?
    Fermentation braucht ja nun mal ihre Zeit, und welchen Sinn hätte es, unverdaulichen Frischpollen zu futtern?
    Hat hier jemand eine klare und belegbare Antwort drauf?:confused:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ich habe bisher auch keine Antwort gefunden.


    Nun, angenommen der Pollen ist fermentiert verdaulicher für die Bienen. Wenn das der Fall ist, dann benötigt die Fermentation ZEIT, um zu reifen.


    Wenn man weiter denkt, dann fragt man sich natürlich auch: Gilt das auch für den Honig? Muß dieser auch eine Zeit lang reifen, bevor er angenehmer zu verdauen ist für die Bienen?


    Viele Grüße,


    Bernhard

  • Hallo, Bernhard,
    Bienen leben nicht von Honig, sondern von Nektar.
    Honig ist eher ihre Variante von long-term-storage in platzsparend eingedampft.
    Honig pur ist ja nicht mal rüsselfreundlich, sondern erst die zurückverdünnte Variante.
    Meine Hummel- und Einzelbienenrettungsaktionen funzen auch nur mit verdünntem Honig, vor einem Tropfen puren Honig sitzen sie ziemlich hilflos....
    Und von daher ist Honig ab der Verdeckelung schon "reif" genug, enzymbehandelt und eingedickt, denke ich.:wink:


    Was den Pollen angeht, so ist das mit der Milchsäurevergärung zum Schale knacken schon nachvollziehbar, aber dann machen alle, die "überschüssige" Pollenbretter rausnehmen, einen Riesenfehler.....:u_idea_bulb02:
    Was das Rausschmeißen von alten Pollen betrifft, das habe ich bislang noch nie gesehen; kann es sein, daß sie das nur machen, wenn Pollenmilben am Werk sind?
    Bei Milchsäuregärung und Lagerung unter Luftabschluß hält sich das Endprodukt nämlich ganz gut, sogar unter wechselnden Temperaturen, und durchaus länger als ein Jahr....:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Nein, Helmut,
    im anderen geht es eigentlich um mehr als nur Pollen....:wink:


    Liebe Sabine,


    Ich versteh jetzt nicht ganz, wieso Du diesen hier angesiedelt hast - das Thema zu trennen ist sinnvoll, aber es paßt eigentlich schon zur Biologie!


    Normalerweise brauchen Schwarmbienen in den ersten Tagen keine Pollen zu fressen, da sie vor dem Schwärmen ein Fett-Eiweiß-Polster entwickelt haben, ähnlich wie Winterbienen, das abgebaut wird bei der Erzeugung von Futtersaft und Wachs. Sie brauchten vor dem Schwärmen eine gute Versorgung mit Bienenbrot.
    Insofern hat es da wohl ein wenig Zeit mit dem fermentieren. Wichtig ist auf jeden Fall, daß die jung geschlüpften Bienen nach gut drei Wochen genug Bienenbrot finden können.


    Ein schönes Wochenende wünscht


    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Ist doch schmeichelhaft-ne Anfängerfrage von Sabine. Liebe Sabine, ich persönlich sehe dich nicht mehr als Anfängerin an. Nur weil du mal auf ne Frage keine Antwort hast...:lol:

  • Hallo Sabine, Hallo Zuammen,
    warum sollte das nicht so sein wie bei unseren Gartenfrüchten?
    Ein Teil kommt frisch auf den Tisch, der andere ins Eingemachte.
    Unterschiede gibt es sicherlich auch bei den verschiedenen Pollen.
    Ein Teil schmeckt frisch besser, der andere gelagert besser.
    Wie bei Äpfeln.
    Dabei könnte auch die Qualität eine Rolle spielen.
    Nicht alle Früchte eignen sich zur Einlagerung, müssen gleich verwertet werden.
    Dabei spielt das Angebot sicherlich auch eine Rolle.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.